Die Bausteine hinter dem Generator: jede Methode mit echtem Ablauf, Zeiten, Material und den Stellen, an denen es in der Praxis hakt. Filter nach Zweck, Phase, Anlass, Zeit und Gruppengröße, oder tipp ins Suchfeld. Lieber drei Vorschläge? Der Methoden-Finder fragt nach Anlass, Gruppe und Zeit. Nach Anlass gesammelt: Sammlungen, oft verwechselt: Vergleiche. Schaubilder für Folien und Artikel: Grafiken zum Einbetten.
Ankommen & Aktivieren10–30 Min · 2–40 Pers.
Alle kommen einmal zu Wort, bevor es losgeht — holt die Gruppe in den Raum und macht Stimmungen sichtbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Frage stellen & Format erklären — Eine Frage, die zum Anlass passt. Regel: zuhören und stehen lassen.
- 25′Runde: je 1–2 Sätze pro Person — Bei 8 Personen sind das etwa 188 Sekunden pro Person.
Material
Sitzordnung mit Sichtkontakt · ggf. Frage sichtbar aufschreiben
Woran es in der Praxis hakt
- Beiträge werden kommentiert — dann kippt die Runde in eine Diskussion. Regel: Zuhören ohne Antwort.
- Wird zum Arbeits-Statusbericht — Frage so wählen, dass sie aufs Ankommen zielt.
- Unter Zeitdruck lieber die Ein-Wort-Variante als gar kein Check-in.
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Verstehen & Recherche5–45 Min · ab 2 Pers.
Ein kurzer, klar gebauter Input, der die Gruppe auf denselben Stand bringt und eine Frage für die Arbeit danach hinterlässt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 3′Einstieg: Frage, Beispiel oder Zahl, die hängen bleibt — Sofort klar machen, wozu die Gruppe das braucht.
- 22′Kernbotschaften in Häppchen, dazwischen kurz nachfragen — Jede Botschaft mit einem Beispiel aus der Welt der Teilnehmenden.
- 5′Rückfragen und Brücke zur nächsten Übung — Mit der Leitfrage enden, an der die Gruppe gleich weiterarbeitet.
Material
Beamer, Whiteboard-Folien oder Flipchart · Kernbotschaften sichtbar aufgeschrieben · Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Zu viel Stoff — mehr als drei Kernbotschaften behält niemand. Lieber streichen als schneller reden.
- Länger als 15 Minuten am Stück ohne Unterbrechung — danach sinkt die Aufmerksamkeit. Längere Inputs in Häppchen teilen und dazwischen etwas tun lassen.
- Der Input endet ohne Brücke — die Leitfrage für die nächste Übung gehört auf die letzte Folie.
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Ideen finden30–60 Min · ab 4 Pers.
Stilles Ideenschreiben in Runden: 6 Personen, 3 Ideen, 5 Minuten — die Blätter wandern, Ideen bauen aufeinander auf. Deutsche Erfindung (Rohrbach 1968).
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Anmoderation: Leitfrage & Rasterblätter — Bei 8 Personen an 2 Tischen à max. 6 parallel arbeiten.
- 15′3 Schreibrunden à 5 Min, Blatt wandert weiter — Still schreiben: 3 Ideen pro Runde. Ab Runde 3 mehr Lesezeit lassen — notfalls auf 7 Min verlängern.
- 10′Sichten & Dubletten zusammenführen — Noch nicht bewerten — nur ordnen. Bewertung ist ein eigener Schritt (z. B. Dot-Voting).
Material
Rasterblatt (3 Spalten × 6 Zeilen) pro Person · Stifte · Timer · Tische mit klarer Weitergaberichtung
Woran es in der Praxis hakt
- Reden während der Schreibrunden killt den Effekt — striktes Schweigen moderieren.
- Unleserliche Ideen sind verlorene Ideen — zu Beginn um Klarheit bitten.
- Für Gruppen, die die Methode nicht kennen, eine kurze Proberunde einplanen.
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Ideen finden20–45 Min · ab 1 Pers.
Acht schnelle Lösungsskizzen in acht Minuten — der Zeitdruck drängt über die erste, meist naheliegendste Idee hinaus.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Anmoderation: Blätter falten, Aufgabe schärfen — 8 Felder, 8 Ideen, 1 Minute pro Feld. Skizze, Stichwort, Symbol — alles erlaubt.
- 10′Skizzieren: 8 Ideen in 8 Minuten — Läuft still und parallel — funktioniert mit jeder Gruppengröße.
- 15′Vorstellen: ~2 Min pro Person
Material
Blanko-Blatt pro Person (3× gefaltet = 8 Felder) · dicke Stifte · Timer · Wand + Klebeband
Woran es in der Praxis hakt
- „Ich kann nicht zeichnen“ blockiert — vorab klarmachen: Krakelei ist erwünscht, nur die Idee zählt.
- Timer nicht verlängern. Der Druck ist Absicht.
- Wer im ersten Feld perfektioniert, verliert die anderen sieben.
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Austauschen & Diskutieren75–180 Min · ab 12 Pers.
Gespräche in Café-Atmosphäre: kleine Tische, wechselnde Runden, eine gute Frage pro Runde — Ideen wandern mit den Menschen von Tisch zu Tisch.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (75 Min, 8 Personen)
- 10′Ankommen im Café: Ablauf & Gesprächs-Etikette — 3 Tische à ~4 Personen. Eine Person pro Tisch bleibt als Gastgeber:in sitzen.
- 40′2 Gesprächsrunden à 20 Min mit Tischwechsel — Pro Runde eine Frage. Auf die Tischauflage schreiben und kritzeln — das ist das Gedächtnis des Tisches.
- 25′Ernte im Plenum — Muster und Überraschungen sammeln; auf Einzelberichte pro Tisch verzichten.
Material
Tische à 4 Personen · beschreibbare Tischauflagen (Flipchart-/Packpapier) · bunte dicke Stifte pro Tisch · vorbereitete Fragen · Glocke/Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Die Fragen entscheiden über alles — vorher sorgfältig formulieren, von persönlich zu systemisch aufbauen.
- World Café erkundet, es beschließt nicht. Wer eine Entscheidung erwartet, wird frustriert.
- Table Hosts vorab briefen: kurz zusammenfassen und die Neuen anschließen lassen.
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Austauschen & Diskutieren10–30 Min · ab 4 Pers.
Erst still allein, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle: jede Stimme fließt ein, ohne dass das Plenum zerredet. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Frage stellen — Eine Frage, an der wirklich alle etwas beitragen können.
- 25′1′ allein → 2′ zu zweit → 4′ zu viert → Plenum — Pro Vierergruppe kommt eine Idee ins Plenum — keine Wiederholungen.
Material
Zettel & Stift pro Person · Glocke/Timer für die Übergänge
Woran es in der Praxis hakt
- Die stille Einzelphase ist heilig — wer da schon reden lässt, verliert die Introvertierten.
- Knappes Timing ist Teil der Methode. Lieber eine zweite Runde als eine zähe erste.
- Im Plenum gilt: eine Konversation. Keine Wiederholungen, nur Neues.
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Priorisieren & Entscheiden15–45 Min · ab 3 Pers.
Ideen ordnen, dann still mit Klebepunkten priorisieren — die Häufung zeigt sofort, wo die Energie der Gruppe liegt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Gemeinsam clustern & Cluster benennen — Dubletten zusammenführen. Cluster-Titel von der Gruppe formulieren lassen.
- 5′Still bepunkten (2–3 Punkte pro Person) — Faustregel: Punkte pro Person ≈ ein Viertel der Optionen. Erst alle kleben, dann reden.
- 15′Häufungen lesen & Top-Themen festhalten — Bei Gleichstand: Stichwahl nur zwischen den Spitzenreitern.
Material
Klebepunkte (2–3 pro Person) · Wand/Pinnwand mit den Ideen · Stifte für Cluster-Titel
Woran es in der Praxis hakt
- Lobbying während des Klebens unterbinden — still voten, sonst gewinnt die lauteste Stimme.
- Herdenkleben (dahin, wo schon Punkte sind) — bei wichtigen Votes verdeckt abstimmen.
- Farbcodierung nie ohne zweites Merkmal (Form/Beschriftung) — Farbenblindheit.
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Priorisieren & Entscheiden15–25 Min · ab 3 Pers.
Stilles Priorisieren mit Klebepunkten — schnell, sichtbar, und die Chefstimme wiegt genauso viel wie jede andere.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (25 Min, 8 Personen)
- 5′Optionen sichten & Regeln ansagen
- 5′Still bepunkten
- 15′Auswerten & kurz auf Risiken abklopfen
Material
Klebepunkte · sichtbare Optionen (Wand/Flipchart)
Woran es in der Praxis hakt
- Vorher festlegen: Wie viele Punkte pro Person? Darf kumuliert werden? Was passiert mit dem Ergebnis?
- Split-Vote zwischen zwei Favoriten → Stichwahl gleich einplanen.
- Hierarchie-Effekt: ranghöchste Person klebt zuletzt.
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Austauschen & Diskutieren45–70 Min · 10–50 Pers.
Ein kleiner Innenkreis diskutiert, alle anderen hören zu — ein freier Gaststuhl lädt ein, sich dazuzusetzen. Tiefe statt Wortmeldungs-Pingpong.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Aufbau & Regeln: Innenkreis, Gaststuhl, Leitfrage — Wer reden will, setzt sich rein. Wer gesagt hat, was zu sagen war, macht den Platz frei.
- 20′Gespräch im Innenkreis — Moderation greift nur ein bei Monopolisierung oder dauerhaft leerem Gaststuhl.
- 10′Beobachtungen aus dem Außenkreis — Erst kurz zu zweit sortieren, dann 3–5 Beobachtungen im Plenum.
- 10′Ergebnisse & offene Fragen sichern
Material
Innenkreis: 4–6 Stühle + 1 leerer Gaststuhl · Außenkreis konzentrisch, ohne Tische · Leitfrage sichtbar · Zettel & Stifte für den Außenkreis
Woran es in der Praxis hakt
- Häufigster Fehler: Der Innenkreis präsentiert ans Publikum statt miteinander zu reden — sofort einfangen.
- Bleibt der Gaststuhl leer: Stille aushalten, dann gezielt einladen.
- Fishbowl sammelt Perspektiven, entscheidet aber nichts — Entscheidung als eigenen Schritt planen.
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Reflektieren & Abschließen30–75 Min · 3–15 Pers.
Rückblick über drei Gefühlsspalten: Was gab Energie, was war zäh, was hat genervt — still gesammelt, gemeinsam ausgewertet.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Spalten erklären: Glad / Sad / Mad — Ein Ereignis pro Karte.
- 10′Still Karten schreiben — Privat schreiben schützt vor Gruppendenken — gerade bei heiklen Themen.
- 10′Clustern & Muster benennen
- 5′Priorisieren (Punkte) & Themen vertiefen — Timebox pro Thema.
Material
Drei Spalten (Whiteboard/Flipchart) · Klebezettel · Stifte · Klebepunkte fürs Priorisieren
Woran es in der Praxis hakt
- Karten öffentlich schreiben erzeugt Konformität — still und für sich schreiben lassen.
- Ohne Timebox zerfließt die Diskussion — pro Thema 5–10 Min, Punkte entscheiden über die Reihenfolge.
- Einzelereignisse sind weniger wert als Muster — nach Wiederkehrendem fragen.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen15–45 Min · 3–15 Pers.
Aus dem Rückblick werden Verhaltensänderungen: Was fangen wir an, was lassen wir, was behalten wir bei.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Spalten füllen: Start / Stop / Continue — Aus der Auswertung ableiten, still vorformulieren.
- 20′Gemeinsam schärfen & auswählen — 2–3 Änderungen, konkret formuliert, schlagen zehn vage.
Material
Drei Spalten (Whiteboard/Flipchart) · Klebezettel · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Vage Vorsätze versanden — jede Änderung konkret machen: Was genau, ab wann, woran merken wir's?
- Zu viele Änderungen auf einmal — lieber 2–3, die wirklich passieren.
→ In eine Agenda übernehmen
Ankommen & Aktivieren15–45 Min · ab 10 Pers.
Wechselnde Zweiergespräche im Doppelkreis: In kurzer Zeit spricht jede:r mit vielen — auch die Leisen kommen im 1:1 zu Wort.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Aufstellung & Ablauf erklären — Innenkreis blickt nach außen, Außenkreis rotiert. Richtung einmal vormachen.
- 20′5 Gesprächsrunden à ~3 Min + Wechsel — Pro Runde dieselbe Einstiegsfrage — der Rest ergibt sich.
- 5′Kurzer Blick zurück im Plenum
Material
Platz für Doppelkreis oder zwei Stuhlreihen · gut hörbares Signal · Namensschilder
Woran es in der Praxis hakt
- Vor Runde 1 klären, welcher Kreis rotiert und in welche Richtung — sonst Chaos beim ersten Wechsel.
