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Methoden

Die Bausteine hinter dem Generator: jede Methode mit echtem Ablauf, Zeiten, Material und den Stellen, an denen es in der Praxis hakt. Filter nach Zweck oder tipp ins Suchfeld.

84 Methoden

Ankommen & Aktivieren

Check-in-Runde

1030 Min · 2–40 Pers.

Alle kommen einmal zu Wort, bevor es losgeht — holt die Gruppe in den Raum und macht Stimmungen sichtbar.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Frage stellen & Format erklärenEine Frage, die zum Anlass passt — und die Regel: zuhören, nicht kommentieren.
  2. 25Runde: je 1–2 Sätze pro PersonBei 8 Personen sind das etwa 188 Sekunden pro Person.

Material

Sitzordnung mit Sichtkontakt · ggf. Frage sichtbar aufschreiben

Woran es in der Praxis hakt

  • Beiträge werden kommentiert — dann kippt die Runde in eine Diskussion. Regel: Zuhören ohne Antwort.
  • Wird zum Arbeits-Statusbericht statt zum Ankommen — Frage bewusst wählen.
  • Unter Zeitdruck lieber die Ein-Wort-Variante als gar kein Check-in.

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Ideen finden

Brainwriting 6-3-5

3060 Min · ab 4 Pers.

Stilles Ideenschreiben in Runden: 6 Personen, 3 Ideen, 5 Minuten — die Blätter wandern, Ideen bauen aufeinander auf. Deutsche Erfindung (Rohrbach 1968).

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Anmoderation: Leitfrage & RasterblätterBei 8 Personen an 2 Tischen à max. 6 parallel arbeiten.
  2. 153 Schreibrunden à 5 Min, Blatt wandert weiterStill schreiben: 3 Ideen pro Runde. Ab Runde 3 mehr Lesezeit lassen — notfalls auf 7 Min verlängern.
  3. 10Sichten & Dubletten zusammenführenNoch nicht bewerten — nur ordnen. Bewertung ist ein eigener Schritt (z. B. Dot-Voting).

Material

Rasterblatt (3 Spalten × 6 Zeilen) pro Person · Stifte · Timer · Tische mit klarer Weitergaberichtung

Woran es in der Praxis hakt

  • Reden während der Schreibrunden killt den Effekt — striktes Schweigen moderieren.
  • Unleserliche Ideen sind verlorene Ideen — zu Beginn um Klarheit bitten.
  • Für Gruppen, die die Methode nicht kennen, eine kurze Proberunde einplanen.

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Ideen finden

Crazy 8s (Skizzen-Sprint)

2045 Min · ab 1 Pers.

Acht schnelle Lösungsskizzen in acht Minuten — der Zeitdruck drängt über die erste, meist naheliegendste Idee hinaus.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Anmoderation: Blätter falten, Aufgabe schärfen8 Felder, 8 Ideen, 1 Minute pro Feld. Skizze, Stichwort, Symbol — alles erlaubt.
  2. 10Skizzieren: 8 Ideen in 8 MinutenLäuft still und parallel — funktioniert mit jeder Gruppengröße.
  3. 15Vorstellen: ~2 Min pro Person

Material

Blanko-Blatt pro Person (3× gefaltet = 8 Felder) · dicke Stifte · Timer · Wand + Klebeband

Woran es in der Praxis hakt

  • „Ich kann nicht zeichnen“ blockiert — vorab klarmachen: Krakelei ist erwünscht, nur die Idee zählt.
  • Timer nicht verlängern. Der Druck ist Absicht.
  • Wer im ersten Feld perfektioniert, verliert die anderen sieben.

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Austauschen & Diskutieren

World Café

75180 Min · ab 12 Pers.

Gespräche in Café-Atmosphäre: kleine Tische, wechselnde Runden, eine gute Frage pro Runde — Ideen wandern mit den Menschen von Tisch zu Tisch.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (75 Min, 8 Personen)

  1. 10Ankommen im Café: Ablauf & Gesprächs-Etikette3 Tische à ~4 Personen. Eine Person pro Tisch bleibt als Gastgeber:in sitzen.
  2. 402 Gesprächsrunden à 20 Min mit TischwechselPro Runde eine Frage. Auf die Tischauflage schreiben und kritzeln — das ist das Gedächtnis des Tisches.
  3. 25Ernte im PlenumMuster und Überraschungen sammeln, nicht jeden Tisch referieren lassen.

Material

Tische à 4 Personen · beschreibbare Tischauflagen (Flipchart-/Packpapier) · bunte dicke Stifte pro Tisch · vorbereitete Fragen · Glocke/Timer

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Fragen entscheiden über alles — vorher sorgfältig formulieren, von persönlich zu systemisch aufbauen.
  • World Café erkundet, es beschließt nicht. Wer eine Entscheidung erwartet, wird frustriert.
  • Table Hosts vorab briefen: zusammenfassen und anschließen lassen, nicht dominieren.

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Austauschen & Diskutieren

1-2-4-All

1030 Min · ab 4 Pers.

Erst still allein, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle: jede Stimme fließt ein, ohne dass das Plenum zerredet. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Frage stellenEine Frage, an der wirklich alle etwas beitragen können.
  2. 251′ allein → 2′ zu zweit → 4′ zu viert → PlenumPro Vierergruppe kommt eine Idee ins Plenum — keine Wiederholungen.

Material

Zettel & Stift pro Person · Glocke/Timer für die Übergänge

Woran es in der Praxis hakt

  • Die stille Einzelphase ist heilig — wer da schon reden lässt, verliert die Introvertierten.
  • Knappes Timing ist Teil der Methode. Lieber eine zweite Runde als eine zähe erste.
  • Im Plenum gilt: eine Konversation. Keine Wiederholungen, nur Neues.

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Priorisieren & Entscheiden

Clustern + Dot-Voting

1545 Min · ab 3 Pers.

Ideen ordnen, dann still mit Klebepunkten priorisieren — die Häufung zeigt sofort, wo die Energie der Gruppe liegt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Gemeinsam clustern & Cluster benennenDubletten zusammenführen. Cluster-Titel von der Gruppe formulieren lassen.
  2. 5Still bepunkten (2–3 Punkte pro Person)Faustregel: Punkte pro Person ≈ ein Viertel der Optionen. Erst alle kleben, dann reden.
  3. 15Häufungen lesen & Top-Themen festhaltenBei Gleichstand: Stichwahl nur zwischen den Spitzenreitern.

Material

Klebepunkte (2–3 pro Person) · Wand/Pinnwand mit den Ideen · Stifte für Cluster-Titel

Woran es in der Praxis hakt

  • Lobbying während des Klebens unterbinden — still voten, sonst gewinnt die lauteste Stimme.
  • Herdenkleben (dahin, wo schon Punkte sind) — bei wichtigen Votes verdeckt abstimmen.
  • Farbcodierung nie ohne zweites Merkmal (Form/Beschriftung) — Farbenblindheit.

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Priorisieren & Entscheiden

Dot-Voting

1525 Min · ab 3 Pers.

Stilles Priorisieren mit Klebepunkten — schnell, sichtbar, und die Chefstimme wiegt genauso viel wie jede andere.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (25 Min, 8 Personen)

  1. 5Optionen sichten & Regeln ansagen
  2. 5Still bepunkten
  3. 15Auswerten & kurz auf Risiken abklopfen

Material

Klebepunkte · sichtbare Optionen (Wand/Flipchart)

Woran es in der Praxis hakt

  • Vorher festlegen: Wie viele Punkte pro Person? Darf kumuliert werden? Was passiert mit dem Ergebnis?
  • Split-Vote zwischen zwei Favoriten → Stichwahl gleich einplanen.
  • Hierarchie-Effekt: ranghöchste Person klebt zuletzt.

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Austauschen & Diskutieren

Fishbowl

4570 Min · 10–50 Pers.

Ein kleiner Innenkreis diskutiert, alle anderen hören zu — ein freier Gaststuhl lädt ein, sich dazuzusetzen. Tiefe statt Wortmeldungs-Pingpong.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 5Aufbau & Regeln: Innenkreis, Gaststuhl, LeitfrageWer reden will, setzt sich rein. Wer gesagt hat, was zu sagen war, macht den Platz frei.
  2. 20Gespräch im InnenkreisModeration greift nur ein bei Monopolisierung oder dauerhaft leerem Gaststuhl.
  3. 10Beobachtungen aus dem AußenkreisErst kurz zu zweit sortieren, dann 3–5 Beobachtungen im Plenum.
  4. 10Ergebnisse & offene Fragen sichern

Material

Innenkreis: 4–6 Stühle + 1 leerer Gaststuhl · Außenkreis konzentrisch, ohne Tische · Leitfrage sichtbar · Zettel & Stifte für den Außenkreis

Woran es in der Praxis hakt

  • Häufigster Fehler: Der Innenkreis präsentiert ans Publikum statt miteinander zu reden — sofort einfangen.
  • Bleibt der Gaststuhl leer: Stille aushalten, dann gezielt einladen.
  • Fishbowl sammelt Perspektiven, entscheidet aber nichts — Entscheidung als eigenen Schritt planen.

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Reflektieren & Abschließen

Retro: Glad – Sad – Mad

3075 Min · 3–15 Pers.

Rückblick über drei Gefühlsspalten: Was gab Energie, was war zäh, was hat genervt — still gesammelt, gemeinsam ausgewertet.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Spalten erklären: Glad / Sad / MadEin Ereignis pro Karte.
  2. 10Still Karten schreibenPrivat schreiben schützt vor Gruppendenken — gerade bei heiklen Themen.
  3. 10Clustern & Muster benennen
  4. 5Priorisieren (Punkte) & Themen vertiefenTimebox pro Thema.

Material

Drei Spalten (Whiteboard/Flipchart) · Klebezettel · Stifte · Klebepunkte fürs Priorisieren

Woran es in der Praxis hakt

  • Karten öffentlich schreiben erzeugt Konformität — still und für sich schreiben lassen.
  • Ohne Timebox zerfließt die Diskussion — pro Thema 5–10 Min, Punkte entscheiden über die Reihenfolge.
  • Einzelereignisse sind weniger wert als Muster — nach Wiederkehrendem fragen.

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Reflektieren & Abschließen

Start – Stop – Continue

1545 Min · 3–15 Pers.

Aus dem Rückblick werden Verhaltensänderungen: Was fangen wir an, was lassen wir, was behalten wir bei.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Spalten füllen: Start / Stop / ContinueAus der Auswertung ableiten, still vorformulieren.
  2. 20Gemeinsam schärfen & auswählen2–3 Änderungen, konkret formuliert, schlagen zehn vage.

Material

Drei Spalten (Whiteboard/Flipchart) · Klebezettel · Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Vage Vorsätze versanden — jede Änderung konkret machen: Was genau, ab wann, woran merken wir's?
  • Zu viele Änderungen auf einmal — lieber 2–3, die wirklich passieren.

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Ankommen & Aktivieren

Speed-Dating-Runden

1545 Min · ab 10 Pers.

Wechselnde Zweiergespräche im Doppelkreis: In kurzer Zeit spricht jede:r mit vielen — auch die Leisen kommen im 1:1 zu Wort.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Aufstellung & Ablauf erklärenInnenkreis blickt nach außen, Außenkreis rotiert. Richtung einmal vormachen.
  2. 205 Gesprächsrunden à ~3 Min + WechselPro Runde dieselbe Einstiegsfrage — der Rest ergibt sich.
  3. 5Kurzer Blick zurück im Plenum

Material

Platz für Doppelkreis oder zwei Stuhlreihen · gut hörbares Signal · Namensschilder

Woran es in der Praxis hakt

  • Vor Runde 1 klären, welcher Kreis rotiert und in welche Richtung — sonst Chaos beim ersten Wechsel.
  • Das Wechselsignal einmal demonstrieren, bevor es zählt.
  • Ungerade Teilnehmerzahl vorher lösen: ein Trio bilden oder Moderation füllt auf.

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Reflektieren & Abschließen

Action-Board (Wer / Was / Bis wann)

1030 Min · 2–15 Pers.

Ergebnis-Sicherung mit Verbindlichkeit: Erst stehen die Namen an der Wand, dann sagt jede Person selbst, was sie übernimmt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Matrix anlegen — alle Namen zuerstWer zuerst, dann Was: Zusagen vor der Gruppe binden mehr als verteilte Aufgaben.
  2. 25Reihum: eigene Zusagen + TerminJede Person formuliert selbst. Nachfragen: Bis wann? Woran merken wir, dass es passiert ist?

Material

Flipchart/Whiteboard mit drei Spalten: Wer / Was / Bis wann · Marker · Foto fürs Protokoll

Woran es in der Praxis hakt

  • Mit der Aufgabenliste statt mit den Namen starten — dann gehören die Aufgaben am Ende niemandem.
  • Einträge ohne Datum versanden zuverlässig.
  • Ohne Nachfassen nach dem Termin bleibt es ein Foto von guten Absichten.

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Analysieren & Strukturieren

5-Why (Ursachenanalyse)

2560 Min · 3–10 Pers.

Fünfmal „Warum?“ hintereinander — führt vom Symptom zur eigentlichen Ursache, bevor jemand an Lösungen denkt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Problem als einen Satz festnagelnRahmen setzen: Wir untersuchen den Ablauf, nicht die Personen.
  2. 153 Warum-Runden: still notieren, gemeinsam eine Antwort wählenDie gewählte Antwort wird das neue Problem — so gräbt sich die Gruppe Schicht für Schicht tiefer.
  3. 5Gegenprobe an der UrsacheWürde das Beheben dieser Ursache das Ausgangsproblem verhindern? Wenn nein: weitergraben.

Material

Flipchart/Whiteboard mit Spalten (Problem, Warum 1–5) · Klebezettel & Stifte · Timer

Woran es in der Praxis hakt

  • Kippt schnell in Schuldzuweisung — vorab rahmen: Wir untersuchen Abläufe, keine Personen.
  • „Fünf“ ist Richtwert, kein Gesetz. Aufhören, wenn die echte Ursache erreicht ist — auch nach drei Warums.
  • Die vermeintliche Ursache gegenprüfen: Würde ihr Beheben das Ausgangsproblem wirklich verhindern?

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Priorisieren & Entscheiden

Konsent-Entscheidung

2575 Min · 3–12 Pers.

Entschieden wird, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat — nicht, wenn alle begeistert sind. Tragfähig statt perfekt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Vorschlag vorstellenAm besten vorab verschickt — dann reicht hier eine Auffrischung.
  2. 5Verständnisfragen (Runde, Pass erlaubt)Nur „Was ist gemeint mit …?“ — noch keine Meinungen.
  3. 10Reaktionsrunde: jede Person einmalDefinierte Länge pro Person, kein Dialog.
  4. 5Einwände prüfen & integrierenEinwände einzeln testen, Vorschlag anpassen, erneut fragen.
  5. 5Beschluss festhaltenMit Prüfdatum: Wann schauen wir, ob die Entscheidung trägt?

