Die Bausteine hinter dem Generator: jede Methode mit echtem Ablauf, Zeiten, Material und den Stellen, an denen es in der Praxis hakt. Filter nach Zweck oder tipp ins Suchfeld.
Ankommen & Aktivieren10–30 Min · 2–40 Pers.
Alle kommen einmal zu Wort, bevor es losgeht — holt die Gruppe in den Raum und macht Stimmungen sichtbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Frage stellen & Format erklären — Eine Frage, die zum Anlass passt — und die Regel: zuhören, nicht kommentieren.
- 25′Runde: je 1–2 Sätze pro Person — Bei 8 Personen sind das etwa 188 Sekunden pro Person.
Material
Sitzordnung mit Sichtkontakt · ggf. Frage sichtbar aufschreiben
Woran es in der Praxis hakt
- Beiträge werden kommentiert — dann kippt die Runde in eine Diskussion. Regel: Zuhören ohne Antwort.
- Wird zum Arbeits-Statusbericht statt zum Ankommen — Frage bewusst wählen.
- Unter Zeitdruck lieber die Ein-Wort-Variante als gar kein Check-in.
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Ideen finden30–60 Min · ab 4 Pers.
Stilles Ideenschreiben in Runden: 6 Personen, 3 Ideen, 5 Minuten — die Blätter wandern, Ideen bauen aufeinander auf. Deutsche Erfindung (Rohrbach 1968).
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Anmoderation: Leitfrage & Rasterblätter — Bei 8 Personen an 2 Tischen à max. 6 parallel arbeiten.
- 15′3 Schreibrunden à 5 Min, Blatt wandert weiter — Still schreiben: 3 Ideen pro Runde. Ab Runde 3 mehr Lesezeit lassen — notfalls auf 7 Min verlängern.
- 10′Sichten & Dubletten zusammenführen — Noch nicht bewerten — nur ordnen. Bewertung ist ein eigener Schritt (z. B. Dot-Voting).
Material
Rasterblatt (3 Spalten × 6 Zeilen) pro Person · Stifte · Timer · Tische mit klarer Weitergaberichtung
Woran es in der Praxis hakt
- Reden während der Schreibrunden killt den Effekt — striktes Schweigen moderieren.
- Unleserliche Ideen sind verlorene Ideen — zu Beginn um Klarheit bitten.
- Für Gruppen, die die Methode nicht kennen, eine kurze Proberunde einplanen.
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Ideen finden20–45 Min · ab 1 Pers.
Acht schnelle Lösungsskizzen in acht Minuten — der Zeitdruck drängt über die erste, meist naheliegendste Idee hinaus.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Anmoderation: Blätter falten, Aufgabe schärfen — 8 Felder, 8 Ideen, 1 Minute pro Feld. Skizze, Stichwort, Symbol — alles erlaubt.
- 10′Skizzieren: 8 Ideen in 8 Minuten — Läuft still und parallel — funktioniert mit jeder Gruppengröße.
- 15′Vorstellen: ~2 Min pro Person
Material
Blanko-Blatt pro Person (3× gefaltet = 8 Felder) · dicke Stifte · Timer · Wand + Klebeband
Woran es in der Praxis hakt
- „Ich kann nicht zeichnen“ blockiert — vorab klarmachen: Krakelei ist erwünscht, nur die Idee zählt.
- Timer nicht verlängern. Der Druck ist Absicht.
- Wer im ersten Feld perfektioniert, verliert die anderen sieben.
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Austauschen & Diskutieren75–180 Min · ab 12 Pers.
Gespräche in Café-Atmosphäre: kleine Tische, wechselnde Runden, eine gute Frage pro Runde — Ideen wandern mit den Menschen von Tisch zu Tisch.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (75 Min, 8 Personen)
- 10′Ankommen im Café: Ablauf & Gesprächs-Etikette — 3 Tische à ~4 Personen. Eine Person pro Tisch bleibt als Gastgeber:in sitzen.
- 40′2 Gesprächsrunden à 20 Min mit Tischwechsel — Pro Runde eine Frage. Auf die Tischauflage schreiben und kritzeln — das ist das Gedächtnis des Tisches.
- 25′Ernte im Plenum — Muster und Überraschungen sammeln, nicht jeden Tisch referieren lassen.
Material
Tische à 4 Personen · beschreibbare Tischauflagen (Flipchart-/Packpapier) · bunte dicke Stifte pro Tisch · vorbereitete Fragen · Glocke/Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Die Fragen entscheiden über alles — vorher sorgfältig formulieren, von persönlich zu systemisch aufbauen.
- World Café erkundet, es beschließt nicht. Wer eine Entscheidung erwartet, wird frustriert.
- Table Hosts vorab briefen: zusammenfassen und anschließen lassen, nicht dominieren.
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Austauschen & Diskutieren10–30 Min · ab 4 Pers.
Erst still allein, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle: jede Stimme fließt ein, ohne dass das Plenum zerredet. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Frage stellen — Eine Frage, an der wirklich alle etwas beitragen können.
- 25′1′ allein → 2′ zu zweit → 4′ zu viert → Plenum — Pro Vierergruppe kommt eine Idee ins Plenum — keine Wiederholungen.
Material
Zettel & Stift pro Person · Glocke/Timer für die Übergänge
Woran es in der Praxis hakt
- Die stille Einzelphase ist heilig — wer da schon reden lässt, verliert die Introvertierten.
- Knappes Timing ist Teil der Methode. Lieber eine zweite Runde als eine zähe erste.
- Im Plenum gilt: eine Konversation. Keine Wiederholungen, nur Neues.
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Priorisieren & Entscheiden15–45 Min · ab 3 Pers.
Ideen ordnen, dann still mit Klebepunkten priorisieren — die Häufung zeigt sofort, wo die Energie der Gruppe liegt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Gemeinsam clustern & Cluster benennen — Dubletten zusammenführen. Cluster-Titel von der Gruppe formulieren lassen.
- 5′Still bepunkten (2–3 Punkte pro Person) — Faustregel: Punkte pro Person ≈ ein Viertel der Optionen. Erst alle kleben, dann reden.
- 15′Häufungen lesen & Top-Themen festhalten — Bei Gleichstand: Stichwahl nur zwischen den Spitzenreitern.
Material
Klebepunkte (2–3 pro Person) · Wand/Pinnwand mit den Ideen · Stifte für Cluster-Titel
Woran es in der Praxis hakt
- Lobbying während des Klebens unterbinden — still voten, sonst gewinnt die lauteste Stimme.
- Herdenkleben (dahin, wo schon Punkte sind) — bei wichtigen Votes verdeckt abstimmen.
- Farbcodierung nie ohne zweites Merkmal (Form/Beschriftung) — Farbenblindheit.
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Priorisieren & Entscheiden15–25 Min · ab 3 Pers.
Stilles Priorisieren mit Klebepunkten — schnell, sichtbar, und die Chefstimme wiegt genauso viel wie jede andere.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (25 Min, 8 Personen)
- 5′Optionen sichten & Regeln ansagen
- 5′Still bepunkten
- 15′Auswerten & kurz auf Risiken abklopfen
Material
Klebepunkte · sichtbare Optionen (Wand/Flipchart)
Woran es in der Praxis hakt
- Vorher festlegen: Wie viele Punkte pro Person? Darf kumuliert werden? Was passiert mit dem Ergebnis?
- Split-Vote zwischen zwei Favoriten → Stichwahl gleich einplanen.
- Hierarchie-Effekt: ranghöchste Person klebt zuletzt.
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Austauschen & Diskutieren45–70 Min · 10–50 Pers.
Ein kleiner Innenkreis diskutiert, alle anderen hören zu — ein freier Gaststuhl lädt ein, sich dazuzusetzen. Tiefe statt Wortmeldungs-Pingpong.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Aufbau & Regeln: Innenkreis, Gaststuhl, Leitfrage — Wer reden will, setzt sich rein. Wer gesagt hat, was zu sagen war, macht den Platz frei.
- 20′Gespräch im Innenkreis — Moderation greift nur ein bei Monopolisierung oder dauerhaft leerem Gaststuhl.
- 10′Beobachtungen aus dem Außenkreis — Erst kurz zu zweit sortieren, dann 3–5 Beobachtungen im Plenum.
- 10′Ergebnisse & offene Fragen sichern
Material
Innenkreis: 4–6 Stühle + 1 leerer Gaststuhl · Außenkreis konzentrisch, ohne Tische · Leitfrage sichtbar · Zettel & Stifte für den Außenkreis
Woran es in der Praxis hakt
- Häufigster Fehler: Der Innenkreis präsentiert ans Publikum statt miteinander zu reden — sofort einfangen.
- Bleibt der Gaststuhl leer: Stille aushalten, dann gezielt einladen.
- Fishbowl sammelt Perspektiven, entscheidet aber nichts — Entscheidung als eigenen Schritt planen.
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Reflektieren & Abschließen30–75 Min · 3–15 Pers.
Rückblick über drei Gefühlsspalten: Was gab Energie, was war zäh, was hat genervt — still gesammelt, gemeinsam ausgewertet.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Spalten erklären: Glad / Sad / Mad — Ein Ereignis pro Karte.
- 10′Still Karten schreiben — Privat schreiben schützt vor Gruppendenken — gerade bei heiklen Themen.
- 10′Clustern & Muster benennen
- 5′Priorisieren (Punkte) & Themen vertiefen — Timebox pro Thema.
Material
Drei Spalten (Whiteboard/Flipchart) · Klebezettel · Stifte · Klebepunkte fürs Priorisieren
Woran es in der Praxis hakt
- Karten öffentlich schreiben erzeugt Konformität — still und für sich schreiben lassen.
- Ohne Timebox zerfließt die Diskussion — pro Thema 5–10 Min, Punkte entscheiden über die Reihenfolge.
- Einzelereignisse sind weniger wert als Muster — nach Wiederkehrendem fragen.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen15–45 Min · 3–15 Pers.
Aus dem Rückblick werden Verhaltensänderungen: Was fangen wir an, was lassen wir, was behalten wir bei.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Spalten füllen: Start / Stop / Continue — Aus der Auswertung ableiten, still vorformulieren.
- 20′Gemeinsam schärfen & auswählen — 2–3 Änderungen, konkret formuliert, schlagen zehn vage.
Material
Drei Spalten (Whiteboard/Flipchart) · Klebezettel · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Vage Vorsätze versanden — jede Änderung konkret machen: Was genau, ab wann, woran merken wir's?
- Zu viele Änderungen auf einmal — lieber 2–3, die wirklich passieren.
→ In eine Agenda übernehmen
Ankommen & Aktivieren15–45 Min · ab 10 Pers.
Wechselnde Zweiergespräche im Doppelkreis: In kurzer Zeit spricht jede:r mit vielen — auch die Leisen kommen im 1:1 zu Wort.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Aufstellung & Ablauf erklären — Innenkreis blickt nach außen, Außenkreis rotiert. Richtung einmal vormachen.
- 20′5 Gesprächsrunden à ~3 Min + Wechsel — Pro Runde dieselbe Einstiegsfrage — der Rest ergibt sich.
- 5′Kurzer Blick zurück im Plenum
Material
Platz für Doppelkreis oder zwei Stuhlreihen · gut hörbares Signal · Namensschilder
Woran es in der Praxis hakt
- Vor Runde 1 klären, welcher Kreis rotiert und in welche Richtung — sonst Chaos beim ersten Wechsel.
- Das Wechselsignal einmal demonstrieren, bevor es zählt.
- Ungerade Teilnehmerzahl vorher lösen: ein Trio bilden oder Moderation füllt auf.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen10–30 Min · 2–15 Pers.
Ergebnis-Sicherung mit Verbindlichkeit: Erst stehen die Namen an der Wand, dann sagt jede Person selbst, was sie übernimmt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Matrix anlegen — alle Namen zuerst — Wer zuerst, dann Was: Zusagen vor der Gruppe binden mehr als verteilte Aufgaben.
- 25′Reihum: eigene Zusagen + Termin — Jede Person formuliert selbst. Nachfragen: Bis wann? Woran merken wir, dass es passiert ist?
Material
Flipchart/Whiteboard mit drei Spalten: Wer / Was / Bis wann · Marker · Foto fürs Protokoll
Woran es in der Praxis hakt
- Mit der Aufgabenliste statt mit den Namen starten — dann gehören die Aufgaben am Ende niemandem.
- Einträge ohne Datum versanden zuverlässig.
- Ohne Nachfassen nach dem Termin bleibt es ein Foto von guten Absichten.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren25–60 Min · 3–10 Pers.
Fünfmal „Warum?“ hintereinander — führt vom Symptom zur eigentlichen Ursache, bevor jemand an Lösungen denkt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Problem als einen Satz festnageln — Rahmen setzen: Wir untersuchen den Ablauf, nicht die Personen.
- 15′3 Warum-Runden: still notieren, gemeinsam eine Antwort wählen — Die gewählte Antwort wird das neue Problem — so gräbt sich die Gruppe Schicht für Schicht tiefer.
- 5′Gegenprobe an der Ursache — Würde das Beheben dieser Ursache das Ausgangsproblem verhindern? Wenn nein: weitergraben.
Material
Flipchart/Whiteboard mit Spalten (Problem, Warum 1–5) · Klebezettel & Stifte · Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Kippt schnell in Schuldzuweisung — vorab rahmen: Wir untersuchen Abläufe, keine Personen.
- „Fünf“ ist Richtwert, kein Gesetz. Aufhören, wenn die echte Ursache erreicht ist — auch nach drei Warums.
- Die vermeintliche Ursache gegenprüfen: Würde ihr Beheben das Ausgangsproblem wirklich verhindern?
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden25–75 Min · 3–12 Pers.
Entschieden wird, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat — nicht, wenn alle begeistert sind. Tragfähig statt perfekt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Vorschlag vorstellen — Am besten vorab verschickt — dann reicht hier eine Auffrischung.
- 5′Verständnisfragen (Runde, Pass erlaubt) — Nur „Was ist gemeint mit …?“ — noch keine Meinungen.