- Das Wechselsignal einmal demonstrieren, bevor es zählt.
- Ungerade Teilnehmerzahl vorher lösen: ein Trio bilden oder Moderation füllt auf.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen10–30 Min · 2–15 Pers.
Ergebnis-Sicherung mit Verbindlichkeit: Erst stehen die Namen an der Wand, dann sagt jede Person selbst, was sie übernimmt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Matrix anlegen — alle Namen zuerst — Wer zuerst, dann Was: Zusagen vor der Gruppe binden mehr als verteilte Aufgaben.
- 25′Reihum: eigene Zusagen + Termin — Jede Person formuliert selbst. Nachfragen: Bis wann? Woran merken wir, dass es passiert ist?
Material
Flipchart/Whiteboard mit drei Spalten: Wer / Was / Bis wann · Marker · Foto fürs Protokoll
Woran es in der Praxis hakt
- Mit der Aufgabenliste statt mit den Namen starten — dann gehören die Aufgaben am Ende niemandem.
- Einträge ohne Datum versanden zuverlässig.
- Ohne Nachfassen nach dem Termin bleibt es ein Foto von guten Absichten.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren25–60 Min · 3–10 Pers.
Fünfmal „Warum?“ hintereinander — führt vom Symptom zur eigentlichen Ursache, bevor jemand an Lösungen denkt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Problem als einen Satz festnageln — Rahmen setzen: Wir untersuchen den Ablauf.
- 15′3 Warum-Runden: still notieren, gemeinsam eine Antwort wählen — Die gewählte Antwort wird das neue Problem — so gräbt sich die Gruppe Schicht für Schicht tiefer.
- 5′Gegenprobe an der Ursache — Würde das Beheben dieser Ursache das Ausgangsproblem verhindern? Wenn nein: weitergraben.
Material
Flipchart/Whiteboard mit Spalten (Problem, Warum 1–5) · Klebezettel & Stifte · Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Kippt schnell in Schuldzuweisung — vorab rahmen: Wir untersuchen Abläufe.
- „Fünf“ ist ein Richtwert. Aufhören, wenn die echte Ursache erreicht ist — auch nach drei Warums.
- Die vermeintliche Ursache gegenprüfen: Würde ihr Beheben das Ausgangsproblem wirklich verhindern?
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden25–75 Min · 3–12 Pers.
Entschieden wird, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat. Begeisterung ist keine Bedingung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Vorschlag vorstellen — Am besten vorab verschickt — dann reicht hier eine Auffrischung.
- 5′Verständnisfragen (Runde, Pass erlaubt) — Nur „Was ist gemeint mit …?“ — noch keine Meinungen.
- 10′Reaktionsrunde: jede Person einmal — Definierte Länge pro Person, ohne Dialog.
- 5′Einwände prüfen & integrieren — Einwände einzeln testen, Vorschlag anpassen, erneut fragen.
- 5′Beschluss festhalten — Mit Prüfdatum: Wann schauen wir, ob die Entscheidung noch passt?
Material
Vorschlag schriftlich und für alle sichtbar (aktuelle Fassung!) · Handzeichen-Konvention vereinbaren
Woran es in der Praxis hakt
- In der Verständnisphase schleichen sich Warum-Fragen ein — freundlich in die Reaktionsrunde verschieben.
- Die Reaktionsrunde ist keine Diskussion: jede Person einmal, dann weiter.
- Einwand heißt: belegbarer Schaden fürs gemeinsame Ziel. „Gefällt mir nicht“ ist ein Bedenken — wird notiert, blockiert nicht.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden30–90 Min · 2–12 Pers.
Optionen gegen gewichtete Kriterien bewerten — trennt Bauchgefühl von Fakten und macht die Abwägung für alle sichtbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Kriterien sammeln & auf 4–6 eindampfen — Muss-Kriterien trennen von Nice-to-have.
- 5′Gewichte verteilen — Zum Beispiel 10 Punkte gemeinsam auf die Kriterien verteilen.
- 5′Optionen bewerten (Skala 1–5 je Kriterium) — Erst still bewerten, dann Abweichungen besprechen.
- 10′Summen lesen & Entscheidung diskutieren — Starke Teilwerte verschiedener Optionen lassen sich kombinieren.
Material
Matrix an Wand oder Whiteboard: Optionen × Kriterien · Marker · ggf. Punkte fürs Gewichten
Woran es in der Praxis hakt
- Skalen konsistent polen: hoher Wert = wünschenswert. Sonst rechnet die Matrix Unsinn zusammen.
- Bei stark abweichenden Bewertungen kurz klären, woher der Unterschied kommt. Ein Mittelwert verdeckt genau die interessante Information.
- Das Ergebnis ist eine Diskussionsgrundlage. Wer der Zahl blind folgt, hat die Methode missverstanden.
→ In eine Agenda übernehmen
Ankommen & Aktivieren10–30 Min · 8–150 Pers.
Der Raum wird zur Landkarte: Die Gruppe stellt sich nach Herkunft, Erfahrung oder Haltung auf — macht Vielfalt in Minuten sichtbar, ohne Vorstellungsrunde.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Prinzip & Stille-Signal erklären — Der Raum ist die Landkarte — die Gruppe sortiert sich selbst.
- 25′3 Aufstellungs-Runden mit wechselnden Fragen — Pro Runde: aufstellen, kurz mit den Nächststehenden reden, zwei bis drei Stimmen ins Plenum holen.
Material
Freie Fläche (auch draußen) · Stille-Signal (Glocke, Klangschale)
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne vereinbartes Stille-Signal kippt die Übung ins Dauerplappern.
- Rand-Positionen ausdrücklich willkommen heißen — wer allein steht, liefert oft den interessantesten Blick.
- Kurze Verwirrung beim Einsortieren ist normal und gehört dazu — nicht wegmoderieren.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen30–90 Min · 3–30 Pers.
Die Gruppe füllt gemeinsam einen Zeitstrahl mit Ereignissen — viele Perspektiven werden ein Gesamtbild, Muster springen ins Auge.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Zeitstrahl & Zweck erklären — Es geht um das Gesamtbild aus vielen Blickwinkeln — nicht um Vollständigkeit.
- 10′Still Ereignis-Karten schreiben — Was war denkwürdig? Ein Ereignis pro Karte.
- 10′Karten chronologisch hängen & ablaufen — Beim Ablaufen dürfen spontan Karten dazukommen.
- 5′Muster & Energieverläufe besprechen — Wo waren Hochs, wo Tiefs — und was hat sie ausgelöst?
Material
Langes Papier an der Wand, vorab mit Zeitmarken (Meilensteine, Monate) · Karten/Klebezettel & Marker pro Person
Woran es in der Praxis hakt
- Ein Ereignis pro Karte — und es muss nur für eine Person bedeutsam sein, kein Gruppenkonsens nötig.
- Die Gruppe produziert mehr Karten als sie besprechen kann: fürs Auswerten Punkte setzen lassen statt alles durchgehen.
- Leserlich schreiben aktiv einfordern — unlesbare Karten sind verlorene Geschichte.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren25–90 Min · 8–60 Pers.
Ergebnisse hängen wie in einer Ausstellung — Kleingruppen rotieren, lesen, kommentieren und bauen auf den Kommentaren der anderen auf.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Briefing: Ablauf, Takt, leise Stimmen — 3 Stationen, Gruppen à 3–5, Wechsel auf Signal.
- 10′Rotation: 3 Stationen à ~5 Min — Vorhandene Kommentare lesen und darauf antworten.
- 5′Zurück zur eigenen Station: still lesen — Was haben die anderen dagelassen?
- 10′Plenum: nur Überraschendes — Max. 2 Min pro Gruppe — keine Zweitpräsentation.
Material
Eine Station pro Thema mit konkreter Leitfrage, selbsterklärend · Dicke Marker (eine Farbe pro Gruppe) · Klebezettel, Signal für den Wechsel
Woran es in der Praxis hakt
- Vage Leitfragen produzieren „Gefällt mir“-Kommentare — pro Station eine konkrete Frage aufhängen.
- Mehr als 8 Minuten pro Station ermüdet — lieber kürzer takten.
- Die Poster müssen ohne mündliche Erklärung funktionieren, sonst stirbt die Rotation.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren40–90 Min · ab 6 Pers.
Kleine Runden, feste Redezeit, keine Unterbrechungen: Persönliche Geschichten schaffen in einer Stunde mehr Nähe als jeder Stehempfang.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)
- 5′Gruppen bilden & Regeln erklären — Feste Redezeit, keine Unterbrechungen, keine Nachfragen bis alle erzählt haben.
- 10′Runde 1: Aufwärm-Geschichte (~2 Min pro Person)
- 15′Runde 2: die eigentliche Geschichte (~3 Min pro Person) — Impuls mit Substanz — etwas, das eine echte Erfahrung berührt.
- 5′Blitz-Erinnerungen: je 15 Sek pro Geschichte — Jede:r nennt den denkwürdigsten Moment — der Beweis, dass zugehört wurde.
- 5′Auswertung in der Runde — Gemeinsame Themen? Was hat überrascht?
Material
Stuhlkreise für Gruppen à 4–6 · Timer · vorbereitete Erzähl-Impulse
Woran es in der Praxis hakt
- Das Unterbrechungsverbot ist der Kern: zugehört wird, um zu verstehen. Niemand antwortet.
- Redezeiten konsequent halten — die Gleichheit der Zeit macht die Sicherheit der Runde aus.
- Gruppen bewusst divers mischen und die Zusammensetzung selbst festlegen.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren30–90 Min · 3–12 Pers.
Agenda-loses Arbeitstreffen: Die Gruppe schreibt Themen, votet, und diskutiert in strengen Timeboxen — es wird genau das besprochen, was die Gruppe wirklich interessiert.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Themen auf Karten schreiben (eins pro Karte)
- 10′Kurz vorstellen & mit Punkten voten — 1–2 Sätze pro Thema, 2–3 Punkte pro Person.
- 10′Diskussion in Timeboxen: 5 Min, dann Daumen-Votum — Daumen hoch = 3 Min weiter, Daumen runter = nächstes Thema.
- 5′Ergebnisse & Aufgaben sichern
Material
Whiteboard mit drei Spalten: Besprechen / In Arbeit / Fertig · Klebezettel & Stifte · Klebepunkte · Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Es gibt keine Agenda, bevor gevotet wurde — auch nicht für die Chefin.
- Themenvorstellung strikt kurz halten (1–2 Sätze), sonst ist die Diskussion schon gelaufen.
- Beschlüsse und Aufgaben sofort in einer eigenen Spalte sichern, sonst verdampfen sie.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren120–240 Min · ab 15 Pers.
Die Teilnehmenden machen ihre eigene Agenda: Wer ein Thema hat, ruft eine Session aus — Selbstorganisation für Gruppen ab ~20, in der Halbtags-Variante.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (120 Min, 8 Personen)
- 20′Eröffnungskreis: Thema, Prinzipien, Gesetz der zwei Füße
- 15′Marktplatz: Themen ausrufen & Agenda-Wand füllen — Moderation sortiert nicht und bewertet nicht.
- 65′1 Session-Runde à ~60 Min (parallel) — Themengeber:in eröffnet, jede Session schreibt einen kurzen Ergebnis-Zettel.
- 20′Abschlusskreis & Ernte — Kurzberichte, dann: Was braucht einen nächsten Schritt, und wer nimmt ihn?
Material
Stuhlkreis ohne Tische · Leere Agenda-Wand mit Zeit-/Raum-Raster · Große Karten & dicke Marker · Breakout-Flächen (Ecken und Flure zählen)
Woran es in der Praxis hakt
- Ein vorbestimmtes Wunschergebnis ist das K.-o.-Kriterium — Open Space funktioniert nur mit echter Offenheit.
- Die Moderation hält den Raum, sie füllt ihn nicht — Über-Moderation erstickt das Format.
- Ohne Session-Doku verpufft alles: Ergebnisse sichtbar aushängen, binnen 48 Stunden an alle.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden20–60 Min · 2–12 Pers.
Erkenntnisse in öffnende Fragen verwandeln: Das Scharnier zwischen Problem-Verstehen und Ideen-Entwickeln.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Erkenntnisse sichten — Welche Problem-Sätze sollen zu Fragen werden?
- 10′Still How-Might-We-Fragen schreiben — Mehrere Fragen pro Erkenntnis sind erwünscht.
- 10′Fragen schärfen: weit genug? eng genug? — Lässt die Frage viele Lösungen zu — und bleibt sie trotzdem am Problem?
- 5′Die stärksten Fragen auswählen — Zwei bis drei reichen als Sprungbrett in die Ideenfindung.