Material

Vorschlag schriftlich und für alle sichtbar (aktuelle Fassung!) · Handzeichen-Konvention vereinbaren

Woran es in der Praxis hakt

  • In der Verständnisphase schleichen sich Warum-Fragen ein — freundlich in die Reaktionsrunde verschieben.
  • Die Reaktionsrunde ist keine Diskussion: jede Person einmal, dann weiter.
  • Einwand heißt: belegbarer Schaden fürs gemeinsame Ziel. „Gefällt mir nicht“ ist ein Bedenken — wird notiert, blockiert nicht.

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Priorisieren & Entscheiden

Entscheidungsmatrix (gewichtete Kriterien)

3090 Min · 2–12 Pers.

Optionen gegen gewichtete Kriterien bewerten — trennt Bauchgefühl von Fakten und macht die Abwägung für alle sichtbar.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Kriterien sammeln & auf 4–6 eindampfenMuss-Kriterien trennen von Nice-to-have.
  2. 5Gewichte verteilenZum Beispiel 10 Punkte gemeinsam auf die Kriterien verteilen.
  3. 5Optionen bewerten (Skala 1–5 je Kriterium)Erst still bewerten, dann Abweichungen besprechen.
  4. 10Summen lesen & Entscheidung diskutierenStarke Teilwerte verschiedener Optionen lassen sich kombinieren.

Material

Matrix an Wand oder Whiteboard: Optionen × Kriterien · Marker · ggf. Punkte fürs Gewichten

Woran es in der Praxis hakt

  • Skalen konsistent polen: hoher Wert = wünschenswert. Sonst rechnet die Matrix Unsinn zusammen.
  • Bei stark abweichenden Bewertungen nicht mitteln, sondern kurz klären — da steckt meist die interessante Information.
  • Das Ergebnis ist Diskussionsgrundlage, kein Automat. Wer der Zahl blind folgt, hat die Methode missverstanden.

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Ankommen & Aktivieren

Soziometrische Aufstellung

1030 Min · 8–150 Pers.

Der Raum wird zur Landkarte: Die Gruppe stellt sich nach Herkunft, Erfahrung oder Haltung auf — macht Vielfalt in Minuten sichtbar, ohne Vorstellungsrunde.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Prinzip & Stille-Signal erklärenDer Raum ist die Landkarte — die Gruppe sortiert sich selbst.
  2. 253 Aufstellungs-Runden mit wechselnden FragenPro Runde: aufstellen, kurz mit den Nächststehenden reden, zwei bis drei Stimmen ins Plenum holen.

Material

Freie Fläche (auch draußen) · Stille-Signal (Glocke, Klangschale)

Woran es in der Praxis hakt

  • Ohne vereinbartes Stille-Signal kippt die Übung ins Dauerplappern.
  • Rand-Positionen ausdrücklich willkommen heißen — wer allein steht, liefert oft den interessantesten Blick.
  • Kurze Verwirrung beim Einsortieren ist normal und gehört dazu — nicht wegmoderieren.

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Reflektieren & Abschließen

Timeline-Rückblick

3090 Min · 3–30 Pers.

Die Gruppe füllt gemeinsam einen Zeitstrahl mit Ereignissen — viele Perspektiven werden ein Gesamtbild, Muster springen ins Auge.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Zeitstrahl & Zweck erklärenEs geht um das Gesamtbild aus vielen Blickwinkeln — nicht um Vollständigkeit.
  2. 10Still Ereignis-Karten schreibenWas war denkwürdig? Ein Ereignis pro Karte.
  3. 10Karten chronologisch hängen & ablaufenBeim Ablaufen dürfen spontan Karten dazukommen.
  4. 5Muster & Energieverläufe besprechenWo waren Hochs, wo Tiefs — und was hat sie ausgelöst?

Material

Langes Papier an der Wand, vorab mit Zeitmarken (Meilensteine, Monate) · Karten/Klebezettel & Marker pro Person

Woran es in der Praxis hakt

  • Ein Ereignis pro Karte — und es muss nur für eine Person bedeutsam sein, kein Gruppenkonsens nötig.
  • Die Gruppe produziert mehr Karten als sie besprechen kann: fürs Auswerten Punkte setzen lassen statt alles durchgehen.
  • Leserlich schreiben aktiv einfordern — unlesbare Karten sind verlorene Geschichte.

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Austauschen & Diskutieren

Galerie-Rundgang

2590 Min · 8–60 Pers.

Ergebnisse hängen wie in einer Ausstellung — Kleingruppen rotieren, lesen, kommentieren und bauen auf den Kommentaren der anderen auf.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Briefing: Ablauf, Takt, leise Stimmen3 Stationen, Gruppen à 3–5, Wechsel auf Signal.
  2. 10Rotation: 3 Stationen à ~5 MinAuf vorhandene Kommentare reagieren, nicht nur senden.
  3. 5Zurück zur eigenen Station: still lesenWas haben die anderen dagelassen?
  4. 10Plenum: nur ÜberraschendesMax. 2 Min pro Gruppe — keine Zweitpräsentation.

Material

Eine Station pro Thema mit konkreter Leitfrage, selbsterklärend · Dicke Marker (eine Farbe pro Gruppe) · Klebezettel, Signal für den Wechsel

Woran es in der Praxis hakt

  • Vage Leitfragen produzieren „Gefällt mir“-Kommentare — pro Station eine konkrete Frage aufhängen.
  • Mehr als 8 Minuten pro Station ermüdet — lieber kürzer takten.
  • Die Poster müssen ohne mündliche Erklärung funktionieren, sonst stirbt die Rotation.

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Austauschen & Diskutieren

Story Circles (Erzählrunden)

4090 Min · ab 6 Pers.

Kleine Runden, feste Redezeit, keine Unterbrechungen: Persönliche Geschichten schaffen in einer Stunde mehr Nähe als jeder Stehempfang.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)

  1. 5Gruppen bilden & Regeln erklärenFeste Redezeit, keine Unterbrechungen, keine Nachfragen bis alle erzählt haben.
  2. 10Runde 1: Aufwärm-Geschichte (~2 Min pro Person)
  3. 15Runde 2: die eigentliche Geschichte (~3 Min pro Person)Impuls mit Substanz — etwas, das eine echte Erfahrung berührt.
  4. 5Blitz-Erinnerungen: je 15 Sek pro GeschichteJede:r nennt den denkwürdigsten Moment — der Beweis, dass zugehört wurde.
  5. 5Auswertung in der RundeGemeinsame Themen? Was hat überrascht?

Material

Stuhlkreise für Gruppen à 4–6 · Timer · vorbereitete Erzähl-Impulse

Woran es in der Praxis hakt

  • Das Unterbrechungsverbot ist der Kern: zugehört wird, um zu verstehen — nicht, um zu antworten.
  • Redezeiten konsequent halten — die Gleichheit der Zeit macht die Sicherheit der Runde aus.
  • Gruppen bewusst divers mischen, nicht nach Sympathie zusammenwürfeln lassen.

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Austauschen & Diskutieren

Themen-Kanban (Lean-Coffee-Prinzip)

3090 Min · 3–12 Pers.

Agenda-loses Arbeitstreffen: Die Gruppe schreibt Themen, votet, und diskutiert in strengen Timeboxen — es wird genau das besprochen, was die Gruppe wirklich interessiert.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Themen auf Karten schreiben (eins pro Karte)
  2. 10Kurz vorstellen & mit Punkten voten1–2 Sätze pro Thema, 2–3 Punkte pro Person.
  3. 10Diskussion in Timeboxen: 5 Min, dann Daumen-VotumDaumen hoch = 3 Min weiter, Daumen runter = nächstes Thema.
  4. 5Ergebnisse & Aufgaben sichern

Material

Whiteboard mit drei Spalten: Besprechen / In Arbeit / Fertig · Klebezettel & Stifte · Klebepunkte · Timer

Woran es in der Praxis hakt

  • Es gibt keine Agenda, bevor gevotet wurde — auch nicht für die Chefin.
  • Themenvorstellung strikt kurz halten (1–2 Sätze), sonst ist die Diskussion schon gelaufen.
  • Beschlüsse und Aufgaben sofort in einer eigenen Spalte sichern, sonst verdampfen sie.

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Austauschen & Diskutieren

Open Space (Kurzform)

120240 Min · ab 15 Pers.

Die Teilnehmenden machen ihre eigene Agenda: Wer ein Thema hat, ruft eine Session aus — Selbstorganisation für Gruppen ab ~20, in der Halbtags-Variante.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (120 Min, 8 Personen)

  1. 20Eröffnungskreis: Thema, Prinzipien, Gesetz der zwei Füße
  2. 15Marktplatz: Themen ausrufen & Agenda-Wand füllenModeration sortiert nicht und bewertet nicht.
  3. 651 Session-Runde à ~60 Min (parallel)Themengeber:in eröffnet, jede Session schreibt einen kurzen Ergebnis-Zettel.
  4. 20Abschlusskreis & ErnteKurzberichte, dann: Was braucht einen nächsten Schritt, und wer nimmt ihn?

Material

Stuhlkreis ohne Tische · Leere Agenda-Wand mit Zeit-/Raum-Raster · Große Karten & dicke Marker · Breakout-Flächen (Ecken und Flure zählen)

Woran es in der Praxis hakt

  • Ein vorbestimmtes Wunschergebnis ist das K.-o.-Kriterium — Open Space funktioniert nur mit echter Offenheit.
  • Die Moderation hält den Raum, sie füllt ihn nicht — Über-Moderation erstickt das Format.
  • Ohne Session-Doku verpufft alles: Ergebnisse sichtbar aushängen, binnen 48 Stunden an alle.

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Ideen finden

Wie-können-wir-Fragen

2060 Min · 2–12 Pers.

Erkenntnisse in öffnende Fragen verwandeln: Das Scharnier zwischen Problem-Verstehen und Ideen-Entwickeln.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Erkenntnisse sichtenWelche Problem-Sätze sollen zu Fragen werden?
  2. 10Still Wie-können-wir-Fragen schreibenMehrere Fragen pro Erkenntnis sind erwünscht.
  3. 10Fragen schärfen: weit genug? eng genug?Lässt die Frage viele Lösungen zu — und bleibt sie trotzdem am Problem?
  4. 5Die stärksten Fragen auswählenZwei bis drei reichen als Sprungbrett in die Ideenfindung.

Material

Erkenntnisse/Problem-Sätze aus der Analyse (Voraussetzung!) · Klebezettel & Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Keine Lösung in die Frage schmuggeln — „Wie können wir eine App bauen, die …“ hat die Antwort schon festgelegt.
  • Positiv formulieren: auf das gewünschte Ergebnis zielen, nicht auf das Verhindern von Symptomen.
  • Ohne echte Erkenntnis darunter wird es generisch — dann erst einen Schritt zurück.

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Ideen finden

Klassisches Brainstorming

2045 Min · 3–15 Pers.

Ideen laut in der Gruppe sammeln — nach den Osborn-Regeln: Kritik verboten, Menge vor Qualität, wilde Ideen erwünscht, aufeinander aufbauen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Leitfrage & Osborn-Regeln anmoderierenDie vier Regeln sichtbar aufhängen: keine Kritik, Menge zählt, wilde Ideen erwünscht, auf Ideen anderer aufbauen.
  2. 5Still anlaufen: erste Ideen einzeln notierenNimmt den Schnell-Rufern den Anker-Effekt und holt die Leisen mit rein.
  3. 15Zuruf-Runde: Ideen sammeln & sichtbar machenJede Idee wird notiert, keine diskutiert. Flauten kurz aushalten — danach kommen oft die besseren Ideen.
  4. 5Kurz sichten & Dubletten zusammenschiebenNoch nicht bewerten — Auswahl ist ein eigener Schritt (z. B. Dot-Voting oder How-Wow-Now).

Material

Flipchart oder Wand für alle Ideen · dicke Stifte · Klebezettel · sichtbare Leitfrage

Woran es in der Praxis hakt

  • Die erste Bewertung killt die Runde — Osborn-Regel Nr. 1 (keine Kritik) aktiv moderieren, auch gegen Chef-Kommentare.
  • Lautstärke gewinnt: Stille Personen kommen nicht vor. Mit einer kurzen Still-Schreibphase starten gleicht das aus.
  • Ohne scharfe Leitfrage (ideal: eine Wie-können-wir-Frage) wird es beliebig.

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Verstehen & Recherche

Design Challenge formulieren

2045 Min · 2–12 Pers.

Die Ausgangsfrage des Projekts so fassen, dass sie Richtung gibt, ohne Lösungen vorwegzunehmen — nutzerzentriert, offen, aber nicht uferlos.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Ausgangslage & Gütekriterien erklärenWoran erkennt man eine gute Challenge? Kriterien sichtbar aufhängen.
  2. 10Entwürfe schreiben (einzeln oder zu zweit)Mehrere Varianten pro Person — auch bewusst eine zu enge und eine zu weite Fassung probieren.
  3. 10Varianten vorstellen & gegen die Kriterien testenPro Entwurf fragen: nutzerzentriert? ergebnisoffen? richtige Flughöhe?
  4. 5Finale Formulierung festlegenEine Fassung — sie steht ab jetzt sichtbar über allem Weiteren.

Material

Flipchart · Klebezettel & Stifte · Kriterien-Plakat (nutzerzentriert / ergebnisoffen / weder zu eng noch zu weit)

Woran es in der Praxis hakt

  • Lösung schon in der Frage („Wie bauen wir eine App für …“) — die Challenge legt das Problem fest, nicht den Weg.
  • Aus Unternehmens- statt Nutzerperspektive formuliert — dann optimiert der Workshop die Firma, nicht das Erlebnis.
  • Zu weit gefasst überfordert, zu eng gefasst erstickt: an beiden Entwurfs-Polen gegentesten.

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Verstehen & Recherche

Stakeholder-Map

3060 Min · 2–16 Pers.

Alle Beteiligten und Betroffenen eines Vorhabens sichtbar machen und nach Einfluss und Interesse sortieren — wer muss mitgenommen, wer nur informiert werden?