- 10′Reaktionsrunde: jede Person einmal — Definierte Länge pro Person, kein Dialog.
- 5′Einwände prüfen & integrieren — Einwände einzeln testen, Vorschlag anpassen, erneut fragen.
- 5′Beschluss festhalten — Mit Prüfdatum: Wann schauen wir, ob die Entscheidung trägt?
Material
Vorschlag schriftlich und für alle sichtbar (aktuelle Fassung!) · Handzeichen-Konvention vereinbaren
Woran es in der Praxis hakt
- In der Verständnisphase schleichen sich Warum-Fragen ein — freundlich in die Reaktionsrunde verschieben.
- Die Reaktionsrunde ist keine Diskussion: jede Person einmal, dann weiter.
- Einwand heißt: belegbarer Schaden fürs gemeinsame Ziel. „Gefällt mir nicht“ ist ein Bedenken — wird notiert, blockiert nicht.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden30–90 Min · 2–12 Pers.
Optionen gegen gewichtete Kriterien bewerten — trennt Bauchgefühl von Fakten und macht die Abwägung für alle sichtbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Kriterien sammeln & auf 4–6 eindampfen — Muss-Kriterien trennen von Nice-to-have.
- 5′Gewichte verteilen — Zum Beispiel 10 Punkte gemeinsam auf die Kriterien verteilen.
- 5′Optionen bewerten (Skala 1–5 je Kriterium) — Erst still bewerten, dann Abweichungen besprechen.
- 10′Summen lesen & Entscheidung diskutieren — Starke Teilwerte verschiedener Optionen lassen sich kombinieren.
Material
Matrix an Wand oder Whiteboard: Optionen × Kriterien · Marker · ggf. Punkte fürs Gewichten
Woran es in der Praxis hakt
- Skalen konsistent polen: hoher Wert = wünschenswert. Sonst rechnet die Matrix Unsinn zusammen.
- Bei stark abweichenden Bewertungen nicht mitteln, sondern kurz klären — da steckt meist die interessante Information.
- Das Ergebnis ist Diskussionsgrundlage, kein Automat. Wer der Zahl blind folgt, hat die Methode missverstanden.
→ In eine Agenda übernehmen
Ankommen & Aktivieren10–30 Min · 8–150 Pers.
Der Raum wird zur Landkarte: Die Gruppe stellt sich nach Herkunft, Erfahrung oder Haltung auf — macht Vielfalt in Minuten sichtbar, ohne Vorstellungsrunde.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Prinzip & Stille-Signal erklären — Der Raum ist die Landkarte — die Gruppe sortiert sich selbst.
- 25′3 Aufstellungs-Runden mit wechselnden Fragen — Pro Runde: aufstellen, kurz mit den Nächststehenden reden, zwei bis drei Stimmen ins Plenum holen.
Material
Freie Fläche (auch draußen) · Stille-Signal (Glocke, Klangschale)
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne vereinbartes Stille-Signal kippt die Übung ins Dauerplappern.
- Rand-Positionen ausdrücklich willkommen heißen — wer allein steht, liefert oft den interessantesten Blick.
- Kurze Verwirrung beim Einsortieren ist normal und gehört dazu — nicht wegmoderieren.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen30–90 Min · 3–30 Pers.
Die Gruppe füllt gemeinsam einen Zeitstrahl mit Ereignissen — viele Perspektiven werden ein Gesamtbild, Muster springen ins Auge.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Zeitstrahl & Zweck erklären — Es geht um das Gesamtbild aus vielen Blickwinkeln — nicht um Vollständigkeit.
- 10′Still Ereignis-Karten schreiben — Was war denkwürdig? Ein Ereignis pro Karte.
- 10′Karten chronologisch hängen & ablaufen — Beim Ablaufen dürfen spontan Karten dazukommen.
- 5′Muster & Energieverläufe besprechen — Wo waren Hochs, wo Tiefs — und was hat sie ausgelöst?
Material
Langes Papier an der Wand, vorab mit Zeitmarken (Meilensteine, Monate) · Karten/Klebezettel & Marker pro Person
Woran es in der Praxis hakt
- Ein Ereignis pro Karte — und es muss nur für eine Person bedeutsam sein, kein Gruppenkonsens nötig.
- Die Gruppe produziert mehr Karten als sie besprechen kann: fürs Auswerten Punkte setzen lassen statt alles durchgehen.
- Leserlich schreiben aktiv einfordern — unlesbare Karten sind verlorene Geschichte.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren25–90 Min · 8–60 Pers.
Ergebnisse hängen wie in einer Ausstellung — Kleingruppen rotieren, lesen, kommentieren und bauen auf den Kommentaren der anderen auf.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Briefing: Ablauf, Takt, leise Stimmen — 3 Stationen, Gruppen à 3–5, Wechsel auf Signal.
- 10′Rotation: 3 Stationen à ~5 Min — Auf vorhandene Kommentare reagieren, nicht nur senden.
- 5′Zurück zur eigenen Station: still lesen — Was haben die anderen dagelassen?
- 10′Plenum: nur Überraschendes — Max. 2 Min pro Gruppe — keine Zweitpräsentation.
Material
Eine Station pro Thema mit konkreter Leitfrage, selbsterklärend · Dicke Marker (eine Farbe pro Gruppe) · Klebezettel, Signal für den Wechsel
Woran es in der Praxis hakt
- Vage Leitfragen produzieren „Gefällt mir“-Kommentare — pro Station eine konkrete Frage aufhängen.
- Mehr als 8 Minuten pro Station ermüdet — lieber kürzer takten.
- Die Poster müssen ohne mündliche Erklärung funktionieren, sonst stirbt die Rotation.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren40–90 Min · ab 6 Pers.
Kleine Runden, feste Redezeit, keine Unterbrechungen: Persönliche Geschichten schaffen in einer Stunde mehr Nähe als jeder Stehempfang.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)
- 5′Gruppen bilden & Regeln erklären — Feste Redezeit, keine Unterbrechungen, keine Nachfragen bis alle erzählt haben.
- 10′Runde 1: Aufwärm-Geschichte (~2 Min pro Person)
- 15′Runde 2: die eigentliche Geschichte (~3 Min pro Person) — Impuls mit Substanz — etwas, das eine echte Erfahrung berührt.
- 5′Blitz-Erinnerungen: je 15 Sek pro Geschichte — Jede:r nennt den denkwürdigsten Moment — der Beweis, dass zugehört wurde.
- 5′Auswertung in der Runde — Gemeinsame Themen? Was hat überrascht?
Material
Stuhlkreise für Gruppen à 4–6 · Timer · vorbereitete Erzähl-Impulse
Woran es in der Praxis hakt
- Das Unterbrechungsverbot ist der Kern: zugehört wird, um zu verstehen — nicht, um zu antworten.
- Redezeiten konsequent halten — die Gleichheit der Zeit macht die Sicherheit der Runde aus.
- Gruppen bewusst divers mischen, nicht nach Sympathie zusammenwürfeln lassen.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren30–90 Min · 3–12 Pers.
Agenda-loses Arbeitstreffen: Die Gruppe schreibt Themen, votet, und diskutiert in strengen Timeboxen — es wird genau das besprochen, was die Gruppe wirklich interessiert.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Themen auf Karten schreiben (eins pro Karte)
- 10′Kurz vorstellen & mit Punkten voten — 1–2 Sätze pro Thema, 2–3 Punkte pro Person.
- 10′Diskussion in Timeboxen: 5 Min, dann Daumen-Votum — Daumen hoch = 3 Min weiter, Daumen runter = nächstes Thema.
- 5′Ergebnisse & Aufgaben sichern
Material
Whiteboard mit drei Spalten: Besprechen / In Arbeit / Fertig · Klebezettel & Stifte · Klebepunkte · Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Es gibt keine Agenda, bevor gevotet wurde — auch nicht für die Chefin.
- Themenvorstellung strikt kurz halten (1–2 Sätze), sonst ist die Diskussion schon gelaufen.
- Beschlüsse und Aufgaben sofort in einer eigenen Spalte sichern, sonst verdampfen sie.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren120–240 Min · ab 15 Pers.
Die Teilnehmenden machen ihre eigene Agenda: Wer ein Thema hat, ruft eine Session aus — Selbstorganisation für Gruppen ab ~20, in der Halbtags-Variante.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (120 Min, 8 Personen)
- 20′Eröffnungskreis: Thema, Prinzipien, Gesetz der zwei Füße
- 15′Marktplatz: Themen ausrufen & Agenda-Wand füllen — Moderation sortiert nicht und bewertet nicht.
- 65′1 Session-Runde à ~60 Min (parallel) — Themengeber:in eröffnet, jede Session schreibt einen kurzen Ergebnis-Zettel.
- 20′Abschlusskreis & Ernte — Kurzberichte, dann: Was braucht einen nächsten Schritt, und wer nimmt ihn?
Material
Stuhlkreis ohne Tische · Leere Agenda-Wand mit Zeit-/Raum-Raster · Große Karten & dicke Marker · Breakout-Flächen (Ecken und Flure zählen)
Woran es in der Praxis hakt
- Ein vorbestimmtes Wunschergebnis ist das K.-o.-Kriterium — Open Space funktioniert nur mit echter Offenheit.
- Die Moderation hält den Raum, sie füllt ihn nicht — Über-Moderation erstickt das Format.
- Ohne Session-Doku verpufft alles: Ergebnisse sichtbar aushängen, binnen 48 Stunden an alle.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden20–60 Min · 2–12 Pers.
Erkenntnisse in öffnende Fragen verwandeln: Das Scharnier zwischen Problem-Verstehen und Ideen-Entwickeln.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Erkenntnisse sichten — Welche Problem-Sätze sollen zu Fragen werden?
- 10′Still Wie-können-wir-Fragen schreiben — Mehrere Fragen pro Erkenntnis sind erwünscht.
- 10′Fragen schärfen: weit genug? eng genug? — Lässt die Frage viele Lösungen zu — und bleibt sie trotzdem am Problem?
- 5′Die stärksten Fragen auswählen — Zwei bis drei reichen als Sprungbrett in die Ideenfindung.
Material
Erkenntnisse/Problem-Sätze aus der Analyse (Voraussetzung!) · Klebezettel & Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Keine Lösung in die Frage schmuggeln — „Wie können wir eine App bauen, die …“ hat die Antwort schon festgelegt.
- Positiv formulieren: auf das gewünschte Ergebnis zielen, nicht auf das Verhindern von Symptomen.
- Ohne echte Erkenntnis darunter wird es generisch — dann erst einen Schritt zurück.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden20–45 Min · 3–15 Pers.
Ideen laut in der Gruppe sammeln — nach den Osborn-Regeln: Kritik verboten, Menge vor Qualität, wilde Ideen erwünscht, aufeinander aufbauen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Leitfrage & Osborn-Regeln anmoderieren — Die vier Regeln sichtbar aufhängen: keine Kritik, Menge zählt, wilde Ideen erwünscht, auf Ideen anderer aufbauen.
- 5′Still anlaufen: erste Ideen einzeln notieren — Nimmt den Schnell-Rufern den Anker-Effekt und holt die Leisen mit rein.
- 15′Zuruf-Runde: Ideen sammeln & sichtbar machen — Jede Idee wird notiert, keine diskutiert. Flauten kurz aushalten — danach kommen oft die besseren Ideen.
- 5′Kurz sichten & Dubletten zusammenschieben — Noch nicht bewerten — Auswahl ist ein eigener Schritt (z. B. Dot-Voting oder How-Wow-Now).
Material
Flipchart oder Wand für alle Ideen · dicke Stifte · Klebezettel · sichtbare Leitfrage
Woran es in der Praxis hakt
- Die erste Bewertung killt die Runde — Osborn-Regel Nr. 1 (keine Kritik) aktiv moderieren, auch gegen Chef-Kommentare.
- Lautstärke gewinnt: Stille Personen kommen nicht vor. Mit einer kurzen Still-Schreibphase starten gleicht das aus.
- Ohne scharfe Leitfrage (ideal: eine Wie-können-wir-Frage) wird es beliebig.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche20–45 Min · 2–12 Pers.
Die Ausgangsfrage des Projekts so fassen, dass sie Richtung gibt, ohne Lösungen vorwegzunehmen — nutzerzentriert, offen, aber nicht uferlos.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ausgangslage & Gütekriterien erklären — Woran erkennt man eine gute Challenge? Kriterien sichtbar aufhängen.
- 10′Entwürfe schreiben (einzeln oder zu zweit) — Mehrere Varianten pro Person — auch bewusst eine zu enge und eine zu weite Fassung probieren.
- 10′Varianten vorstellen & gegen die Kriterien testen — Pro Entwurf fragen: nutzerzentriert? ergebnisoffen? richtige Flughöhe?
- 5′Finale Formulierung festlegen — Eine Fassung — sie steht ab jetzt sichtbar über allem Weiteren.
Material
Flipchart · Klebezettel & Stifte · Kriterien-Plakat (nutzerzentriert / ergebnisoffen / weder zu eng noch zu weit)
Woran es in der Praxis hakt
- Lösung schon in der Frage („Wie bauen wir eine App für …“) — die Challenge legt das Problem fest, nicht den Weg.
- Aus Unternehmens- statt Nutzerperspektive formuliert — dann optimiert der Workshop die Firma, nicht das Erlebnis.
- Zu weit gefasst überfordert, zu eng gefasst erstickt: an beiden Entwurfs-Polen gegentesten.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–16 Pers.
Alle Beteiligten und Betroffenen eines Vorhabens sichtbar machen und nach Einfluss und Interesse sortieren — wer muss mitgenommen, wer nur informiert werden?
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Vorhaben & Leitfrage anmoderieren — Wessen Verhalten oder Zustimmung entscheidet über Erfolg?
- 10′Still sammeln: eine Person/Gruppe pro Zettel — Konkrete Namen schlagen Rollen — „Frau Meier, Amtsleitung“ statt „Verwaltung“.
- 5′Zettel clustern & auf der Fläche ordnen — Dubletten stapeln, Gruppen benennen — noch ohne Bewertung.