Material
Erkenntnisse/Problem-Sätze aus der Analyse (Voraussetzung!) · Klebezettel & Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Keine Lösung in die Frage schmuggeln — „Wie können wir eine App bauen, die …“ hat die Antwort schon festgelegt.
- Positiv formulieren: auf das gewünschte Ergebnis zielen.
- Ohne echte Erkenntnis darunter wird es generisch — dann erst einen Schritt zurück.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden20–45 Min · 3–15 Pers.
Ideen laut in der Gruppe sammeln — nach den Osborn-Regeln: Kritik verboten, Menge vor Qualität, wilde Ideen erwünscht, aufeinander aufbauen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Leitfrage & Osborn-Regeln anmoderieren — Die vier Regeln sichtbar aufhängen: keine Kritik, Menge zählt, wilde Ideen erwünscht, auf Ideen anderer aufbauen.
- 5′Still anlaufen: erste Ideen einzeln notieren — Nimmt den Schnell-Rufern den Anker-Effekt und holt die Leisen mit rein.
- 15′Zuruf-Runde: Ideen sammeln & sichtbar machen — Alle Ideen werden notiert, diskutiert wird nichts. Flauten kurz aushalten — danach kommen oft die besseren Ideen.
- 5′Kurz sichten & Dubletten zusammenschieben — Noch nicht bewerten — Auswahl ist ein eigener Schritt (z. B. Dot-Voting oder How-Wow-Now).
Material
Flipchart oder Wand für alle Ideen · dicke Stifte · Klebezettel · sichtbare Leitfrage
Woran es in der Praxis hakt
- Die erste Bewertung killt die Runde — Osborn-Regel Nr. 1 (keine Kritik) aktiv moderieren, auch gegen Chef-Kommentare.
- Lautstärke gewinnt: Stille Personen kommen nicht vor. Mit einer kurzen Still-Schreibphase starten gleicht das aus.
- Ohne scharfe Leitfrage (ideal: eine Wie-können-wir-Frage) wird es beliebig.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche20–45 Min · 2–12 Pers.
Die Ausgangsfrage des Projekts so fassen, dass sie Richtung gibt, ohne Lösungen vorwegzunehmen — nutzerzentriert, offen, aber nicht uferlos.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ausgangslage & Gütekriterien erklären — Woran erkennt man eine gute Challenge? Kriterien sichtbar aufhängen.
- 10′Entwürfe schreiben (einzeln oder zu zweit) — Mehrere Varianten pro Person — auch bewusst eine zu enge und eine zu weite Fassung probieren.
- 10′Varianten vorstellen & gegen die Kriterien testen — Pro Entwurf fragen: nutzerzentriert? ergebnisoffen? richtige Flughöhe?
- 5′Finale Formulierung festlegen — Eine Fassung — sie steht ab jetzt sichtbar über allem Weiteren.
Material
Flipchart · Klebezettel & Stifte · Kriterien-Plakat (nutzerzentriert / ergebnisoffen / weder zu eng noch zu weit)
Woran es in der Praxis hakt
- Lösung schon in der Frage („Wie bauen wir eine App für …“) — die Challenge legt das Problem fest, der Weg bleibt offen.
- Aus Unternehmenssicht formuliert — die Nutzersicht fehlt, und der Workshop optimiert die eigene Firma.
- Zu weit gefasst überfordert, zu eng gefasst erstickt: an beiden Entwurfs-Polen gegentesten.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–16 Pers.
Alle Beteiligten und Betroffenen eines Vorhabens sichtbar machen und nach Einfluss und Interesse sortieren — wer muss mitgenommen, wer nur informiert werden?
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Vorhaben & Leitfrage anmoderieren — Wessen Verhalten oder Zustimmung entscheidet über Erfolg?
- 10′Still sammeln: eine Person/Gruppe pro Zettel — Konkret werden: „Frau Meier, Amtsleitung“ sagt mehr als „Verwaltung“.
- 5′Zettel clustern & auf der Fläche ordnen — Dubletten stapeln, Gruppen benennen — noch ohne Bewertung.
- 5′In die Einfluss-×-Interesse-Matrix einordnen — Relativ zueinander platzieren — strittige Fälle kurz diskutieren, Rest zügig.
- 5′Konsequenzen ableiten — Für die Schlüssel-Stakeholder (viel Einfluss): Was brauchen sie von uns — und was wir von ihnen?
Material
Große Fläche (Whiteboard/Packpapier) · Klebezettel & Stifte · Achsenkreuz Einfluss × Interesse
Woran es in der Praxis hakt
- Nur die üblichen Verdächtigen: bewusst nach leisen und indirekten Gruppen fragen (wer ist betroffen, sitzt aber nie am Tisch?).
- Die Map veraltet — sie ist ein Arbeitsstand. Datum dranschreiben.
- Einordnung nach Hierarchie — informelle Macht und echten Einfluss mitdenken.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche45–90 Min · 2–20 Pers.
Aus den Interviews und Beobachtungen eine Figur verdichten — Verhalten, Ziele, Hürden, Zitate, mit Spur zurück zu jedem Gespräch. Das gemeinsame Bild, für wen gestaltet wird.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Material an die Wand, still lesen — Interview-Notizen, Beobachtungen, Zitate — je Gespräch ein Kürzel oder eine Farbe. Alle lesen alles.
- 5′Verhaltensachsen finden, Befragte eintragen — Vier bis sechs Gegensätze aus den Gesprächen („plant voraus“ gegenüber „entscheidet spontan“). Jede befragte Person als Punkt mit Kürzel auf jede Achse.
- 10′Häufungen lesen: ein Muster je Persona — Wo liegen dieselben Kürzel über mehrere Achsen beieinander? Meist zwei oder drei Muster.
- 10′2 Kleingruppen verdichten je ein Muster zur Persona — Situation, Verhalten, Ziele, Hürden, ein Zitat. Neben jede Aussage das Kürzel des Gesprächs, aus dem sie stammt.
- 5′Gegenprobe — Welches Gespräch passt zu keiner Figur? Welche Aussage hat kein Kürzel?
- 5′Personas vorstellen, Arbeitsfigur festlegen — Als Person erzählen, mit den Zitaten. Die Persona für die Ideation festlegen; die anderen bleiben sichtbar.
Material
Interview-Notizen, Beobachtungsprotokolle und Zitate an der Wand, je Gespräch ein Kürzel · Persona-Bogen pro Kleingruppe (Situation, Verhalten, Ziele, Hürden, Belege) · großer Bogen für die Verhaltensachsen, Klebepunkte · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne Gespräche gibt es nichts zu verdichten: Eine Figur aus dem Bauch ist eine Liste von Annahmen und gehört vor die Interviews, als Hypothese gekennzeichnet.
- Der Steckbrief-Reflex (Alter, Familienstand, Auto, Lieblingsfarbe) verdrängt das, was die Gestaltung braucht: Verhalten, Ziele, Hürden.
- Aussagen ohne Beleg: Zu jeder Zeile auf dem Bogen gehört das Kürzel des Gesprächs, aus dem sie stammt; was keins hat, fliegt oder wird als Vermutung markiert.
- Eine Persona für alle: Aus sieben Gesprächen werden meist zwei oder drei Muster. Eine Mischfigur, die alles will, hilft keiner Idee.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche20–40 Min · 2–12 Pers.
Erkenntnisse zu einem scharfen Satz verdichten: [Nutzer:in] braucht [Bedürfnis], weil [überraschende Erkenntnis] — das Sprungbrett in die Ideenfindung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Schablone & Beispiel zeigen — Ein gutes und ein absichtlich schlechtes Beispiel nebeneinander — der Unterschied moderiert sich von selbst.
- 10′Entwürfe schreiben (einzeln oder zu zweit) — Pro Person/Paar 2–3 Varianten — gern mit unterschiedlichen Bedürfnissen experimentieren.
- 10′Varianten aufhängen & besprechen — Je Variante prüfen: echtes Bedürfnis? echte Erkenntnis? konkret genug für Ideen?
- 5′Ein Statement festlegen — Der Satz steht ab jetzt über der Ideenfindung — wörtlich.
Material
Satzschablone sichtbar aufgehängt · Erkenntnisse aus Research/Empathie-Phase (Voraussetzung!) · Klebezettel & Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Lösung statt Bedürfnis eingesetzt („braucht eine App“) — Bedürfnisse sind Verben und Zustände.
- Die Erkenntnis ist keine: Wenn der Weil-Teil niemanden überrascht, fehlt noch Substanz aus der Empathie-Arbeit.
- Zu früh auf einen Satz einigen — erst mehrere Varianten zulassen, dann verdichten.
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Verstehen & Recherche45–90 Min · 2–16 Pers.
Die Reise einer Nutzerin durch ein Erlebnis Schritt für Schritt aufzeichnen — mit Berührungspunkten, Emotionskurve und Schmerzpunkten.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Person & Anlass festlegen — Eine Person aus den Gesprächen oder die daraus verdichtete Persona, ein konkreter Anlass, klarer Start- und Endpunkt der Reise.
- 10′Phasen der Reise als Spalten aufziehen — Grobgerüst zuerst — 5 bis 8 Phasen reichen fast immer.
- 10′Schritte & Berührungspunkte füllen — Pro Schritt: Was tut sie, womit hat sie Kontakt, was denkt sie? Wo es geht, mit dem Kürzel des Gesprächs.
- 10′Emotionskurve einzeichnen — Hoch- und Tiefpunkte über die ganze Reise — die Täler sind die Arbeit von morgen.
- 10′Schmerzpunkte markieren & Chancen notieren — Die 2–3 tiefsten Täler als How-Might-We-Fragen mitnehmen.
Material
Lange Fläche (Packpapier/Whiteboard) · Klebezettel in 2–3 Farben · Stifte · Notizen aus Interviews und Beobachtungen · eine Person aus den Gesprächen (oder die Persona daraus) und ein konkreter Anlass
Woran es in der Praxis hakt
- Wunschprozess gemappt — aufgezeichnet wird, wie es heute wirklich läuft.
- Zu grob („vorher / während / nachher“) findet keine Schmerzpunkte — echte Einzelschritte aufziehen.
- Ohne festgelegte Person/Szenario mappt jede:r eine andere Reise — vorher festnageln.
- Schritte am Tisch ausgedacht: Was niemand gehört oder gesehen hat, bekommt ein Fragezeichen und kommt auf die Liste fürs nächste Gespräch.
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Priorisieren & Entscheiden20–40 Min · 2–16 Pers.
Ideen nach Originalität und Machbarkeit sortieren: Now = sofort machbar, Wow = originell UND machbar (Jackpot), How = stark, aber noch nicht umsetzbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Matrix aufziehen & Quadranten erklären — X-Achse Machbarkeit, Y-Achse Originalität. Now (machbar, normal) · Wow (machbar, originell) · How (originell, noch nicht machbar).
- 15′Ideen gemeinsam einsortieren — Relativ zueinander platzieren, zügig — Umsortieren ist ausdrücklich erlaubt.
- 10′Quadranten auswerten & nächste Schritte — Wow-Ideen zuerst anpacken, Now-Ideen einplanen, für How-Ideen festhalten, was sie machbar machen würde.
Material
Ideen aus einer vorherigen Sammlung (Voraussetzung!) · große Matrix an der Wand · Klebezettel
Woran es in der Praxis hakt
- Pro Karte eine Grundsatzdiskussion — erst alles grob platzieren, dann nur die strittigen Fälle besprechen.
- Machbarkeit und Originalität sind Einschätzungen, keine Messwerte — Team-Konsens genügt, Scheingenauigkeit vermeiden.
- Der Now-Quadrant wird belächelt — schnelle sichere Umsetzungen sind das Budget für die Wow-Wetten.
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Priorisieren & Entscheiden15–40 Min · 2–16 Pers.
Ideen oder Optionen entlang zweier selbstgewählter Achsen sortieren (z. B. Wirkung × Aufwand) — macht Prioritäten sichtbar und Diskussionen konkret.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Achsen festlegen — Zwei Kriterien, die wirklich entscheiden — häufig: Nutzen/Wirkung × Aufwand/Machbarkeit.
- 20′Zettel relativ zueinander einsortieren — Eine Achse nach der anderen bewerten, wenn die Gruppe hängt. Konsens reicht, Zentimeter sind egal.
- 5′Oben rechts ernten — Top-3 aus dem starken Quadranten festhalten — und einen Blick auf leere Quadranten werfen.
Material
Achsenkreuz an der Wand · Ideen/Optionen auf Zetteln (Voraussetzung!) · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Achsenwahl IST die Methode — schwammige Achsen („gut“ × „wichtig“) erzeugen schwammige Bilder. Messbar oder kontrastreich wählen.
- Absolut statt relativ einsortiert — es zählt die Position im Vergleich zu den anderen Zetteln.
- Der leere Quadrant wird übersehen — er zeigt oft eine unbesetzte Chance.