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Vorhaben & Leitfrage anmoderierenWessen Verhalten oder Zustimmung entscheidet über Erfolg?
  2. 10Still sammeln: eine Person/Gruppe pro ZettelKonkrete Namen schlagen Rollen — „Frau Meier, Amtsleitung“ statt „Verwaltung“.
  3. 5Zettel clustern & auf der Fläche ordnenDubletten stapeln, Gruppen benennen — noch ohne Bewertung.
  4. 5In die Einfluss-×-Interesse-Matrix einordnenRelativ zueinander platzieren, nicht absolut — strittige Fälle kurz diskutieren, Rest zügig.
  5. 5Konsequenzen ableitenFür die Schlüssel-Stakeholder (viel Einfluss): Was brauchen sie von uns — und was wir von ihnen?

Material

Große Fläche (Whiteboard/Packpapier) · Klebezettel & Stifte · Achsenkreuz Einfluss × Interesse

Woran es in der Praxis hakt

  • Nur die üblichen Verdächtigen: bewusst nach leisen und indirekten Gruppen fragen (wer ist betroffen, sitzt aber nie am Tisch?).
  • Die Map veraltet — sie ist ein Arbeitsstand, kein Abschlussdokument. Datum dranschreiben.
  • Einordnung nach Hierarchie statt nach echtem Einfluss — informelle Macht mitdenken.

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Verstehen & Recherche

Persona (Workshop-Kurzformat)

3060 Min · 2–20 Pers.

Eine typisierte Nutzerfigur mit Zielen, Verhalten und Schmerzpunkten skizzieren — als gemeinsames Bild, für wen eigentlich gearbeitet wird.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Raster & Zielgruppe anmoderierenKlar sagen, worauf die Persona sich stützt: echte Erkenntnisse — oder Hypothesen, die noch geprüft werden.
  2. 92 Kleingruppen füllen je ein Persona-RasterReihenfolge: erst Ziele und Schmerzpunkte, dann Verhalten — Demografie zuletzt und sparsam.
  3. 6Personas vorstellenAls Person erzählen („Das ist …, sie will …“), nicht als Steckbrief vorlesen.
  4. 10Schärfen & festlegen, mit wem weitergearbeitet wirdÜberschneidungen zusammenführen; die Persona hängt ab jetzt sichtbar im Raum.

Material

Persona-Raster pro Kleingruppe (Kopf, Alltag, Ziele, Frustrationen) · Stifte · vorhandene Erkenntnisse/Interviews, falls es sie gibt

Woran es in der Praxis hakt

  • Ohne echte Beobachtungen entsteht eine Proto-Persona: als Hypothese kennzeichnen und später mit Empirie prüfen — sonst designt man fürs eigene Klischee.
  • Demografie-Deko (Alter, Auto, Lieblingsfarbe) verdrängt das Wesentliche: Ziele, Verhalten, Schmerzpunkte.
  • Eine Persona für alle — lieber zwei scharfe Figuren als eine Durchschnittsperson, die niemand ist.

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Verstehen & Recherche

Point-of-View-Statement

2040 Min · 2–12 Pers.

Erkenntnisse zu einem scharfen Satz verdichten: [Nutzer:in] braucht [Bedürfnis], weil [überraschende Erkenntnis] — das Sprungbrett in die Ideenfindung.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Schablone & Beispiel zeigenEin gutes und ein absichtlich schlechtes Beispiel nebeneinander — der Unterschied moderiert sich von selbst.
  2. 10Entwürfe schreiben (einzeln oder zu zweit)Pro Person/Paar 2–3 Varianten — gern mit unterschiedlichen Bedürfnissen experimentieren.
  3. 10Varianten aufhängen & besprechenJe Variante prüfen: echtes Bedürfnis? echte Erkenntnis? konkret genug für Ideen?
  4. 5Ein Statement festlegenDer Satz steht ab jetzt über der Ideenfindung — wörtlich.

Material

Satzschablone sichtbar aufgehängt · Erkenntnisse aus Research/Empathie-Phase (Voraussetzung!) · Klebezettel & Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Lösung statt Bedürfnis eingesetzt („braucht eine App“) — Bedürfnisse sind Verben und Zustände, keine Produkte.
  • Die Erkenntnis ist keine: Wenn der Weil-Teil niemanden überrascht, fehlt noch Substanz aus der Empathie-Arbeit.
  • Zu früh auf einen Satz einigen — erst mehrere Varianten zulassen, dann verdichten.

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Verstehen & Recherche

User Journey Mapping

4590 Min · 2–16 Pers.

Die Reise einer Nutzerin durch ein Erlebnis Schritt für Schritt aufzeichnen — mit Berührungspunkten, Emotionskurve und Schmerzpunkten.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 5Persona & Szenario festlegenEine konkrete Person, ein konkreter Anlass, klarer Start- und Endpunkt der Reise.
  2. 10Phasen der Reise als Spalten aufziehenGrobgerüst zuerst — 5 bis 8 Phasen reichen fast immer.
  3. 10Schritte & Berührungspunkte füllenPro Schritt: Was tut sie, womit hat sie Kontakt, was denkt sie?
  4. 10Emotionskurve einzeichnenHoch- und Tiefpunkte über die ganze Reise — die Täler sind die Arbeit von morgen.
  5. 10Schmerzpunkte markieren & Chancen notierenDie 2–3 tiefsten Täler als Wie-können-wir-Fragen mitnehmen.

Material

Lange Fläche (Packpapier/Whiteboard) · Klebezettel in 2–3 Farben · Stifte · Persona oder konkretes Szenario als Ausgangspunkt

Woran es in der Praxis hakt

  • Wunschprozess statt Wirklichkeit gemappt — es geht darum, wie es IST, nicht wie es sein sollte.
  • Zu grob („vorher / während / nachher“) findet keine Schmerzpunkte — echte Einzelschritte aufziehen.
  • Ohne festgelegte Person/Szenario mappt jede:r eine andere Reise — vorher festnageln.

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Priorisieren & Entscheiden

How-Wow-Now-Matrix

2040 Min · 2–16 Pers.

Ideen nach Originalität und Machbarkeit sortieren: Now = sofort machbar, Wow = originell UND machbar (Jackpot), How = stark, aber noch nicht umsetzbar.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Matrix aufziehen & Quadranten erklärenX-Achse Machbarkeit, Y-Achse Originalität. Now (machbar, normal) · Wow (machbar, originell) · How (originell, noch nicht machbar).
  2. 15Ideen gemeinsam einsortierenRelativ zueinander platzieren, zügig — Umsortieren ist ausdrücklich erlaubt.
  3. 10Quadranten auswerten & nächste SchritteWow-Ideen zuerst anpacken, Now-Ideen einplanen, für How-Ideen festhalten, was sie machbar machen würde.

Material

Ideen aus einer vorherigen Sammlung (Voraussetzung!) · große Matrix an der Wand · Klebezettel

Woran es in der Praxis hakt

  • Pro Karte eine Grundsatzdiskussion — erst alles grob platzieren, dann nur die strittigen Fälle besprechen.
  • Machbarkeit und Originalität sind Einschätzungen, keine Messwerte — Team-Konsens genügt, Scheingenauigkeit vermeiden.
  • Der Now-Quadrant wird belächelt — schnelle sichere Umsetzungen sind das Budget für die Wow-Wetten.

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Priorisieren & Entscheiden

2×2-Matrix (Priorisieren)

1540 Min · 2–16 Pers.

Ideen oder Optionen entlang zweier selbstgewählter Achsen sortieren (z. B. Wirkung × Aufwand) — macht Prioritäten sichtbar und Diskussionen konkret.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Achsen festlegenZwei Kriterien, die wirklich entscheiden — häufig: Nutzen/Wirkung × Aufwand/Machbarkeit.
  2. 20Zettel relativ zueinander einsortierenEine Achse nach der anderen bewerten, wenn die Gruppe hängt. Konsens reicht, Zentimeter sind egal.
  3. 5Oben rechts erntenTop-3 aus dem starken Quadranten festhalten — und einen Blick auf leere Quadranten werfen.

Material

Achsenkreuz an der Wand · Ideen/Optionen auf Zetteln (Voraussetzung!) · Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Achsenwahl IST die Methode — schwammige Achsen („gut“ × „wichtig“) erzeugen schwammige Bilder. Messbar oder kontrastreich wählen.
  • Absolut statt relativ einsortiert — es zählt die Position im Vergleich zu den anderen Zetteln.
  • Der leere Quadrant wird übersehen — er zeigt oft eine unbesetzte Chance.

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Prototypen & Testen

Papierprototyping

4590 Min · 2–20 Pers.

Ideen mit Papier, Stift und Schere schnell greifbar machen und sofort testen — billig scheitern, bevor es teuer wird.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 5Testfrage & Szenario festlegenWas soll der Prototyp beantworten? Ein Satz, sichtbar für alle.
  2. 15Bauen in 2 KleingruppenHässlich ist richtig: Papier-Screens, Karton-Modell, aufgemalte Knöpfe — Hauptsache bedienbar.
  3. 15Mini-Test: bedienen lassen & beobachtenEine Person testet laut denkend, eine „spielt“ den Prototyp, der Rest beobachtet still und notiert.
  4. 10Erkenntnisse festhaltenWas hat funktioniert, wo hakte es, was wird als Nächstes geändert?

Material

Papier in mehreren Größen · dicke Stifte · Schere, Klebeband, Klebezettel · ggf. Prototyping-Material (Karton, Folie)

Woran es in der Praxis hakt

  • Perfektionismus: Der Prototyp soll eine Frage beantworten, nicht schön sein — Zeitbox schützt davor.
  • Bauen ohne Testfrage — vorher festlegen, was der Prototyp zeigen oder widerlegen soll.
  • Beim Mini-Test erklären statt beobachten: Wer den Prototyp erklärt, testet nur die eigene Redekunst — beobachten, was die andere Person ohne Hilfe tut.

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Analysieren & Strukturieren

Pre-Mortem

2045 Min · 3–16 Pers.

Gedankensprung ins gescheiterte Projekt: „Es ist krachend schiefgegangen — warum?“ Macht Risiken aussprechbar, bevor sie eintreten (Gary Klein, 2007).

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Szenario setzen: „Das Projekt ist gescheitert“In der Vergangenheitsform erzählen — der Perspektivwechsel ist der Trick der Methode.
  2. 10Still notieren: Woran lag es?Jede Person schreibt für sich alle Gründe auf — je unbequemer, desto wertvoller.
  3. 10Runde: reihum je einen Grund nennenMehrere Runden, bis alles auf dem Flipchart ist — bei 8 Personen zügig takten, nicht diskutieren.
  4. 5Top-Risiken wählen & Gegenmaßnahmen festlegenDie 3–5 wahrscheinlichsten/teuersten Risiken: Wer tut bis wann was dagegen?

Material

Zettel & Stifte für alle · Flipchart für die Risiko-Sammlung · Plan/Vorhaben, das geprüft wird (Voraussetzung!)

Woran es in der Praxis hakt

  • Zu früh diskutieren: Die stille Einzelphase ist der Kern — sie schützt unbequeme Bedenken vor dem Gruppendruck.
  • Kritik wird persönlich genommen — die Fiktion („es IST gescheitert“) bewusst hochhalten, sie macht Kritik gefahrlos.
  • Risiken sammeln und dann nichts tun — ohne Gegenmaßnahmen-Schritt war es nur Schwarzmalerei.

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Verstehen & Recherche

Research-Download (Storytelling)

3060 Min · 3–12 Pers.

Feldeindrücke als Geschichten ins Team holen: Wer draußen war, erzählt — die anderen notieren mit. So wird aus Einzelwissen Teamwissen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Rahmen: Rollen & Notier-Regel erklärenErzählen wie einem Freund — konkret, mit Zitaten. Zuhörende schreiben eine Beobachtung pro Zettel.
  2. 15Erzähl-Runden (5 Personen à ~5 Min)Pro Geschichte kurz Raum für Verständnisfragen — keine Diskussion, keine Bewertung.
  3. 10Zettel sichten & erste Muster markierenWas taucht mehrfach auf, was überrascht? Das ist Rohmaterial für Clustern oder POV.

Material

Klebezettel & Stifte für alle Zuhörenden · Wand pro erzählender Person · Interview-/Beobachtungsnotizen

Woran es in der Praxis hakt

  • Zusammenfassung statt Geschichte: „Die Nutzerin war unzufrieden“ bringt nichts — die konkrete Szene mit Zitaten erzählt.
  • Nur die erzählende Person schreibt — falsch herum: Die Zuhörenden notieren, die Erzählerin erzählt frei.
  • Deutung schleicht sich in die Notizen — erst festhalten, was passiert ist, Interpretation kommt danach.

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Verstehen & Recherche

What? How? Why?

2045 Min · 2–12 Pers.

Beobachtungen in drei Stufen auswerten: Was tut die Person (konkret), wie tut sie es (Qualität, Aufwand), warum wohl (Hypothese) — von der Beschreibung zur Erkenntnis.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Drei Stufen & Material erklärenEine Beobachtungsszene pro Person/Paar zuteilen.
  2. 10Einzel-/Paararbeit: drei Spalten füllenWhat: nur Sichtbares. How: Mühe, Stimmung, Umwege. Why: mehrere mögliche Gründe zulassen.
  3. 10Austausch: Beobachtungen & Hypothesen vergleichenWo kommen verschiedene Leute zum selben Warum? Das sind die heißen Spuren.
  4. 5Prüf-Hypothesen festhaltenJe Hypothese notieren, wie man sie prüfen könnte.

Material

Fotos, Videos oder Beobachtungsnotizen (Voraussetzung!) · Blatt mit drei Spalten pro Person/Paar · Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Direkt zum Warum gesprungen — die Disziplin der Reihenfolge ist die Methode: erst beschreiben, dann deuten.
  • Das Warum als Fakt behandelt — es ist eine Hypothese und gehört später geprüft (Interview, Test).
  • Zu wenig Material: ohne konkrete Szene wird die Übung zur Spekulationsrunde.

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Verstehen & Recherche

Research-Mindmap

2045 Min · 2–10 Pers.

Rechercheergebnisse als wachsende Landkarte ordnen: zentrales Thema in der Mitte, Erkenntnisse als Äste — Zusammenhänge werden sichtbar, Lücken auch.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Zentrum & Hauptäste setzenZentrale Frage in die Mitte, 4–6 grobe Themenäste vorschlagen — Rest wächst.
  2. 10Still ergänzen: alle schreiben an die MapParallel arbeiten, aneinander anbauen — noch nicht diskutieren.
  3. 10Gemeinsam ordnen & Querverbindungen ziehenWas gehört zusammen, was widerspricht sich? Verbindungen einzeichnen und beschriften.
  4. 5Erkenntnisse & Lücken markieren2–3 dicke Erkenntnisse einkreisen — und markieren, wo die Map dünn ist (offene Recherche).