- 5′In die Einfluss-×-Interesse-Matrix einordnen — Relativ zueinander platzieren, nicht absolut — strittige Fälle kurz diskutieren, Rest zügig.
- 5′Konsequenzen ableiten — Für die Schlüssel-Stakeholder (viel Einfluss): Was brauchen sie von uns — und was wir von ihnen?
Material
Große Fläche (Whiteboard/Packpapier) · Klebezettel & Stifte · Achsenkreuz Einfluss × Interesse
Woran es in der Praxis hakt
- Nur die üblichen Verdächtigen: bewusst nach leisen und indirekten Gruppen fragen (wer ist betroffen, sitzt aber nie am Tisch?).
- Die Map veraltet — sie ist ein Arbeitsstand, kein Abschlussdokument. Datum dranschreiben.
- Einordnung nach Hierarchie statt nach echtem Einfluss — informelle Macht mitdenken.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–20 Pers.
Eine typisierte Nutzerfigur mit Zielen, Verhalten und Schmerzpunkten skizzieren — als gemeinsames Bild, für wen eigentlich gearbeitet wird.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Raster & Zielgruppe anmoderieren — Klar sagen, worauf die Persona sich stützt: echte Erkenntnisse — oder Hypothesen, die noch geprüft werden.
- 9′2 Kleingruppen füllen je ein Persona-Raster — Reihenfolge: erst Ziele und Schmerzpunkte, dann Verhalten — Demografie zuletzt und sparsam.
- 6′Personas vorstellen — Als Person erzählen („Das ist …, sie will …“), nicht als Steckbrief vorlesen.
- 10′Schärfen & festlegen, mit wem weitergearbeitet wird — Überschneidungen zusammenführen; die Persona hängt ab jetzt sichtbar im Raum.
Material
Persona-Raster pro Kleingruppe (Kopf, Alltag, Ziele, Frustrationen) · Stifte · vorhandene Erkenntnisse/Interviews, falls es sie gibt
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne echte Beobachtungen entsteht eine Proto-Persona: als Hypothese kennzeichnen und später mit Empirie prüfen — sonst designt man fürs eigene Klischee.
- Demografie-Deko (Alter, Auto, Lieblingsfarbe) verdrängt das Wesentliche: Ziele, Verhalten, Schmerzpunkte.
- Eine Persona für alle — lieber zwei scharfe Figuren als eine Durchschnittsperson, die niemand ist.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche20–40 Min · 2–12 Pers.
Erkenntnisse zu einem scharfen Satz verdichten: [Nutzer:in] braucht [Bedürfnis], weil [überraschende Erkenntnis] — das Sprungbrett in die Ideenfindung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Schablone & Beispiel zeigen — Ein gutes und ein absichtlich schlechtes Beispiel nebeneinander — der Unterschied moderiert sich von selbst.
- 10′Entwürfe schreiben (einzeln oder zu zweit) — Pro Person/Paar 2–3 Varianten — gern mit unterschiedlichen Bedürfnissen experimentieren.
- 10′Varianten aufhängen & besprechen — Je Variante prüfen: echtes Bedürfnis? echte Erkenntnis? konkret genug für Ideen?
- 5′Ein Statement festlegen — Der Satz steht ab jetzt über der Ideenfindung — wörtlich.
Material
Satzschablone sichtbar aufgehängt · Erkenntnisse aus Research/Empathie-Phase (Voraussetzung!) · Klebezettel & Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Lösung statt Bedürfnis eingesetzt („braucht eine App“) — Bedürfnisse sind Verben und Zustände, keine Produkte.
- Die Erkenntnis ist keine: Wenn der Weil-Teil niemanden überrascht, fehlt noch Substanz aus der Empathie-Arbeit.
- Zu früh auf einen Satz einigen — erst mehrere Varianten zulassen, dann verdichten.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche45–90 Min · 2–16 Pers.
Die Reise einer Nutzerin durch ein Erlebnis Schritt für Schritt aufzeichnen — mit Berührungspunkten, Emotionskurve und Schmerzpunkten.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Persona & Szenario festlegen — Eine konkrete Person, ein konkreter Anlass, klarer Start- und Endpunkt der Reise.
- 10′Phasen der Reise als Spalten aufziehen — Grobgerüst zuerst — 5 bis 8 Phasen reichen fast immer.
- 10′Schritte & Berührungspunkte füllen — Pro Schritt: Was tut sie, womit hat sie Kontakt, was denkt sie?
- 10′Emotionskurve einzeichnen — Hoch- und Tiefpunkte über die ganze Reise — die Täler sind die Arbeit von morgen.
- 10′Schmerzpunkte markieren & Chancen notieren — Die 2–3 tiefsten Täler als Wie-können-wir-Fragen mitnehmen.
Material
Lange Fläche (Packpapier/Whiteboard) · Klebezettel in 2–3 Farben · Stifte · Persona oder konkretes Szenario als Ausgangspunkt
Woran es in der Praxis hakt
- Wunschprozess statt Wirklichkeit gemappt — es geht darum, wie es IST, nicht wie es sein sollte.
- Zu grob („vorher / während / nachher“) findet keine Schmerzpunkte — echte Einzelschritte aufziehen.
- Ohne festgelegte Person/Szenario mappt jede:r eine andere Reise — vorher festnageln.
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Priorisieren & Entscheiden20–40 Min · 2–16 Pers.
Ideen nach Originalität und Machbarkeit sortieren: Now = sofort machbar, Wow = originell UND machbar (Jackpot), How = stark, aber noch nicht umsetzbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Matrix aufziehen & Quadranten erklären — X-Achse Machbarkeit, Y-Achse Originalität. Now (machbar, normal) · Wow (machbar, originell) · How (originell, noch nicht machbar).
- 15′Ideen gemeinsam einsortieren — Relativ zueinander platzieren, zügig — Umsortieren ist ausdrücklich erlaubt.
- 10′Quadranten auswerten & nächste Schritte — Wow-Ideen zuerst anpacken, Now-Ideen einplanen, für How-Ideen festhalten, was sie machbar machen würde.
Material
Ideen aus einer vorherigen Sammlung (Voraussetzung!) · große Matrix an der Wand · Klebezettel
Woran es in der Praxis hakt
- Pro Karte eine Grundsatzdiskussion — erst alles grob platzieren, dann nur die strittigen Fälle besprechen.
- Machbarkeit und Originalität sind Einschätzungen, keine Messwerte — Team-Konsens genügt, Scheingenauigkeit vermeiden.
- Der Now-Quadrant wird belächelt — schnelle sichere Umsetzungen sind das Budget für die Wow-Wetten.
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Priorisieren & Entscheiden15–40 Min · 2–16 Pers.
Ideen oder Optionen entlang zweier selbstgewählter Achsen sortieren (z. B. Wirkung × Aufwand) — macht Prioritäten sichtbar und Diskussionen konkret.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Achsen festlegen — Zwei Kriterien, die wirklich entscheiden — häufig: Nutzen/Wirkung × Aufwand/Machbarkeit.
- 20′Zettel relativ zueinander einsortieren — Eine Achse nach der anderen bewerten, wenn die Gruppe hängt. Konsens reicht, Zentimeter sind egal.
- 5′Oben rechts ernten — Top-3 aus dem starken Quadranten festhalten — und einen Blick auf leere Quadranten werfen.
Material
Achsenkreuz an der Wand · Ideen/Optionen auf Zetteln (Voraussetzung!) · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Achsenwahl IST die Methode — schwammige Achsen („gut“ × „wichtig“) erzeugen schwammige Bilder. Messbar oder kontrastreich wählen.
- Absolut statt relativ einsortiert — es zählt die Position im Vergleich zu den anderen Zetteln.
- Der leere Quadrant wird übersehen — er zeigt oft eine unbesetzte Chance.
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Prototypen & Testen45–90 Min · 2–20 Pers.
Ideen mit Papier, Stift und Schere schnell greifbar machen und sofort testen — billig scheitern, bevor es teuer wird.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Testfrage & Szenario festlegen — Was soll der Prototyp beantworten? Ein Satz, sichtbar für alle.
- 15′Bauen in 2 Kleingruppen — Hässlich ist richtig: Papier-Screens, Karton-Modell, aufgemalte Knöpfe — Hauptsache bedienbar.
- 15′Mini-Test: bedienen lassen & beobachten — Eine Person testet laut denkend, eine „spielt“ den Prototyp, der Rest beobachtet still und notiert.
- 10′Erkenntnisse festhalten — Was hat funktioniert, wo hakte es, was wird als Nächstes geändert?
Material
Papier in mehreren Größen · dicke Stifte · Schere, Klebeband, Klebezettel · ggf. Prototyping-Material (Karton, Folie)
Woran es in der Praxis hakt
- Perfektionismus: Der Prototyp soll eine Frage beantworten, nicht schön sein — Zeitbox schützt davor.
- Bauen ohne Testfrage — vorher festlegen, was der Prototyp zeigen oder widerlegen soll.
- Beim Mini-Test erklären statt beobachten: Wer den Prototyp erklärt, testet nur die eigene Redekunst — beobachten, was die andere Person ohne Hilfe tut.
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Analysieren & Strukturieren20–45 Min · 3–16 Pers.
Gedankensprung ins gescheiterte Projekt: „Es ist krachend schiefgegangen — warum?“ Macht Risiken aussprechbar, bevor sie eintreten (Gary Klein, 2007).
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Szenario setzen: „Das Projekt ist gescheitert“ — In der Vergangenheitsform erzählen — der Perspektivwechsel ist der Trick der Methode.
- 10′Still notieren: Woran lag es? — Jede Person schreibt für sich alle Gründe auf — je unbequemer, desto wertvoller.
- 10′Runde: reihum je einen Grund nennen — Mehrere Runden, bis alles auf dem Flipchart ist — bei 8 Personen zügig takten, nicht diskutieren.
- 5′Top-Risiken wählen & Gegenmaßnahmen festlegen — Die 3–5 wahrscheinlichsten/teuersten Risiken: Wer tut bis wann was dagegen?
Material
Zettel & Stifte für alle · Flipchart für die Risiko-Sammlung · Plan/Vorhaben, das geprüft wird (Voraussetzung!)
Woran es in der Praxis hakt
- Zu früh diskutieren: Die stille Einzelphase ist der Kern — sie schützt unbequeme Bedenken vor dem Gruppendruck.
- Kritik wird persönlich genommen — die Fiktion („es IST gescheitert“) bewusst hochhalten, sie macht Kritik gefahrlos.
- Risiken sammeln und dann nichts tun — ohne Gegenmaßnahmen-Schritt war es nur Schwarzmalerei.
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Verstehen & Recherche30–60 Min · 3–12 Pers.
Feldeindrücke als Geschichten ins Team holen: Wer draußen war, erzählt — die anderen notieren mit. So wird aus Einzelwissen Teamwissen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Rahmen: Rollen & Notier-Regel erklären — Erzählen wie einem Freund — konkret, mit Zitaten. Zuhörende schreiben eine Beobachtung pro Zettel.
- 15′Erzähl-Runden (5 Personen à ~5 Min) — Pro Geschichte kurz Raum für Verständnisfragen — keine Diskussion, keine Bewertung.
- 10′Zettel sichten & erste Muster markieren — Was taucht mehrfach auf, was überrascht? Das ist Rohmaterial für Clustern oder POV.
Material
Klebezettel & Stifte für alle Zuhörenden · Wand pro erzählender Person · Interview-/Beobachtungsnotizen
Woran es in der Praxis hakt
- Zusammenfassung statt Geschichte: „Die Nutzerin war unzufrieden“ bringt nichts — die konkrete Szene mit Zitaten erzählt.
- Nur die erzählende Person schreibt — falsch herum: Die Zuhörenden notieren, die Erzählerin erzählt frei.
- Deutung schleicht sich in die Notizen — erst festhalten, was passiert ist, Interpretation kommt danach.
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Verstehen & Recherche20–45 Min · 2–12 Pers.
Beobachtungen in drei Stufen auswerten: Was tut die Person (konkret), wie tut sie es (Qualität, Aufwand), warum wohl (Hypothese) — von der Beschreibung zur Erkenntnis.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Drei Stufen & Material erklären — Eine Beobachtungsszene pro Person/Paar zuteilen.
- 10′Einzel-/Paararbeit: drei Spalten füllen — What: nur Sichtbares. How: Mühe, Stimmung, Umwege. Why: mehrere mögliche Gründe zulassen.
- 10′Austausch: Beobachtungen & Hypothesen vergleichen — Wo kommen verschiedene Leute zum selben Warum? Das sind die heißen Spuren.
- 5′Prüf-Hypothesen festhalten — Je Hypothese notieren, wie man sie prüfen könnte.
Material
Fotos, Videos oder Beobachtungsnotizen (Voraussetzung!) · Blatt mit drei Spalten pro Person/Paar · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Direkt zum Warum gesprungen — die Disziplin der Reihenfolge ist die Methode: erst beschreiben, dann deuten.
- Das Warum als Fakt behandelt — es ist eine Hypothese und gehört später geprüft (Interview, Test).
- Zu wenig Material: ohne konkrete Szene wird die Übung zur Spekulationsrunde.
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Verstehen & Recherche20–45 Min · 2–10 Pers.
Rechercheergebnisse als wachsende Landkarte ordnen: zentrales Thema in der Mitte, Erkenntnisse als Äste — Zusammenhänge werden sichtbar, Lücken auch.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Zentrum & Hauptäste setzen — Zentrale Frage in die Mitte, 4–6 grobe Themenäste vorschlagen — Rest wächst.
- 10′Still ergänzen: alle schreiben an die Map — Parallel arbeiten, aneinander anbauen — noch nicht diskutieren.
- 10′Gemeinsam ordnen & Querverbindungen ziehen — Was gehört zusammen, was widerspricht sich? Verbindungen einzeichnen und beschriften.
- 5′Erkenntnisse & Lücken markieren — 2–3 dicke Erkenntnisse einkreisen — und markieren, wo die Map dünn ist (offene Recherche).