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Prototypen & Testen45–90 Min · 2–20 Pers.
Ideen mit Papier, Stift und Schere schnell greifbar machen und sofort testen — billig scheitern, bevor es teuer wird.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Testfrage & Szenario festlegen — Was soll der Prototyp beantworten? Ein Satz, sichtbar für alle.
- 15′Bauen in 2 Kleingruppen — Hässlich ist richtig: Papier-Screens, Karton-Modell, aufgemalte Knöpfe — Hauptsache bedienbar.
- 15′Mini-Test: bedienen lassen & beobachten — Eine Person testet laut denkend, eine „spielt“ den Prototyp, der Rest beobachtet still und notiert.
- 10′Erkenntnisse festhalten — Was hat funktioniert, wo hakte es, was wird als Nächstes geändert?
Material
Papier in mehreren Größen · dicke Stifte · Schere, Klebeband, Klebezettel · ggf. Prototyping-Material (Karton, Folie)
Woran es in der Praxis hakt
- Perfektionismus: Der Prototyp soll eine Frage beantworten — Zeitbox schützt davor.
- Bauen ohne Testfrage — vorher festlegen, was der Prototyp zeigen oder widerlegen soll.
- Beim Mini-Test erklären statt beobachten: Wer den Prototyp erklärt, testet nur die eigene Redekunst — beobachten, was die andere Person ohne Hilfe tut.
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Analysieren & Strukturieren20–45 Min · 3–16 Pers.
Gedankensprung ins gescheiterte Projekt: „Es ist krachend schiefgegangen — warum?“ Macht Risiken aussprechbar, bevor sie eintreten (Gary Klein, 2007).
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Szenario setzen: „Das Projekt ist gescheitert“ — In der Vergangenheitsform erzählen — der Perspektivwechsel ist der Trick der Methode.
- 10′Still notieren: Woran lag es? — Jede Person schreibt für sich alle Gründe auf — je unbequemer, desto wertvoller.
- 10′Runde: reihum je einen Grund nennen — Mehrere Runden, bis alles auf dem Flipchart ist — bei 8 Personen zügig takten, nicht diskutieren.
- 5′Top-Risiken wählen & Gegenmaßnahmen festlegen — Die 3–5 wahrscheinlichsten/teuersten Risiken: Wer tut bis wann was dagegen?
Material
Zettel & Stifte für alle · Flipchart für die Risiko-Sammlung · Plan/Vorhaben, das geprüft wird (Voraussetzung!)
Woran es in der Praxis hakt
- Zu früh diskutieren: Die stille Einzelphase ist der Kern — sie schützt unbequeme Bedenken vor dem Gruppendruck.
- Kritik wird persönlich genommen — die Fiktion („es IST gescheitert“) bewusst hochhalten, sie macht Kritik gefahrlos.
- Risiken sammeln und dann nichts tun — ohne Gegenmaßnahmen-Schritt war es nur Schwarzmalerei.
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Verstehen & Recherche30–60 Min · 3–12 Pers.
Feldeindrücke als Geschichten ins Team holen: Wer draußen war, erzählt — die anderen notieren mit. So wird aus Einzelwissen Teamwissen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Rahmen: Rollen & Notier-Regel erklären — Erzählen wie einem Freund — konkret, mit Zitaten. Zuhörende schreiben eine Beobachtung pro Zettel.
- 15′Erzähl-Runden (5 Personen à ~5 Min) — Pro Geschichte kurz Raum für Verständnisfragen — keine Diskussion, keine Bewertung.
- 10′Zettel sichten & erste Muster markieren — Was taucht mehrfach auf, was überrascht? Das ist Rohmaterial für Clustern oder POV.
Material
Klebezettel & Stifte für alle Zuhörenden · Wand pro erzählender Person · Interview-/Beobachtungsnotizen
Woran es in der Praxis hakt
- Zusammenfassung statt Geschichte: „Die Nutzerin war unzufrieden“ bringt nichts — die konkrete Szene mit Zitaten erzählt.
- Nur die erzählende Person schreibt — falsch herum: Die Zuhörenden notieren, die Erzählerin erzählt frei.
- Deutung schleicht sich in die Notizen — erst festhalten, was passiert ist, Interpretation kommt danach.
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Verstehen & Recherche20–45 Min · 2–12 Pers.
Beobachtungen in drei Stufen auswerten: Was tut die Person (konkret), wie tut sie es (Qualität, Aufwand), warum wohl (Hypothese) — von der Beschreibung zur Erkenntnis.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Drei Stufen & Material erklären — Eine Beobachtungsszene pro Person/Paar zuteilen.
- 10′Einzel-/Paararbeit: drei Spalten füllen — What: nur Sichtbares. How: Mühe, Stimmung, Umwege. Why: mehrere mögliche Gründe zulassen.
- 10′Austausch: Beobachtungen & Hypothesen vergleichen — Wo kommen verschiedene Leute zum selben Warum? Das sind die heißen Spuren.
- 5′Prüf-Hypothesen festhalten — Je Hypothese notieren, wie man sie prüfen könnte.
Material
Fotos, Videos oder Beobachtungsnotizen (Voraussetzung!) · Blatt mit drei Spalten pro Person/Paar · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Direkt zum Warum gesprungen — die Disziplin der Reihenfolge ist die Methode: erst beschreiben, dann deuten.
- Das Warum als Fakt behandelt — es ist eine Hypothese und gehört später geprüft (Interview, Test).
- Zu wenig Material: ohne konkrete Szene wird die Übung zur Spekulationsrunde.
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Verstehen & Recherche20–45 Min · 2–10 Pers.
Rechercheergebnisse als wachsende Landkarte ordnen: zentrales Thema in der Mitte, Erkenntnisse als Äste — Zusammenhänge werden sichtbar, Lücken auch.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Zentrum & Hauptäste setzen — Zentrale Frage in die Mitte, 4–6 grobe Themenäste vorschlagen — Rest wächst.
- 10′Still ergänzen: alle schreiben an die Map — Parallel arbeiten, aneinander anbauen — noch nicht diskutieren.
- 10′Gemeinsam ordnen & Querverbindungen ziehen — Was gehört zusammen, was widerspricht sich? Verbindungen einzeichnen und beschriften.
- 5′Erkenntnisse & Lücken markieren — 2–3 dicke Erkenntnisse einkreisen — und markieren, wo die Map dünn ist (offene Recherche).
Material
Große Fläche (Whiteboard/Packpapier) · Stifte in mehreren Farben · Recherchematerial/Notizen
Woran es in der Praxis hakt
- Schönheit vor Inhalt — die Map ist ein Denkwerkzeug. Krakelig und wachsend ist richtig.
- Nur eine Person schreibt: dann ist es ihre Map — Stifte für alle.
- Äste ohne Verbindungen: Der Erkenntniswert steckt in den Querlinien zwischen den Ästen.
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Ideen finden20–40 Min · 3–12 Pers.
Auf einer Grundstein-Idee aufbauen: Ideen werden als Turm geschichtet — jede Karte bezieht sich auf das, was schon steht. Fokus statt Ideen-Streuung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Grundstein vorstellen & Bauregel erklären — Jede neue Karte muss an eine vorhandene anschließen: verstärken, erweitern, konkretisieren.
- 10′Bauen: Karten schreiben & anlegen — Laut denken erlaubt — wer anbaut, sagt kurz, woran.
- 10′Turm prüfen & wacklige Etagen besprechen — Trägt jede Etage? Was fehlt dem Turm zur Stabilität?
- 5′Ergebnis sichern — Foto + die tragende Idee in einem Satz festhalten.
Material
Arbeitsfläche mit Turm-Visualisierung · Ideenkarten/Klebezettel · Stifte · eine Grundstein-Idee (Voraussetzung!)
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne tragfähigen Grundstein kippt der Turm — die Basis-Idee vorher bewusst auswählen (z. B. per Dot-Voting).
- Karten ohne Bezug zum Gebauten sind Beifang — die Aufbau-Regel („bezieht sich auf …“) aktiv moderieren.
- Zu viele Ideen: Der Turm lebt von bewusster Begrenzung — lieber wenige tragende Karten als ein Kartenhaus.
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Verstehen & Recherche40–75 Min · 3–14 Pers.
Teamwissen strukturiert ernten, bevor recherchiert wird: Wer sind die Nutzer:innen? Was brauchen sie? Welche Themen und Ideen folgen daraus? — drei Spalten, erst still, dann gemeinsam.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)
- 5′Drei Leitfragen & Spalten erklären — Wer nutzt es? Was brauchen sie? Welche Themen/Ideen ergeben sich?
- 15′Einzelarbeit: Zettel zu allen drei Fragen — Still und für sich — ein Gedanke pro Zettel, Spalte dazuschreiben.
- 15′Vorstellen & clustern, ohne Diskussion — Nacheinander aufhängen, Dopplungen stapeln — Fragen ja, Debatte nein.
- 5′Gemeinsam analysieren & Ideen-Spalte füllen — Muster benennen, Hypothesen und offene Fragen für die Recherche festhalten.
Material
Fläche mit drei Spalten (Nutzer:innen / Bedürfnisse / Themen & Ideen) · Klebezettel & Stifte · vorab gesammelte Infos, wenn vorhanden
Woran es in der Praxis hakt
- Diskussion während des Vorstellens — erst hängen alle Zettel, dann wird geredet. Sonst gewinnt die erste Meinung.
- Teamwissen mit Wissen verwechselt: Die Spalten sind Hypothesen-Spalten — was drinsteht, will validiert werden.
- Die dritte Spalte (Ideen) zu früh füllen — sie lebt von den ersten beiden.
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Ideen finden20–45 Min · 2–16 Pers.
Karten mit Fragen, Rollen oder Szenarien als Kreativ-Zündstoff: Karte ziehen, Perspektive wechseln, Ideen aus dem neuen Blickwinkel entwickeln.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Leitfrage & Karten-Mechanik erklären — Karte ziehen → 1 Min sacken lassen → Ideen aus dieser Perspektive notieren.
- 15′Zieh-Runden: Karte → Ideen — Etwa 5 Minuten pro Karte — lieber drei Karten intensiv als zehn im Galopp.
- 10′Ideen teilen & die stärksten markieren — Kurz erzählen, welche Karte die Idee ausgelöst hat — das hilft beim Weiterspinnen.
Material
Kartenset (10–20 Karten: Rollen, Was-wäre-wenn-Szenarien, Provokationen) · Klebezettel & Stifte · Leitfrage sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Karten als Ratespiel behandelt — die Karte ist ein Sprungbrett: Es zählt, was sie im Kopf auslöst.
- Zu lange an einer zähen Karte kleben — weiterziehen ist ausdrücklich erlaubt.
- Kartenset passt nicht zum Thema — vorher durchsehen und unpassende aussortieren oder eigene ergänzen.
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Prototypen & Testen15–40 Min · 2–12 Pers.
Test-Erkenntnisse in vier Feldern festhalten: Was gefällt? Was ist Kritik/Wunsch? Welche Fragen tauchen auf? Welche neuen Ideen? — Auswertung mit System.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Vier Felder aufziehen & erklären — Gefällt · Kritik/Wünsche · Offene Fragen · Neue Ideen.
- 15′Erkenntnisse einsortieren — Ein Eindruck pro Zettel, wörtliche Zitate sind Gold.
- 10′Review: Muster & Konsequenzen — Was ändern wir am Prototyp, was testen wir nochmal, was ist beantwortet?
Material
Whiteboard/Flipchart mit Vier-Felder-Raster · Klebezettel & Stifte · frische Test-Eindrücke oder Notizen (Voraussetzung!)
Woran es in der Praxis hakt
- Erst am Ende des Tests befüllt — Erkenntnisse verdampfen schnell, direkt beim Testen mitschreiben.
- Nur das Gefällt-Feld wird voll: Kritik und offene Fragen sind der wertvollere Teil — aktiv nachfragen.
- Grid gefüllt, nichts entschieden — am Ende gehört ein „Was ändern wir?“ dazu.
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Analysieren & Strukturieren20–45 Min · 2–16 Pers.
Teilnehmende sortieren vorbereitete Karten nach Wichtigkeit oder in eigene Gruppen — zeigt, wie Nutzer:innen denken, priorisieren und Dinge einordnen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Karten & Auftrag erklären — Sortieren nach Wichtigkeit ODER in selbstgewählte Gruppen — Auftrag klar festlegen.
- 15′Sortieren (einzeln oder zu zweit), laut denkend — Bei 8 Personen parallel an mehreren Tischen — eine Person pro Tisch beobachtet und notiert.
- 10′Ergebnisse vergleichen & Muster festhalten — Wo sortieren alle gleich, wo gehen die Welten auseinander? Beides notieren.