Material

Große Fläche (Whiteboard/Packpapier) · Stifte in mehreren Farben · Recherchematerial/Notizen

Woran es in der Praxis hakt

  • Schönheit vor Inhalt — die Map ist Denkwerkzeug, kein Poster. Krakelig und wachsend ist richtig.
  • Nur eine Person schreibt: dann ist es ihre Map, nicht die des Teams — Stifte für alle.
  • Äste ohne Verbindungen: Der Erkenntniswert steckt in den Querlinien zwischen den Ästen.

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Ideen finden

Ideenturm

2040 Min · 3–12 Pers.

Auf einer Grundstein-Idee aufbauen: Ideen werden als Turm geschichtet — jede Karte bezieht sich auf das, was schon steht. Fokus statt Ideen-Streuung.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Grundstein vorstellen & Bauregel erklärenJede neue Karte muss an eine vorhandene anschließen: verstärken, erweitern, konkretisieren.
  2. 10Bauen: Karten schreiben & anlegenLaut denken erlaubt — wer anbaut, sagt kurz, woran.
  3. 10Turm prüfen & wacklige Etagen besprechenTrägt jede Etage? Was fehlt dem Turm zur Stabilität?
  4. 5Ergebnis sichernFoto + die tragende Idee in einem Satz festhalten.

Material

Arbeitsfläche mit Turm-Visualisierung · Ideenkarten/Klebezettel · Stifte · eine Grundstein-Idee (Voraussetzung!)

Woran es in der Praxis hakt

  • Ohne tragfähigen Grundstein kippt der Turm — die Basis-Idee vorher bewusst auswählen (z. B. per Dot-Voting).
  • Karten ohne Bezug zum Gebauten sind Beifang — die Aufbau-Regel („bezieht sich auf …“) aktiv moderieren.
  • Zu viele Ideen: Der Turm lebt von bewusster Begrenzung — lieber wenige tragende Karten als ein Kartenhaus.

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Verstehen & Recherche

Charette (3-Spalten-Download)

4075 Min · 3–14 Pers.

Teamwissen strukturiert ernten, bevor recherchiert wird: Wer sind die Nutzer:innen? Was brauchen sie? Welche Themen und Ideen folgen daraus? — drei Spalten, erst still, dann gemeinsam.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)

  1. 5Drei Leitfragen & Spalten erklärenWer nutzt es? Was brauchen sie? Welche Themen/Ideen ergeben sich?
  2. 15Einzelarbeit: Zettel zu allen drei FragenStill und für sich — ein Gedanke pro Zettel, Spalte dazuschreiben.
  3. 15Vorstellen & clustern, ohne DiskussionNacheinander aufhängen, Dopplungen stapeln — Fragen ja, Debatte nein.
  4. 5Gemeinsam analysieren & Ideen-Spalte füllenMuster benennen, Hypothesen und offene Fragen für die Recherche festhalten.

Material

Fläche mit drei Spalten (Nutzer:innen / Bedürfnisse / Themen & Ideen) · Klebezettel & Stifte · vorab gesammelte Infos, wenn vorhanden

Woran es in der Praxis hakt

  • Diskussion während des Vorstellens — erst hängen alle Zettel, dann wird geredet. Sonst gewinnt die erste Meinung.
  • Teamwissen mit Wissen verwechselt: Die Spalten sind Hypothesen-Spalten — was drinsteht, will validiert werden.
  • Die dritte Spalte (Ideen) zu früh füllen — sie lebt von den ersten beiden.

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Ideen finden

Inspiration Cards

2045 Min · 2–16 Pers.

Karten mit Fragen, Rollen oder Szenarien als Kreativ-Zündstoff: Karte ziehen, Perspektive wechseln, Ideen aus dem neuen Blickwinkel entwickeln.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Leitfrage & Karten-Mechanik erklärenKarte ziehen → 1 Min sacken lassen → Ideen aus dieser Perspektive notieren.
  2. 15Zieh-Runden: Karte → IdeenEtwa 5 Minuten pro Karte — lieber drei Karten intensiv als zehn im Galopp.
  3. 10Ideen teilen & die stärksten markierenKurz erzählen, welche Karte die Idee ausgelöst hat — das hilft beim Weiterspinnen.

Material

Kartenset (10–20 Karten: Rollen, Was-wäre-wenn-Szenarien, Provokationen) · Klebezettel & Stifte · Leitfrage sichtbar

Woran es in der Praxis hakt

  • Karten als Ratespiel behandelt — die Karte ist Sprungbrett, nicht Aufgabe: Es zählt, was sie im Kopf auslöst.
  • Zu lange an einer zähen Karte kleben — weiterziehen ist ausdrücklich erlaubt.
  • Kartenset passt nicht zum Thema — vorher durchsehen und unpassende aussortieren oder eigene ergänzen.

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Prototypen & Testen

Test Capture Grid

1540 Min · 2–12 Pers.

Test-Erkenntnisse in vier Feldern festhalten: Was gefällt? Was ist Kritik/Wunsch? Welche Fragen tauchen auf? Welche neuen Ideen? — Auswertung mit System statt Zuruf.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Vier Felder aufziehen & erklärenGefällt · Kritik/Wünsche · Offene Fragen · Neue Ideen.
  2. 15Erkenntnisse einsortierenEin Eindruck pro Zettel, wörtliche Zitate sind Gold.
  3. 10Review: Muster & KonsequenzenWas ändern wir am Prototyp, was testen wir nochmal, was ist beantwortet?

Material

Whiteboard/Flipchart mit Vier-Felder-Raster · Klebezettel & Stifte · frische Test-Eindrücke oder Notizen (Voraussetzung!)

Woran es in der Praxis hakt

  • Erst am Ende des Tests befüllt — Erkenntnisse verdampfen schnell, direkt beim Testen mitschreiben.
  • Nur das Gefällt-Feld wird voll: Kritik und offene Fragen sind der wertvollere Teil — aktiv nachfragen.
  • Grid gefüllt, nichts entschieden — am Ende gehört ein „Was ändern wir?“ dazu.

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Analysieren & Strukturieren

Card Sorting

2045 Min · 2–16 Pers.

Teilnehmende sortieren vorbereitete Karten nach Wichtigkeit oder in eigene Gruppen — zeigt, wie Nutzer:innen denken, priorisieren und Dinge einordnen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Karten & Auftrag erklärenSortieren nach Wichtigkeit ODER in selbstgewählte Gruppen — Auftrag klar festlegen.
  2. 15Sortieren (einzeln oder zu zweit), laut denkendBei 8 Personen parallel an mehreren Tischen — eine Person pro Tisch beobachtet und notiert.
  3. 10Ergebnisse vergleichen & Muster festhaltenWo sortieren alle gleich, wo gehen die Welten auseinander? Beides notieren.

Material

Kartenset (Begriffe, Features, Inhalte — eine Sache pro Karte) · Tischfläche pro Person/Paar · leere Karten für Ergänzungen

Woran es in der Praxis hakt

  • Vorgedachte Kategorien untergejubelt (geschlossenes Sorting), obwohl man die Denkwelt der Nutzer sucht — offen sortieren lassen.
  • Karten unklar beschriftet — jede Karte muss ohne Erklärung verständlich sein, sonst sortiert man Missverständnisse.
  • Nur das Ergebnis angeschaut: Das laute Denken beim Sortieren ist die halbe Erkenntnis.

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Prototypen & Testen

Nutzertest-Runde

3090 Min · 2–12 Pers.

Prototyp in echte Hände geben: nicht erklären, laut denken lassen, still beobachten, offen nachfragen — die Erkenntnisse entstehen beim Zuschauen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Setup & Rollen: Gastgeber, Beobachtende, ProtokollNur den nötigen Kontext geben, den Prototyp NICHT erklären. Laut-Denken-Bitte vorab.
  2. 101 Testdurchlauf à ~15 MinBeobachten ohne einzugreifen; am Ende offene Fragen: Was hast du erwartet? Was hat dich gebremst?
  3. 10Direkt auswertenFrisch ins Test Capture Grid — was ändern wir vor dem nächsten Durchlauf?

Material

Prototyp (Voraussetzung!) · Beobachtungsnotizen/Test Capture Grid · Testpersonen (Gäste oder Team-Rollentausch) · ggf. Aufnahme mit Einverständnis

Woran es in der Praxis hakt

  • Der Klassiker: erklären und verteidigen statt beobachten — wer den Prototyp gebaut hat, hält sich beim Test zurück.
  • Suggestivfragen („Findest du das gut?“) — offen fragen: Was tust du gerade? Was erwartest du hier?
  • Nur eine Testperson: Erst ab 3–5 Durchläufen trennen sich Einzelmeinung und Muster.

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Prototypen & Testen

Wizard-of-Oz-Test

4590 Min · 3–10 Pers.

Eine Funktion testen, die es noch nicht gibt: Vorne wirkt das System echt, hinten zieht ein Mensch die Fäden — Erkenntnisse über Bedarf und Verhalten vor jeder Entwicklung.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Funktion & Testfrage festlegenWelche eine Funktionalität wird simuliert, und was soll der Test beantworten?
  2. 10Wizard-Setup bauen & probenFassade + verdeckter Kanal (z. B. Mensch tippt „KI-Antworten“). Einmal trocken durchspielen.
  3. 15Testrunde mit BeobachtungTestperson interagiert mit dem „System“, Team beobachtet still und protokolliert.
  4. 10Auswerten & aufklärenSimulation offenlegen, Eindrücke der Testperson einsammeln, Erkenntnisse festhalten.

Material

Fassade fürs „System“ (Tablet, Folien, Chatfenster …) · verdeckter Arbeitsplatz für den Wizard · Drehbuch der simulierten Funktion · Beobachtungsnotizen

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Simulation fliegt auf — Antwortzeiten und Grenzen vorher proben; ein stockender Wizard verrät den Trick.
  • Der Wizard improvisiert Features dazu — nur das Drehbuch simulieren, sonst testet man Fantasie statt Konzept.
  • Ethik nicht vergessen: Nach dem Test aufklären, dass simuliert wurde — gerade bei externen Testpersonen.

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Verstehen & Recherche

Affinity Diagramming

3090 Min · 3–16 Pers.

Große Mengen Beobachtungen und Research-Schnipsel still von unten nach oben zu Themen verdichten — die Struktur entsteht aus dem Material, nicht aus vorgedachten Kategorien.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Material an die Wand & Regel erklärenAlle Zettel sichtbar aufhängen. Regel: still verschieben, was zusammengehört — ohne Absprache.
  2. 5Still gruppieren (alle gleichzeitig)Zettel dürfen mehrfach wandern. Wenn zwei Personen hin- und herschieben: liegen lassen, später klären.
  3. 10Gruppen benennenPro Gruppe eine Überschrift mit echter Erkenntnis — „Vertrauen fehlt beim Bezahlen“ statt „Bezahlung“.
  4. 10Muster & Lücken festhaltenWelche Themen sind dick, welche dünn? Wo widerspricht sich das Material? Das ist der Ertrag.

Material

Beobachtungen/Notizen auf Klebezetteln (eine Aussage pro Zettel — Voraussetzung!) · große freie Wandfläche · Marker für Themen-Überschriften

Woran es in der Praxis hakt

  • Kategorien vorher festlegen — dann sortiert man in Schubladen statt Muster zu finden. Die Gruppen müssen aus dem Material wachsen.
  • Reden beim Gruppieren: Wer laut argumentiert, ankert die anderen. Erste Runde still, diskutiert wird danach.
  • Nicht mit „Clustern + Dot-Voting“ verwechseln: Affinity verdichtet Research zu Erkenntnissen, Clustern sortiert Ideen zur Auswahl. Hier wird nichts abgestimmt.
  • Zettel mit ganzen Absätzen lassen sich nicht gruppieren — vorher auf eine Aussage pro Zettel eindampfen.

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Verstehen & Recherche

Jobs to be done (Job-Statements)

3075 Min · 2–12 Pers.

Den Job hinter dem Produktwunsch finden: Wofür „heuern“ Nutzer:innen eine Lösung an? Job-Statements machen Motivation und Kontext präzise — die Lösung bleibt offen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10JTBD-Idee & Statement-Raster erklärenKlassisches Beispiel: Niemand will einen Bohrer, alle wollen das Loch — und eigentlich das Bild an der Wand.
  2. 10Jobs sammeln: Wenn / will ich / damitIn 2 Kleingruppen à 3–4 sammeln — jede aus Sicht einer Nutzergruppe.
  3. 10Vorstellen & den Kern-Job wählenWelcher Job ist wichtig UND schlecht gelöst? Der ist der Hebel für die nächste Phase.

Material

Research-Material oder Persona als Futter · Statement-Raster sichtbar: Wenn [Situation], will ich [Motivation], damit [Ergebnis] · Klebezettel + Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Lösung schleicht sich ins Statement („will ich eine App…“) — Jobs sind lösungsfrei, sonst ist die Ideation schon gelaufen.
  • Zu hoch geflogen („will ich glücklich sein“) — brauchbare Jobs liegen zwischen Alltagssituation und Lebensziel.
  • Funktionale Jobs gesammelt, emotionale und soziale vergessen — gerade die entscheiden oft über die Lösung.

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Analysieren & Strukturieren

Value Proposition formulieren

3060 Min · 2–12 Pers.

Das Wertversprechen einer Idee auf den Punkt bringen: Für wen löst sie welches Problem — und woran würde man den Nutzen messen? Kein Werbeslogan, sondern ein Prüfstein.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Raster erklären & Nutzen sammelnErst divergent: Welche Probleme löst die Idee, welche Bedürfnisse erfüllt sie? Alles auf Zettel.
  2. 10Statement bauenIn Paaren je eine Fassung bauen, dann vergleichen — die Unterschiede zeigen, wo es noch unscharf ist.
  3. 10Quantifizieren: Woran messen wir den Nutzen?Pro Nutzenversprechen eine prüfbare Größe (Zeit, Geld, Häufigkeit, Zufriedenheit) — das wird die Testfrage fürs Prototyping.

Material

Eine ausgewählte Idee (Voraussetzung) · Satz-Raster sichtbar: Für [Nutzer:in] mit [Problem] bietet [Idee] [Nutzen] — anders als [heutige Alternative] · Flipchart

Woran es in der Praxis hakt

  • Marketing-Sprech statt Mehrwert: „innovativ und benutzerfreundlich“ ist kein Wertversprechen. Der Nutzen muss ein echtes Problem lösen.
  • Die Alternative vergessen — jede Zielgruppe löst das Problem heute schon irgendwie. Gegen dieses „Heute“ muss die Idee antreten.
  • Nicht messbar gemacht: Ohne Größenordnung (spart X, erhöht Y) bleibt das Versprechen Behauptung — und ist später nicht testbar.