Material
Große Fläche (Whiteboard/Packpapier) · Stifte in mehreren Farben · Recherchematerial/Notizen
Woran es in der Praxis hakt
- Schönheit vor Inhalt — die Map ist Denkwerkzeug, kein Poster. Krakelig und wachsend ist richtig.
- Nur eine Person schreibt: dann ist es ihre Map, nicht die des Teams — Stifte für alle.
- Äste ohne Verbindungen: Der Erkenntniswert steckt in den Querlinien zwischen den Ästen.
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Ideen finden20–40 Min · 3–12 Pers.
Auf einer Grundstein-Idee aufbauen: Ideen werden als Turm geschichtet — jede Karte bezieht sich auf das, was schon steht. Fokus statt Ideen-Streuung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Grundstein vorstellen & Bauregel erklären — Jede neue Karte muss an eine vorhandene anschließen: verstärken, erweitern, konkretisieren.
- 10′Bauen: Karten schreiben & anlegen — Laut denken erlaubt — wer anbaut, sagt kurz, woran.
- 10′Turm prüfen & wacklige Etagen besprechen — Trägt jede Etage? Was fehlt dem Turm zur Stabilität?
- 5′Ergebnis sichern — Foto + die tragende Idee in einem Satz festhalten.
Material
Arbeitsfläche mit Turm-Visualisierung · Ideenkarten/Klebezettel · Stifte · eine Grundstein-Idee (Voraussetzung!)
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne tragfähigen Grundstein kippt der Turm — die Basis-Idee vorher bewusst auswählen (z. B. per Dot-Voting).
- Karten ohne Bezug zum Gebauten sind Beifang — die Aufbau-Regel („bezieht sich auf …“) aktiv moderieren.
- Zu viele Ideen: Der Turm lebt von bewusster Begrenzung — lieber wenige tragende Karten als ein Kartenhaus.
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Verstehen & Recherche40–75 Min · 3–14 Pers.
Teamwissen strukturiert ernten, bevor recherchiert wird: Wer sind die Nutzer:innen? Was brauchen sie? Welche Themen und Ideen folgen daraus? — drei Spalten, erst still, dann gemeinsam.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)
- 5′Drei Leitfragen & Spalten erklären — Wer nutzt es? Was brauchen sie? Welche Themen/Ideen ergeben sich?
- 15′Einzelarbeit: Zettel zu allen drei Fragen — Still und für sich — ein Gedanke pro Zettel, Spalte dazuschreiben.
- 15′Vorstellen & clustern, ohne Diskussion — Nacheinander aufhängen, Dopplungen stapeln — Fragen ja, Debatte nein.
- 5′Gemeinsam analysieren & Ideen-Spalte füllen — Muster benennen, Hypothesen und offene Fragen für die Recherche festhalten.
Material
Fläche mit drei Spalten (Nutzer:innen / Bedürfnisse / Themen & Ideen) · Klebezettel & Stifte · vorab gesammelte Infos, wenn vorhanden
Woran es in der Praxis hakt
- Diskussion während des Vorstellens — erst hängen alle Zettel, dann wird geredet. Sonst gewinnt die erste Meinung.
- Teamwissen mit Wissen verwechselt: Die Spalten sind Hypothesen-Spalten — was drinsteht, will validiert werden.
- Die dritte Spalte (Ideen) zu früh füllen — sie lebt von den ersten beiden.
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Ideen finden20–45 Min · 2–16 Pers.
Karten mit Fragen, Rollen oder Szenarien als Kreativ-Zündstoff: Karte ziehen, Perspektive wechseln, Ideen aus dem neuen Blickwinkel entwickeln.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Leitfrage & Karten-Mechanik erklären — Karte ziehen → 1 Min sacken lassen → Ideen aus dieser Perspektive notieren.
- 15′Zieh-Runden: Karte → Ideen — Etwa 5 Minuten pro Karte — lieber drei Karten intensiv als zehn im Galopp.
- 10′Ideen teilen & die stärksten markieren — Kurz erzählen, welche Karte die Idee ausgelöst hat — das hilft beim Weiterspinnen.
Material
Kartenset (10–20 Karten: Rollen, Was-wäre-wenn-Szenarien, Provokationen) · Klebezettel & Stifte · Leitfrage sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Karten als Ratespiel behandelt — die Karte ist Sprungbrett, nicht Aufgabe: Es zählt, was sie im Kopf auslöst.
- Zu lange an einer zähen Karte kleben — weiterziehen ist ausdrücklich erlaubt.
- Kartenset passt nicht zum Thema — vorher durchsehen und unpassende aussortieren oder eigene ergänzen.
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Prototypen & Testen15–40 Min · 2–12 Pers.
Test-Erkenntnisse in vier Feldern festhalten: Was gefällt? Was ist Kritik/Wunsch? Welche Fragen tauchen auf? Welche neuen Ideen? — Auswertung mit System statt Zuruf.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Vier Felder aufziehen & erklären — Gefällt · Kritik/Wünsche · Offene Fragen · Neue Ideen.
- 15′Erkenntnisse einsortieren — Ein Eindruck pro Zettel, wörtliche Zitate sind Gold.
- 10′Review: Muster & Konsequenzen — Was ändern wir am Prototyp, was testen wir nochmal, was ist beantwortet?
Material
Whiteboard/Flipchart mit Vier-Felder-Raster · Klebezettel & Stifte · frische Test-Eindrücke oder Notizen (Voraussetzung!)
Woran es in der Praxis hakt
- Erst am Ende des Tests befüllt — Erkenntnisse verdampfen schnell, direkt beim Testen mitschreiben.
- Nur das Gefällt-Feld wird voll: Kritik und offene Fragen sind der wertvollere Teil — aktiv nachfragen.
- Grid gefüllt, nichts entschieden — am Ende gehört ein „Was ändern wir?“ dazu.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren20–45 Min · 2–16 Pers.
Teilnehmende sortieren vorbereitete Karten nach Wichtigkeit oder in eigene Gruppen — zeigt, wie Nutzer:innen denken, priorisieren und Dinge einordnen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Karten & Auftrag erklären — Sortieren nach Wichtigkeit ODER in selbstgewählte Gruppen — Auftrag klar festlegen.
- 15′Sortieren (einzeln oder zu zweit), laut denkend — Bei 8 Personen parallel an mehreren Tischen — eine Person pro Tisch beobachtet und notiert.
- 10′Ergebnisse vergleichen & Muster festhalten — Wo sortieren alle gleich, wo gehen die Welten auseinander? Beides notieren.
Material
Kartenset (Begriffe, Features, Inhalte — eine Sache pro Karte) · Tischfläche pro Person/Paar · leere Karten für Ergänzungen
Woran es in der Praxis hakt
- Vorgedachte Kategorien untergejubelt (geschlossenes Sorting), obwohl man die Denkwelt der Nutzer sucht — offen sortieren lassen.
- Karten unklar beschriftet — jede Karte muss ohne Erklärung verständlich sein, sonst sortiert man Missverständnisse.
- Nur das Ergebnis angeschaut: Das laute Denken beim Sortieren ist die halbe Erkenntnis.
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Prototypen & Testen30–90 Min · 2–12 Pers.
Prototyp in echte Hände geben: nicht erklären, laut denken lassen, still beobachten, offen nachfragen — die Erkenntnisse entstehen beim Zuschauen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Setup & Rollen: Gastgeber, Beobachtende, Protokoll — Nur den nötigen Kontext geben, den Prototyp NICHT erklären. Laut-Denken-Bitte vorab.
- 10′1 Testdurchlauf à ~15 Min — Beobachten ohne einzugreifen; am Ende offene Fragen: Was hast du erwartet? Was hat dich gebremst?
- 10′Direkt auswerten — Frisch ins Test Capture Grid — was ändern wir vor dem nächsten Durchlauf?
Material
Prototyp (Voraussetzung!) · Beobachtungsnotizen/Test Capture Grid · Testpersonen (Gäste oder Team-Rollentausch) · ggf. Aufnahme mit Einverständnis
Woran es in der Praxis hakt
- Der Klassiker: erklären und verteidigen statt beobachten — wer den Prototyp gebaut hat, hält sich beim Test zurück.
- Suggestivfragen („Findest du das gut?“) — offen fragen: Was tust du gerade? Was erwartest du hier?
- Nur eine Testperson: Erst ab 3–5 Durchläufen trennen sich Einzelmeinung und Muster.
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Prototypen & Testen45–90 Min · 3–10 Pers.
Eine Funktion testen, die es noch nicht gibt: Vorne wirkt das System echt, hinten zieht ein Mensch die Fäden — Erkenntnisse über Bedarf und Verhalten vor jeder Entwicklung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Funktion & Testfrage festlegen — Welche eine Funktionalität wird simuliert, und was soll der Test beantworten?
- 10′Wizard-Setup bauen & proben — Fassade + verdeckter Kanal (z. B. Mensch tippt „KI-Antworten“). Einmal trocken durchspielen.
- 15′Testrunde mit Beobachtung — Testperson interagiert mit dem „System“, Team beobachtet still und protokolliert.
- 10′Auswerten & aufklären — Simulation offenlegen, Eindrücke der Testperson einsammeln, Erkenntnisse festhalten.
Material
Fassade fürs „System“ (Tablet, Folien, Chatfenster …) · verdeckter Arbeitsplatz für den Wizard · Drehbuch der simulierten Funktion · Beobachtungsnotizen
Woran es in der Praxis hakt
- Die Simulation fliegt auf — Antwortzeiten und Grenzen vorher proben; ein stockender Wizard verrät den Trick.
- Der Wizard improvisiert Features dazu — nur das Drehbuch simulieren, sonst testet man Fantasie statt Konzept.
- Ethik nicht vergessen: Nach dem Test aufklären, dass simuliert wurde — gerade bei externen Testpersonen.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–90 Min · 3–16 Pers.
Große Mengen Beobachtungen und Research-Schnipsel still von unten nach oben zu Themen verdichten — die Struktur entsteht aus dem Material, nicht aus vorgedachten Kategorien.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Material an die Wand & Regel erklären — Alle Zettel sichtbar aufhängen. Regel: still verschieben, was zusammengehört — ohne Absprache.
- 5′Still gruppieren (alle gleichzeitig) — Zettel dürfen mehrfach wandern. Wenn zwei Personen hin- und herschieben: liegen lassen, später klären.
- 10′Gruppen benennen — Pro Gruppe eine Überschrift mit echter Erkenntnis — „Vertrauen fehlt beim Bezahlen“ statt „Bezahlung“.
- 10′Muster & Lücken festhalten — Welche Themen sind dick, welche dünn? Wo widerspricht sich das Material? Das ist der Ertrag.
Material
Beobachtungen/Notizen auf Klebezetteln (eine Aussage pro Zettel — Voraussetzung!) · große freie Wandfläche · Marker für Themen-Überschriften
Woran es in der Praxis hakt
- Kategorien vorher festlegen — dann sortiert man in Schubladen statt Muster zu finden. Die Gruppen müssen aus dem Material wachsen.
- Reden beim Gruppieren: Wer laut argumentiert, ankert die anderen. Erste Runde still, diskutiert wird danach.
- Nicht mit „Clustern + Dot-Voting“ verwechseln: Affinity verdichtet Research zu Erkenntnissen, Clustern sortiert Ideen zur Auswahl. Hier wird nichts abgestimmt.
- Zettel mit ganzen Absätzen lassen sich nicht gruppieren — vorher auf eine Aussage pro Zettel eindampfen.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–75 Min · 2–12 Pers.
Den Job hinter dem Produktwunsch finden: Wofür „heuern“ Nutzer:innen eine Lösung an? Job-Statements machen Motivation und Kontext präzise — die Lösung bleibt offen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′JTBD-Idee & Statement-Raster erklären — Klassisches Beispiel: Niemand will einen Bohrer, alle wollen das Loch — und eigentlich das Bild an der Wand.
- 10′Jobs sammeln: Wenn / will ich / damit — In 2 Kleingruppen à 3–4 sammeln — jede aus Sicht einer Nutzergruppe.
- 10′Vorstellen & den Kern-Job wählen — Welcher Job ist wichtig UND schlecht gelöst? Der ist der Hebel für die nächste Phase.
Material
Research-Material oder Persona als Futter · Statement-Raster sichtbar: Wenn [Situation], will ich [Motivation], damit [Ergebnis] · Klebezettel + Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Lösung schleicht sich ins Statement („will ich eine App…“) — Jobs sind lösungsfrei, sonst ist die Ideation schon gelaufen.
- Zu hoch geflogen („will ich glücklich sein“) — brauchbare Jobs liegen zwischen Alltagssituation und Lebensziel.
- Funktionale Jobs gesammelt, emotionale und soziale vergessen — gerade die entscheiden oft über die Lösung.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 2–12 Pers.
Das Wertversprechen einer Idee auf den Punkt bringen: Für wen löst sie welches Problem — und woran würde man den Nutzen messen? Kein Werbeslogan, sondern ein Prüfstein.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Raster erklären & Nutzen sammeln — Erst divergent: Welche Probleme löst die Idee, welche Bedürfnisse erfüllt sie? Alles auf Zettel.
- 10′Statement bauen — In Paaren je eine Fassung bauen, dann vergleichen — die Unterschiede zeigen, wo es noch unscharf ist.
- 10′Quantifizieren: Woran messen wir den Nutzen? — Pro Nutzenversprechen eine prüfbare Größe (Zeit, Geld, Häufigkeit, Zufriedenheit) — das wird die Testfrage fürs Prototyping.
Material
Eine ausgewählte Idee (Voraussetzung) · Satz-Raster sichtbar: Für [Nutzer:in] mit [Problem] bietet [Idee] [Nutzen] — anders als [heutige Alternative] · Flipchart
Woran es in der Praxis hakt
- Marketing-Sprech statt Mehrwert: „innovativ und benutzerfreundlich“ ist kein Wertversprechen. Der Nutzen muss ein echtes Problem lösen.
- Die Alternative vergessen — jede Zielgruppe löst das Problem heute schon irgendwie. Gegen dieses „Heute“ muss die Idee antreten.