Material
Kartenset (Begriffe, Features, Inhalte — eine Sache pro Karte) · Tischfläche pro Person/Paar · leere Karten für Ergänzungen
Woran es in der Praxis hakt
- Vorgedachte Kategorien untergejubelt (geschlossenes Sorting), obwohl man die Denkwelt der Nutzer sucht — offen sortieren lassen.
- Karten unklar beschriftet — jede Karte muss ohne Erklärung verständlich sein, sonst sortiert man Missverständnisse.
- Nur das Ergebnis angeschaut: Das laute Denken beim Sortieren ist die halbe Erkenntnis.
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Prototypen & Testen30–90 Min · 2–12 Pers.
Prototyp in echte Hände geben: nicht erklären, laut denken lassen, still beobachten, offen nachfragen — die Erkenntnisse entstehen beim Zuschauen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Setup & Rollen: Gastgeber, Beobachtende, Protokoll — Nur den nötigen Kontext geben, den Prototyp NICHT erklären. Laut-Denken-Bitte vorab.
- 10′1 Testdurchlauf à ~15 Min — Beobachten ohne einzugreifen; am Ende offene Fragen: Was hast du erwartet? Was hat dich gebremst?
- 10′Direkt auswerten — Frisch ins Test Capture Grid — was ändern wir vor dem nächsten Durchlauf?
Material
Prototyp (Voraussetzung!) · Beobachtungsnotizen/Test Capture Grid · Testpersonen (Gäste oder Team-Rollentausch) · ggf. Aufnahme mit Einverständnis
Woran es in der Praxis hakt
- Der Klassiker: erklären und verteidigen statt beobachten — wer den Prototyp gebaut hat, hält sich beim Test zurück.
- Suggestivfragen („Findest du das gut?“) — offen fragen: Was tust du gerade? Was erwartest du hier?
- Nur eine Testperson: Erst ab 3–5 Durchläufen trennen sich Einzelmeinung und Muster.
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Prototypen & Testen45–90 Min · 3–10 Pers.
Eine Funktion testen, die es noch nicht gibt: Vorne wirkt das System echt, hinten zieht ein Mensch die Fäden — Erkenntnisse über Bedarf und Verhalten vor jeder Entwicklung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Funktion & Testfrage festlegen — Welche eine Funktionalität wird simuliert, und was soll der Test beantworten?
- 10′Wizard-Setup bauen & proben — Fassade + verdeckter Kanal (z. B. Mensch tippt „KI-Antworten“). Einmal trocken durchspielen.
- 15′Testrunde mit Beobachtung — Testperson interagiert mit dem „System“, Team beobachtet still und protokolliert.
- 10′Auswerten & aufklären — Simulation offenlegen, Eindrücke der Testperson einsammeln, Erkenntnisse festhalten.
Material
Fassade fürs „System“ (Tablet, Folien, Chatfenster …) · verdeckter Arbeitsplatz für den Wizard · Drehbuch der simulierten Funktion · Beobachtungsnotizen
Woran es in der Praxis hakt
- Die Simulation fliegt auf — Antwortzeiten und Grenzen vorher proben; ein stockender Wizard verrät den Trick.
- Der Wizard improvisiert Features dazu — nur das Drehbuch simulieren, sonst testet man Fantasie.
- Ethik nicht vergessen: Nach dem Test aufklären, dass simuliert wurde — gerade bei externen Testpersonen.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–90 Min · 3–16 Pers.
Große Mengen Beobachtungen und Research-Schnipsel still von unten nach oben zu Themen verdichten — die Struktur entsteht aus dem Material.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Material an die Wand & Regel erklären — Alle Zettel sichtbar aufhängen. Regel: still verschieben, was zusammengehört — ohne Absprache.
- 5′Still gruppieren (alle gleichzeitig) — Zettel dürfen mehrfach wandern. Wenn zwei Personen hin- und herschieben: liegen lassen, später klären.
- 10′Gruppen benennen — Pro Gruppe eine Überschrift mit echter Erkenntnis — „Vertrauen fehlt beim Bezahlen“ statt „Bezahlung“.
- 10′Muster & Lücken festhalten — Welche Themen sind dick, welche dünn? Wo widerspricht sich das Material? Das ist der Ertrag.
Material
Beobachtungen/Notizen auf Klebezetteln (eine Aussage pro Zettel — Voraussetzung!) · große freie Wandfläche · Marker für Themen-Überschriften
Woran es in der Praxis hakt
- Kategorien vorher festlegen — dann sortiert man in Schubladen statt Muster zu finden. Die Gruppen müssen aus dem Material wachsen.
- Reden beim Gruppieren: Wer laut argumentiert, ankert die anderen. Erste Runde still, diskutiert wird danach.
- Nicht mit „Clustern + Dot-Voting“ verwechseln: Affinity verdichtet Research zu Erkenntnissen, Clustern sortiert Ideen zur Auswahl. Hier wird nichts abgestimmt.
- Zettel mit ganzen Absätzen lassen sich nicht gruppieren — vorher auf eine Aussage pro Zettel eindampfen.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–75 Min · 2–12 Pers.
Den Job hinter dem Produktwunsch finden: Wofür „heuern“ Nutzer:innen eine Lösung an? Job-Statements machen Motivation und Kontext präzise — die Lösung bleibt offen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′JTBD-Idee & Statement-Raster erklären — Klassisches Beispiel: Niemand will einen Bohrer, alle wollen das Loch — und eigentlich das Bild an der Wand.
- 10′Jobs sammeln: Wenn / will ich / damit — In 2 Kleingruppen à 3–4 sammeln — jede aus Sicht einer Nutzergruppe.
- 10′Vorstellen & den Kern-Job wählen — Welcher Job ist wichtig UND schlecht gelöst? Der ist der Hebel für die nächste Phase.
Material
Research-Material oder Persona als Futter · Statement-Raster sichtbar: Wenn [Situation], will ich [Motivation], damit [Ergebnis] · Klebezettel + Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Lösung schleicht sich ins Statement („will ich eine App…“) — Jobs sind lösungsfrei, sonst ist die Ideation schon gelaufen.
- Zu hoch geflogen („will ich glücklich sein“) — brauchbare Jobs liegen zwischen Alltagssituation und Lebensziel.
- Funktionale Jobs gesammelt, emotionale und soziale vergessen — gerade die entscheiden oft über die Lösung.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 2–12 Pers.
Das Wertversprechen einer Idee auf den Punkt bringen: Für wen löst sie welches Problem — und woran würde man den Nutzen messen? Das Ergebnis ist ein Prüfstein für die Idee.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Raster erklären & Nutzen sammeln — Erst divergent: Welche Probleme löst die Idee, welche Bedürfnisse erfüllt sie? Alles auf Zettel.
- 10′Statement bauen — In Paaren je eine Fassung bauen, dann vergleichen — die Unterschiede zeigen, wo es noch unscharf ist.
- 10′Quantifizieren: Woran messen wir den Nutzen? — Pro Nutzenversprechen eine prüfbare Größe (Zeit, Geld, Häufigkeit, Zufriedenheit) — das wird die Testfrage fürs Prototyping.
Material
Eine ausgewählte Idee (Voraussetzung) · Satz-Raster sichtbar: Für [Nutzer:in] mit [Problem] bietet [Idee] [Nutzen] — anders als [heutige Alternative] · Flipchart
Woran es in der Praxis hakt
- Marketing-Sprech statt Mehrwert: „innovativ und benutzerfreundlich“ ist kein Wertversprechen. Der Nutzen muss ein echtes Problem lösen.
- Die Alternative vergessen — jede Zielgruppe löst das Problem heute schon irgendwie. Gegen dieses „Heute“ muss die Idee antreten.
- Nicht messbar gemacht: Ohne Größenordnung (spart X, erhöht Y) bleibt das Versprechen Behauptung — und ist später nicht testbar.
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Analysieren & Strukturieren45–120 Min · 2–10 Pers.
Eine Idee als Geschäftsmodell durchdeklinieren: neun Felder auf einem Plakat zeigen, wie Wert entsteht, zu wem er fließt und was er kostet — Lücken werden sichtbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Canvas & Felder vorstellen — Neun Felder in drei Zonen: Wert (Mitte), Kundenseite (rechts), Maschinenraum (links).
- 15′Wertangebot & Kundenseite füllen — Value Proposition, Kundensegmente, Kanäle, Beziehungen, Einnahmen — von der Mitte nach rechts.
- 10′Maschinenraum füllen — Parallel in zwei Gruppen: eine rechnet die Kostenseite, eine die Aktivitäten/Ressourcen/Partner.
- 10′Risiko-Runde: kritischste Annahmen markieren — Pro Person ein Punkt auf den Zettel, der das Modell kippen würde, wenn er falsch ist — das ist die Testliste.
Material
BMC-Plakat (9 Felder, groß gedruckt oder aufgezeichnet) · Klebezettel (Behauptungen bleiben beweglich) · die Value Proposition als Startpunkt
Woran es in der Praxis hakt
- Felder von links nach rechts abarbeiten — falsche Reihenfolge. Start ist das Wertangebot, dann Kunden, dann der Rest.
- Wünsche als Fakten notiert: Jeder Zettel ist eine Hypothese. Markieren, was belegt ist und was geraten — sonst sieht das Modell fertiger aus, als es ist.
- Im Kurzformat Vollständigkeit erzwingen — leere Felder sind ein Ergebnis: die Hausaufgaben.
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Priorisieren & Entscheiden20–45 Min · 2–14 Pers.
Ideen in drei überlappende Kreise einsortieren: Wollen es die Nutzer:innen, können wir es bauen, trägt es sich? Nur die Mitte hat alle drei — der Rest zeigt, was fehlt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Drei Kreise erklären & Maßstab klären — Je Kreis eine Leitfrage sichtbar notieren — sonst diskutiert jeder gegen einen anderen Maßstab.
- 15′Ideen einsortieren — Erst grob platzieren, nur Strittiges diskutieren. Position = Behauptung.
- 10′Auswerten: Mitte ernten, Lücken benennen — Für Ideen knapp außerhalb der Mitte: Was genau fehlt zum dritten Kreis — und wie finden wir es heraus?
Material
Drei große Kreise auf Plakat/Whiteboard (überlappend) · Ideen auf Klebezetteln (Voraussetzung) · Marker
Woran es in der Praxis hakt
- Alles landet in der Mitte — Wunschdenken. Pro Kreis nach Belegen fragen: Woher wissen wir das?
- Die drei Begriffe bleiben abstrakt — vorher übersetzen: Begehrlichkeit = will das jemand wirklich, Machbarkeit = können WIR das, Tragfähigkeit = rechnet es sich.
- Ideen außerhalb der Mitte wegwerfen — die Position sagt nur, welche Frage als Nächstes zu klären ist.
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Priorisieren & Entscheiden20–40 Min · 2–14 Pers.
Die 20 Prozent finden, die 80 Prozent der Wirkung bringen: eine Liste (Funktionen, Maßnahmen, Probleme) nach Wirkung sortieren und den Fokus radikal verengen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Bezugsgröße festlegen — Ein Satz an der Wand: „Wirkung = … für …“. Ohne den wird die Sortierung Geschmackssache.
- 15′Karten nach Wirkung sortieren — Bei 8 Personen: erst jede:r 3 Klebepunkte auf die wirkstärksten Karten, dann gemeinsam ordnen.
- 10′Trennstrich ziehen & Konsequenz festhalten — Oberhalb: Fokus. Unterhalb: ruht ausdrücklich. Beides schriftlich — sonst lebt der Rest weiter.
Material
Die zu prüfende Liste auf Karten (Voraussetzung) · Whiteboard/Wand mit Wirkungs-Skala · Klebepunkte
Woran es in der Praxis hakt
- 80:20 als Naturgesetz verkaufen — es ist eine Heuristik. Die Frage „Was bringt die meiste Wirkung?“ ist der Kern, die exakten Zahlen sind es nicht.
- Wirkung ohne Bezugsgröße diskutiert — vorher festlegen: Wirkung worauf, für wen, bis wann?
- Der lange Rest wird heimlich weiterbetrieben — das Ergebnis ist erst ein Ergebnis, wenn auch entschieden ist, was NICHT mehr gemacht wird.
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Analysieren & Strukturieren15–40 Min · 2–12 Pers.
Die Schlüsselbegriffe der Challenge einzeln aufschrauben: Was heißt hier „ideal“, wer ist „Nutzer:in“? Schafft eine gemeinsame Sprache, bevor das Team in verschiedene Richtungen losläuft.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Challenge aufschreiben & Schlüsselbegriffe unterstreichen — Die Gruppe nennt die Begriffe, die die Challenge tragen — meist 4–6 Wörter oder Satzteile.
- 20′Bedeutungen definieren, Begriff für Begriff — Begriffe auf Paare aufteilen, je Definition vorschlagen — dann gemeinsam schärfen.
