Bibliothek

Methoden

Die Bausteine hinter dem Generator: jede Methode mit echtem Ablauf, Zeiten, Material und den Stellen, an denen es in der Praxis hakt. 22 Methoden — die Bibliothek wächst.

Check-in-Runde

1030 Min · 2–40 Personen

Alle kommen einmal zu Wort, bevor es losgeht — holt die Gruppe in den Raum und macht Stimmungen sichtbar.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Frage stellen & Format erklärenEine Frage, die zum Anlass passt — und die Regel: zuhören, nicht kommentieren.
  2. 25Runde: je 1–2 Sätze pro PersonBei 8 Personen sind das etwa 188 Sekunden pro Person.

Material

Sitzordnung mit Sichtkontakt · ggf. Frage sichtbar aufschreiben

Woran es in der Praxis hakt

  • Beiträge werden kommentiert — dann kippt die Runde in eine Diskussion. Regel: Zuhören ohne Antwort.
  • Wird zum Arbeits-Statusbericht statt zum Ankommen — Frage bewusst wählen.
  • Unter Zeitdruck lieber die Ein-Wort-Variante als gar kein Check-in.

Brainwriting 6-3-5

3060 Min · ab 4 Personen

Stilles Ideenschreiben in Runden: 6 Personen, 3 Ideen, 5 Minuten — die Blätter wandern, Ideen bauen aufeinander auf. Deutsche Erfindung (Rohrbach 1968).

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Anmoderation: Leitfrage & RasterblätterBei 8 Personen an 2 Tischen à max. 6 parallel arbeiten.
  2. 153 Schreibrunden à 5 Min, Blatt wandert weiterStill schreiben: 3 Ideen pro Runde. Ab Runde 3 mehr Lesezeit lassen — notfalls auf 7 Min verlängern.
  3. 10Sichten & Dubletten zusammenführenNoch nicht bewerten — nur ordnen. Bewertung ist ein eigener Schritt (z. B. Dot-Voting).

Material

Rasterblatt (3 Spalten × 6 Zeilen) pro Person · Stifte · Timer · Tische mit klarer Weitergaberichtung

Woran es in der Praxis hakt

  • Reden während der Schreibrunden killt den Effekt — striktes Schweigen moderieren.
  • Unleserliche Ideen sind verlorene Ideen — zu Beginn um Klarheit bitten.
  • Für Gruppen, die die Methode nicht kennen, eine kurze Proberunde einplanen.

Crazy 8s (Skizzen-Sprint)

2045 Min · ab 1 Personen

Acht schnelle Lösungsskizzen in acht Minuten — der Zeitdruck drängt über die erste, meist naheliegendste Idee hinaus.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Anmoderation: Blätter falten, Aufgabe schärfen8 Felder, 8 Ideen, 1 Minute pro Feld. Skizze, Stichwort, Symbol — alles erlaubt.
  2. 10Skizzieren: 8 Ideen in 8 MinutenLäuft still und parallel — funktioniert mit jeder Gruppengröße.
  3. 15Vorstellen: ~2 Min pro Person

Material

Blanko-Blatt pro Person (3× gefaltet = 8 Felder) · dicke Stifte · Timer · Wand + Klebeband

Woran es in der Praxis hakt

  • „Ich kann nicht zeichnen“ blockiert — vorab klarmachen: Krakelei ist erwünscht, nur die Idee zählt.
  • Timer nicht verlängern. Der Druck ist Absicht.
  • Wer im ersten Feld perfektioniert, verliert die anderen sieben.

World Café

75180 Min · ab 12 Personen

Gespräche in Café-Atmosphäre: kleine Tische, wechselnde Runden, eine gute Frage pro Runde — Ideen wandern mit den Menschen von Tisch zu Tisch.

Beispiel-Ablauf (75 Min, 8 Personen)

  1. 10Ankommen im Café: Ablauf & Gesprächs-Etikette3 Tische à ~4 Personen. Eine Person pro Tisch bleibt als Gastgeber:in sitzen.
  2. 402 Gesprächsrunden à 20 Min mit TischwechselPro Runde eine Frage. Auf die Tischauflage schreiben und kritzeln — das ist das Gedächtnis des Tisches.
  3. 25Ernte im PlenumMuster und Überraschungen sammeln, nicht jeden Tisch referieren lassen.