- Nicht messbar gemacht: Ohne Größenordnung (spart X, erhöht Y) bleibt das Versprechen Behauptung — und ist später nicht testbar.
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Analysieren & Strukturieren45–120 Min · 2–10 Pers.
Eine Idee als Geschäftsmodell durchdeklinieren: neun Felder auf einem Plakat zeigen, wie Wert entsteht, zu wem er fließt und was er kostet — Lücken werden sichtbar statt übertüncht.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Canvas & Felder vorstellen — Neun Felder in drei Zonen: Wert (Mitte), Kundenseite (rechts), Maschinenraum (links).
- 15′Wertangebot & Kundenseite füllen — Value Proposition, Kundensegmente, Kanäle, Beziehungen, Einnahmen — von der Mitte nach rechts.
- 10′Maschinenraum füllen — Parallel in zwei Gruppen: eine rechnet die Kostenseite, eine die Aktivitäten/Ressourcen/Partner.
- 10′Risiko-Runde: kritischste Annahmen markieren — Pro Person ein Punkt auf den Zettel, der das Modell kippen würde, wenn er falsch ist — das ist die Testliste.
Material
BMC-Plakat (9 Felder, groß gedruckt oder aufgezeichnet) · Klebezettel (Behauptungen bleiben beweglich) · die Value Proposition als Startpunkt
Woran es in der Praxis hakt
- Felder von links nach rechts abarbeiten — falsche Reihenfolge. Start ist das Wertangebot, dann Kunden, dann der Rest.
- Wünsche als Fakten notiert: Jeder Zettel ist eine Hypothese. Markieren, was belegt ist und was geraten — sonst sieht das Modell fertiger aus, als es ist.
- Im Kurzformat Vollständigkeit erzwingen — leere Felder sind ein Ergebnis (nämlich die Hausaufgaben), keine Schande.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden20–45 Min · 2–14 Pers.
Ideen in drei überlappende Kreise einsortieren: Wollen es die Nutzer:innen, können wir es bauen, trägt es sich? Nur die Mitte hat alle drei — der Rest zeigt, was fehlt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Drei Kreise erklären & Maßstab klären — Je Kreis eine Leitfrage sichtbar notieren — sonst diskutiert jeder gegen einen anderen Maßstab.
- 15′Ideen einsortieren — Erst grob platzieren, nur Strittiges diskutieren. Position = Behauptung, kein Urteil.
- 10′Auswerten: Mitte ernten, Lücken benennen — Für Ideen knapp außerhalb der Mitte: Was genau fehlt zum dritten Kreis — und wie finden wir es heraus?
Material
Drei große Kreise auf Plakat/Whiteboard (überlappend) · Ideen auf Klebezetteln (Voraussetzung) · Marker
Woran es in der Praxis hakt
- Alles landet in der Mitte — Wunschdenken. Pro Kreis nach Belegen fragen: Woher wissen wir das?
- Die drei Begriffe bleiben abstrakt — vorher übersetzen: Begehrlichkeit = will das jemand wirklich, Machbarkeit = können WIR das, Tragfähigkeit = rechnet es sich.
- Ideen außerhalb der Mitte wegwerfen — falsch: Die Position sagt, welche Frage als Nächstes zu klären ist, nicht ob die Idee stirbt.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden20–40 Min · 2–14 Pers.
Die 20 Prozent finden, die 80 Prozent der Wirkung bringen: eine Liste (Funktionen, Maßnahmen, Probleme) nach Wirkung sortieren und den Fokus radikal verengen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Bezugsgröße festlegen — Ein Satz an der Wand: „Wirkung = … für …“. Ohne den wird die Sortierung Geschmackssache.
- 15′Karten nach Wirkung sortieren — Bei 8 Personen: erst jede:r 3 Klebepunkte auf die wirkstärksten Karten, dann gemeinsam ordnen.
- 10′Trennstrich ziehen & Konsequenz festhalten — Oberhalb: Fokus. Unterhalb: ruht ausdrücklich. Beides schriftlich — sonst lebt der Rest weiter.
Material
Die zu prüfende Liste auf Karten (Voraussetzung) · Whiteboard/Wand mit Wirkungs-Skala · Klebepunkte
Woran es in der Praxis hakt
- 80:20 als Naturgesetz verkaufen — es ist eine Heuristik. Die Frage „Was bringt die meiste Wirkung?“ ist der Kern, die exakten Zahlen sind es nicht.
- Wirkung ohne Bezugsgröße diskutiert — vorher festlegen: Wirkung worauf, für wen, bis wann?
- Der lange Rest wird heimlich weiterbetrieben — das Ergebnis ist erst ein Ergebnis, wenn auch entschieden ist, was NICHT mehr gemacht wird.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren15–40 Min · 2–12 Pers.
Die Schlüsselbegriffe der Challenge einzeln aufschrauben: Was heißt hier „ideal“, wer ist „Nutzer:in“? Schafft eine gemeinsame Sprache, bevor das Team in verschiedene Richtungen losläuft.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Challenge aufschreiben & Schlüsselbegriffe unterstreichen — Die Gruppe nennt die Begriffe, die die Challenge tragen — meist 4–6 Wörter oder Satzteile.
- 20′Bedeutungen definieren, Begriff für Begriff — Begriffe auf Paare aufteilen, je Definition vorschlagen — dann gemeinsam schärfen.
- 5′Geschärfte Challenge einmal neu lesen — Trägt die Formulierung noch? Häufiges Ergebnis: Die Challenge wird an ein, zwei Stellen umformuliert.
Material
Challenge groß an der Wand (mit Platz rundherum) · Marker · ggf. Klebezettel für Definitions-Vorschläge
Woran es in der Praxis hakt
- Wird zur Wortklauberei ohne Ende — Timebox pro Begriff, im Zweifel zwei Lesarten nebeneinander stehen lassen und markieren.
- Nur die Fachbegriffe geprüft: Gerade die Alltagswörter („einfach“, „schnell“, „alle“) verstecken die größten Missverständnisse.
- Definitionen von der lautesten Person übernommen — kurz still schreiben lassen, dann vergleichen: Die Unterschiede sind der Ertrag.
→ In eine Agenda übernehmen
Prototypen & Testen45–120 Min · 2–12 Pers.
Die Benutzeroberfläche einer digitalen Idee als klickbaren oder gezeichneten Dummy bauen — realistisch genug, dass Feedback konkret wird, billig genug, dass man es wegwerfen kann.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Kern-Pfad & Screens festlegen — Welche eine Interaktion wird gezeigt? 3–5 Screens skizzieren, bevor gebaut wird.
- 20′Bauen — 2 Teams bauen parallel je eine Variante desselben Pfads — der Vergleich ist Gold.
- 15′Kurz testen & Feedback einsammeln — Team-fremde Person bedienen lassen, nicht erklären. Feedback ins Capture Grid.
Material
Screen-Vorlagen (Papier-Frames oder Mock-up-Tool) · die Kern-Interaktion als Testfrage (Voraussetzung) · Stifte, Schere, Kleber bzw. Laptops
Woran es in der Praxis hakt
- Pixel-Perfektion statt Aussagekraft — das Mock-up muss die Testfrage beantworten können, nicht schön sein. Timebox schützt davor.
- Alle Screens bauen wollen — nur den einen Kern-Pfad (3–5 Screens), der Rest ist Deko.
- Abgrenzung: Papierprototyping testet früh und grob den Ablauf, das Mock-up testet Oberfläche und Verständlichkeit — nicht das falsche Werkzeug für die Frage wählen.
→ In eine Agenda übernehmen
Prototypen & Testen45–120 Min · 2–10 Pers.
Ein Modell, das zeigt, wie das Produkt AUSSEHEN wird — ohne zu funktionieren. Testet Anmutung, Wertigkeit und ersten Eindruck, bevor Geld in Technik fließt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Anmutungs-Ziel festlegen — Drei Adjektive, die das Produkt ausstrahlen soll — daran wird das Feedback später gemessen.
- 20′Modell bauen — 2 Teams bauen parallel Varianten — unterschiedliche Anmutungen bewusst zulassen.
- 15′Präsentieren & Anmutungs-Feedback — Erste Reaktion einfangen, bevor erklärt wird: Wonach sieht das aus? Was würdest du dafür zahlen?
Material
Bastel-/Modellbaumaterial (Pappe, Schaum, Knete, 3D-Sketch) oder Zeichen-/Renderwerkzeug · Referenzbilder für die angestrebte Anmutung · Feedback-Notizen
Woran es in der Praxis hakt
- Testpersonen halten das Modell für funktionsfähig — vorher klar sagen: Es geht nur ums Aussehen, nichts geht an.
- Feedback zur Funktion einsammeln, obwohl das Modell keine hat — die Auswertung strikt auf Anmutung, Verständlichkeit, Wertigkeit begrenzen.
- Zu früh zu schön: Ein perfektes Modell lädt nicht mehr zum Kritisieren ein. Sichtbare Vorläufigkeit senkt die Hemmschwelle.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden30–60 Min · 2–14 Pers.
Eine bestehende Idee durch sieben Veränderungs-Brillen drehen: Ersetzen, Kombinieren, Anpassen, Vergrößern, Umnutzen, Weglassen, Umkehren — wenn die Ideation stockt, liefert die Checkliste Anschub.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Ausgangsidee & die 7 Brillen vorstellen — Substitute, Combine, Adapt, Magnify, Put to other use, Eliminate, Reverse — je ein Beispiel nennen.
- 15′7 Buchstaben in gebündelten Runden (je 2 Brillen zusammen) — Still sammeln, dann zurufen — jede Runde startet mit der Frage-Karte sichtbar in der Mitte.
- 5′Ernte: die 3 stärksten Veränderungen markieren — Nicht diskutieren, nur markieren — Bewertung und Ausarbeitung sind der nächste Agenda-Punkt.
Material
Ausgangsidee/Produkt sichtbar in der Mitte · die 7 SCAMPER-Fragen als Karten oder Plakat · Klebezettel + Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne Ausgangsobjekt gestartet — SCAMPER verändert Bestehendes, aus dem leeren Blatt kann es nichts machen.
- Bei jedem Buchstaben Vollständigkeit erzwingen — manche Brillen geben für dieses Objekt nichts her. Weiterziehen statt quälen.
- Ideen sofort bewerten — erst alle sieben Runden sammeln, Bewertung ist ein eigener Schritt danach.
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Prototypen & Testen30–75 Min · 2–12 Pers.
Die Nutzung einer Idee als gezeichnete Bildgeschichte in 6–8 Feldern — macht den Ablauf konkret, deckt Lücken auf und erzählt die Lösung besser als jede Folie.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Szene festlegen: Held, Start, Ziel — Wer erlebt die Geschichte, womit beginnt sie, was ist am Ende anders? Ein Satz pro Frage.
- 15′6–8 Felder zeichnen — 2 Teams zeichnen parallel je ein Storyboard — gleiche Idee, eigene Erzählung.
- 10′Vorstellen & Lücken markieren — Beim Erzählen zeigt sich, wo die Geschichte springt — genau diese Sprünge sind die offenen Design-Fragen.
Material
Storyboard-Raster (6–8 leere Felder, A3 oder größer) · Stifte — Strichmännchen reichen ausdrücklich · die Idee + eine Persona als Hauptfigur
Woran es in der Praxis hakt
- Zeichen-Scham blockiert — vorher klarstellen: Strichmännchen und Kästen sind der Standard, es geht um den Ablauf, nicht um Kunst.
- Das Storyboard zeigt nur die Lösung in Aktion und vergisst Anfang und Ende — Feld 1 ist das Leben VOR der Lösung, das letzte Feld der Gewinn danach.
- Text statt Bild: Wer Sätze in die Felder schreibt, umgeht den Zweck. Eine Zeile Untertitel pro Feld ist das Maximum.
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Ideen finden30–60 Min · 3–12 Pers.
Eine Idee nacheinander aus drei Rollen denken: Träumer (alles ist möglich), Realist (wie geht es konkret), Kritiker (was fehlt noch) — die Trennung schützt junge Ideen und macht sie trotzdem belastbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Rollen & Räume erklären — Alle durchlaufen alle Rollen gemeinsam — es diskutiert nie Rolle gegen Rolle.
- 5′Träumer-Runde (~5 Min) — Alles darf: keine Budgets, keine Physik. Wünsche und Bilder sammeln, nicht bewerten.
- 5′Realist-Runde (~5 Min) — Was bräuchte es, damit das Erträumte funktioniert? Schritte, Mittel, Beteiligte.
- 5′Kritiker-Runde (~5 Min) — Konstruktiv prüfen: Was fehlt, was ist riskant, was ist unklar? Fragen statt Urteile.
- 10′Ernte: Kritikpunkte zurück an den Träumer — Die zwei größten Einwände bekommen je eine Träumer-Antwort — dann steht die nächste Iteration.
Material
Drei markierte Bereiche oder Stühle (Träumer / Realist / Kritiker) · Flipchart pro Rolle · die Ausgangsidee oder -frage sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Rollen vermischen sich — der Kritiker redet in der Träumer-Runde dazwischen. Räumlich trennen und Rollenwechsel deutlich moderieren.
- Der Kritiker zerlegt Personen statt Ideen — Regel: Kritik richtet sich an die Idee („da fehlt…“), nie an die Träumer.
- Nach dem Kritiker ist Schluss — falsch: Die Kritikpunkte gehen zurück an den Träumer/Realisten. Mindestens eine halbe zweite Schleife einplanen, sonst bleibt nur die Mängelliste.
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Ideen finden30–60 Min · 3–16 Pers.
Die ganze Gruppe denkt gleichzeitig in derselben Richtung — und wechselt sie gemeinsam: Fakten, Gefühl, Risiko, Chancen, Ideen, Prozess. Beendet Grabenkämpfe, weil niemand dauerhaft „der Kritiker“ ist.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Hüte & Reihenfolge erklären (Blau startet) — Bewährte Folge: Blau (Vorgehen) → Weiß → Rot → Gelb → Schwarz → Grün. Alle tragen immer denselben Hut.