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Analysieren & Strukturieren

Business Model Canvas (Kurzformat)

45120 Min · 2–10 Pers.

Eine Idee als Geschäftsmodell durchdeklinieren: neun Felder auf einem Plakat zeigen, wie Wert entsteht, zu wem er fließt und was er kostet — Lücken werden sichtbar statt übertüncht.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Canvas & Felder vorstellenNeun Felder in drei Zonen: Wert (Mitte), Kundenseite (rechts), Maschinenraum (links).
  2. 15Wertangebot & Kundenseite füllenValue Proposition, Kundensegmente, Kanäle, Beziehungen, Einnahmen — von der Mitte nach rechts.
  3. 10Maschinenraum füllenParallel in zwei Gruppen: eine rechnet die Kostenseite, eine die Aktivitäten/Ressourcen/Partner.
  4. 10Risiko-Runde: kritischste Annahmen markierenPro Person ein Punkt auf den Zettel, der das Modell kippen würde, wenn er falsch ist — das ist die Testliste.

Material

BMC-Plakat (9 Felder, groß gedruckt oder aufgezeichnet) · Klebezettel (Behauptungen bleiben beweglich) · die Value Proposition als Startpunkt

Woran es in der Praxis hakt

  • Felder von links nach rechts abarbeiten — falsche Reihenfolge. Start ist das Wertangebot, dann Kunden, dann der Rest.
  • Wünsche als Fakten notiert: Jeder Zettel ist eine Hypothese. Markieren, was belegt ist und was geraten — sonst sieht das Modell fertiger aus, als es ist.
  • Im Kurzformat Vollständigkeit erzwingen — leere Felder sind ein Ergebnis (nämlich die Hausaufgaben), keine Schande.

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Priorisieren & Entscheiden

Venn-Check (Desirability × Feasibility × Viability)

2045 Min · 2–14 Pers.

Ideen in drei überlappende Kreise einsortieren: Wollen es die Nutzer:innen, können wir es bauen, trägt es sich? Nur die Mitte hat alle drei — der Rest zeigt, was fehlt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Drei Kreise erklären & Maßstab klärenJe Kreis eine Leitfrage sichtbar notieren — sonst diskutiert jeder gegen einen anderen Maßstab.
  2. 15Ideen einsortierenErst grob platzieren, nur Strittiges diskutieren. Position = Behauptung, kein Urteil.
  3. 10Auswerten: Mitte ernten, Lücken benennenFür Ideen knapp außerhalb der Mitte: Was genau fehlt zum dritten Kreis — und wie finden wir es heraus?

Material

Drei große Kreise auf Plakat/Whiteboard (überlappend) · Ideen auf Klebezetteln (Voraussetzung) · Marker

Woran es in der Praxis hakt

  • Alles landet in der Mitte — Wunschdenken. Pro Kreis nach Belegen fragen: Woher wissen wir das?
  • Die drei Begriffe bleiben abstrakt — vorher übersetzen: Begehrlichkeit = will das jemand wirklich, Machbarkeit = können WIR das, Tragfähigkeit = rechnet es sich.
  • Ideen außerhalb der Mitte wegwerfen — falsch: Die Position sagt, welche Frage als Nächstes zu klären ist, nicht ob die Idee stirbt.

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Priorisieren & Entscheiden

80:20-Check (Pareto)

2040 Min · 2–14 Pers.

Die 20 Prozent finden, die 80 Prozent der Wirkung bringen: eine Liste (Funktionen, Maßnahmen, Probleme) nach Wirkung sortieren und den Fokus radikal verengen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Bezugsgröße festlegenEin Satz an der Wand: „Wirkung = … für …“. Ohne den wird die Sortierung Geschmackssache.
  2. 15Karten nach Wirkung sortierenBei 8 Personen: erst jede:r 3 Klebepunkte auf die wirkstärksten Karten, dann gemeinsam ordnen.
  3. 10Trennstrich ziehen & Konsequenz festhaltenOberhalb: Fokus. Unterhalb: ruht ausdrücklich. Beides schriftlich — sonst lebt der Rest weiter.

Material

Die zu prüfende Liste auf Karten (Voraussetzung) · Whiteboard/Wand mit Wirkungs-Skala · Klebepunkte

Woran es in der Praxis hakt

  • 80:20 als Naturgesetz verkaufen — es ist eine Heuristik. Die Frage „Was bringt die meiste Wirkung?“ ist der Kern, die exakten Zahlen sind es nicht.
  • Wirkung ohne Bezugsgröße diskutiert — vorher festlegen: Wirkung worauf, für wen, bis wann?
  • Der lange Rest wird heimlich weiterbetrieben — das Ergebnis ist erst ein Ergebnis, wenn auch entschieden ist, was NICHT mehr gemacht wird.

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Analysieren & Strukturieren

Semantische Analyse

1540 Min · 2–12 Pers.

Die Schlüsselbegriffe der Challenge einzeln aufschrauben: Was heißt hier „ideal“, wer ist „Nutzer:in“? Schafft eine gemeinsame Sprache, bevor das Team in verschiedene Richtungen losläuft.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Challenge aufschreiben & Schlüsselbegriffe unterstreichenDie Gruppe nennt die Begriffe, die die Challenge tragen — meist 4–6 Wörter oder Satzteile.
  2. 20Bedeutungen definieren, Begriff für BegriffBegriffe auf Paare aufteilen, je Definition vorschlagen — dann gemeinsam schärfen.
  3. 5Geschärfte Challenge einmal neu lesenTrägt die Formulierung noch? Häufiges Ergebnis: Die Challenge wird an ein, zwei Stellen umformuliert.

Material

Challenge groß an der Wand (mit Platz rundherum) · Marker · ggf. Klebezettel für Definitions-Vorschläge

Woran es in der Praxis hakt

  • Wird zur Wortklauberei ohne Ende — Timebox pro Begriff, im Zweifel zwei Lesarten nebeneinander stehen lassen und markieren.
  • Nur die Fachbegriffe geprüft: Gerade die Alltagswörter („einfach“, „schnell“, „alle“) verstecken die größten Missverständnisse.
  • Definitionen von der lautesten Person übernommen — kurz still schreiben lassen, dann vergleichen: Die Unterschiede sind der Ertrag.

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Prototypen & Testen

Mock-up bauen (Screen-Dummy)

45120 Min · 2–12 Pers.

Die Benutzeroberfläche einer digitalen Idee als klickbaren oder gezeichneten Dummy bauen — realistisch genug, dass Feedback konkret wird, billig genug, dass man es wegwerfen kann.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Kern-Pfad & Screens festlegenWelche eine Interaktion wird gezeigt? 3–5 Screens skizzieren, bevor gebaut wird.
  2. 20Bauen2 Teams bauen parallel je eine Variante desselben Pfads — der Vergleich ist Gold.
  3. 15Kurz testen & Feedback einsammelnTeam-fremde Person bedienen lassen, nicht erklären. Feedback ins Capture Grid.

Material

Screen-Vorlagen (Papier-Frames oder Mock-up-Tool) · die Kern-Interaktion als Testfrage (Voraussetzung) · Stifte, Schere, Kleber bzw. Laptops

Woran es in der Praxis hakt

  • Pixel-Perfektion statt Aussagekraft — das Mock-up muss die Testfrage beantworten können, nicht schön sein. Timebox schützt davor.
  • Alle Screens bauen wollen — nur den einen Kern-Pfad (3–5 Screens), der Rest ist Deko.
  • Abgrenzung: Papierprototyping testet früh und grob den Ablauf, das Mock-up testet Oberfläche und Verständlichkeit — nicht das falsche Werkzeug für die Frage wählen.

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Prototypen & Testen

Appearance-Prototyp

45120 Min · 2–10 Pers.

Ein Modell, das zeigt, wie das Produkt AUSSEHEN wird — ohne zu funktionieren. Testet Anmutung, Wertigkeit und ersten Eindruck, bevor Geld in Technik fließt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Anmutungs-Ziel festlegenDrei Adjektive, die das Produkt ausstrahlen soll — daran wird das Feedback später gemessen.
  2. 20Modell bauen2 Teams bauen parallel Varianten — unterschiedliche Anmutungen bewusst zulassen.
  3. 15Präsentieren & Anmutungs-FeedbackErste Reaktion einfangen, bevor erklärt wird: Wonach sieht das aus? Was würdest du dafür zahlen?

Material

Bastel-/Modellbaumaterial (Pappe, Schaum, Knete, 3D-Sketch) oder Zeichen-/Renderwerkzeug · Referenzbilder für die angestrebte Anmutung · Feedback-Notizen

Woran es in der Praxis hakt

  • Testpersonen halten das Modell für funktionsfähig — vorher klar sagen: Es geht nur ums Aussehen, nichts geht an.
  • Feedback zur Funktion einsammeln, obwohl das Modell keine hat — die Auswertung strikt auf Anmutung, Verständlichkeit, Wertigkeit begrenzen.
  • Zu früh zu schön: Ein perfektes Modell lädt nicht mehr zum Kritisieren ein. Sichtbare Vorläufigkeit senkt die Hemmschwelle.

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Ideen finden

SCAMPER

3060 Min · 2–14 Pers.

Eine bestehende Idee durch sieben Veränderungs-Brillen drehen: Ersetzen, Kombinieren, Anpassen, Vergrößern, Umnutzen, Weglassen, Umkehren — wenn die Ideation stockt, liefert die Checkliste Anschub.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Ausgangsidee & die 7 Brillen vorstellenSubstitute, Combine, Adapt, Magnify, Put to other use, Eliminate, Reverse — je ein Beispiel nennen.
  2. 157 Buchstaben in gebündelten Runden (je 2 Brillen zusammen)Still sammeln, dann zurufen — jede Runde startet mit der Frage-Karte sichtbar in der Mitte.
  3. 5Ernte: die 3 stärksten Veränderungen markierenNicht diskutieren, nur markieren — Bewertung und Ausarbeitung sind der nächste Agenda-Punkt.

Material

Ausgangsidee/Produkt sichtbar in der Mitte · die 7 SCAMPER-Fragen als Karten oder Plakat · Klebezettel + Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Ohne Ausgangsobjekt gestartet — SCAMPER verändert Bestehendes, aus dem leeren Blatt kann es nichts machen.
  • Bei jedem Buchstaben Vollständigkeit erzwingen — manche Brillen geben für dieses Objekt nichts her. Weiterziehen statt quälen.
  • Ideen sofort bewerten — erst alle sieben Runden sammeln, Bewertung ist ein eigener Schritt danach.

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Prototypen & Testen

Storyboard

3075 Min · 2–12 Pers.

Die Nutzung einer Idee als gezeichnete Bildgeschichte in 6–8 Feldern — macht den Ablauf konkret, deckt Lücken auf und erzählt die Lösung besser als jede Folie.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Szene festlegen: Held, Start, ZielWer erlebt die Geschichte, womit beginnt sie, was ist am Ende anders? Ein Satz pro Frage.
  2. 156–8 Felder zeichnen2 Teams zeichnen parallel je ein Storyboard — gleiche Idee, eigene Erzählung.
  3. 10Vorstellen & Lücken markierenBeim Erzählen zeigt sich, wo die Geschichte springt — genau diese Sprünge sind die offenen Design-Fragen.

Material

Storyboard-Raster (6–8 leere Felder, A3 oder größer) · Stifte — Strichmännchen reichen ausdrücklich · die Idee + eine Persona als Hauptfigur

Woran es in der Praxis hakt

  • Zeichen-Scham blockiert — vorher klarstellen: Strichmännchen und Kästen sind der Standard, es geht um den Ablauf, nicht um Kunst.
  • Das Storyboard zeigt nur die Lösung in Aktion und vergisst Anfang und Ende — Feld 1 ist das Leben VOR der Lösung, das letzte Feld der Gewinn danach.
  • Text statt Bild: Wer Sätze in die Felder schreibt, umgeht den Zweck. Eine Zeile Untertitel pro Feld ist das Maximum.

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Ideen finden

Walt-Disney-Methode

3060 Min · 3–12 Pers.

Eine Idee nacheinander aus drei Rollen denken: Träumer (alles ist möglich), Realist (wie geht es konkret), Kritiker (was fehlt noch) — die Trennung schützt junge Ideen und macht sie trotzdem belastbar.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Rollen & Räume erklärenAlle durchlaufen alle Rollen gemeinsam — es diskutiert nie Rolle gegen Rolle.
  2. 5Träumer-Runde (~5 Min)Alles darf: keine Budgets, keine Physik. Wünsche und Bilder sammeln, nicht bewerten.
  3. 5Realist-Runde (~5 Min)Was bräuchte es, damit das Erträumte funktioniert? Schritte, Mittel, Beteiligte.
  4. 5Kritiker-Runde (~5 Min)Konstruktiv prüfen: Was fehlt, was ist riskant, was ist unklar? Fragen statt Urteile.
  5. 10Ernte: Kritikpunkte zurück an den TräumerDie zwei größten Einwände bekommen je eine Träumer-Antwort — dann steht die nächste Iteration.

Material

Drei markierte Bereiche oder Stühle (Träumer / Realist / Kritiker) · Flipchart pro Rolle · die Ausgangsidee oder -frage sichtbar

Woran es in der Praxis hakt

  • Rollen vermischen sich — der Kritiker redet in der Träumer-Runde dazwischen. Räumlich trennen und Rollenwechsel deutlich moderieren.
  • Der Kritiker zerlegt Personen statt Ideen — Regel: Kritik richtet sich an die Idee („da fehlt…“), nie an die Träumer.
  • Nach dem Kritiker ist Schluss — falsch: Die Kritikpunkte gehen zurück an den Träumer/Realisten. Mindestens eine halbe zweite Schleife einplanen, sonst bleibt nur die Mängelliste.

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Ideen finden

6 Denkhüte (nach de Bono)

3060 Min · 3–16 Pers.

Die ganze Gruppe denkt gleichzeitig in derselben Richtung — und wechselt sie gemeinsam: Fakten, Gefühl, Risiko, Chancen, Ideen, Prozess. Beendet Grabenkämpfe, weil niemand dauerhaft „der Kritiker“ ist.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Hüte & Reihenfolge erklären (Blau startet)Bewährte Folge: Blau (Vorgehen) → Weiß → Rot → Gelb → Schwarz → Grün. Alle tragen immer denselben Hut.
  2. 156 Hüte in gebündelten Runden (Weiß+Rot, Gelb+Schwarz, Grün+Blau)Pro Hut ein Flipchart — der Wechsel wird körperlich angesagt („Hüte wechseln!“).
  3. 5Blau zum Schluss: Was folgt daraus?Der Prozess-Hut fasst zusammen und legt die nächsten Schritte fest.