Material

Tische à 4 Personen · beschreibbare Tischauflagen (Flipchart-/Packpapier) · bunte dicke Stifte pro Tisch · vorbereitete Fragen · Glocke/Timer

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Fragen entscheiden über alles — vorher sorgfältig formulieren, von persönlich zu systemisch aufbauen.
  • World Café erkundet, es beschließt nicht. Wer eine Entscheidung erwartet, wird frustriert.
  • Table Hosts vorab briefen: zusammenfassen und anschließen lassen, nicht dominieren.

1-2-4-All

1030 Min · ab 4 Personen

Erst still allein, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle: jede Stimme fließt ein, ohne dass das Plenum zerredet. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Frage stellenEine Frage, an der wirklich alle etwas beitragen können.
  2. 251′ allein → 2′ zu zweit → 4′ zu viert → PlenumPro Vierergruppe kommt eine Idee ins Plenum — keine Wiederholungen.

Material

Zettel & Stift pro Person · Glocke/Timer für die Übergänge

Woran es in der Praxis hakt

  • Die stille Einzelphase ist heilig — wer da schon reden lässt, verliert die Introvertierten.
  • Knappes Timing ist Teil der Methode. Lieber eine zweite Runde als eine zähe erste.
  • Im Plenum gilt: eine Konversation. Keine Wiederholungen, nur Neues.

Clustern + Dot-Voting

1545 Min · ab 3 Personen

Ideen ordnen, dann still mit Klebepunkten priorisieren — die Häufung zeigt sofort, wo die Energie der Gruppe liegt.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Gemeinsam clustern & Cluster benennenDubletten zusammenführen. Cluster-Titel von der Gruppe formulieren lassen.
  2. 5Still bepunkten (2–3 Punkte pro Person)Faustregel: Punkte pro Person ≈ ein Viertel der Optionen. Erst alle kleben, dann reden.
  3. 15Häufungen lesen & Top-Themen festhaltenBei Gleichstand: Stichwahl nur zwischen den Spitzenreitern.

Material

Klebepunkte (2–3 pro Person) · Wand/Pinnwand mit den Ideen · Stifte für Cluster-Titel

Woran es in der Praxis hakt

  • Lobbying während des Klebens unterbinden — still voten, sonst gewinnt die lauteste Stimme.
  • Herdenkleben (dahin, wo schon Punkte sind) — bei wichtigen Votes verdeckt abstimmen.
  • Farbcodierung nie ohne zweites Merkmal (Form/Beschriftung) — Farbenblindheit.

Dot-Voting

1525 Min · ab 3 Personen

Stilles Priorisieren mit Klebepunkten — schnell, sichtbar, und die Chefstimme wiegt genauso viel wie jede andere.

Beispiel-Ablauf (25 Min, 8 Personen)

  1. 5Optionen sichten & Regeln ansagen
  2. 5Still bepunkten
  3. 15Auswerten & kurz auf Risiken abklopfen

Material

Klebepunkte · sichtbare Optionen (Wand/Flipchart)

Woran es in der Praxis hakt

  • Vorher festlegen: Wie viele Punkte pro Person? Darf kumuliert werden? Was passiert mit dem Ergebnis?
  • Split-Vote zwischen zwei Favoriten → Stichwahl gleich einplanen.
  • Hierarchie-Effekt: ranghöchste Person klebt zuletzt.

Fishbowl

4570 Min · 10–50 Personen

Ein kleiner Innenkreis diskutiert, alle anderen hören zu — ein freier Gaststuhl lädt ein, sich dazuzusetzen. Tiefe statt Wortmeldungs-Pingpong.

Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)

  1. 5Aufbau & Regeln: Innenkreis, Gaststuhl, LeitfrageWer reden will, setzt sich rein. Wer gesagt hat, was zu sagen war, macht den Platz frei.
  2. 20Gespräch im InnenkreisModeration greift nur ein bei Monopolisierung oder dauerhaft leerem Gaststuhl.
  3. 10Beobachtungen aus dem AußenkreisErst kurz zu zweit sortieren, dann 3–5 Beobachtungen im Plenum.
  4. 10Ergebnisse & offene Fragen sichern

Material

Innenkreis: 4–6 Stühle + 1 leerer Gaststuhl · Außenkreis konzentrisch, ohne Tische · Leitfrage sichtbar · Zettel & Stifte für den Außenkreis

Woran es in der Praxis hakt

  • Häufigster Fehler: Der Innenkreis präsentiert ans Publikum statt miteinander zu reden — sofort einfangen.
  • Bleibt der Gaststuhl leer: Stille aushalten, dann gezielt einladen.
  • Fishbowl sammelt Perspektiven, entscheidet aber nichts — Entscheidung als eigenen Schritt planen.