- 15′6 Hüte in gebündelten Runden (Weiß+Rot, Gelb+Schwarz, Grün+Blau) — Pro Hut ein Flipchart — der Wechsel wird körperlich angesagt („Hüte wechseln!“).
- 5′Blau zum Schluss: Was folgt daraus? — Der Prozess-Hut fasst zusammen und legt die nächsten Schritte fest.
Material
Die 6 Hüte als Karten oder Plakat: Weiß (Fakten), Rot (Gefühl), Schwarz (Risiko), Gelb (Chancen), Grün (Ideen), Blau (Prozess) · Flipchart pro Hut · die Ausgangsfrage sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Hüte auf Personen verteilt („du bist heute Schwarz“) — falsch herum: ALLE tragen denselben Hut zur selben Zeit, das ist der Witz der Methode.
- Die Rot-Runde wird wegdiskutiert — Gefühle werden genannt, nicht begründet. 30 Sekunden pro Person reichen.
- Schwarz frisst die Sitzung — der Risiko-Hut bekommt dieselbe Timebox wie alle anderen, die Moderation (Blau) wacht darüber.
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Verstehen & Recherche30–90 Min · 1–12 Pers.
Die Aufgabe der Zielgruppe selbst durchleben — den eigenen Service als Kundin durchlaufen, das Formular wirklich ausfüllen. Billigste Empathie-Quelle, direkt im Workshop machbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Aufgabe & Beobachtungsfokus festlegen — Eine realistische Aufgabe mit klarem Ziel — und die Frage, worauf alle achten.
- 10′Selbst durchleben, live protokollieren — Einzeln oder in Paaren (eine Person handelt, eine protokolliert) — nicht als Gruppe, die sich gegenseitig hilft.
- 10′Erfahrungen vergleichen — Wo haken alle an derselben Stelle? Das sind die harten Befunde.
- 5′Konsequenzen festhalten — Pro Befund: beheben, weiter beobachten oder mit echten Nutzer:innen testen?
Material
Zugang zum echten Ablauf (Produkt, Formular, Website, Raum …) · Beobachtungsbogen: Was tue ich / was fühle ich / wo hake ich · Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Der Experten-Blick schummelt: Wer den Ablauf gebaut hat, kennt die Abkürzungen. Aufgabe so stellen, wie eine echte Nutzerin sie hätte — inklusive Startpunkt Google.
- Selbst-Erfahrung mit Nutzer-Realität verwechseln — 30 Minuten im Rollstuhl zeigen Barrieren, ersetzen aber kein gelebtes Leben. Erkenntnisse als „mir fiel auf“, nicht als „so ist es für Betroffene“ notieren.
- Ohne Protokoll getestet — hinterher weiß niemand mehr, wo genau es hakte. Während des Tests notieren, nicht danach rekonstruieren.
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Verstehen & Recherche45–120 Min · 1–10 Pers.
Menschen in ihrer echten Umgebung beobachten, ohne einzugreifen — sehen, was sie tun, statt zu hören, was sie sagen. Als Workshop-Block: Beobachtungs-Einsatz mit Auftrag und Debrief.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Beobachtungsauftrag & Bogen erklären — 8 Beobachter:innen auf Posten/Zeitfenster verteilen — mehrere Blicke auf dieselbe Situation sind Gold.
- 20′Beobachten ohne Eingreifen — Nur notieren, was sichtbar passiert — Zeitstempel helfen beim späteren Vergleich.
- 15′Debrief: Beobachtungen sammeln, dann erst deuten — Erste Runde nur Fakten von den Bögen, zweite Runde Hypothesen — die Reihenfolge diszipliniert.
Material
Zugang zum Beobachtungsort (vorab geklärt!) · Beobachtungsbogen: Handlung / Umgebung / Interaktion — getrennt von Deutung · unauffällige Notizmöglichkeit
Woran es in der Praxis hakt
- Die Fliege redet: Eine Frage, ein Hilfsangebot — und die Situation ist keine natürliche mehr. Konsequent stumm bleiben, Fragen für später notieren.
- Beobachtung und Interpretation vermischt („sie ist genervt“ statt „sie tippt dreimal auf denselben Knopf“) — zwei Spalten erzwingen das sauber.
- Heimlich beobachtet, wo Zustimmung nötig wäre — Rahmen vorab klären (Hausrecht, ggf. Info an Anwesende). Beobachten ja, belauschen nein.
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Prototypen & Testen30–75 Min · 3–14 Pers.
Eine Service-Situation körperlich durchspielen — mit verteilten Rollen, echten Requisiten und Stopp-Taste. Zeigt Ablauf-Löcher, die auf Papier unsichtbar bleiben.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Szene, Rollen & Stopp-Regel klären — Nicht-Spielende bekommen Beobachtungsaufträge (je eine Rolle im Blick) — niemand schaut nur zu.
- 5′Durchlauf 1 mit Stopps — Bei jedem Einfrieren: Problem in einem Satz notieren, weiterspielen — nicht diskutieren.
- 10′Anpassen & Durchlauf 2 — Die notierten Probleme schnell beheben (Ablauf, Worte, Requisite) und dieselbe Szene erneut spielen.
- 5′Auswertung — Was hat sich zwischen Durchlauf 1 und 2 verbessert, was bleibt offen?
Material
Szenen-Beschreibung (Situation, Rollen, Startpunkt) · einfache Requisiten (Stühle, Schilder, Zettel-Interface) · Beobachtungsnotizen für die Zuschauenden
Woran es in der Praxis hakt
- Theater-Scham — niemand will „schauspielern“. Rahmen setzen: Es geht um den Ablauf, gespielt wird schlicht, Lachen ist erlaubt.
- Durchgespielt bis zum Ende, obwohl es längst hakt — Stopp-Regel: Jede:r darf einfrieren, Problem benennen, Szene läuft weiter.
- Nur ein Durchlauf: Der Erkenntnisgewinn steckt im zweiten Durchlauf mit angepasstem Ablauf.
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Priorisieren & Entscheiden30–60 Min · 2–12 Pers.
Alle Annahmen hinter einer Idee offenlegen, nach wichtig × unsicher sortieren und die riskantesten in testbare Hypothesen übersetzen — bevor die Realität es ungefragt tut.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Annahmen still sammeln — Leitfrage: Was muss wahr sein, damit die Idee funktioniert? Eine Annahme pro Zettel.
- 10′Auf wichtig × unsicher einsortieren — Erst still platzieren, nur Strittiges diskutieren — sonst wird jede Annahme zur Debatte.
- 10′Top-Annahmen in Hypothesen übersetzen — 2–3 aus dem kritischen Quadranten: Wir glauben X — das stimmt, wenn [Signal]. Plus: Wie testen wir das als Nächstes?
Material
Die Idee/das Konzept sichtbar · Klebezettel · 2×2-Fläche: wichtig × unsicher · Hypothesen-Raster: Wir glauben [X]. Das stimmt, wenn [messbares Signal].
Woran es in der Praxis hakt
- Nur die bequemen Annahmen genannt — die gefährlichen sind die selbstverständlichen („die Leute wollen das ja offensichtlich“). Explizit fragen: Was muss wahr sein, damit das funktioniert?
- Hypothesen ohne Messlatte („Nutzer finden es gut“) — ohne Zahl oder beobachtbares Verhalten ist nichts widerlegbar, also auch nichts bestätigbar.
- Alles testen wollen — nur der Quadrant wichtig + unsicher wird getestet, der Rest wird notiert und ruht.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren45–90 Min · 3–14 Pers.
Das Gedankenspiel dreht den Spieß um: Das Team entwirft den Angreifer, der das eigene Angebot vom Markt fegt — und liest aus dem Killer-Konzept ab, wo die eigenen Schwächen liegen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Fiktion aufmachen & Rollenwechsel — Ansage: „Wir sind ab jetzt der Wettbewerber. Unser Auftrag: dieses Angebot überflüssig machen.“
- 15′Schwachstellen des Angebots sammeln — Aus Angreifer-Sicht: Wo ist es langsam, teuer, unbequem, austauschbar? Kundenbeschwerden als Munition.
- 15′Killer-Konzept entwerfen — Zwei Angreifer-Teams parallel — unterschiedliche Strategien (Preis vs. Erlebnis) machen den Vergleich scharf.
- 10′Rückübersetzung: Was tun WIR jetzt? — Jede Killer-Stärke wird zur Frage: abwehren, kopieren oder bewusst lassen? Mit Verantwortlichen notieren.
Material
Das eigene Angebot/Produkt als Steckbrief an der Wand · Klebezettel · Flipchart für das Killer-Konzept
Woran es in der Praxis hakt
- Wird zur Jammer-Runde über die eigene Firma — der Rollenwechsel muss klar sein: Ihr SEID der Angreifer, mit dessen Ressourcen und Freiheiten.
- Der Angreifer bleibt vage („ein Startup mit KI“) — das Killer-Konzept braucht Kontur: Zielgruppe, Angebot, warum wechseln die Kunden?
- Die Rückübersetzung fällt hinten runter — ohne den Schritt „Was heißt das für UNS, ab morgen?“ war es nur ein unterhaltsames Planspiel.
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Ideen finden30–60 Min · 3–14 Pers.
Das eigene Problem in fremden Welten lösen lassen: Wie macht es die Formel 1, das Krankenhaus, der Ameisenstaat? Der Umweg über die Analogie bricht Denkmuster zuverlässiger als direktes Grübeln.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Problem abstrahieren — Vom konkreten Fall zum Muster: Wer will was, und woran scheitert es — ohne Branchenvokabular.
- 10′Fremde Welten befragen — 2 Kleingruppen nehmen sich je eine fremde Welt vor: Wie löst DIE das Muster?
- 10′Rückübertragen & ernten — Pro Analogie: Was wäre das Äquivalent bei uns? Auch schräge Übertragungen notieren — die guten Ideen kommen oft aus den schrägen.
Material
Das Kernproblem als abstrahierter Satz an der Wand · Karten mit fremden Welten (vorbereitet oder zugerufen) · Klebezettel
Woran es in der Praxis hakt
- Zu früh zurückübersetzt — erst die fremde Welt ernst nehmen und ihre Lösung wirklich verstehen, dann übertragen. Wer sofort ans eigene Produkt denkt, hat den Umweg gespart und nichts gewonnen.
- Nur naheliegende Branchen gewählt (Nachbar-Software statt Bienenstock) — je fremder die Welt, desto frischer der Transfer.
- Das Problem zu konkret abstrahiert: „Checkout-Abbrüche“ trägt nicht — „Menschen brechen kurz vor dem Ziel ab“ öffnet Welten.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–10 Pers.
Den Leitfaden für Nutzer-Interviews im Team bauen: Erkenntnisziele klären, offene Fragen formulieren, Dramaturgie festlegen — damit die Feldphase Erkenntnisse liefert statt Bestätigung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Erkenntnisziele festlegen — 3–4 Dinge, die wir nach den Interviews WISSEN wollen — nicht: Fragen, die wir stellen wollen.
- 10′Fragen sammeln & aussieben — In Paaren je ein Erkenntnisziel befragen — dann zusammentragen und Dubletten mergen.
- 10′Dramaturgie & Probelauf — Aufwärmen → Erzählen → Vertiefen → Abschluss. Einmal im Paar durchspielen — spätestens hier fliegen die Papierfragen auf.
Material
Design Challenge / Forschungsfrage sichtbar · Klebezettel für Fragen-Kandidaten · Leitfaden-Gerüst: Aufwärmen → Erzählen lassen → Vertiefen → Abschluss
Woran es in der Praxis hakt
- Geschlossene und Suggestivfragen („Fänden Sie es gut, wenn…?“) — jede Frage im Test: Lädt sie zum Erzählen ein oder zum Nicken?
- Fragen nach Meinungen statt nach Erlebnissen — „Erzählen Sie vom letzten Mal, als…“ schlägt „Was halten Sie von…“ um Längen.
- Der Leitfaden wird zur Checkliste abgearbeitet — er ist ein Spickzettel: Reihenfolge darf brechen, Nachfragen geht vor Vollständigkeit. Das gehört als Regel hinein.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 2–14 Pers.
Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken auf vier Feldern — mit der entscheidenden Zusatzrunde: Was verstärken wir, was sichern wir ab? Ohne die bleibt SWOT ein Sammelalbum.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Gegenstand & Bezugsrahmen festlegen — Ein Satz: Wir analysieren [X] mit Blick auf [Ziel/Zeithorizont].
- 10′Vier Felder füllen — Zwei Gruppen: eine sammelt innen (Stärken/Schwächen), eine außen (Chancen/Risiken) — dann tauschen und ergänzen.
- 10′Kreuz-Runde: Kombinationen lesen — Stärke × Chance = ausbauen. Schwäche × Risiko = absichern. Je 1–2 Kombinationen konkret benennen.
- 5′Konsequenzen festhalten — Was folgt daraus — heute entscheidbar oder als Auftrag mitnehmen?
Material
4-Felder-Plakat (innen: Stärken/Schwächen, außen: Chancen/Risiken) · Klebezettel in zwei Farben (innen/außen) · der Analysegegenstand als Satz an der Wand
Woran es in der Praxis hakt
- Innen und außen vermischt — Stärken/Schwächen sind die EIGENEN, Chancen/Risiken kommen vom Umfeld. Zwei Zettelfarben erzwingen die Trennung.
- Ohne Bezugsrahmen gesammelt („Stärke: nettes Team“) — vorher festlegen: Stärke im Hinblick worauf, verglichen womit?
- Nach dem Befüllen ist Schluss — der Wert steckt in der Kreuz-Runde: Welche Stärke nutzt welche Chance, welche Schwäche trifft welches Risiko?
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–12 Pers.
Eine Nutzerin auf einem Plakat durchleuchten: Was sagt, denkt, fühlt und tut sie — und wo drückt der Schuh? Macht verstreutes Wissen übers Publikum als ein Bild sichtbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Person festlegen & Quadranten erklären — EINE konkrete Person (Persona oder echte Nutzerin) — nicht „die Kunden“.
- 10′Quadranten füllen: Sagt / Denkt / Fühlt / Tut — Quadranten auf Paare aufteilen, dann rotieren und ergänzen.