Material

Die 6 Hüte als Karten oder Plakat: Weiß (Fakten), Rot (Gefühl), Schwarz (Risiko), Gelb (Chancen), Grün (Ideen), Blau (Prozess) · Flipchart pro Hut · die Ausgangsfrage sichtbar

Woran es in der Praxis hakt

  • Hüte auf Personen verteilt („du bist heute Schwarz“) — falsch herum: ALLE tragen denselben Hut zur selben Zeit, das ist der Witz der Methode.
  • Die Rot-Runde wird wegdiskutiert — Gefühle werden genannt, nicht begründet. 30 Sekunden pro Person reichen.
  • Schwarz frisst die Sitzung — der Risiko-Hut bekommt dieselbe Timebox wie alle anderen, die Moderation (Blau) wacht darüber.

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Verstehen & Recherche

Selbst-Test (Eigen-Erfahrung)

3090 Min · 1–12 Pers.

Die Aufgabe der Zielgruppe selbst durchleben — den eigenen Service als Kundin durchlaufen, das Formular wirklich ausfüllen. Billigste Empathie-Quelle, direkt im Workshop machbar.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Aufgabe & Beobachtungsfokus festlegenEine realistische Aufgabe mit klarem Ziel — und die Frage, worauf alle achten.
  2. 10Selbst durchleben, live protokollierenEinzeln oder in Paaren (eine Person handelt, eine protokolliert) — nicht als Gruppe, die sich gegenseitig hilft.
  3. 10Erfahrungen vergleichenWo haken alle an derselben Stelle? Das sind die harten Befunde.
  4. 5Konsequenzen festhaltenPro Befund: beheben, weiter beobachten oder mit echten Nutzer:innen testen?

Material

Zugang zum echten Ablauf (Produkt, Formular, Website, Raum …) · Beobachtungsbogen: Was tue ich / was fühle ich / wo hake ich · Timer

Woran es in der Praxis hakt

  • Der Experten-Blick schummelt: Wer den Ablauf gebaut hat, kennt die Abkürzungen. Aufgabe so stellen, wie eine echte Nutzerin sie hätte — inklusive Startpunkt Google.
  • Selbst-Erfahrung mit Nutzer-Realität verwechseln — 30 Minuten im Rollstuhl zeigen Barrieren, ersetzen aber kein gelebtes Leben. Erkenntnisse als „mir fiel auf“, nicht als „so ist es für Betroffene“ notieren.
  • Ohne Protokoll getestet — hinterher weiß niemand mehr, wo genau es hakte. Während des Tests notieren, nicht danach rekonstruieren.

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Verstehen & Recherche

Fly on the Wall (Beobachtung)

45120 Min · 1–10 Pers.

Menschen in ihrer echten Umgebung beobachten, ohne einzugreifen — sehen, was sie tun, statt zu hören, was sie sagen. Als Workshop-Block: Beobachtungs-Einsatz mit Auftrag und Debrief.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Beobachtungsauftrag & Bogen erklären8 Beobachter:innen auf Posten/Zeitfenster verteilen — mehrere Blicke auf dieselbe Situation sind Gold.
  2. 20Beobachten ohne EingreifenNur notieren, was sichtbar passiert — Zeitstempel helfen beim späteren Vergleich.
  3. 15Debrief: Beobachtungen sammeln, dann erst deutenErste Runde nur Fakten von den Bögen, zweite Runde Hypothesen — die Reihenfolge diszipliniert.

Material

Zugang zum Beobachtungsort (vorab geklärt!) · Beobachtungsbogen: Handlung / Umgebung / Interaktion — getrennt von Deutung · unauffällige Notizmöglichkeit

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Fliege redet: Eine Frage, ein Hilfsangebot — und die Situation ist keine natürliche mehr. Konsequent stumm bleiben, Fragen für später notieren.
  • Beobachtung und Interpretation vermischt („sie ist genervt“ statt „sie tippt dreimal auf denselben Knopf“) — zwei Spalten erzwingen das sauber.
  • Heimlich beobachtet, wo Zustimmung nötig wäre — Rahmen vorab klären (Hausrecht, ggf. Info an Anwesende). Beobachten ja, belauschen nein.

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Prototypen & Testen

Rollenspiel-Test (Service durchspielen)

3075 Min · 3–14 Pers.

Eine Service-Situation körperlich durchspielen — mit verteilten Rollen, echten Requisiten und Stopp-Taste. Zeigt Ablauf-Löcher, die auf Papier unsichtbar bleiben.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Szene, Rollen & Stopp-Regel klärenNicht-Spielende bekommen Beobachtungsaufträge (je eine Rolle im Blick) — niemand schaut nur zu.
  2. 5Durchlauf 1 mit StoppsBei jedem Einfrieren: Problem in einem Satz notieren, weiterspielen — nicht diskutieren.
  3. 10Anpassen & Durchlauf 2Die notierten Probleme schnell beheben (Ablauf, Worte, Requisite) und dieselbe Szene erneut spielen.
  4. 5AuswertungWas hat sich zwischen Durchlauf 1 und 2 verbessert, was bleibt offen?

Material

Szenen-Beschreibung (Situation, Rollen, Startpunkt) · einfache Requisiten (Stühle, Schilder, Zettel-Interface) · Beobachtungsnotizen für die Zuschauenden

Woran es in der Praxis hakt

  • Theater-Scham — niemand will „schauspielern“. Rahmen setzen: Es geht um den Ablauf, gespielt wird schlicht, Lachen ist erlaubt.
  • Durchgespielt bis zum Ende, obwohl es längst hakt — Stopp-Regel: Jede:r darf einfrieren, Problem benennen, Szene läuft weiter.
  • Nur ein Durchlauf: Der Erkenntnisgewinn steckt im zweiten Durchlauf mit angepasstem Ablauf.

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Priorisieren & Entscheiden

Annahmen-Check (Hypothesen priorisieren)

3060 Min · 2–12 Pers.

Alle Annahmen hinter einer Idee offenlegen, nach wichtig × unsicher sortieren und die riskantesten in testbare Hypothesen übersetzen — bevor die Realität es ungefragt tut.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Annahmen still sammelnLeitfrage: Was muss wahr sein, damit die Idee funktioniert? Eine Annahme pro Zettel.
  2. 10Auf wichtig × unsicher einsortierenErst still platzieren, nur Strittiges diskutieren — sonst wird jede Annahme zur Debatte.
  3. 10Top-Annahmen in Hypothesen übersetzen2–3 aus dem kritischen Quadranten: Wir glauben X — das stimmt, wenn [Signal]. Plus: Wie testen wir das als Nächstes?

Material

Die Idee/das Konzept sichtbar · Klebezettel · 2×2-Fläche: wichtig × unsicher · Hypothesen-Raster: Wir glauben [X]. Das stimmt, wenn [messbares Signal].

Woran es in der Praxis hakt

  • Nur die bequemen Annahmen genannt — die gefährlichen sind die selbstverständlichen („die Leute wollen das ja offensichtlich“). Explizit fragen: Was muss wahr sein, damit das funktioniert?
  • Hypothesen ohne Messlatte („Nutzer finden es gut“) — ohne Zahl oder beobachtbares Verhalten ist nichts widerlegbar, also auch nichts bestätigbar.
  • Alles testen wollen — nur der Quadrant wichtig + unsicher wird getestet, der Rest wird notiert und ruht.

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Analysieren & Strukturieren

Kill Your Company

4590 Min · 3–14 Pers.

Das Gedankenspiel dreht den Spieß um: Das Team entwirft den Angreifer, der das eigene Angebot vom Markt fegt — und liest aus dem Killer-Konzept ab, wo die eigenen Schwächen liegen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 5Fiktion aufmachen & RollenwechselAnsage: „Wir sind ab jetzt der Wettbewerber. Unser Auftrag: dieses Angebot überflüssig machen.“
  2. 15Schwachstellen des Angebots sammelnAus Angreifer-Sicht: Wo ist es langsam, teuer, unbequem, austauschbar? Kundenbeschwerden als Munition.
  3. 15Killer-Konzept entwerfenZwei Angreifer-Teams parallel — unterschiedliche Strategien (Preis vs. Erlebnis) machen den Vergleich scharf.
  4. 10Rückübersetzung: Was tun WIR jetzt?Jede Killer-Stärke wird zur Frage: abwehren, kopieren oder bewusst lassen? Mit Verantwortlichen notieren.

Material

Das eigene Angebot/Produkt als Steckbrief an der Wand · Klebezettel · Flipchart für das Killer-Konzept

Woran es in der Praxis hakt

  • Wird zur Jammer-Runde über die eigene Firma — der Rollenwechsel muss klar sein: Ihr SEID der Angreifer, mit dessen Ressourcen und Freiheiten.
  • Der Angreifer bleibt vage („ein Startup mit KI“) — das Killer-Konzept braucht Kontur: Zielgruppe, Angebot, warum wechseln die Kunden?
  • Die Rückübersetzung fällt hinten runter — ohne den Schritt „Was heißt das für UNS, ab morgen?“ war es nur ein unterhaltsames Planspiel.

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Ideen finden

Analogie-Transfer

3060 Min · 3–14 Pers.

Das eigene Problem in fremden Welten lösen lassen: Wie macht es die Formel 1, das Krankenhaus, der Ameisenstaat? Der Umweg über die Analogie bricht Denkmuster zuverlässiger als direktes Grübeln.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Problem abstrahierenVom konkreten Fall zum Muster: Wer will was, und woran scheitert es — ohne Branchenvokabular.
  2. 10Fremde Welten befragen2 Kleingruppen nehmen sich je eine fremde Welt vor: Wie löst DIE das Muster?
  3. 10Rückübertragen & erntenPro Analogie: Was wäre das Äquivalent bei uns? Auch schräge Übertragungen notieren — die guten Ideen kommen oft aus den schrägen.

Material

Das Kernproblem als abstrahierter Satz an der Wand · Karten mit fremden Welten (vorbereitet oder zugerufen) · Klebezettel

Woran es in der Praxis hakt

  • Zu früh zurückübersetzt — erst die fremde Welt ernst nehmen und ihre Lösung wirklich verstehen, dann übertragen. Wer sofort ans eigene Produkt denkt, hat den Umweg gespart und nichts gewonnen.
  • Nur naheliegende Branchen gewählt (Nachbar-Software statt Bienenstock) — je fremder die Welt, desto frischer der Transfer.
  • Das Problem zu konkret abstrahiert: „Checkout-Abbrüche“ trägt nicht — „Menschen brechen kurz vor dem Ziel ab“ öffnet Welten.

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Verstehen & Recherche

Interview-Leitfaden bauen

3060 Min · 2–10 Pers.

Den Leitfaden für Nutzer-Interviews im Team bauen: Erkenntnisziele klären, offene Fragen formulieren, Dramaturgie festlegen — damit die Feldphase Erkenntnisse liefert statt Bestätigung.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Erkenntnisziele festlegen3–4 Dinge, die wir nach den Interviews WISSEN wollen — nicht: Fragen, die wir stellen wollen.
  2. 10Fragen sammeln & aussiebenIn Paaren je ein Erkenntnisziel befragen — dann zusammentragen und Dubletten mergen.
  3. 10Dramaturgie & ProbelaufAufwärmen → Erzählen → Vertiefen → Abschluss. Einmal im Paar durchspielen — spätestens hier fliegen die Papierfragen auf.

Material

Design Challenge / Forschungsfrage sichtbar · Klebezettel für Fragen-Kandidaten · Leitfaden-Gerüst: Aufwärmen → Erzählen lassen → Vertiefen → Abschluss

Woran es in der Praxis hakt

  • Geschlossene und Suggestivfragen („Fänden Sie es gut, wenn…?“) — jede Frage im Test: Lädt sie zum Erzählen ein oder zum Nicken?
  • Fragen nach Meinungen statt nach Erlebnissen — „Erzählen Sie vom letzten Mal, als…“ schlägt „Was halten Sie von…“ um Längen.
  • Der Leitfaden wird zur Checkliste abgearbeitet — er ist ein Spickzettel: Reihenfolge darf brechen, Nachfragen geht vor Vollständigkeit. Das gehört als Regel hinein.

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Analysieren & Strukturieren

SWOT-Analyse (Kurzformat)

3060 Min · 2–14 Pers.

Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken auf vier Feldern — mit der entscheidenden Zusatzrunde: Was verstärken wir, was sichern wir ab? Ohne die bleibt SWOT ein Sammelalbum.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Gegenstand & Bezugsrahmen festlegenEin Satz: Wir analysieren [X] mit Blick auf [Ziel/Zeithorizont].
  2. 10Vier Felder füllenZwei Gruppen: eine sammelt innen (Stärken/Schwächen), eine außen (Chancen/Risiken) — dann tauschen und ergänzen.
  3. 10Kreuz-Runde: Kombinationen lesenStärke × Chance = ausbauen. Schwäche × Risiko = absichern. Je 1–2 Kombinationen konkret benennen.
  4. 5Konsequenzen festhaltenWas folgt daraus — heute entscheidbar oder als Auftrag mitnehmen?

Material

4-Felder-Plakat (innen: Stärken/Schwächen, außen: Chancen/Risiken) · Klebezettel in zwei Farben (innen/außen) · der Analysegegenstand als Satz an der Wand

Woran es in der Praxis hakt

  • Innen und außen vermischt — Stärken/Schwächen sind die EIGENEN, Chancen/Risiken kommen vom Umfeld. Zwei Zettelfarben erzwingen die Trennung.
  • Ohne Bezugsrahmen gesammelt („Stärke: nettes Team“) — vorher festlegen: Stärke im Hinblick worauf, verglichen womit?
  • Nach dem Befüllen ist Schluss — der Wert steckt in der Kreuz-Runde: Welche Stärke nutzt welche Chance, welche Schwäche trifft welches Risiko?

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Verstehen & Recherche

Empathy Map

3060 Min · 2–12 Pers.

Eine Nutzerin auf einem Plakat durchleuchten: Was sagt, denkt, fühlt und tut sie — und wo drückt der Schuh? Macht verstreutes Wissen übers Publikum als ein Bild sichtbar.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Person festlegen & Quadranten erklärenEINE konkrete Person (Persona oder echte Nutzerin) — nicht „die Kunden“.
  2. 10Quadranten füllen: Sagt / Denkt / Fühlt / TutQuadranten auf Paare aufteilen, dann rotieren und ergänzen.
  3. 10Schmerzen & Gewinne ableitenAus den Quadranten nach unten verdichten: Was quält sie, was will sie erreichen?
  4. 5Widersprüche & Hypothesen markierenSagt-Denkt-Lücken einkreisen, unbelegte Zettel kennzeichnen — beides sind Forschungsaufträge.