Retro: Glad – Sad – Mad

3075 Min · 3–15 Personen

Rückblick über drei Gefühlsspalten: Was gab Energie, was war zäh, was hat genervt — still gesammelt, gemeinsam ausgewertet.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Spalten erklären: Glad / Sad / MadEin Ereignis pro Karte.
  2. 10Still Karten schreibenPrivat schreiben schützt vor Gruppendenken — gerade bei heiklen Themen.
  3. 10Clustern & Muster benennen
  4. 5Priorisieren (Punkte) & Themen vertiefenTimebox pro Thema.

Material

Drei Spalten (Board/Flipchart) · Klebezettel · Stifte · Klebepunkte fürs Priorisieren

Woran es in der Praxis hakt

  • Karten öffentlich schreiben erzeugt Konformität — still und für sich schreiben lassen.
  • Ohne Timebox zerfließt die Diskussion — pro Thema 5–10 Min, Punkte entscheiden über die Reihenfolge.
  • Einzelereignisse sind weniger wert als Muster — nach Wiederkehrendem fragen.

Start – Stop – Continue

1545 Min · 3–15 Personen

Aus dem Rückblick werden Verhaltensänderungen: Was fangen wir an, was lassen wir, was behalten wir bei.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Spalten füllen: Start / Stop / ContinueAus der Auswertung ableiten, still vorformulieren.
  2. 20Gemeinsam schärfen & auswählen2–3 Änderungen, konkret formuliert, schlagen zehn vage.

Material

Drei Spalten (Board/Flipchart) · Klebezettel · Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Vage Vorsätze versanden — jede Änderung konkret machen: Was genau, ab wann, woran merken wir's?
  • Zu viele Änderungen auf einmal — lieber 2–3, die wirklich passieren.

Speed-Dating-Runden

1545 Min · ab 10 Personen

Wechselnde Zweiergespräche im Doppelkreis: In kurzer Zeit spricht jede:r mit vielen — auch die Leisen kommen im 1:1 zu Wort.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Aufstellung & Ablauf erklärenInnenkreis blickt nach außen, Außenkreis rotiert. Richtung einmal vormachen.
  2. 205 Gesprächsrunden à ~3 Min + WechselPro Runde dieselbe Einstiegsfrage — der Rest ergibt sich.
  3. 5Kurzer Blick zurück im Plenum

Material

Platz für Doppelkreis oder zwei Stuhlreihen · gut hörbares Signal · Namensschilder

Woran es in der Praxis hakt

  • Vor Runde 1 klären, welcher Kreis rotiert und in welche Richtung — sonst Chaos beim ersten Wechsel.
  • Das Wechselsignal einmal demonstrieren, bevor es zählt.
  • Ungerade Teilnehmerzahl vorher lösen: ein Trio bilden oder Moderation füllt auf.

Action-Board (Wer / Was / Bis wann)

1030 Min · 2–15 Personen

Ergebnis-Sicherung mit Verbindlichkeit: Erst stehen die Namen an der Wand, dann sagt jede Person selbst, was sie übernimmt.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Matrix anlegen — alle Namen zuerstWer zuerst, dann Was: Zusagen vor der Gruppe binden mehr als verteilte Aufgaben.
  2. 25Reihum: eigene Zusagen + TerminJede Person formuliert selbst. Nachfragen: Bis wann? Woran merken wir, dass es passiert ist?

Material

Flipchart/Board mit drei Spalten: Wer / Was / Bis wann · Marker · Foto fürs Protokoll

Woran es in der Praxis hakt

  • Mit der Aufgabenliste statt mit den Namen starten — dann gehören die Aufgaben am Ende niemandem.
  • Einträge ohne Datum versanden zuverlässig.
  • Ohne Nachfassen nach dem Termin bleibt es ein Foto von guten Absichten.