- 5′Geschärfte Challenge einmal neu lesen — Trägt die Formulierung noch? Häufiges Ergebnis: Die Challenge wird an ein, zwei Stellen umformuliert.
Material
Challenge groß an der Wand (mit Platz rundherum) · Marker · ggf. Klebezettel für Definitions-Vorschläge
Woran es in der Praxis hakt
- Wird zur Wortklauberei ohne Ende — Timebox pro Begriff, im Zweifel zwei Lesarten nebeneinander stehen lassen und markieren.
- Nur die Fachbegriffe geprüft: Gerade die Alltagswörter („einfach“, „schnell“, „alle“) verstecken die größten Missverständnisse.
- Definitionen von der lautesten Person übernommen — kurz still schreiben lassen, dann vergleichen: Die Unterschiede sind der Ertrag.
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Prototypen & Testen45–120 Min · 2–12 Pers.
Die Benutzeroberfläche einer digitalen Idee als klickbaren oder gezeichneten Dummy bauen — realistisch genug, dass Feedback konkret wird, billig genug, dass man es wegwerfen kann.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Kern-Pfad & Screens festlegen — Welche eine Interaktion wird gezeigt? 3–5 Screens skizzieren, bevor gebaut wird.
- 20′Bauen — 2 Teams bauen parallel je eine Variante desselben Pfads — der Vergleich ist Gold.
- 15′Kurz testen & Feedback einsammeln — Team-fremde Person selbst bedienen lassen, ohne Anleitung. Feedback ins Capture Grid.
Material
Screen-Vorlagen (Papier-Frames oder Mock-up-Tool) · die Kern-Interaktion als Testfrage (Voraussetzung) · Stifte, Schere, Kleber bzw. Laptops
Woran es in der Praxis hakt
- Pixel-Perfektion — das Mock-up muss die Testfrage beantworten können. Timebox schützt davor.
- Alle Screens bauen wollen — nur den einen Kern-Pfad (3–5 Screens), der Rest ist Deko.
- Abgrenzung: Papierprototyping testet früh und grob den Ablauf, das Mock-up testet Oberfläche und Verständlichkeit — nicht das falsche Werkzeug für die Frage wählen.
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Prototypen & Testen45–120 Min · 2–10 Pers.
Ein Modell, das zeigt, wie das Produkt AUSSEHEN wird — ohne zu funktionieren. Testet Anmutung, Wertigkeit und ersten Eindruck, bevor Geld in Technik fließt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Anmutungs-Ziel festlegen — Drei Adjektive, die das Produkt ausstrahlen soll — daran wird das Feedback später gemessen.
- 20′Modell bauen — 2 Teams bauen parallel Varianten — unterschiedliche Anmutungen bewusst zulassen.
- 15′Präsentieren & Anmutungs-Feedback — Erste Reaktion einfangen, bevor erklärt wird: Wonach sieht das aus? Was würdest du dafür zahlen?
Material
Bastel-/Modellbaumaterial (Pappe, Schaum, Knete, 3D-Sketch) oder Zeichen-/Renderwerkzeug · Referenzbilder für die angestrebte Anmutung · Feedback-Notizen
Woran es in der Praxis hakt
- Testpersonen halten das Modell für funktionsfähig — vorher klar sagen: Es geht nur ums Aussehen, nichts geht an.
- Feedback zur Funktion einsammeln, obwohl das Modell keine hat — die Auswertung strikt auf Anmutung, Verständlichkeit, Wertigkeit begrenzen.
- Zu früh zu schön: Ein perfektes Modell lädt nicht mehr zum Kritisieren ein. Sichtbare Vorläufigkeit senkt die Hemmschwelle.
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Ideen finden30–60 Min · 2–14 Pers.
Eine bestehende Idee durch sieben Veränderungs-Brillen drehen: Ersetzen, Kombinieren, Anpassen, Vergrößern, Umnutzen, Weglassen, Umkehren — wenn die Ideation stockt, liefert die Checkliste Anschub.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Ausgangsidee & die 7 Brillen vorstellen — Substitute, Combine, Adapt, Magnify, Put to other use, Eliminate, Reverse — je ein Beispiel nennen.
- 15′7 Buchstaben in gebündelten Runden (je 2 Brillen zusammen) — Still sammeln, dann zurufen — jede Runde startet mit der Frage-Karte sichtbar in der Mitte.
- 5′Ernte: die 3 stärksten Veränderungen markieren — Nicht diskutieren, nur markieren — Bewertung und Ausarbeitung sind der nächste Agenda-Punkt.
Material
Ausgangsidee/Produkt sichtbar in der Mitte · die 7 SCAMPER-Fragen als Karten oder Plakat · Klebezettel + Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne Ausgangsobjekt gestartet — SCAMPER verändert Bestehendes, aus dem leeren Blatt kann es nichts machen.
- Bei jedem Buchstaben Vollständigkeit erzwingen — manche Brillen geben für dieses Objekt nichts her. Dann weiterziehen.
- Ideen sofort bewerten — erst alle sieben Runden sammeln, Bewertung ist ein eigener Schritt danach.
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Prototypen & Testen30–75 Min · 2–12 Pers.
Die Nutzung einer Idee als gezeichnete Bildgeschichte in 6–8 Feldern — macht den Ablauf konkret, deckt Lücken auf und erzählt die Lösung besser als jede Folie.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Szene festlegen: Held, Start, Ziel — Wer erlebt die Geschichte, womit beginnt sie, was ist am Ende anders? Ein Satz pro Frage.
- 15′6–8 Felder zeichnen — 2 Teams zeichnen parallel je ein Storyboard — gleiche Idee, eigene Erzählung.
- 10′Vorstellen & Lücken markieren — Beim Erzählen zeigt sich, wo die Geschichte springt — genau diese Sprünge sind die offenen Design-Fragen.
Material
Storyboard-Raster (6–8 leere Felder, A3 oder größer) · Stifte — Strichmännchen reichen ausdrücklich · die Idee + eine Persona als Hauptfigur
Woran es in der Praxis hakt
- Zeichen-Scham blockiert — vorher klarstellen: Strichmännchen und Kästen sind der Standard, es geht um den Ablauf.
- Das Storyboard zeigt nur die Lösung in Aktion und vergisst Anfang und Ende — Feld 1 ist das Leben VOR der Lösung, das letzte Feld der Gewinn danach.
- Text statt Bild: Wer Sätze in die Felder schreibt, umgeht den Zweck. Eine Zeile Untertitel pro Feld ist das Maximum.
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Ideen finden30–60 Min · 3–12 Pers.
Eine Idee nacheinander aus drei Rollen denken: Träumer (alles ist möglich), Realist (wie geht es konkret), Kritiker (was fehlt noch) — die Trennung schützt junge Ideen und macht sie trotzdem belastbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Rollen & Räume erklären — Alle durchlaufen alle Rollen gemeinsam — es diskutiert nie Rolle gegen Rolle.
- 5′Träumer-Runde (~5 Min) — Alles darf: keine Budgets, keine Physik. Wünsche und Bilder sammeln, Bewertung kommt später.
- 5′Realist-Runde (~5 Min) — Was bräuchte es, damit das Erträumte funktioniert? Schritte, Mittel, Beteiligte.
- 5′Kritiker-Runde (~5 Min) — Konstruktiv prüfen: Was fehlt, was ist riskant, was ist unklar? Alles als Frage formulieren.
- 10′Ernte: Kritikpunkte zurück an den Träumer — Die zwei größten Einwände bekommen je eine Träumer-Antwort — dann steht die nächste Iteration.
Material
Drei markierte Bereiche oder Stühle (Träumer / Realist / Kritiker) · Flipchart pro Rolle · die Ausgangsidee oder -frage sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Rollen vermischen sich — der Kritiker redet in der Träumer-Runde dazwischen. Räumlich trennen und Rollenwechsel deutlich moderieren.
- Der Kritiker zerlegt Personen statt Ideen — Regel: Kritik richtet sich an die Idee („da fehlt…“), nie an die Träumer.
- Nach dem Kritiker ist Schluss — falsch: Die Kritikpunkte gehen zurück an den Träumer/Realisten. Mindestens eine halbe zweite Schleife einplanen, sonst bleibt nur die Mängelliste.
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Ideen finden30–60 Min · 3–16 Pers.
Die ganze Gruppe denkt gleichzeitig in derselben Richtung — und wechselt sie gemeinsam: Fakten, Gefühl, Risiko, Chancen, Ideen, Prozess. Beendet Grabenkämpfe, weil niemand dauerhaft „der Kritiker“ ist.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Hüte & Reihenfolge erklären (Blau startet) — Bewährte Folge: Blau (Vorgehen) → Weiß → Rot → Gelb → Schwarz → Grün. Alle tragen immer denselben Hut.
- 15′6 Hüte in gebündelten Runden (Weiß+Rot, Gelb+Schwarz, Grün+Blau) — Pro Hut ein Flipchart — der Wechsel wird körperlich angesagt („Hüte wechseln!“).
- 5′Blau zum Schluss: Was folgt daraus? — Der Prozess-Hut fasst zusammen und legt die nächsten Schritte fest.
Material
Die 6 Hüte als Karten oder Plakat: Weiß (Fakten), Rot (Gefühl), Schwarz (Risiko), Gelb (Chancen), Grün (Ideen), Blau (Prozess) · Flipchart pro Hut · die Ausgangsfrage sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Hüte auf Personen verteilt („du bist heute Schwarz“) — falsch herum: ALLE tragen denselben Hut zur selben Zeit, das ist der Witz der Methode.
- Die Rot-Runde wird wegdiskutiert — Gefühle werden nur genannt. 30 Sekunden pro Person reichen.
- Schwarz frisst die Sitzung — der Risiko-Hut bekommt dieselbe Timebox wie alle anderen, die Moderation (Blau) wacht darüber.
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Verstehen & Recherche30–90 Min · 1–12 Pers.
Die Aufgabe der Zielgruppe selbst durchleben — den eigenen Service als Kundin durchlaufen, das Formular wirklich ausfüllen. Billigste Empathie-Quelle, direkt im Workshop machbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Aufgabe & Beobachtungsfokus festlegen — Eine realistische Aufgabe mit klarem Ziel — und die Frage, worauf alle achten.
- 10′Selbst durchleben, live protokollieren — Einzeln oder in Paaren (eine Person handelt, eine protokolliert) — nicht als Gruppe, die sich gegenseitig hilft.
- 10′Erfahrungen vergleichen — Wo haken alle an derselben Stelle? Das sind die harten Befunde.
- 5′Konsequenzen festhalten — Pro Befund: beheben, weiter beobachten oder mit echten Nutzer:innen testen?
Material
Zugang zum echten Ablauf (Produkt, Formular, Website, Raum …) · Beobachtungsbogen: Was tue ich / was fühle ich / wo hake ich · Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Der Experten-Blick schummelt: Wer den Ablauf gebaut hat, kennt die Abkürzungen. Aufgabe so stellen, wie eine echte Nutzerin sie hätte — inklusive Startpunkt Google.
- Selbst-Erfahrung mit Nutzer-Realität verwechseln — 30 Minuten im Rollstuhl zeigen Barrieren, ersetzen aber kein gelebtes Leben. Erkenntnisse als „mir fiel auf“ notieren.
- Ohne Protokoll getestet — hinterher weiß niemand mehr, wo genau es hakte. Während des Tests notieren.
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Verstehen & Recherche45–120 Min · 1–10 Pers.
Menschen in ihrer echten Umgebung beobachten, ohne einzugreifen — sehen, was sie tun, statt zu hören, was sie sagen. Als Workshop-Block: Beobachtungs-Einsatz mit Auftrag und Debrief.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Beobachtungsauftrag & Bogen erklären — 8 Beobachter:innen auf Posten/Zeitfenster verteilen — mehrere Blicke auf dieselbe Situation sind Gold.
- 20′Beobachten ohne Eingreifen — Nur notieren, was sichtbar passiert — Zeitstempel helfen beim späteren Vergleich.
- 15′Debrief: Beobachtungen sammeln, dann erst deuten — Erste Runde nur Fakten von den Bögen, zweite Runde Hypothesen — die Reihenfolge diszipliniert.
Material
Zugang zum Beobachtungsort (vorab geklärt!) · Beobachtungsbogen: Handlung / Umgebung / Interaktion — getrennt von Deutung · unauffällige Notizmöglichkeit
Woran es in der Praxis hakt
- Die Fliege redet: Eine Frage, ein Hilfsangebot — und die Situation ist keine natürliche mehr. Konsequent stumm bleiben, Fragen für später notieren.
- Beobachtung und Interpretation vermischt („sie ist genervt“ statt „sie tippt dreimal auf denselben Knopf“) — zwei Spalten erzwingen das sauber.