Material

Empathy-Map-Plakat (Quadranten: Sagt / Denkt / Fühlt / Tut, unten: Schmerzen / Gewinne) · Klebezettel · Persona oder echte Research-Notizen als Futter

Woran es in der Praxis hakt

  • Alles ausgedacht statt beobachtet — Zettel ohne Beleg bekommen eine Markierung (Hypothese) und wandern auf die Test-Liste, sonst malt sich das Team ein Wunschbild.
  • „Sagt“ und „Denkt“ füllen sich mit demselben Inhalt — spannend ist gerade die Lücke: Was sagt sie, denkt aber anders?
  • Die Map als Endprodukt behandelt — sie ist Zwischenlager: Schmerzen und Gewinne müssen in POV-Statements oder WKW-Fragen weiterfließen.

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Ideen finden

Lotus Blossom (Ideen-Raster)

3075 Min · 2–12 Pers.

Ein Thema in der Mitte, acht Unterthemen drumherum — und jedes Unterthema wird selbst zur Mitte eines neuen Rasters. Systematische Breite statt Zufallstreffer: bis zu 64 Ansätze in einer Sitzung.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Kernfrage in die Mitte, Prinzip erklärenMitte = Thema, 8 Felder = Unterthemen — und jedes Unterthema blüht später selbst auf.
  2. 10Runde 1: acht Unterthemen findenAspekte, Zielgruppen, Stellschrauben — noch keine Lösungen.
  3. 5Runde 2: Unterthemen aufblühen lassen4 Blüten parallel in Paaren — jede Blüte bekommt ihr eigenes 3×3.
  4. 10Ernte: die stärksten Felder markierenWo ist es dicht geworden? 3–5 Ansätze für die Weiterarbeit ziehen.

Material

3×3-Raster, groß (Plakat oder Zettel-Matrix an der Wand) · Klebezettel · die Kernfrage als Satz

Woran es in der Praxis hakt

  • Die acht Unterthemen sind schon Lösungen statt Themenfelder — erste Runde sind Aspekte/Richtungen, die Ideen kommen in Runde zwei.
  • Alle 8 Raster vollständig füllen wollen — Vollständigkeit ist nicht das Ziel. Dünne Blüten dürfen dünn bleiben, dicke verraten, wo die Energie liegt.
  • Am Ende 64 Zettel und keine Ernte — die letzten Minuten gehören der Auswahl, sonst erschlägt die Menge das Team.

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Ideen finden

Morphologischer Kasten

3060 Min · 2–10 Pers.

Ein Problem in Parameter zerlegen, je Parameter alle Ausprägungen sammeln — und dann quer durch die Tabelle neue Kombinationen ziehen. Erfindet systematisch, was dem Bauchgefühl nie einfiele.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Parameter festlegen (4–7 Zeilen)Die Stellschrauben des Problems: Woraus besteht jede denkbare Lösung zwingend?
  2. 10Ausprägungen je Parameter sammelnPro Zeile 3–6 Varianten, auch unbequeme — die Tabelle darf provozieren.
  3. 5Kombinationspfade ziehen2–3 Pfade quer durch die Tabelle: einen plausiblen, einen billigen, einen bewusst wilden.
  4. 5Pfade bewerten & einen weiterverfolgenWelcher Pfad überrascht positiv? Der geht ins Prototyping.

Material

Tabelle: Zeilen = Parameter, Spalten = Ausprägungen (Whiteboard/Plakat) · farbige Stifte oder Fäden für die Kombinationspfade

Woran es in der Praxis hakt

  • Parameter überlappen sich — jeder muss unabhängig variierbar sein, sonst produziert der Kasten Scheinvielfalt.
  • Nur die brave Diagonale gezogen: Wer je Zeile die naheliegende Ausprägung wählt, baut das Bestehende nach. Mindestens ein Pfad mit bewusst schrägen Kombinationen.
  • Zu viele Parameter (mehr als 6–7) — der Kasten wird zur Tapete. Lieber wenige entscheidende Stellschrauben.

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Analysieren & Strukturieren

Futures Wheel (Folgen-Rad)

3060 Min · 3–14 Pers.

Ein Ereignis oder eine Entscheidung in die Mitte — und dann in Ringen nach außen denken: Was folgt daraus? Und was folgt aus den Folgen? Macht Nebenwirkungen sichtbar, bevor sie passieren.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Ereignis in die MitteKonkret formulieren: „Ab 2027 gilt X“ statt „Digitalisierung“.
  2. 10Erster Ring: direkte Folgen6–10 unmittelbare Konsequenzen — positiv wie negativ, still sammeln, dann anpinnen.
  3. 5Zweiter Ring: Folgen der FolgenPro Erste-Ring-Folge mindestens eine Weiterung — hier wird es interessant.
  4. 10Markieren: wahrscheinlich × folgenreichDie markierten Äste bekommen je eine Konsequenz: vorbereiten, beobachten oder gestalten?

Material

Große Fläche, Ereignis in der Mitte · Klebezettel in zwei Farben (1. und 2. Ordnung) · Marker für Chancen-/Risiko-Markierung

Woran es in der Praxis hakt

  • Nur Wunsch- oder nur Horrorfolgen — das Rad braucht beides. Explizit nach der jeweils fehlenden Sorte fragen.
  • Folgen 2. Ordnung fehlen — die interessanten Effekte sitzen fast immer im zweiten Ring (die Folge der Folge).
  • Alles bleibt gleich wahrscheinlich — am Ende markieren: Was ist wahrscheinlich UND folgenreich? Nur das verdient Vorbereitung.

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Priorisieren & Entscheiden

Kano-Check (Basis / Leistung / Begeisterung)

3060 Min · 2–12 Pers.

Produktmerkmale in drei Sorten sortieren: Basis (fehlt = Ärger), Leistung (mehr = besser), Begeisterung (überrascht positiv) — schützt davor, Begeisterung zu bauen, wo die Basis wackelt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Drei Kategorien erklärenBasis = wird vorausgesetzt. Leistung = je mehr, desto besser. Begeisterung = unerwartetes Plus.
  2. 15Merkmale einsortierenErst still mit Punkten vor-voten, dann nur die strittigen Karten diskutieren.
  3. 10Konsequenz: Investitions-ReihenfolgeWacklige Basis zuerst, dann Leistung, dann gezielt 1–2 Begeisterer. Strittiges → Nutzerbefragung.

Material

Merkmals-Liste auf Karten (Voraussetzung) · drei Spalten: Basis / Leistung / Begeisterung · Klebepunkte

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Einordnung ist Team-Hypothese, keine Messung — echtes Kano fragt Nutzer:innen paarweise (Wie fänden Sie es MIT / OHNE?). Strittige Merkmale auf die Befragungs-Liste.
  • Begeisterung überschätzt: Begeisterungsmerkmale wirken nur, wenn Basis und Leistung sitzen — Reihenfolge der Investition beachten.
  • Vergessen, dass Merkmale wandern: Gestern Begeisterung, heute Basis (WLAN im Hotel). Die Sortierung datieren.

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Analysieren & Strukturieren

Service Blueprint (Kurzformat)

4590 Min · 3–12 Pers.

Die Journey um das erweitern, was die Kundin nie sieht: Bühne, Backstage und Systeme in Zeilen unter jedem Schritt — zeigt, wo der Service innen reißt, bevor es außen knirscht.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Journey-Schritte aufhängen & Zeilen erklärenSichtbarkeitslinie betonen: oberhalb erlebt die Kundin, unterhalb arbeitet die Organisation.
  2. 20Bühne & Backstage füllenJourney-Abschnitte auf Kleingruppen verteilen — wer den Abschnitt operativ kennt, füllt ihn.
  3. 10Bruchstellen markierenWo reißen Übergaben, wo lebt Wissen in einem Kopf, wo wartet die Kundin? Rot markieren.
  4. 5Top-3-Bruchstellen mit Auftrag versehenJe Bruchstelle: wer prüft was bis wann?

Material

Journey-Schritte als oberste Zeile (Voraussetzung!) · Zeilen-Plakat: Kundenaktion / Bühne (sichtbar) / Backstage (unsichtbar) / Systeme · Klebezettel

Woran es in der Praxis hakt

  • Ohne Journey gestartet — der Blueprint braucht die Kundenschritte als Rückgrat, sonst kartiert man Abteilungen statt Erlebnisse.
  • Nur die Soll-Welt gezeichnet: Der Erkenntniswert liegt im Ist — inklusive der Zettel „das macht Kollegin M. per Hand, weiß nur sie“.
  • Bruchstellen gefunden und nicht geerntet — jede Linie, an der Übergaben haken, braucht am Ende einen Eintrag: wer schaut da rein?

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Ideen finden

Bau-Metaphern (Serious-Play-Prinzip)

4090 Min · 3–12 Pers.

Statt reden: bauen. Jede Person baut ihre Antwort auf die Kernfrage als Modell mit den Händen — dann erzählt das Modell. Holt Stille aus der Reserve und Unaussprechliches auf den Tisch.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)

  1. 10Aufwärm-Bau (Fingerübung)Kleine neutrale Bauaufgabe + 30-Sekunden-Erzählung — danach traut sich jede Hand.
  2. 9Bau zur Kernfrage (still, einzeln)Die Hände denken lassen — es gibt kein falsches Modell. Nicht abgucken müssen: Es zählt die Metapher, nicht die Baukunst.
  3. 16Erzählrunde: jedes Modell sprichtBei 8 Personen je ~2 Min: erzählen, Nachfragen zum Modell — keine Bewertung, keine Deutung durch andere.
  4. 5Muster über die Modelle hinwegWas taucht mehrfach auf, was steht allein? Gemeinsamkeiten und Ausreißer notieren.

Material

Baumaterial pro Person (Bausteine, Knete, Pfeifenreiniger, Pappe — Hauptsache dreidimensional) · Tischfläche · die Kernfrage sichtbar

Woran es in der Praxis hakt

  • Ohne Aufwärm-Bau gestartet — der erste Bau ist immer steif. Eine Trockenübung („Bau einen Turm / dein Wochenende“) löst die Hände.
  • Über das Modell hinweg diskutiert — Regel: Es spricht immer die Person über IHR Modell, das Modell wird nicht von anderen gedeutet. Nachfragen ja, Umdeuten nein.
  • Metaphern zu wörtlich genommen oder belächelt — die Brücke aus drei Steinen IST der Beitrag. Moderation schützt die Bilder.

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Ideen finden

Kopfstand-Methode (Umkehrtechnik)

2045 Min · 2–16 Pers.

Die Frage umdrehen: „Wie vergraulen wir garantiert jede Kundin?“ — Negativ-Ideen sprudeln mühelos, und jede lässt sich in eine echte Verbesserung zurückdrehen. Löst festgefahrene Runden zuverlässig.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Frage umdrehenAus „Wie gewinnen wir X?“ wird „Wie verhindern wir X mit Ansage?“ — je drastischer, desto ergiebiger.
  2. 10Negativ-Ideen sammelnHemmungslos sammeln — die absurdeste Idee ist oft die lehrreichste.
  3. 10Rückdrehen: aus jedem Gift ein GegenmittelPro Negativ-Zettel: Was ist die konkrete positive Praxis dahinter? Paarweise arbeiten geht schnell.
  4. 5Ernte: die 3 stärksten GegenmittelMarkieren, was sofort umsetzbar ist — Kopfstand-Ergebnisse sind oft überraschend praktisch.

Material

Die umgekehrte Frage groß an der Wand · Klebezettel · zweite Fläche für die Rückdrehung

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Umkehrfrage ist lauwarm formuliert — sie muss richtig böse sein („garantiert ruinieren“), sonst zündet der Effekt nicht.
  • Im Negativen steckengeblieben: Die Rückdreh-Runde ist der eigentliche Arbeitsschritt und braucht mindestens so viel Zeit wie das Sammeln.
  • Rückdrehung zu wörtlich (aus „ignorieren“ wird nur „nicht ignorieren“) — die Frage ist: Was wäre das Gegenteil als konkrete Praxis?

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Analysieren & Strukturieren

Wirkungsnetz (System-Map light)

4090 Min · 3–12 Pers.

Die Einflussfaktoren eines Problems als Netz mit Wirkungspfeilen — wer viel bewegt und selbst kaum bewegt wird, ist ein Hebel. Findet die Stellen, an denen sich Eingreifen wirklich lohnt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)

  1. 10Faktoren sammeln & eindampfenStill sammeln, Dubletten mergen, auf 8–12 Faktoren verdichten.
  2. 15Wirkungspfeile ziehenEine Person führt den Stift, alle rufen Pfeile zu — sonst malen sechs Hände Chaos.
  3. 10Hebel & Schleifen identifizierenViel Ausgang + wenig Eingang = Hebel (markieren). Kreise = die Selbstläufer des Problems.
  4. 5Konsequenz: wo greifen wir ein?1–2 Hebel auswählen und mit einer ersten Maßnahme versehen.

Material

Große Fläche, Faktoren auf Karten · Marker für Pfeile (+ verstärkt / − dämpft) · das Systemthema als Frage

Woran es in der Praxis hakt

  • Zu viele Faktoren — ab ~12 wird das Netz zur Spaghetti-Wand. Vorher auf die wichtigsten eindampfen.
  • Pfeile ohne Richtungssinn („hängt zusammen“) — jeder Pfeil braucht Richtung und Vorzeichen, sonst ist es Deko.
  • Hebel gefunden, Schleifen übersehen — sich selbst verstärkende Kreise (A→B→A) erklären, warum das Problem so zäh ist. Explizit danach suchen.

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Verstehen & Recherche

Exploratives Interview

4590 Min · 2–12 Pers.

Offene Nutzer-Interviews in 2er-Teams führen: erzählen lassen statt abfragen — die Feldphase des Design Thinking, direkt aus dem Workshop heraus.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Briefing: Rollen & Haltung2er-Teams bilden (fragen + protokollieren), Leitfaden als Spickzettel, Grundregel: erzählen lassen.
  2. 25Interviews führenBei 8 Personen parallel in mehreren Teams — pro Interview 20–30 Min einplanen.
  3. 10Blitz-Download im TeamDirekt danach, solange es frisch ist: stärkste Zitate, Überraschungen, offene Fragen — je auf einen Zettel.