5-Why (Ursachenanalyse)

2560 Min · 3–10 Personen

Fünfmal „Warum?“ hintereinander — führt vom Symptom zur eigentlichen Ursache, bevor jemand an Lösungen denkt.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Problem als einen Satz festnagelnRahmen setzen: Wir untersuchen den Ablauf, nicht die Personen.
  2. 153 Warum-Runden: still notieren, gemeinsam eine Antwort wählenDie gewählte Antwort wird das neue Problem — so gräbt sich die Gruppe Schicht für Schicht tiefer.
  3. 5Gegenprobe an der UrsacheWürde das Beheben dieser Ursache das Ausgangsproblem verhindern? Wenn nein: weitergraben.

Material

Flipchart/Board mit Spalten (Problem, Warum 1–5) · Klebezettel & Stifte · Timer

Woran es in der Praxis hakt

  • Kippt schnell in Schuldzuweisung — vorab rahmen: Wir untersuchen Abläufe, keine Personen.
  • „Fünf“ ist Richtwert, kein Gesetz. Aufhören, wenn die echte Ursache erreicht ist — auch nach drei Warums.
  • Die vermeintliche Ursache gegenprüfen: Würde ihr Beheben das Ausgangsproblem wirklich verhindern?

Konsent-Entscheidung

2575 Min · 3–12 Personen

Entschieden wird, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat — nicht, wenn alle begeistert sind. Tragfähig statt perfekt.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Vorschlag vorstellenAm besten vorab verschickt — dann reicht hier eine Auffrischung.
  2. 5Verständnisfragen (Runde, Pass erlaubt)Nur „Was ist gemeint mit …?“ — noch keine Meinungen.
  3. 10Reaktionsrunde: jede Person einmalDefinierte Länge pro Person, kein Dialog.
  4. 5Einwände prüfen & integrierenEinwände einzeln testen, Vorschlag anpassen, erneut fragen.
  5. 5Beschluss festhaltenMit Prüfdatum: Wann schauen wir, ob die Entscheidung trägt?

Material

Vorschlag schriftlich und für alle sichtbar (aktuelle Fassung!) · Handzeichen-Konvention vereinbaren

Woran es in der Praxis hakt

  • In der Verständnisphase schleichen sich Warum-Fragen ein — freundlich in die Reaktionsrunde verschieben.
  • Die Reaktionsrunde ist keine Diskussion: jede Person einmal, dann weiter.
  • Einwand heißt: belegbarer Schaden fürs gemeinsame Ziel. „Gefällt mir nicht“ ist ein Bedenken — wird notiert, blockiert nicht.

Entscheidungsmatrix (gewichtete Kriterien)

3090 Min · 2–12 Personen

Optionen gegen gewichtete Kriterien bewerten — trennt Bauchgefühl von Fakten und macht die Abwägung für alle sichtbar.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 10Kriterien sammeln & auf 4–6 eindampfenMuss-Kriterien trennen von Nice-to-have.
  2. 5Gewichte verteilenZum Beispiel 10 Punkte gemeinsam auf die Kriterien verteilen.
  3. 5Optionen bewerten (Skala 1–5 je Kriterium)Erst still bewerten, dann Abweichungen besprechen.
  4. 10Summen lesen & Entscheidung diskutierenStarke Teilwerte verschiedener Optionen lassen sich kombinieren.

Material

Matrix an Wand oder Board: Optionen × Kriterien · Marker · ggf. Punkte fürs Gewichten

Woran es in der Praxis hakt

  • Skalen konsistent polen: hoher Wert = wünschenswert. Sonst rechnet die Matrix Unsinn zusammen.
  • Bei stark abweichenden Bewertungen nicht mitteln, sondern kurz klären — da steckt meist die interessante Information.
  • Das Ergebnis ist Diskussionsgrundlage, kein Automat. Wer der Zahl blind folgt, hat die Methode missverstanden.

Soziometrische Aufstellung

1030 Min · 8–150 Personen

Der Raum wird zur Landkarte: Die Gruppe stellt sich nach Herkunft, Erfahrung oder Haltung auf — macht Vielfalt in Minuten sichtbar, ohne Vorstellungsrunde.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Prinzip & Stille-Signal erklärenDer Raum ist die Landkarte — die Gruppe sortiert sich selbst.
  2. 253 Aufstellungs-Runden mit wechselnden FragenPro Runde: aufstellen, kurz mit den Nächststehenden reden, zwei bis drei Stimmen ins Plenum holen.

