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Live-Beteiligung

Mentimeter-Alternativen 2026: 10 Live-Umfrage-Tools im Vergleich

Facilitools-Redaktion · 8. August 2026 · 11 Min. Lesezeit

Ein QR-Code an der Wand, dreißig Sekunden, und du hast alle Stimmen im Raum — auch die leisen. Mentimeter hat diese Kategorie groß gemacht, und das zu Recht. Wer trotzdem nach einer Alternative sucht, tut das meist aus einem von drei Gründen: Der Gratis-Deckel hat mitten im Workshop gerissen, die Datenschutzabteilung fragt nach dem Serverstandort, oder das Tool ist eine eigene Präsentations-Welt, in der die Ergebnisse versauern.

Beim Nachrechnen fällt zuerst etwas anderes auf.

„Kostenlos" heißt bei jedem Anbieter etwas anderes

Die Anbieter deckeln ihre Gratis-Tarife an völlig verschiedenen Stellen — und genau das entscheidet, ob der Deckel in deinem Workshop reißt:

  • Mentimeter zählt Teilnehmende pro Monat: 50, über alle Sessions hinweg. Ein einziger Workshop mit dreißig Leuten, und der Monat ist fast verbraucht. Immerhin: Einmal im Monat darfst du ohne Limit präsentieren.
  • Wooclap zählt Fragen pro Monat: 5. Die Teilnehmendenzahl ist dafür offen. Zwei Umfragen und ein Stimmungsbild, und die Woche ist gelaufen.
  • Slido zählt Umfragen pro Event: 3 je Slido, bei bis zu 100 Teilnehmenden.
  • AhaSlides zählt beides: 50 Teilnehmende und 8 Fragen (5 Quiz, 3 Umfragen) je Präsentation.
  • Poll Everywhere zählt Antworten pro Frage: 40.

Wer wechselt, weil ihm der Mentimeter-Deckel zu eng ist, sollte also zuerst prüfen, wo der Deckel des neuen Tools sitzt. Einen hat fast jedes.

Der Vergleich auf einen Blick

Drei Zahlen je Anbieter. „Gratis-Deckel" ist die engste Grenze im kostenlosen Tarif, „Preis ab" der günstigste Bezahltarif pro Person und Monat bei jährlicher Zahlung. „k. A." heißt: Auf der offiziellen Preisseite stand am 08.08.2026 nichts dazu — wir raten hier nichts dazu.

ToolGratis-DeckelPreis abEU-Server
Facilitools (DE)15 je Session8 €
Tweedback (DE)ohne Konto nutzbark. A.
invote (DE)kostenloskostenlosk. A.
AhaSlides (SG)50 TN, 8 Fragen7,95 $k. A.
Poll Everywhere (US)40 Antworten/Frage10 $k. A.
Particify (DE)200 je Raum12 €
Wooclap (BE)5 Fragen/Monat12 €k. A.
Mentimeter (SE)50 TN/Monat14 €
Slido (US)3 Umfragen/Event15 €k. A.
Kahoot! 360 (NO)Express-Tarif19 $k. A.

Die Details zu Frageformen, Exporten und Besonderheiten stehen weiter unten bei jedem Tool einzeln.

Der Punkt, den fast alle können — und der trotzdem entscheidet

Anders als bei Whiteboards ist die Teilnahme ohne Konto hier Branchenstandard: Link oder Code eingeben, antworten, fertig. Die Unterschiede liegen eine Ebene tiefer:

Der ideale Ablauf einer Live-Umfrage in drei Schritten: QR-Code scannen, am Handy antworten, Ergebnis wächst live für alle sichtbar

  • Wo liegen die Antworten? Sobald Teilnehmende über ihre Geräte antworten, verarbeitest du Daten — und in Schulen, Hochschulen, Behörden und größeren Unternehmen prüft das jemand. Mentimeter speichert laut eigener Security Policy standardmäßig in der EU, nennt dort aber auch eine US-Region; Particify, Tweedback und wir hosten in Deutschland; bei Wooclap, AhaSlides und Poll Everywhere weist die Preisseite keinen Standort aus. Für Mentimeter, Slido und Kahoot haben wir die Trust-Dokumente inzwischen selbst durchgegraben — Vertrag, Standort, AVV, Export, mit Quelle und Prüfdatum an jedem Urteil: im Souveränitäts-Check.
  • Was wird über die Antwort hinaus erfasst? Für ein Stimmungsbild braucht niemand Mailadressen oder Tracking. Datensparsamkeit ist nebenbei dein bestes Argument gegenüber dem Auftraggeber.
  • Kommen die Ergebnisse raus? Bei Mentimeter und Wooclap sitzt der Export im Bezahltarif. Prüf das vor dem Workshop. Abtippen ist keine Nachbereitung.