- Heimlich beobachtet, wo Zustimmung nötig wäre — Rahmen vorab klären (Hausrecht, ggf. Info an Anwesende). Beobachten ja, belauschen nein.
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Prototypen & Testen30–75 Min · 3–14 Pers.
Eine Service-Situation körperlich durchspielen — mit verteilten Rollen, echten Requisiten und Stopp-Taste. Zeigt Ablauf-Löcher, die auf Papier unsichtbar bleiben.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Szene, Rollen & Stopp-Regel klären — Nicht-Spielende bekommen Beobachtungsaufträge (je eine Rolle im Blick) — niemand schaut nur zu.
- 5′Durchlauf 1 mit Stopps — Bei jedem Einfrieren: Problem in einem Satz notieren, weiterspielen — nicht diskutieren.
- 10′Anpassen & Durchlauf 2 — Die notierten Probleme schnell beheben (Ablauf, Worte, Requisite) und dieselbe Szene erneut spielen.
- 5′Auswertung — Was hat sich zwischen Durchlauf 1 und 2 verbessert, was bleibt offen?
Material
Szenen-Beschreibung (Situation, Rollen, Startpunkt) · einfache Requisiten (Stühle, Schilder, Zettel-Interface) · Beobachtungsnotizen für die Zuschauenden
Woran es in der Praxis hakt
- Theater-Scham — niemand will „schauspielern“. Rahmen setzen: Es geht um den Ablauf, gespielt wird schlicht, Lachen ist erlaubt.
- Durchgespielt bis zum Ende, obwohl es längst hakt — Stopp-Regel: Jede:r darf einfrieren, Problem benennen, Szene läuft weiter.
- Nur ein Durchlauf: Der Erkenntnisgewinn steckt im zweiten Durchlauf mit angepasstem Ablauf.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden30–60 Min · 2–12 Pers.
Alle Annahmen hinter einer Idee offenlegen, nach wichtig × unsicher sortieren und die riskantesten in testbare Hypothesen übersetzen — bevor die Realität es ungefragt tut.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Annahmen still sammeln — Leitfrage: Was muss wahr sein, damit die Idee funktioniert? Eine Annahme pro Zettel.
- 10′Auf wichtig × unsicher einsortieren — Erst still platzieren, nur Strittiges diskutieren — sonst wird jede Annahme zur Debatte.
- 10′Top-Annahmen in Hypothesen übersetzen — 2–3 aus dem kritischen Quadranten: Wir glauben X — das stimmt, wenn [Signal]. Plus: Wie testen wir das als Nächstes?
Material
Die Idee/das Konzept sichtbar · Klebezettel · 2×2-Fläche: wichtig × unsicher · Hypothesen-Raster: Wir glauben [X]. Das stimmt, wenn [messbares Signal].
Woran es in der Praxis hakt
- Nur die bequemen Annahmen genannt — die gefährlichen sind die selbstverständlichen („die Leute wollen das ja offensichtlich“). Explizit fragen: Was muss wahr sein, damit das funktioniert?
- Hypothesen ohne Messlatte („Nutzer finden es gut“) — ohne Zahl oder beobachtbares Verhalten ist nichts widerlegbar, also auch nichts bestätigbar.
- Alles testen wollen — nur der Quadrant wichtig + unsicher wird getestet, der Rest wird notiert und ruht.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren45–90 Min · 3–14 Pers.
Das Gedankenspiel dreht den Spieß um: Das Team entwirft den Angreifer, der das eigene Angebot vom Markt fegt — und liest aus dem Killer-Konzept ab, wo die eigenen Schwächen liegen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Fiktion aufmachen & Rollenwechsel — Ansage: „Wir sind ab jetzt der Wettbewerber. Unser Auftrag: dieses Angebot überflüssig machen.“
- 15′Schwachstellen des Angebots sammeln — Aus Angreifer-Sicht: Wo ist es langsam, teuer, unbequem, austauschbar? Kundenbeschwerden als Munition.
- 15′Killer-Konzept entwerfen — Zwei Angreifer-Teams parallel — unterschiedliche Strategien (Preis vs. Erlebnis) machen den Vergleich scharf.
- 10′Rückübersetzung: Was tun WIR jetzt? — Jede Killer-Stärke wird zur Frage: abwehren, kopieren oder bewusst lassen? Mit Verantwortlichen notieren.
Material
Das eigene Angebot/Produkt als Steckbrief an der Wand · Klebezettel · Flipchart für das Killer-Konzept
Woran es in der Praxis hakt
- Wird zur Jammer-Runde über die eigene Firma — der Rollenwechsel muss klar sein: Ihr SEID der Angreifer, mit dessen Ressourcen und Freiheiten.
- Der Angreifer bleibt vage („ein Startup mit KI“) — das Killer-Konzept braucht Kontur: Zielgruppe, Angebot, warum wechseln die Kunden?
- Die Rückübersetzung fällt hinten runter — ohne den Schritt „Was heißt das für UNS, ab morgen?“ war es nur ein unterhaltsames Planspiel.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden30–60 Min · 3–14 Pers.
Das eigene Problem in fremden Welten lösen lassen: Wie macht es die Formel 1, das Krankenhaus, der Ameisenstaat? Der Umweg über die Analogie bricht Denkmuster zuverlässiger als direktes Grübeln.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Problem abstrahieren — Vom konkreten Fall zum Muster: Wer will was, und woran scheitert es — ohne Branchenvokabular.
- 10′Fremde Welten befragen — 2 Kleingruppen nehmen sich je eine fremde Welt vor: Wie löst DIE das Muster?
- 10′Rückübertragen & ernten — Pro Analogie: Was wäre das Äquivalent bei uns? Auch schräge Übertragungen notieren — die guten Ideen kommen oft aus den schrägen.
Material
Das Kernproblem als abstrahierter Satz an der Wand · Karten mit fremden Welten (vorbereitet oder zugerufen) · Klebezettel
Woran es in der Praxis hakt
- Zu früh zurückübersetzt — erst die fremde Welt ernst nehmen und ihre Lösung wirklich verstehen, dann übertragen. Wer sofort ans eigene Produkt denkt, hat den Umweg gespart und nichts gewonnen.
- Nur naheliegende Branchen gewählt, etwa Nachbar-Software — je fremder die Welt, desto frischer der Transfer.
- Das Problem zu konkret abstrahiert: „Checkout-Abbrüche“ trägt nicht — „Menschen brechen kurz vor dem Ziel ab“ öffnet Welten.
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Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–10 Pers.
Den Leitfaden für Nutzer-Interviews im Team bauen: Erkenntnisziele klären, offene Fragen formulieren, Dramaturgie festlegen — damit die Feldphase echte Erkenntnisse liefert.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Erkenntnisziele festlegen — 3–4 Dinge, die wir nach den Interviews WISSEN wollen — nicht: Fragen, die wir stellen wollen.
- 10′Fragen sammeln & aussieben — In Paaren je ein Erkenntnisziel befragen — dann zusammentragen und Dubletten mergen.
- 10′Dramaturgie & Probelauf — Aufwärmen → Erzählen → Vertiefen → Abschluss. Einmal im Paar durchspielen — spätestens hier fliegen die Papierfragen auf.
Material
Design Challenge / Forschungsfrage sichtbar · Klebezettel für Fragen-Kandidaten · Leitfaden-Gerüst: Aufwärmen → Erzählen lassen → Vertiefen → Abschluss
Woran es in der Praxis hakt
- Geschlossene und Suggestivfragen („Fänden Sie es gut, wenn…?“) — jede Frage im Test: Lädt sie zum Erzählen ein oder zum Nicken?
- Fragen nach Meinungen statt nach Erlebnissen — „Erzählen Sie vom letzten Mal, als…“ schlägt „Was halten Sie von…“ um Längen.
- Der Leitfaden wird zur Checkliste abgearbeitet — er ist ein Spickzettel: Reihenfolge darf brechen, Nachfragen geht vor Vollständigkeit. Das gehört als Regel hinein.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 2–14 Pers.
Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken auf vier Feldern — mit der entscheidenden Zusatzrunde: Was verstärken wir, was sichern wir ab? Ohne die bleibt SWOT ein Sammelalbum.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Gegenstand & Bezugsrahmen festlegen — Ein Satz: Wir analysieren [X] mit Blick auf [Ziel/Zeithorizont].
- 10′Vier Felder füllen — Zwei Gruppen: eine sammelt innen (Stärken/Schwächen), eine außen (Chancen/Risiken) — dann tauschen und ergänzen.
- 10′Kreuz-Runde: Kombinationen lesen — Stärke × Chance = ausbauen. Schwäche × Risiko = absichern. Je 1–2 Kombinationen konkret benennen.
- 5′Konsequenzen festhalten — Was folgt daraus — heute entscheidbar oder als Auftrag mitnehmen?
Material
4-Felder-Plakat (innen: Stärken/Schwächen, außen: Chancen/Risiken) · Klebezettel in zwei Farben (innen/außen) · der Analysegegenstand als Satz an der Wand
Woran es in der Praxis hakt
- Innen und außen vermischt — Stärken/Schwächen sind die EIGENEN, Chancen/Risiken kommen vom Umfeld. Zwei Zettelfarben erzwingen die Trennung.
- Ohne Bezugsrahmen gesammelt („Stärke: nettes Team“) — vorher festlegen: Stärke im Hinblick worauf, verglichen womit?
- Nach dem Befüllen ist Schluss — der Wert steckt in der Kreuz-Runde: Welche Stärke nutzt welche Chance, welche Schwäche trifft welches Risiko?
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–12 Pers.
Eine Nutzerin auf einem Plakat durchleuchten: Was sagt, denkt, fühlt und tut sie — und wo drückt der Schuh? Macht verstreutes Wissen übers Publikum als ein Bild sichtbar.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Person festlegen & Quadranten erklären — Eine Person aus den Gesprächen oder eine Persona, die aus ihnen verdichtet ist. Nicht „die Kunden“.
- 10′Quadranten füllen: Sagt / Denkt / Fühlt / Tut — Quadranten auf Paare aufteilen, dann rotieren und ergänzen.
- 10′Schmerzen & Gewinne ableiten — Aus den Quadranten nach unten verdichten: Was quält sie, was will sie erreichen?
- 5′Widersprüche & Hypothesen markieren — Sagt-Denkt-Lücken einkreisen, unbelegte Zettel kennzeichnen — beides sind Forschungsaufträge.
Material
Empathy-Map-Plakat (Quadranten: Sagt / Denkt / Fühlt / Tut, unten: Schmerzen / Gewinne) · Klebezettel · Notizen aus Interviews und Beobachtungen, je Gespräch ein Kürzel (Voraussetzung)
Woran es in der Praxis hakt
- Alles ausgedacht statt beobachtet — Zettel ohne Beleg bekommen eine Markierung (Hypothese) und wandern auf die Test-Liste, sonst malt sich das Team ein Wunschbild.
- „Sagt“ und „Denkt“ füllen sich mit demselben Inhalt — spannend ist gerade die Lücke: Was sagt sie, denkt aber anders?
- Die Map als Endprodukt behandelt — sie ist Zwischenlager: Schmerzen und Gewinne müssen in POV-Statements oder WKW-Fragen weiterfließen.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden30–75 Min · 2–12 Pers.
Ein Thema in der Mitte, acht Unterthemen drumherum — und jedes Unterthema wird selbst zur Mitte eines neuen Rasters. Systematische Breite statt Zufallstreffer: bis zu 64 Ansätze in einer Sitzung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Kernfrage in die Mitte, Prinzip erklären — Mitte = Thema, 8 Felder = Unterthemen — und jedes Unterthema blüht später selbst auf.
- 10′Runde 1: acht Unterthemen finden — Aspekte, Zielgruppen, Stellschrauben — noch keine Lösungen.
- 5′Runde 2: Unterthemen aufblühen lassen — 4 Blüten parallel in Paaren — jede Blüte bekommt ihr eigenes 3×3.
- 10′Ernte: die stärksten Felder markieren — Wo ist es dicht geworden? 3–5 Ansätze für die Weiterarbeit ziehen.
Material
3×3-Raster, groß (Plakat oder Zettel-Matrix an der Wand) · Klebezettel · die Kernfrage als Satz
Woran es in der Praxis hakt
- Die acht Unterthemen sind schon Lösungen statt Themenfelder — erste Runde sind Aspekte/Richtungen, die Ideen kommen in Runde zwei.
- Alle 8 Raster vollständig füllen wollen — Vollständigkeit ist nicht das Ziel. Dünne Blüten dürfen dünn bleiben, dicke verraten, wo die Energie liegt.
- Am Ende 64 Zettel und keine Ernte — die letzten Minuten gehören der Auswahl, sonst erschlägt die Menge das Team.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden30–60 Min · 2–10 Pers.