Material

Freie Fläche (auch draußen) · Stille-Signal (Glocke, Klangschale)

Woran es in der Praxis hakt

  • Ohne vereinbartes Stille-Signal kippt die Übung ins Dauerplappern.
  • Rand-Positionen ausdrücklich willkommen heißen — wer allein steht, liefert oft den interessantesten Blick.
  • Kurze Verwirrung beim Einsortieren ist normal und gehört dazu — nicht wegmoderieren.

Timeline-Rückblick

3090 Min · 3–30 Personen

Die Gruppe füllt gemeinsam einen Zeitstrahl mit Ereignissen — viele Perspektiven werden ein Gesamtbild, Muster springen ins Auge.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Zeitstrahl & Zweck erklärenEs geht um das Gesamtbild aus vielen Blickwinkeln — nicht um Vollständigkeit.
  2. 10Still Ereignis-Karten schreibenWas war denkwürdig? Ein Ereignis pro Karte.
  3. 10Karten chronologisch hängen & ablaufenBeim Ablaufen dürfen spontan Karten dazukommen.
  4. 5Muster & Energieverläufe besprechenWo waren Hochs, wo Tiefs — und was hat sie ausgelöst?

Material

Langes Papier an der Wand, vorab mit Zeitmarken (Meilensteine, Monate) · Karten/Klebezettel & Marker pro Person

Woran es in der Praxis hakt

  • Ein Ereignis pro Karte — und es muss nur für eine Person bedeutsam sein, kein Gruppenkonsens nötig.
  • Die Gruppe produziert mehr Karten als sie besprechen kann: fürs Auswerten Punkte setzen lassen statt alles durchgehen.
  • Leserlich schreiben aktiv einfordern — unlesbare Karten sind verlorene Geschichte.

Galerie-Rundgang

2590 Min · 8–60 Personen

Ergebnisse hängen wie in einer Ausstellung — Kleingruppen rotieren, lesen, kommentieren und bauen auf den Kommentaren der anderen auf.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Briefing: Ablauf, Takt, leise Stimmen3 Stationen, Gruppen à 3–5, Wechsel auf Signal.
  2. 10Rotation: 3 Stationen à ~5 MinAuf vorhandene Kommentare reagieren, nicht nur senden.
  3. 5Zurück zur eigenen Station: still lesenWas haben die anderen dagelassen?
  4. 10Plenum: nur ÜberraschendesMax. 2 Min pro Gruppe — keine Zweitpräsentation.

Material

Eine Station pro Thema mit konkreter Leitfrage, selbsterklärend · Dicke Marker (eine Farbe pro Gruppe) · Klebezettel, Signal für den Wechsel

Woran es in der Praxis hakt

  • Vage Leitfragen produzieren „Gefällt mir“-Kommentare — pro Station eine konkrete Frage aufhängen.
  • Mehr als 8 Minuten pro Station ermüdet — lieber kürzer takten.
  • Die Poster müssen ohne mündliche Erklärung funktionieren, sonst stirbt die Rotation.

Story Circles (Erzählrunden)

4090 Min · ab 6 Personen

Kleine Runden, feste Redezeit, keine Unterbrechungen: Persönliche Geschichten schaffen in einer Stunde mehr Nähe als jeder Stehempfang.

Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)

  1. 5Gruppen bilden & Regeln erklärenFeste Redezeit, keine Unterbrechungen, keine Nachfragen bis alle erzählt haben.
  2. 10Runde 1: Aufwärm-Geschichte (~2 Min pro Person)
  3. 15Runde 2: die eigentliche Geschichte (~3 Min pro Person)Impuls mit Substanz — etwas, das eine echte Erfahrung berührt.
  4. 5Blitz-Erinnerungen: je 15 Sek pro GeschichteJede:r nennt den denkwürdigsten Moment — der Beweis, dass zugehört wurde.
  5. 5Auswertung in der RundeGemeinsame Themen? Was hat überrascht?

Material

Stuhlkreise für Gruppen à 4–6 · Timer · vorbereitete Erzähl-Impulse

Woran es in der Praxis hakt

  • Das Unterbrechungsverbot ist der Kern: zugehört wird, um zu verstehen — nicht, um zu antworten.
  • Redezeiten konsequent halten — die Gleichheit der Zeit macht die Sicherheit der Runde aus.
  • Gruppen bewusst divers mischen, nicht nach Sympathie zusammenwürfeln lassen.