Die Anbieter einzeln

Mentimeter — der Platzhirsch

  • 🇸🇪 Schweden
  • ab 14 €/Präsentator/Monat
  • Free: 50 TN/Monat
  • ✅ EU-Speicherung als Default

Ausgereift, schön, mit dem größten Format-Katalog (23 Folientypen im Free). Basic kostet 14 € pro Präsentator und Monat bei jährlicher Zahlung und hebt das Teilnehmenden-Limit auf, Pro kostet 28 € und bringt Team-Funktionen. Monatszahlung gibt es nicht — nur Jahresabo oder Konferenz-Pakete. Der Ergebnis-Export (Excel, PDF) beginnt erst im Basic-Tarif. Die Antworten liegen laut Security Policy standardmäßig in der EU; die Frage nach dem Zugriff auf ein Nicht-EU-Mutterhaus stellt sich hier nicht — Mentimeter ist ein schwedisches Unternehmen.

Slido — stark bei Q&A, jetzt bei Cisco

  • 🇺🇸 USA (Cisco)
  • ab 15 €/Monat
  • Free: 100 TN, 3 Umfragen
  • Serverstandort k. A.

Der zweite große Name, besonders bei Fragerunden in großen Veranstaltungen — Fragen einreichen, hochstimmen, moderieren. Der kostenlose Tarif ist bei den Teilnehmenden großzügig (100), bei den Umfragen eng (3 je Slido). Engage kostet 15 € pro Monat (180 € jährlich) und öffnet Umfragen, Quiz und Exporte bei 200 Teilnehmenden; Professional für 60 € bringt Moderation und Branding. Seit der Übernahme durch Cisco tief in Webex, Teams und PowerPoint integriert. Einen Serverstandort weist die Preisseite nicht aus.

Wooclap — der Trainer-Liebling aus Belgien

  • 🇧🇪 Belgien
  • ab 12 €/Monat
  • Free: 5 Fragen/Monat
  • Serverstandort k. A.

In der Weiterbildung zu Hause, mit über 20 Frageformaten und Einbettung in PowerPoint, Google Slides, Teams und Zoom. Die Free-Logik ist die Umkehrung von Mentimeter: Teilnehmende unbegrenzt (bis 1.000 je Event), aber nur 5 Fragen im Monat. Basic für 12 € hebt den Fragen-Deckel und bringt Exporte, Pro für 25 € die KI-Funktionen und Team-Arbeit. Abgerechnet wird jährlich, exkl. MwSt.

AhaSlides — der Preisbrecher

  • 🇸🇬 Singapur
  • ab 7,95 $/Monat
  • Free: 50 TN, 8 Fragen
  • Serverstandort k. A.

Spielt das gleiche Spiel wie Mentimeter mit kleineren Preisen: bezahlte Tarife ab 7,95 $ pro Monat, laut eigener Preisseite. Der Gratis-Tarif erlaubt 50 Teilnehmende und je Präsentation 5 Quiz- plus 3 Umfrage-Fragen — unbegrenzt viele Präsentationen pro Monat. Wer über das Limit läuft, dessen Session läuft weiter; nur neue Teilnehmende kommen nicht mehr rein.

Kahoot! — Quiz als Wettkampf

  • 🇳🇴 Norwegen
  • ab 19 $/Host/Monat
  • Free: Express-Tarif
  • Serverstandort k. A.

Die Quiz-Maschine: Punkte, Countdown, Rangliste, Musik. Für Wissens-Checks und Energizer unschlagbar eingeführt — als Allzweck-Umfragewerkzeug aber eine andere Sorte Tier als der Rest dieser Liste. Im Business-Bereich (Kahoot! 360) kostet Pro Start 19 $ pro Host und Monat bei jährlicher Zahlung (228 $) und erlaubt 50 Teilnehmende je Session; der Gratis-Einstieg heißt Express. Die Bildungs-Tarife sind eine eigene, günstigere Welt.

Poll Everywhere — der Veteran

  • 🇺🇸 USA
  • ab 10 $/Monat
  • Free: 40 Antworten/Frage
  • Serverstandort k. A.