- 10′Schmerzen & Gewinne ableiten — Aus den Quadranten nach unten verdichten: Was quält sie, was will sie erreichen?
- 5′Widersprüche & Hypothesen markieren — Sagt-Denkt-Lücken einkreisen, unbelegte Zettel kennzeichnen — beides sind Forschungsaufträge.
Material
Empathy-Map-Plakat (Quadranten: Sagt / Denkt / Fühlt / Tut, unten: Schmerzen / Gewinne) · Klebezettel · Persona oder echte Research-Notizen als Futter
Woran es in der Praxis hakt
- Alles ausgedacht statt beobachtet — Zettel ohne Beleg bekommen eine Markierung (Hypothese) und wandern auf die Test-Liste, sonst malt sich das Team ein Wunschbild.
- „Sagt“ und „Denkt“ füllen sich mit demselben Inhalt — spannend ist gerade die Lücke: Was sagt sie, denkt aber anders?
- Die Map als Endprodukt behandelt — sie ist Zwischenlager: Schmerzen und Gewinne müssen in POV-Statements oder WKW-Fragen weiterfließen.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden30–75 Min · 2–12 Pers.
Ein Thema in der Mitte, acht Unterthemen drumherum — und jedes Unterthema wird selbst zur Mitte eines neuen Rasters. Systematische Breite statt Zufallstreffer: bis zu 64 Ansätze in einer Sitzung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Kernfrage in die Mitte, Prinzip erklären — Mitte = Thema, 8 Felder = Unterthemen — und jedes Unterthema blüht später selbst auf.
- 10′Runde 1: acht Unterthemen finden — Aspekte, Zielgruppen, Stellschrauben — noch keine Lösungen.
- 5′Runde 2: Unterthemen aufblühen lassen — 4 Blüten parallel in Paaren — jede Blüte bekommt ihr eigenes 3×3.
- 10′Ernte: die stärksten Felder markieren — Wo ist es dicht geworden? 3–5 Ansätze für die Weiterarbeit ziehen.
Material
3×3-Raster, groß (Plakat oder Zettel-Matrix an der Wand) · Klebezettel · die Kernfrage als Satz
Woran es in der Praxis hakt
- Die acht Unterthemen sind schon Lösungen statt Themenfelder — erste Runde sind Aspekte/Richtungen, die Ideen kommen in Runde zwei.
- Alle 8 Raster vollständig füllen wollen — Vollständigkeit ist nicht das Ziel. Dünne Blüten dürfen dünn bleiben, dicke verraten, wo die Energie liegt.
- Am Ende 64 Zettel und keine Ernte — die letzten Minuten gehören der Auswahl, sonst erschlägt die Menge das Team.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden30–60 Min · 2–10 Pers.
Ein Problem in Parameter zerlegen, je Parameter alle Ausprägungen sammeln — und dann quer durch die Tabelle neue Kombinationen ziehen. Erfindet systematisch, was dem Bauchgefühl nie einfiele.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Parameter festlegen (4–7 Zeilen) — Die Stellschrauben des Problems: Woraus besteht jede denkbare Lösung zwingend?
- 10′Ausprägungen je Parameter sammeln — Pro Zeile 3–6 Varianten, auch unbequeme — die Tabelle darf provozieren.
- 5′Kombinationspfade ziehen — 2–3 Pfade quer durch die Tabelle: einen plausiblen, einen billigen, einen bewusst wilden.
- 5′Pfade bewerten & einen weiterverfolgen — Welcher Pfad überrascht positiv? Der geht ins Prototyping.
Material
Tabelle: Zeilen = Parameter, Spalten = Ausprägungen (Whiteboard/Plakat) · farbige Stifte oder Fäden für die Kombinationspfade
Woran es in der Praxis hakt
- Parameter überlappen sich — jeder muss unabhängig variierbar sein, sonst produziert der Kasten Scheinvielfalt.
- Nur die brave Diagonale gezogen: Wer je Zeile die naheliegende Ausprägung wählt, baut das Bestehende nach. Mindestens ein Pfad mit bewusst schrägen Kombinationen.
- Zu viele Parameter (mehr als 6–7) — der Kasten wird zur Tapete. Lieber wenige entscheidende Stellschrauben.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 3–14 Pers.
Ein Ereignis oder eine Entscheidung in die Mitte — und dann in Ringen nach außen denken: Was folgt daraus? Und was folgt aus den Folgen? Macht Nebenwirkungen sichtbar, bevor sie passieren.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ereignis in die Mitte — Konkret formulieren: „Ab 2027 gilt X“ statt „Digitalisierung“.
- 10′Erster Ring: direkte Folgen — 6–10 unmittelbare Konsequenzen — positiv wie negativ, still sammeln, dann anpinnen.
- 5′Zweiter Ring: Folgen der Folgen — Pro Erste-Ring-Folge mindestens eine Weiterung — hier wird es interessant.
- 10′Markieren: wahrscheinlich × folgenreich — Die markierten Äste bekommen je eine Konsequenz: vorbereiten, beobachten oder gestalten?
Material
Große Fläche, Ereignis in der Mitte · Klebezettel in zwei Farben (1. und 2. Ordnung) · Marker für Chancen-/Risiko-Markierung
Woran es in der Praxis hakt
- Nur Wunsch- oder nur Horrorfolgen — das Rad braucht beides. Explizit nach der jeweils fehlenden Sorte fragen.
- Folgen 2. Ordnung fehlen — die interessanten Effekte sitzen fast immer im zweiten Ring (die Folge der Folge).
- Alles bleibt gleich wahrscheinlich — am Ende markieren: Was ist wahrscheinlich UND folgenreich? Nur das verdient Vorbereitung.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden30–60 Min · 2–12 Pers.
Produktmerkmale in drei Sorten sortieren: Basis (fehlt = Ärger), Leistung (mehr = besser), Begeisterung (überrascht positiv) — schützt davor, Begeisterung zu bauen, wo die Basis wackelt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Drei Kategorien erklären — Basis = wird vorausgesetzt. Leistung = je mehr, desto besser. Begeisterung = unerwartetes Plus.
- 15′Merkmale einsortieren — Erst still mit Punkten vor-voten, dann nur die strittigen Karten diskutieren.
- 10′Konsequenz: Investitions-Reihenfolge — Wacklige Basis zuerst, dann Leistung, dann gezielt 1–2 Begeisterer. Strittiges → Nutzerbefragung.
Material
Merkmals-Liste auf Karten (Voraussetzung) · drei Spalten: Basis / Leistung / Begeisterung · Klebepunkte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Einordnung ist Team-Hypothese, keine Messung — echtes Kano fragt Nutzer:innen paarweise (Wie fänden Sie es MIT / OHNE?). Strittige Merkmale auf die Befragungs-Liste.
- Begeisterung überschätzt: Begeisterungsmerkmale wirken nur, wenn Basis und Leistung sitzen — Reihenfolge der Investition beachten.
- Vergessen, dass Merkmale wandern: Gestern Begeisterung, heute Basis (WLAN im Hotel). Die Sortierung datieren.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren45–90 Min · 3–12 Pers.
Die Journey um das erweitern, was die Kundin nie sieht: Bühne, Backstage und Systeme in Zeilen unter jedem Schritt — zeigt, wo der Service innen reißt, bevor es außen knirscht.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Journey-Schritte aufhängen & Zeilen erklären — Sichtbarkeitslinie betonen: oberhalb erlebt die Kundin, unterhalb arbeitet die Organisation.
- 20′Bühne & Backstage füllen — Journey-Abschnitte auf Kleingruppen verteilen — wer den Abschnitt operativ kennt, füllt ihn.
- 10′Bruchstellen markieren — Wo reißen Übergaben, wo lebt Wissen in einem Kopf, wo wartet die Kundin? Rot markieren.
- 5′Top-3-Bruchstellen mit Auftrag versehen — Je Bruchstelle: wer prüft was bis wann?
Material
Journey-Schritte als oberste Zeile (Voraussetzung!) · Zeilen-Plakat: Kundenaktion / Bühne (sichtbar) / Backstage (unsichtbar) / Systeme · Klebezettel
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne Journey gestartet — der Blueprint braucht die Kundenschritte als Rückgrat, sonst kartiert man Abteilungen statt Erlebnisse.
- Nur die Soll-Welt gezeichnet: Der Erkenntniswert liegt im Ist — inklusive der Zettel „das macht Kollegin M. per Hand, weiß nur sie“.
- Bruchstellen gefunden und nicht geerntet — jede Linie, an der Übergaben haken, braucht am Ende einen Eintrag: wer schaut da rein?
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden40–90 Min · 3–12 Pers.
Statt reden: bauen. Jede Person baut ihre Antwort auf die Kernfrage als Modell mit den Händen — dann erzählt das Modell. Holt Stille aus der Reserve und Unaussprechliches auf den Tisch.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)
- 10′Aufwärm-Bau (Fingerübung) — Kleine neutrale Bauaufgabe + 30-Sekunden-Erzählung — danach traut sich jede Hand.
- 9′Bau zur Kernfrage (still, einzeln) — Die Hände denken lassen — es gibt kein falsches Modell. Nicht abgucken müssen: Es zählt die Metapher, nicht die Baukunst.
- 16′Erzählrunde: jedes Modell spricht — Bei 8 Personen je ~2 Min: erzählen, Nachfragen zum Modell — keine Bewertung, keine Deutung durch andere.
- 5′Muster über die Modelle hinweg — Was taucht mehrfach auf, was steht allein? Gemeinsamkeiten und Ausreißer notieren.
Material
Baumaterial pro Person (Bausteine, Knete, Pfeifenreiniger, Pappe — Hauptsache dreidimensional) · Tischfläche · die Kernfrage sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne Aufwärm-Bau gestartet — der erste Bau ist immer steif. Eine Trockenübung („Bau einen Turm / dein Wochenende“) löst die Hände.
- Über das Modell hinweg diskutiert — Regel: Es spricht immer die Person über IHR Modell, das Modell wird nicht von anderen gedeutet. Nachfragen ja, Umdeuten nein.
- Metaphern zu wörtlich genommen oder belächelt — die Brücke aus drei Steinen IST der Beitrag. Moderation schützt die Bilder.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden20–45 Min · 2–16 Pers.
Die Frage umdrehen: „Wie vergraulen wir garantiert jede Kundin?“ — Negativ-Ideen sprudeln mühelos, und jede lässt sich in eine echte Verbesserung zurückdrehen. Löst festgefahrene Runden zuverlässig.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Frage umdrehen — Aus „Wie gewinnen wir X?“ wird „Wie verhindern wir X mit Ansage?“ — je drastischer, desto ergiebiger.
- 10′Negativ-Ideen sammeln — Hemmungslos sammeln — die absurdeste Idee ist oft die lehrreichste.
- 10′Rückdrehen: aus jedem Gift ein Gegenmittel — Pro Negativ-Zettel: Was ist die konkrete positive Praxis dahinter? Paarweise arbeiten geht schnell.
- 5′Ernte: die 3 stärksten Gegenmittel — Markieren, was sofort umsetzbar ist — Kopfstand-Ergebnisse sind oft überraschend praktisch.
Material
Die umgekehrte Frage groß an der Wand · Klebezettel · zweite Fläche für die Rückdrehung
Woran es in der Praxis hakt
- Die Umkehrfrage ist lauwarm formuliert — sie muss richtig böse sein („garantiert ruinieren“), sonst zündet der Effekt nicht.
- Im Negativen steckengeblieben: Die Rückdreh-Runde ist der eigentliche Arbeitsschritt und braucht mindestens so viel Zeit wie das Sammeln.
- Rückdrehung zu wörtlich (aus „ignorieren“ wird nur „nicht ignorieren“) — die Frage ist: Was wäre das Gegenteil als konkrete Praxis?
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren40–90 Min · 3–12 Pers.
Die Einflussfaktoren eines Problems als Netz mit Wirkungspfeilen — wer viel bewegt und selbst kaum bewegt wird, ist ein Hebel. Findet die Stellen, an denen sich Eingreifen wirklich lohnt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)
- 10′Faktoren sammeln & eindampfen — Still sammeln, Dubletten mergen, auf 8–12 Faktoren verdichten.
- 15′Wirkungspfeile ziehen — Eine Person führt den Stift, alle rufen Pfeile zu — sonst malen sechs Hände Chaos.
- 10′Hebel & Schleifen identifizieren — Viel Ausgang + wenig Eingang = Hebel (markieren). Kreise = die Selbstläufer des Problems.
- 5′Konsequenz: wo greifen wir ein? — 1–2 Hebel auswählen und mit einer ersten Maßnahme versehen.
Material
Große Fläche, Faktoren auf Karten · Marker für Pfeile (+ verstärkt / − dämpft) · das Systemthema als Frage
Woran es in der Praxis hakt
- Zu viele Faktoren — ab ~12 wird das Netz zur Spaghetti-Wand. Vorher auf die wichtigsten eindampfen.
- Pfeile ohne Richtungssinn („hängt zusammen“) — jeder Pfeil braucht Richtung und Vorzeichen, sonst ist es Deko.
- Hebel gefunden, Schleifen übersehen — sich selbst verstärkende Kreise (A→B→A) erklären, warum das Problem so zäh ist. Explizit danach suchen.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche45–90 Min · 2–12 Pers.
Offene Nutzer-Interviews in 2er-Teams führen: erzählen lassen statt abfragen — die Feldphase des Design Thinking, direkt aus dem Workshop heraus.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Briefing: Rollen & Haltung — 2er-Teams bilden (fragen + protokollieren), Leitfaden als Spickzettel, Grundregel: erzählen lassen.
- 25′Interviews führen — Bei 8 Personen parallel in mehreren Teams — pro Interview 20–30 Min einplanen.
- 10′Blitz-Download im Team — Direkt danach, solange es frisch ist: stärkste Zitate, Überraschungen, offene Fragen — je auf einen Zettel.