Themen-Kanban (Lean-Coffee-Prinzip)

3090 Min · 3–12 Personen

Agenda-loses Arbeitstreffen: Die Gruppe schreibt Themen, votet, und diskutiert in strengen Timeboxen — es wird genau das besprochen, was die Gruppe wirklich interessiert.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Themen auf Karten schreiben (eins pro Karte)
  2. 10Kurz vorstellen & mit Punkten voten1–2 Sätze pro Thema, 2–3 Punkte pro Person.
  3. 10Diskussion in Timeboxen: 5 Min, dann Daumen-VotumDaumen hoch = 3 Min weiter, Daumen runter = nächstes Thema.
  4. 5Ergebnisse & Aufgaben sichern

Material

Board mit drei Spalten: Besprechen / In Arbeit / Fertig · Klebezettel & Stifte · Klebepunkte · Timer

Woran es in der Praxis hakt

  • Es gibt keine Agenda, bevor gevotet wurde — auch nicht für die Chefin.
  • Themenvorstellung strikt kurz halten (1–2 Sätze), sonst ist die Diskussion schon gelaufen.
  • Beschlüsse und Aufgaben sofort in einer eigenen Spalte sichern, sonst verdampfen sie.

Open Space (Kurzform)

120240 Min · ab 15 Personen

Die Teilnehmenden machen ihre eigene Agenda: Wer ein Thema hat, ruft eine Session aus — Selbstorganisation für Gruppen ab ~20, in der Halbtags-Variante.

Beispiel-Ablauf (120 Min, 8 Personen)

  1. 20Eröffnungskreis: Thema, Prinzipien, Gesetz der zwei Füße
  2. 15Marktplatz: Themen ausrufen & Agenda-Wand füllenModeration sortiert nicht und bewertet nicht.
  3. 651 Session-Runde à ~60 Min (parallel)Themengeber:in eröffnet, jede Session schreibt einen kurzen Ergebnis-Zettel.
  4. 20Abschlusskreis & ErnteKurzberichte, dann: Was braucht einen nächsten Schritt, und wer nimmt ihn?

Material

Stuhlkreis ohne Tische · Leere Agenda-Wand mit Zeit-/Raum-Raster · Große Karten & dicke Marker · Breakout-Flächen (Ecken und Flure zählen)

Woran es in der Praxis hakt

  • Ein vorbestimmtes Wunschergebnis ist das K.-o.-Kriterium — Open Space funktioniert nur mit echter Offenheit.
  • Die Moderation hält den Raum, sie füllt ihn nicht — Über-Moderation erstickt das Format.
  • Ohne Session-Doku verpufft alles: Ergebnisse sichtbar aushängen, binnen 48 Stunden an alle.

Wie-können-wir-Fragen

2060 Min · 2–12 Personen

Erkenntnisse in öffnende Fragen verwandeln: Das Scharnier zwischen Problem-Verstehen und Ideen-Entwickeln.

Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)

  1. 5Erkenntnisse sichtenWelche Problem-Sätze sollen zu Fragen werden?
  2. 10Still Wie-können-wir-Fragen schreibenMehrere Fragen pro Erkenntnis sind erwünscht.
  3. 10Fragen schärfen: weit genug? eng genug?Lässt die Frage viele Lösungen zu — und bleibt sie trotzdem am Problem?
  4. 5Die stärksten Fragen auswählenZwei bis drei reichen als Sprungbrett in die Ideenfindung.

Material

Erkenntnisse/Problem-Sätze aus der Analyse (Voraussetzung!) · Klebezettel & Stifte

Woran es in der Praxis hakt

  • Keine Lösung in die Frage schmuggeln — „Wie können wir eine App bauen, die …“ hat die Antwort schon festgelegt.
  • Positiv formulieren: auf das gewünschte Ergebnis zielen, nicht auf das Verhindern von Symptomen.
  • Ohne echte Erkenntnis darunter wird es generisch — dann erst einen Schritt zurück.

Methoden als solche sind frei — alle Texte hier sind eigenständig formuliert. Strukturquellen u. a.: Liberating Structures (CC BY-SA), The World Café (CC BY).