Einer der ältesten Anbieter der Kategorie, stark in US-Hochschulen und mit PowerPoint-Integration. Der Gratis-Tarif deckelt bei 40 Antworten je Frage — für eine Schulklasse knapp, für einen Workshop mit 20 Leuten okay, solange nicht mehrfach geantwortet wird. Present kostet 120 $ im Jahr (nur jährlich), größere Tarife mit Reporting ab 49 $/Monat.

Particify — Open Source aus der deutschen Hochschulwelt

  • 🇩🇪 Deutschland
  • Pro 12 €/Account
  • Free: 200 TN je Raum
  • ✅ Server in Deutschland

Aus dem ARSnova-Projekt der TH Mittelhessen hervorgegangen, quelloffen, und mit dem großzügigsten Gratis-Tarif im Feld: 200 Teilnehmende je Raum, Räume und Fragenserien unbegrenzt, Umfragen, Quiz und moderiertes Q&A inklusive. Pro kostet 12 € pro Account und Monat (jährlich, ab 5 Accounts) und bringt 500 Teilnehmende, Exporte und kollaboratives Arbeiten. Server in Deutschland in allen Tarifen. Wer Open Source als Kriterium hat oder selbst hosten will, findet hier die seriöseste Antwort.

Tweedback — anonym, deutsch, ohne Registrierung

  • 🇩🇪 Deutschland
  • kostenlos nutzbar
  • ohne Konto, auch für Hosts
  • ✅ deutsche Rechenzentren

Das Rostocker Werkzeug denkt von der Vorlesung her: Quiz, eine anonyme Chatwall für Fragen und Meinungen — und der „Panik-Knopf", mit dem Teilnehmende wortlos melden, dass etwas nicht stimmt. Die Besonderheit: Sogar das Erstellen einer Session geht ohne Registrierung. Gehostet wird nach eigener Angabe in deutschen Rechenzentren. Preise für erweiterte Funktionen weist die Website nicht aus.

invote — das schlanke Umfrage-Werkzeug aus Dresden

  • 🇩🇪 Deutschland
  • kostenlos
  • nur Multiple-Choice
  • betrieben von der Netzmanufaktur GmbH

Aus dem Umfeld der TU Dresden, kostenlos für Dozierende, bewusst schmal: Multiple-Choice-Umfragen per Browser oder sogar SMS, mehr nicht. Keine Wortwolke, keine Skala, kein Q&A. Wer genau das eine braucht — schnelle Abstimmung in der Vorlesung ohne Budget-Diskussion —, bekommt es hier ohne Umwege.

Wo Facilitools steht — offen gesagt

  • 🇩🇪 Server in Deutschland
  • Free: 15 je Session
  • Basic 8 €/Monat fürs ganze Werkzeug
  • ✅ ohne App, ohne Teilnehmer-Konto

Facilitools ist unser Produkt, wir sind in diesem Vergleich also befangen. Deshalb ohne Umschweife, was wir haben und was uns fehlt.

Was da ist: Die Live-Beteiligung kann Umfragen (auch Mehrfachauswahl), Skalen, Wortwolken, Punktevergabe zum Priorisieren, offene Fragen mit Hochstimmen — das Q&A-Prinzip — und seit August 2026 einen Quiz-Modus mit Uhr, Tempo-Punkten und Rangliste, auch als ganze Serie am Stück: einmal starten, dann laufen Fragen, Auflösungen und Zwischenstände automatisch durch bis zur Siegerehrung. Teilnahme per Link oder QR-Code, ohne App, ohne Konto, anonym. Gehostet in Deutschland — und die Unterlagen dazu stehen offen im Netz: AV-Vertrag, Unterauftragnehmer-Liste, Löschkonzept.

Wie unser Deckel funktioniert: Im kostenlosen Tarif sind 15 aktive Teilnehmende je Session drin — je Session, nicht pro Monat. Nächster Workshop, frischer Zähler. Gezählt wird nur, wer etwas beiträgt; die offene Ergebnis-Seite am Beamer frisst keine Plätze. Und wer einmal drin ist, fliegt nicht mitten im Workshop raus. Basic (8 € im Monat, jährlich) hebt auf 50, Pro (16 €) nimmt den Deckel ganz weg. Wichtig fürs Vergleichen: Die 8 € kaufen nicht nur Umfragen, sondern das ganze Werkzeug — Ablauf, Whiteboard, Kanban hängen am selben Konto.