Material

Interview-Leitfaden (siehe Methode Interview-Leitfaden bauen) · Notizbögen: linke Spalte Zitate, rechte Spalte Beobachtungen · Einverständnis der Interviewten, falls aufgezeichnet wird

Woran es in der Praxis hakt

  • Allein interviewen — im 2er-Team fragt eine Person, die zweite schreibt. Wer beides gleichzeitig macht, verliert die Hälfte.
  • Die Stille füllen — nach einer Antwort drei Sekunden warten. Die besten Sätze kommen nach der Pause.
  • Früh in den Lösungsmodus kippen („Wäre dir geholfen, wenn…?“) — das Interview will verstehen, was ist. Lösungen kommen später.

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Verstehen & Recherche

Experteninterview

3060 Min · 2–10 Pers.

Fachwissen gezielt anzapfen: ein vorbereitetes Gespräch mit einer Person, die das Feld kennt — für die Testphase oder wenn dem Team Domänenwissen fehlt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Vorbereitung: die 3 KernfragenWas wollen wir danach WISSEN? Annahmen oder Prototyp-Aspekte benennen, Reihenfolge festlegen, Rollen klären.
  2. 10Gespräch führenEine Person moderiert, alle anderen notieren. Nachfragen geht vor Vollständigkeit.
  3. 10Download: Was ändert sich für uns?Erkenntnisse auf Zettel, dann sortieren: bestätigt / widerlegt / neu aufgetaucht.

Material

Konkrete Fragen bzw. Annahmen/Prototyp, die geprüft werden sollen · Notizbögen · Timer — Expertengespräche laufen gern über

Woran es in der Praxis hakt

  • Expertenmeinung mit Nutzerrealität verwechseln — Fachleute wissen viel über das Feld und wenig darüber, was DIESE Nutzer:innen morgen tun.
  • Ohne konkrete Fragen reingehen — dann wird es ein Vortrag. Vorher festlegen: Welche 3 Dinge wollen wir danach wissen?
  • Den Monolog laufen lassen — freundlich unterbrechen und zur nächsten Frage ziehen gehört zur Rolle der Moderation.

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Analysieren & Strukturieren

Markt-Trend-Analyse

4590 Min · 2–16 Pers.

Strukturierter Desk-Research-Block: Trends, Wettbewerber und Signale zum Thema sammeln, clustern und in Implikationen für die eigene Challenge übersetzen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Suchfelder aufteilenKleingruppen à 2–3 Personen, jede übernimmt ein Suchfeld.
  2. 20Recherche-SprintPro Fund ein Zettel: Trend/Signal + Quelle + Jahr. Timebox ernst nehmen — Recherche endet nie von allein.
  3. 15Clustern & ImplikationenFunde an der Wand ordnen; pro Cluster einen Satz: „Für unsere Challenge heißt das …“

Material

Laptops oder Smartphones mit Netz · Suchfelder als Karten (Wettbewerber, Technologien, Nutzerverhalten, Regulierung …) · Klebezettel + Wand für die Trend-Landkarte

Woran es in der Praxis hakt

  • Sammeln ohne Frage — vorher festlegen, wofür recherchiert wird, sonst entsteht ein Zettelberg ohne Richtung.
  • Zahlen ungeprüft übernehmen — Quelle und Jahr auf jeden Zettel. Eine Zahl ohne Quelle ist eine Vermutung.
  • Bei der Beschreibung stehen bleiben — der Wert entsteht erst im „Und deshalb…“: Was heißt der Trend für unsere Challenge?

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Verstehen & Recherche

Cultural Probes (Kit entwerfen)

4590 Min · 2–10 Pers.

Ein Selbstdokumentations-Kit für Nutzer:innen entwerfen — Tagebuch-Aufgaben, Foto-Missionen, Karten — das über Tage Einblicke aus dem echten Alltag liefert, wo Beobachtung nicht hinkommt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 10Erkenntnisziele schärfenWas wollen wir aus dem Alltag der Nutzer:innen lernen, das Interviews nicht zeigen?
  2. 20Aufgaben & Artefakte entwerfenIn Paaren Aufgabenideen bauen, dann kuratieren: max. 5–7 Aufgaben, Mix aus Schreiben, Fotografieren, Markieren.
  3. 15Selbst-Test & LogistikJede Aufgabe einmal selbst machen (dauert sie unter 10 Min?), dann Versand, Laufzeit und Rücklauf festlegen.

Material

Erkenntnisziele aus der Challenge · Beispiel-Aufgabenformate (Tagebuchseite, Foto-Mission, Landkarte, Satzanfänge) · Papier, Karten, Umschläge für den Kit-Prototyp

Woran es in der Praxis hakt

  • Zu viele Aufgaben ins Kit packen — nach Tag drei bricht die Motivation. Lieber 5 gute Aufgaben als 15.
  • Aufgaben, die Antworten vorwegnehmen („Fotografiere, was dich an X nervt“) — offen formulieren, überraschen lassen.
  • Kein Rücklauf-Plan — vor dem Versand festlegen: Wie kommen die Probes zurück, wer wertet wann aus?

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Analysieren & Strukturieren

Problem Statement

3060 Min · 2–12 Pers.

Die Synthese-Erkenntnisse zu einem Satz verdichten: Wer braucht was, und welche Einsicht steckt dahinter? Der Satz, an dem sich die ganze Ideation ausrichtet.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Erkenntnisse sichtenPersona und die stärksten Synthese-Erkenntnisse nochmal laut durchgehen — alle auf denselben Stand bringen.
  2. 10Statements entwerfenIn Paaren je 2–3 Entwürfe nach dem Satz-Gerüst bauen.
  3. 10Schärfen & entscheidenEntwürfe nebeneinander hängen, Stärken kombinieren, mit Dot-Voting oder Konsent auf EINEN Satz einigen.

Material

Erkenntnisse/Persona aus der Synthese sichtbar an der Wand · Satz-Gerüst als Plakat: [Nutzer:in] braucht [Bedürfnis], weil [Einsicht] · Klebezettel + dicke Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Lösung versteckt sich schon im Statement („… braucht eine App, die …“) — das Statement beschreibt das Problem, den Lösungsraum lässt es offen.
  • Zu breit („Menschen brauchen bessere Kommunikation“) oder zu eng — der Test: Lassen sich 10 verschiedene Ideen dazu brainstormen, und wäre trotzdem erkennbar, ob eine danebenliegt?
  • Beobachtung statt Einsicht im Weil-Teil — „weil sie wenig Zeit hat“ ist Beobachtung; die Einsicht erklärt, warum es weh tut.

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Ideen finden

Collective Notebook

2045 Min · ab 3 Pers.

Ideenfindung über Tage statt Minuten: Eine feste Frage, ein geteiltes Notizbuch, alle tragen still ein — der Workshop-Block setzt das Notebook auf und startet die erste Runde.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Frage festlegen & Regeln klärenEine Frage, Laufzeit (z. B. 5 Arbeitstage), Rhythmus (täglich 1 Eintrag), keine Kommentare bis zur Ernte.
  2. 5Notebook aufsetzenFormat wählen (Heft, Whiteboard, Doc), Frage auf Seite 1, Ernte-Termin in die Kalender.
  3. 15Erste stille RundeAlle schreiben den ersten Eintrag direkt im Workshop — der Anfang ist gemacht, die Hürde für Tag 2 sinkt.

Material

Eine präzise Ausgangsfrage · Ein geteiltes Notebook (physisches Heft, Whiteboard-Ecke oder geteiltes Doc) · Kalendereintrag für den Ernte-Termin

Woran es in der Praxis hakt

  • Keine feste Frage — ohne präzise Frage wird das Notebook ein Sammelalbum. Die Frage steht auf Seite 1 und ändert sich nicht.
  • Kein Ernte-Termin — ohne festes Ende schläft das Notebook ein. Termin für die Auswertung sofort in alle Kalender.
  • Einträge kommentieren oder bewerten — das Notebook lebt von unzensiertem Nachdenken. Diskutiert wird erst bei der Ernte.

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Priorisieren & Entscheiden

Planning Poker

2045 Min · 3–12 Pers.

Aufwand im Team schätzen, ohne dass die lauteste Stimme gewinnt — alle legen verdeckt, dann wird über die Ausreißer geredet.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Referenz-Eintrag & Skala festlegenEine bekannte, mittelgroße Aufgabe als Anker — daran hängt die ganze Skala.
  2. 5Eintrag vorstellen & Fragen klären
  3. 5Verdeckt schätzen, gleichzeitig aufdeckenGleichzeitig aufdecken, damit niemand abwartet und sich anpasst.
  4. 15Ausreißer begründen, neu legenHöchste und niedrigste Schätzung erklären lassen — meist steckt da unterschiedliches Verständnis.

Material

Schätzkarten (Fibonacci) oder Finger · die Backlog-Einträge sichtbar

Woran es in der Praxis hakt

  • Nicht Stunden schätzen, sondern relative Größe — sonst diskutiert ihr Kalender statt Komplexität.
  • Ausreißer nach oben und unten sind Gold: dort steckt unterschiedliches Verständnis. Erst reden, dann neu legen.
  • Ein Referenz-Eintrag vorab hält die Skala über den Sprint hinweg stabil.

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Analysieren & Strukturieren

Story Splitting

2040 Min · 2–10 Pers.

Einen zu großen Backlog-Eintrag in kleinere, einzeln lieferbare Häppchen schneiden — jedes für sich fertigstellbar und wertvoll.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Den Eintrag gemeinsam verstehenWorum geht es, für wen, warum? Ohne gemeinsames Bild schneidet jede:r woanders.
  2. 5Schnittmuster wählenNach Fällen, Schritten im Nutzerweg, Varianten oder einfach-zuerst.
  3. 15Schneiden & Teile benennen
  4. 5Reihenfolge: welche Scheibe zuerst?Der dünnste Schnitt, der schon echten Wert liefert, geht nach oben.

Material

den großen Eintrag sichtbar · Karten für die Teilstücke

Woran es in der Praxis hakt

  • Nicht nach Arbeitsschritten schneiden (Design, Backend, Test) — dann ist kein Teilstück allein nutzbar.
  • Besser entlang von Nutzen schneiden: verschiedene Fälle, Varianten, der einfachste Weg zuerst.
  • Ist ein Teil immer noch zu groß, ruhig ein zweites Mal schneiden.

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Analysieren & Strukturieren

Definition of Done

2040 Min · 2–12 Pers.

Gemeinsam festlegen, wann etwas wirklich fertig ist — dieselbe Messlatte für alle, damit fertig nicht jedes Mal etwas anderes heißt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Warum & Geltungsbereich klärenGilt das für jede Story? Für Bugs auch? Grenze vorab ziehen.
  2. 10Kriterien still sammeln & clustern
  3. 10Aufs Machbare eindampfenJedes Kriterium: Halten wir das jedes Mal ein? Wenn nicht, raus.
  4. 5Festhalten & sichtbar aufhängen

Material

Flipchart oder Whiteboard für die Kriterien-Liste

Woran es in der Praxis hakt

  • Keine Wunschliste — nur Kriterien, die für jeden Eintrag gelten und die ihr wirklich einhalten könnt.
  • Lieber wenige, harte Kriterien als zwanzig weiche.
  • Die Liste lebt: alle paar Sprints prüfen, ob sie noch passt.

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Priorisieren & Entscheiden

Kapazitäts-Check

1530 Min · 2–15 Pers.

Vor dem Vollpacken ehrlich rechnen, wie viel Zeit das Team im Sprint wirklich hat — Urlaub, Termine, Puffer raus, dann erst zusagen.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Verfügbare Zeit pro PersonUrlaub, freie Tage, andere Projekte gleich abziehen.
  2. 5Fixkosten abziehenMeetings, Support, Bereitschaft — was regelmäßig Zeit frisst.
  3. 20Realistische Obergrenze festhaltenGegen die letzten Sprints prüfen, Puffer stehen lassen.

Material

Team-Kalender / Abwesenheiten · die Leistung der letzten Sprints als Referenz

Woran es in der Praxis hakt

  • Nicht von der Brutto-Zeit ausgehen — Meetings, Support und Urlaub kosten real oft die Hälfte.
  • Die Leistung der letzten Sprints schätzt besser als der Optimismus von heute.
  • Puffer ist kein Luxus: ohne ihn frisst die erste Störung das Sprint-Ziel.

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Analysieren & Strukturieren

Sprint-Ziel schärfen

1530 Min · 2–15 Pers.

Das eine Ergebnis benennen, das der Sprint erreichen soll — ein Satz, der jeder Entscheidung im Sprint die Richtung gibt.

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Ziel-Kandidaten sammelnWas wäre am Ende des Sprints das wertvollste Ergebnis?
  2. 20Auf ein Ziel verdichten
  3. 5Erfolgskriterium formulierenWoran messen wir, dass das Ziel erreicht ist?

Material

Flipchart · das oberste Backlog-Thema sichtbar

Woran es in der Praxis hakt

  • Kein Aufgaben-Sammelsurium — ein Ziel, das auch erreichbar ist, wenn nicht jedes Ticket fertig wird.
  • Prüffrage: Woran merken Außenstehende, dass der Sprint erfolgreich war?
  • Lässt sich das Ziel nicht in einem Satz sagen, ist es noch nicht scharf.

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Reflektieren & Abschließen

Segelboot-Retro

3060 Min · 3–20 Pers.

Die letzte Etappe als Segelboot-Bild: Was treibt uns an (Wind), was bremst (Anker), was droht (Klippen), wohin wollen wir (Insel).

Ablauf & Details

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Bild erklären & Zeitraum absteckenWind = Antrieb, Anker = Bremse, Klippen = Risiken, Insel = Ziel.
  2. 10Still auf allen vier Feldern schreiben
  3. 5Clustern & vorstellen
  4. 10Ein bis zwei Maßnahmen mit VerantwortlichenWenige, konkrete Schritte — jeder mit einer Person, die dranbleibt.

Material

großes Segelboot-Bild (Whiteboard/Flipchart) · Sticky Notes · Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Erst still sammeln, dann reden — sonst prägt die erste Wortmeldung alles.
  • Anker und Klippen nicht als Schuldzuweisung: Prozesse und Umstände, nicht Personen.
  • Aus dem Bild müssen konkrete Maßnahmen mit Verantwortlichen fallen, sonst war es nur Malen.

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Du planst Design Thinking? 54 dieser Methoden sind den sechs Prozessphasen zugeordnet — sortiert nach Phase, mit fertigen Abläufen von 90 Minuten bis zur Sprint-Woche: Design Thinking bei Facilitools.

Viele Methoden leben von Material: Haftnotizen, Marker, Prototyping-Kram. Fertig gepackte Koffer und Kartensets dazu gibt es im Shop.

Methoden als solche sind frei — alle Texte hier sind eigenständig formuliert. Strukturquellen u. a.: Liberating Structures (CC BY-SA 4.0) und die World Café Community Foundation (CC BY-SA 4.0).