Material
Interview-Leitfaden (siehe Methode Interview-Leitfaden bauen) · Notizbögen: linke Spalte Zitate, rechte Spalte Beobachtungen · Einverständnis der Interviewten, falls aufgezeichnet wird
Woran es in der Praxis hakt
- Allein interviewen — im 2er-Team fragt eine Person, die zweite schreibt. Wer beides gleichzeitig macht, verliert die Hälfte.
- Die Stille füllen — nach einer Antwort drei Sekunden warten. Die besten Sätze kommen nach der Pause.
- Früh in den Lösungsmodus kippen („Wäre dir geholfen, wenn…?“) — das Interview will verstehen, was ist. Lösungen kommen später.
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Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–10 Pers.
Fachwissen gezielt anzapfen: ein vorbereitetes Gespräch mit einer Person, die das Feld kennt — für die Testphase oder wenn dem Team Domänenwissen fehlt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Vorbereitung: die 3 Kernfragen — Was wollen wir danach WISSEN? Annahmen oder Prototyp-Aspekte benennen, Reihenfolge festlegen, Rollen klären.
- 10′Gespräch führen — Eine Person moderiert, alle anderen notieren. Nachfragen geht vor Vollständigkeit.
- 10′Download: Was ändert sich für uns? — Erkenntnisse auf Zettel, dann sortieren: bestätigt / widerlegt / neu aufgetaucht.
Material
Konkrete Fragen bzw. Annahmen/Prototyp, die geprüft werden sollen · Notizbögen · Timer — Expertengespräche laufen gern über
Woran es in der Praxis hakt
- Expertenmeinung mit Nutzerrealität verwechseln — Fachleute wissen viel über das Feld und wenig darüber, was DIESE Nutzer:innen morgen tun.
- Ohne konkrete Fragen reingehen — dann wird es ein Vortrag. Vorher festlegen: Welche 3 Dinge wollen wir danach wissen?
- Den Monolog laufen lassen — freundlich unterbrechen und zur nächsten Frage ziehen gehört zur Rolle der Moderation.
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Analysieren & Strukturieren45–90 Min · 2–16 Pers.
Strukturierter Desk-Research-Block: Trends, Wettbewerber und Signale zum Thema sammeln, clustern und in Implikationen für die eigene Challenge übersetzen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Suchfelder aufteilen — Kleingruppen à 2–3 Personen, jede übernimmt ein Suchfeld.
- 20′Recherche-Sprint — Pro Fund ein Zettel: Trend/Signal + Quelle + Jahr. Timebox ernst nehmen — Recherche endet nie von allein.
- 15′Clustern & Implikationen — Funde an der Wand ordnen; pro Cluster einen Satz: „Für unsere Challenge heißt das …“
Material
Laptops oder Smartphones mit Netz · Suchfelder als Karten (Wettbewerber, Technologien, Nutzerverhalten, Regulierung …) · Klebezettel + Wand für die Trend-Landkarte
Woran es in der Praxis hakt
- Sammeln ohne Frage — vorher festlegen, wofür recherchiert wird, sonst entsteht ein Zettelberg ohne Richtung.
- Zahlen ungeprüft übernehmen — Quelle und Jahr auf jeden Zettel. Eine Zahl ohne Quelle ist eine Vermutung.
- Bei der Beschreibung stehen bleiben — der Wert entsteht erst im „Und deshalb…“: Was heißt der Trend für unsere Challenge?
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Verstehen & Recherche45–90 Min · 2–10 Pers.
Ein Selbstdokumentations-Kit für Nutzer:innen entwerfen — Tagebuch-Aufgaben, Foto-Missionen, Karten — das über Tage Einblicke aus dem echten Alltag liefert, wo Beobachtung nicht hinkommt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Erkenntnisziele schärfen — Was wollen wir aus dem Alltag der Nutzer:innen lernen, das Interviews nicht zeigen?
- 20′Aufgaben & Artefakte entwerfen — In Paaren Aufgabenideen bauen, dann kuratieren: max. 5–7 Aufgaben, Mix aus Schreiben, Fotografieren, Markieren.
- 15′Selbst-Test & Logistik — Jede Aufgabe einmal selbst machen (dauert sie unter 10 Min?), dann Versand, Laufzeit und Rücklauf festlegen.
Material
Erkenntnisziele aus der Challenge · Beispiel-Aufgabenformate (Tagebuchseite, Foto-Mission, Landkarte, Satzanfänge) · Papier, Karten, Umschläge für den Kit-Prototyp
Woran es in der Praxis hakt
- Zu viele Aufgaben ins Kit packen — nach Tag drei bricht die Motivation. Lieber 5 gute Aufgaben als 15.
- Aufgaben, die Antworten vorwegnehmen („Fotografiere, was dich an X nervt“) — offen formulieren, überraschen lassen.
- Kein Rücklauf-Plan — vor dem Versand festlegen: Wie kommen die Probes zurück, wer wertet wann aus?
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Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 2–12 Pers.
Die Synthese-Erkenntnisse zu einem Satz verdichten: Wer braucht was, und welche Einsicht steckt dahinter? Der Satz, an dem sich die ganze Ideation ausrichtet.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Erkenntnisse sichten — Persona und die stärksten Synthese-Erkenntnisse nochmal laut durchgehen — alle auf denselben Stand bringen.
- 10′Statements entwerfen — In Paaren je 2–3 Entwürfe nach dem Satz-Gerüst bauen.
- 10′Schärfen & entscheiden — Entwürfe nebeneinander hängen, Stärken kombinieren, mit Dot-Voting oder Konsent auf EINEN Satz einigen.
Material
Erkenntnisse/Persona aus der Synthese sichtbar an der Wand · Satz-Gerüst als Plakat: [Nutzer:in] braucht [Bedürfnis], weil [Einsicht] · Klebezettel + dicke Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Lösung versteckt sich schon im Statement („… braucht eine App, die …“) — das Statement beschreibt das Problem, den Lösungsraum lässt es offen.
- Zu breit („Menschen brauchen bessere Kommunikation“) oder zu eng — der Test: Lassen sich 10 verschiedene Ideen dazu brainstormen, und wäre trotzdem erkennbar, ob eine danebenliegt?
- Beobachtung statt Einsicht im Weil-Teil — „weil sie wenig Zeit hat“ ist Beobachtung; die Einsicht erklärt, warum es weh tut.
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Ideen finden20–45 Min · ab 3 Pers.
Ideenfindung über Tage statt Minuten: Eine feste Frage, ein geteiltes Notizbuch, alle tragen still ein — der Workshop-Block setzt das Notebook auf und startet die erste Runde.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Frage festlegen & Regeln klären — Eine Frage, Laufzeit (z. B. 5 Arbeitstage), Rhythmus (täglich 1 Eintrag), keine Kommentare bis zur Ernte.
- 5′Notebook aufsetzen — Format wählen (Heft, Whiteboard, Doc), Frage auf Seite 1, Ernte-Termin in die Kalender.
- 15′Erste stille Runde — Alle schreiben den ersten Eintrag direkt im Workshop — der Anfang ist gemacht, die Hürde für Tag 2 sinkt.
Material
Eine präzise Ausgangsfrage · Ein geteiltes Notebook (physisches Heft, Whiteboard-Ecke oder geteiltes Doc) · Kalendereintrag für den Ernte-Termin
Woran es in der Praxis hakt
- Keine feste Frage — ohne präzise Frage wird das Notebook ein Sammelalbum. Die Frage steht auf Seite 1 und ändert sich nicht.
- Kein Ernte-Termin — ohne festes Ende schläft das Notebook ein. Termin für die Auswertung sofort in alle Kalender.
- Einträge kommentieren oder bewerten — das Notebook lebt von unzensiertem Nachdenken. Diskutiert wird erst bei der Ernte.
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Priorisieren & Entscheiden20–45 Min · 3–12 Pers.
Aufwand im Team schätzen, ohne dass die lauteste Stimme gewinnt — alle legen verdeckt, dann wird über die Ausreißer geredet.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Referenz-Eintrag & Skala festlegen — Eine bekannte, mittelgroße Aufgabe als Anker — daran hängt die ganze Skala.
- 5′Eintrag vorstellen & Fragen klären
- 5′Verdeckt schätzen, gleichzeitig aufdecken — Gleichzeitig aufdecken, damit niemand abwartet und sich anpasst.
- 15′Ausreißer begründen, neu legen — Höchste und niedrigste Schätzung erklären lassen — meist steckt da unterschiedliches Verständnis.
Material
Schätzkarten (Fibonacci) oder Finger · die Backlog-Einträge sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Nicht Stunden schätzen, sondern relative Größe — sonst diskutiert ihr Kalender statt Komplexität.
- Ausreißer nach oben und unten sind Gold: dort steckt unterschiedliches Verständnis. Erst reden, dann neu legen.
- Ein Referenz-Eintrag vorab hält die Skala über den Sprint hinweg stabil.
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Analysieren & Strukturieren20–40 Min · 2–10 Pers.
Einen zu großen Backlog-Eintrag in kleinere, einzeln lieferbare Häppchen schneiden — jedes für sich fertigstellbar und wertvoll.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Den Eintrag gemeinsam verstehen — Worum geht es, für wen, warum? Ohne gemeinsames Bild schneidet jede:r woanders.
- 5′Schnittmuster wählen — Nach Fällen, Schritten im Nutzerweg, Varianten oder einfach-zuerst.
- 15′Schneiden & Teile benennen
- 5′Reihenfolge: welche Scheibe zuerst? — Der dünnste Schnitt, der schon echten Wert liefert, geht nach oben.
Material
den großen Eintrag sichtbar · Karten für die Teilstücke
Woran es in der Praxis hakt
- Nicht nach Arbeitsschritten schneiden (Design, Backend, Test) — dann ist kein Teilstück allein nutzbar.
- Besser entlang von Nutzen schneiden: verschiedene Fälle, Varianten, der einfachste Weg zuerst.
- Ist ein Teil immer noch zu groß, ruhig ein zweites Mal schneiden.
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Analysieren & Strukturieren20–40 Min · 2–12 Pers.
Gemeinsam festlegen, wann etwas wirklich fertig ist — dieselbe Messlatte für alle, damit fertig nicht jedes Mal etwas anderes heißt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Warum & Geltungsbereich klären — Gilt das für jede Story? Für Bugs auch? Grenze vorab ziehen.
- 10′Kriterien still sammeln & clustern
- 10′Aufs Machbare eindampfen — Jedes Kriterium: Halten wir das jedes Mal ein? Wenn nicht, raus.
- 5′Festhalten & sichtbar aufhängen
Material
Flipchart oder Whiteboard für die Kriterien-Liste
Woran es in der Praxis hakt
- Keine Wunschliste — nur Kriterien, die für jeden Eintrag gelten und die ihr wirklich einhalten könnt.
- Lieber wenige, harte Kriterien als zwanzig weiche.
- Die Liste lebt: alle paar Sprints prüfen, ob sie noch passt.
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Priorisieren & Entscheiden15–30 Min · 2–15 Pers.
Vor dem Vollpacken ehrlich rechnen, wie viel Zeit das Team im Sprint wirklich hat — Urlaub, Termine, Puffer raus, dann erst zusagen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Verfügbare Zeit pro Person — Urlaub, freie Tage, andere Projekte gleich abziehen.
- 5′Fixkosten abziehen — Meetings, Support, Bereitschaft — was regelmäßig Zeit frisst.
- 20′Realistische Obergrenze festhalten — Gegen die letzten Sprints prüfen, Puffer stehen lassen.
Material
Team-Kalender / Abwesenheiten · die Leistung der letzten Sprints als Referenz
Woran es in der Praxis hakt
- Nicht von der Brutto-Zeit ausgehen — Meetings, Support und Urlaub kosten real oft die Hälfte.
- Die Leistung der letzten Sprints schätzt besser als der Optimismus von heute.
- Puffer ist kein Luxus: ohne ihn frisst die erste Störung das Sprint-Ziel.
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Analysieren & Strukturieren15–30 Min · 2–15 Pers.
Das eine Ergebnis benennen, das der Sprint erreichen soll — ein Satz, der jeder Entscheidung im Sprint die Richtung gibt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ziel-Kandidaten sammeln — Was wäre am Ende des Sprints das wertvollste Ergebnis?
- 20′Auf ein Ziel verdichten
- 5′Erfolgskriterium formulieren — Woran messen wir, dass das Ziel erreicht ist?
Material
Flipchart · das oberste Backlog-Thema sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Kein Aufgaben-Sammelsurium — ein Ziel, das auch erreichbar ist, wenn nicht jedes Ticket fertig wird.
- Prüffrage: Woran merken Außenstehende, dass der Sprint erfolgreich war?
- Lässt sich das Ziel nicht in einem Satz sagen, ist es noch nicht scharf.
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Reflektieren & Abschließen30–60 Min · 3–20 Pers.
Die letzte Etappe als Segelboot-Bild: Was treibt uns an (Wind), was bremst (Anker), was droht (Klippen), wohin wollen wir (Insel).
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Bild erklären & Zeitraum abstecken — Wind = Antrieb, Anker = Bremse, Klippen = Risiken, Insel = Ziel.
- 10′Still auf allen vier Feldern schreiben
- 5′Clustern & vorstellen
- 10′Ein bis zwei Maßnahmen mit Verantwortlichen — Wenige, konkrete Schritte — jeder mit einer Person, die dranbleibt.
Material
großes Segelboot-Bild (Whiteboard/Flipchart) · Sticky Notes · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Erst still sammeln, dann reden — sonst prägt die erste Wortmeldung alles.
- Anker und Klippen nicht als Schuldzuweisung: Prozesse und Umstände, nicht Personen.
- Aus dem Bild müssen konkrete Maßnahmen mit Verantwortlichen fallen, sonst war es nur Malen.
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Du planst Design Thinking? 54 dieser Methoden sind den sechs Prozessphasen zugeordnet — sortiert nach Phase, mit fertigen Abläufen von 90 Minuten bis zur Sprint-Woche: Design Thinking bei Facilitools.
Viele Methoden leben von Material: Haftnotizen, Marker, Prototyping-Kram. Fertig gepackte Koffer und Kartensets dazu gibt es im Shop.