Einbetten in Folien und Meetings: Jede Frage hat einen eigenen Folien-Link — eine stabile Adresse, die genau diese Frage mit Live-Ergebnis im Vollbild zeigt. Den legst du in eine PowerPoint-Folie, einen Teams-Tab oder ein geteiltes Zoom-Fenster; einbetten per iframe geht ausdrücklich auch. Ein Klick in der Regie kopiert ihn. Ein natives Office-Add-in mit eigenem Menüband haben wir nicht — steht auf dem Bauplan, falls es jemand vermisst.

Was uns unterscheidet: Die Umfrage ist bei uns keine eigene Präsentations-Welt. Sie hängt am selben Workshop wie dein Ablauf — und die Ergebnisse fließen nach der Session direkt ins Protokoll und dessen PDF, statt in einem getrennten Tool zu versauern. Genau für den Moment, in dem der Workshop vorbei ist und die Nachbereitung beginnt, ist das gebaut.

Die Checkliste für die Auswahl

Vier Fragen, die das Feld schneller sortieren als jeder Feature-Vergleich:

  • Wo sitzt der Gratis-Deckel — und reißt er in deinem Format? Monat, Event, Frage oder Antwort: Rechne deinen typischen Workshop einmal durch.
  • Wo liegen die Antworten, und gibt es einen AV-Vertrag? Für Schulen, Hochschulen und Behörden oft die erste Frage.
  • Sind deine vier Formate da? Mehrfachauswahl, Skala, Wortwolke, offene Frage decken fast alle Workshop-Situationen ab. Quiz kommt selten als Anforderung, ist aber der Moment, an den sich die Gruppe erinnert — prüf, ob es dabei ist.
  • Wohin fließen die Ergebnisse? In ein Export-Feature hinter der Bezahlschranke, in eine eigene Präsentations-Welt — oder dahin, wo dein Protokoll ohnehin entsteht?

Häufige Fragen

Ist Mentimeter an Schulen und Hochschulen erlaubt?

Darüber entscheidet deine Einrichtung: Datenschutzbeauftragte prüfen Vertragspartner, AV-Vertrag und Subprozessoren. Der Serverstandort ist dabei seltener das Problem, als viele annehmen — das Unternehmen sitzt in Schweden, gespeichert wird laut Security Policy standardmäßig in der EU (genannt wird daneben auch eine US-Region). Der eigentliche Prüfpunkt liegt woanders: Laut Mentimeters eigenem „DPA Statement" schließt der Anbieter für die Standard-Tarife keinen Auftragsverarbeitungsvertrag; er versteht sich als eigenständiger Verantwortlicher. Für Einrichtungen, die einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO brauchen, ist genau das die Frage an den Datenschutz — die Belegstellen dazu stehen in unserem Mentimeter-Eintrag im Souveränitäts-Check.

Welche kostenlose Mentimeter-Alternative hat den großzügigsten Gratis-Tarif?

Kommt darauf an, was bei dir knapp wird. Nach Teilnehmenden: Particify mit 200 je Raum, bei unbegrenzten Räumen. Nach Fragen: Mentimeter selbst (unbegrenzte Folien, aber 50 Teilnehmende im Monat) oder Facilitools (alle Frageformen, 15 je Session, ohne Monatszählung). Ganz ohne Konto und Deckel-Rechnerei: Tweedback. Die Antwort „Tool X ist am großzügigsten" ohne diese Unterscheidung ist Werbung, keine Auskunft.

Brauchen meine Teilnehmenden eine App oder ein Konto?

Bei keinem der zehn Tools in diesem Vergleich — Browser reicht, Zugang per Link, Code oder QR. Das ist der Standard der Kategorie. Misstrauisch werden solltest du bei allem, was Teilnehmende zur Registrierung zwingt: Das kostet dich ein Drittel der Gruppe, bevor die erste Frage auf dem Schirm ist.

Kann ich Live-Umfragen auch in Präsenz-Workshops nutzen?

Gerade da — im Raum dominieren sonst die Schnellen und Lauten. QR-Code an die Wand, alle antworten gleichzeitig und anonym, das Ergebnis erscheint live an der Leinwand. Wann du welche Umfrageform einsetzt — Einstieg, Stimmungscheck, Priorisierung, heikle Fragen, Abschluss — steht ausführlich im Praxis-Artikel.

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Alle Preise, Deckel und Hosting-Angaben stammen von den offiziellen Anbieterseiten und wurden am 8. August 2026 geprüft. Preise verstehen sich, wo nicht anders angegeben, pro Person und Monat bei jährlicher Zahlung, zzgl. MwSt. Anbieter ändern ihre Tarife häufig — vor einer Entscheidung beim Anbieter gegenprüfen.