Ein Problem in Parameter zerlegen, je Parameter alle Ausprägungen sammeln — und dann quer durch die Tabelle neue Kombinationen ziehen. Erfindet systematisch, was dem Bauchgefühl nie einfiele.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Parameter festlegen (4–7 Zeilen) — Die Stellschrauben des Problems: Woraus besteht jede denkbare Lösung zwingend?
- 10′Ausprägungen je Parameter sammeln — Pro Zeile 3–6 Varianten, auch unbequeme — die Tabelle darf provozieren.
- 5′Kombinationspfade ziehen — 2–3 Pfade quer durch die Tabelle: einen plausiblen, einen billigen, einen bewusst wilden.
- 5′Pfade bewerten & einen weiterverfolgen — Welcher Pfad überrascht positiv? Der geht ins Prototyping.
Material
Tabelle: Zeilen = Parameter, Spalten = Ausprägungen (Whiteboard/Plakat) · farbige Stifte oder Fäden für die Kombinationspfade
Woran es in der Praxis hakt
- Parameter überlappen sich — jeder muss unabhängig variierbar sein, sonst produziert der Kasten Scheinvielfalt.
- Nur die brave Diagonale gezogen: Wer je Zeile die naheliegende Ausprägung wählt, baut das Bestehende nach. Mindestens ein Pfad mit bewusst schrägen Kombinationen.
- Zu viele Parameter (mehr als 6–7) — der Kasten wird zur Tapete. Lieber wenige entscheidende Stellschrauben.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 3–14 Pers.
Ein Ereignis oder eine Entscheidung in die Mitte — und dann in Ringen nach außen denken: Was folgt daraus? Und was folgt aus den Folgen? Macht Nebenwirkungen sichtbar, bevor sie passieren.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ereignis in die Mitte — Konkret formulieren: „Ab 2027 gilt X“.
- 10′Erster Ring: direkte Folgen — 6–10 unmittelbare Konsequenzen — positiv wie negativ, still sammeln, dann anpinnen.
- 5′Zweiter Ring: Folgen der Folgen — Pro Erste-Ring-Folge mindestens eine Weiterung — hier wird es interessant.
- 10′Markieren: wahrscheinlich × folgenreich — Die markierten Äste bekommen je eine Konsequenz: vorbereiten, beobachten oder gestalten?
Material
Große Fläche, Ereignis in der Mitte · Klebezettel in zwei Farben (1. und 2. Ordnung) · Marker für Chancen-/Risiko-Markierung
Woran es in der Praxis hakt
- Nur Wunsch- oder nur Horrorfolgen — das Rad braucht beides. Explizit nach der jeweils fehlenden Sorte fragen.
- Folgen 2. Ordnung fehlen — die interessanten Effekte sitzen fast immer im zweiten Ring (die Folge der Folge).
- Alles bleibt gleich wahrscheinlich — am Ende markieren: Was ist wahrscheinlich UND folgenreich? Nur das verdient Vorbereitung.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden30–60 Min · 2–12 Pers.
Produktmerkmale in drei Sorten sortieren: Basis (fehlt = Ärger), Leistung (mehr = besser), Begeisterung (überrascht positiv) — schützt davor, Begeisterung zu bauen, wo die Basis wackelt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Drei Kategorien erklären — Basis = wird vorausgesetzt. Leistung = je mehr, desto besser. Begeisterung = unerwartetes Plus.
- 15′Merkmale einsortieren — Erst still mit Punkten vor-voten, dann nur die strittigen Karten diskutieren.
- 10′Konsequenz: Investitions-Reihenfolge — Wacklige Basis zuerst, dann Leistung, dann gezielt 1–2 Begeisterer. Strittiges → Nutzerbefragung.
Material
Merkmals-Liste auf Karten (Voraussetzung) · drei Spalten: Basis / Leistung / Begeisterung · Klebepunkte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Einordnung ist Team-Hypothese, keine Messung — echtes Kano fragt Nutzer:innen paarweise (Wie fänden Sie es MIT / OHNE?). Strittige Merkmale auf die Befragungs-Liste.
- Begeisterung überschätzt: Begeisterungsmerkmale wirken nur, wenn Basis und Leistung sitzen — Reihenfolge der Investition beachten.
- Vergessen, dass Merkmale wandern: Gestern Begeisterung, heute Basis (WLAN im Hotel). Die Sortierung datieren.
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Analysieren & Strukturieren45–90 Min · 3–12 Pers.
Die Journey um das erweitern, was die Kundin nie sieht: Bühne, Backstage und Systeme in Zeilen unter jedem Schritt — zeigt, wo der Service innen reißt, bevor es außen knirscht.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Journey-Schritte aufhängen & Zeilen erklären — Sichtbarkeitslinie betonen: oberhalb erlebt die Kundin, unterhalb arbeitet die Organisation.
- 20′Bühne & Backstage füllen — Journey-Abschnitte auf Kleingruppen verteilen — wer den Abschnitt operativ kennt, füllt ihn.
- 10′Bruchstellen markieren — Wo reißen Übergaben, wo lebt Wissen in einem Kopf, wo wartet die Kundin? Rot markieren.
- 5′Top-3-Bruchstellen mit Auftrag versehen — Je Bruchstelle: wer prüft was bis wann?
Material
Journey-Schritte als oberste Zeile (Voraussetzung!) · Zeilen-Plakat: Kundenaktion / Bühne (sichtbar) / Backstage (unsichtbar) / Systeme · Klebezettel
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne Journey gestartet — der Blueprint braucht die Kundenschritte als Rückgrat, sonst kartiert man Abteilungen.
- Nur die Soll-Welt gezeichnet: Der Erkenntniswert liegt im Ist — inklusive der Zettel „das macht Kollegin M. per Hand, weiß nur sie“.
- Bruchstellen gefunden und nicht geerntet — jede Linie, an der Übergaben haken, braucht am Ende einen Eintrag: wer schaut da rein?
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden40–90 Min · 3–12 Pers.
Statt reden: bauen. Jede Person baut ihre Antwort auf die Kernfrage als Modell mit den Händen — dann erzählt das Modell. Holt Stille aus der Reserve und Unaussprechliches auf den Tisch.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)
- 10′Aufwärm-Bau (Fingerübung) — Kleine neutrale Bauaufgabe + 30-Sekunden-Erzählung — danach traut sich jede Hand.
- 9′Bau zur Kernfrage (still, einzeln) — Die Hände denken lassen — es gibt kein falsches Modell. Jede:r baut für sich: Es zählt die Metapher.
- 16′Erzählrunde: jedes Modell spricht — Bei 8 Personen je ~2 Min: erzählen, Nachfragen zum Modell — keine Bewertung, keine Deutung durch andere.
- 5′Muster über die Modelle hinweg — Was taucht mehrfach auf, was steht allein? Gemeinsamkeiten und Ausreißer notieren.
Material
Baumaterial pro Person (Bausteine, Knete, Pfeifenreiniger, Pappe — Hauptsache dreidimensional) · Tischfläche · die Kernfrage sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne Aufwärm-Bau gestartet — der erste Bau ist immer steif. Eine Trockenübung („Bau einen Turm / dein Wochenende“) löst die Hände.
- Über das Modell hinweg diskutiert — Regel: Es spricht immer die Person über IHR Modell, das Modell wird nicht von anderen gedeutet. Nachfragen ja, Umdeuten nein.
- Metaphern zu wörtlich genommen oder belächelt — die Brücke aus drei Steinen IST der Beitrag. Moderation schützt die Bilder.
→ In eine Agenda übernehmen
Ideen finden20–45 Min · 2–16 Pers.
Die Frage umdrehen: „Wie vergraulen wir garantiert jede Kundin?“ — Negativ-Ideen sprudeln mühelos, und jede lässt sich in eine echte Verbesserung zurückdrehen. Löst festgefahrene Runden zuverlässig.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Frage umdrehen — Aus „Wie gewinnen wir X?“ wird „Wie verhindern wir X mit Ansage?“ — je drastischer, desto ergiebiger.
- 10′Negativ-Ideen sammeln — Hemmungslos sammeln — die absurdeste Idee ist oft die lehrreichste.
- 10′Rückdrehen: aus jedem Gift ein Gegenmittel — Pro Negativ-Zettel: Was ist die konkrete positive Praxis dahinter? Paarweise arbeiten geht schnell.
- 5′Ernte: die 3 stärksten Gegenmittel — Markieren, was sofort umsetzbar ist — Kopfstand-Ergebnisse sind oft überraschend praktisch.
Material
Die umgekehrte Frage groß an der Wand · Klebezettel · zweite Fläche für die Rückdrehung
Woran es in der Praxis hakt
- Die Umkehrfrage ist lauwarm formuliert — sie muss richtig böse sein („garantiert ruinieren“), sonst zündet der Effekt nicht.
- Im Negativen steckengeblieben: Die Rückdreh-Runde ist der eigentliche Arbeitsschritt und braucht mindestens so viel Zeit wie das Sammeln.
- Rückdrehung zu wörtlich (aus „ignorieren“ wird nur „nicht ignorieren“) — die Frage ist: Was wäre das Gegenteil als konkrete Praxis?
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren40–90 Min · 3–12 Pers.
Die Einflussfaktoren eines Problems als Netz mit Wirkungspfeilen — wer viel bewegt und selbst kaum bewegt wird, ist ein Hebel. Findet die Stellen, an denen sich Eingreifen wirklich lohnt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (40 Min, 8 Personen)
- 10′Faktoren sammeln & eindampfen — Still sammeln, Dubletten mergen, auf 8–12 Faktoren verdichten.
- 15′Wirkungspfeile ziehen — Eine Person führt den Stift, alle rufen Pfeile zu — sonst malen sechs Hände Chaos.
- 10′Hebel & Schleifen identifizieren — Viel Ausgang + wenig Eingang = Hebel (markieren). Kreise = die Selbstläufer des Problems.
- 5′Konsequenz: wo greifen wir ein? — 1–2 Hebel auswählen und mit einer ersten Maßnahme versehen.
Material
Große Fläche, Faktoren auf Karten · Marker für Pfeile (+ verstärkt / − dämpft) · das Systemthema als Frage
Woran es in der Praxis hakt
- Zu viele Faktoren — ab ~12 wird das Netz zur Spaghetti-Wand. Vorher auf die wichtigsten eindampfen.
- Pfeile ohne Richtungssinn („hängt zusammen“) — jeder Pfeil braucht Richtung und Vorzeichen, sonst ist es Deko.
- Hebel gefunden, Schleifen übersehen — sich selbst verstärkende Kreise (A→B→A) erklären, warum das Problem so zäh ist. Explizit danach suchen.
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Verstehen & Recherche45–90 Min · 2–12 Pers.
Offene Nutzer-Interviews in 2er-Teams führen: erzählen lassen statt abfragen — die Feldphase des Design Thinking, direkt aus dem Workshop heraus.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Briefing: Rollen & Haltung — 2er-Teams bilden (fragen + protokollieren), Leitfaden als Spickzettel, Grundregel: erzählen lassen.
- 25′Interviews führen — Bei 8 Personen parallel in mehreren Teams — pro Interview 20–30 Min einplanen.
- 10′Blitz-Download im Team — Direkt danach, solange es frisch ist: stärkste Zitate, Überraschungen, offene Fragen — je auf einen Zettel.
Material
Interview-Leitfaden (siehe Methode Interview-Leitfaden bauen) · Notizbögen: linke Spalte Zitate, rechte Spalte Beobachtungen · Einverständnis der Interviewten, falls aufgezeichnet wird
Woran es in der Praxis hakt
- Allein interviewen — im 2er-Team fragt eine Person, die zweite schreibt. Wer beides gleichzeitig macht, verliert die Hälfte.
- Die Stille füllen — nach einer Antwort drei Sekunden warten. Die besten Sätze kommen nach der Pause.
- Früh in den Lösungsmodus kippen („Wäre dir geholfen, wenn…?“) — das Interview will verstehen, was ist. Lösungen kommen später.
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Verstehen & Recherche30–60 Min · 2–10 Pers.
Fachwissen gezielt anzapfen: ein vorbereitetes Gespräch mit einer Person, die das Feld kennt — für die Testphase oder wenn dem Team Domänenwissen fehlt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Vorbereitung: die 3 Kernfragen — Was wollen wir danach WISSEN? Annahmen oder Prototyp-Aspekte benennen, Reihenfolge festlegen, Rollen klären.
- 10′Gespräch führen — Eine Person moderiert, alle anderen notieren. Nachfragen geht vor Vollständigkeit.
- 10′Download: Was ändert sich für uns? — Erkenntnisse auf Zettel, dann sortieren: bestätigt / widerlegt / neu aufgetaucht.
Material
Konkrete Fragen bzw. Annahmen/Prototyp, die geprüft werden sollen · Notizbögen · Timer — Expertengespräche laufen gern über
Woran es in der Praxis hakt
- Expertenmeinung mit Nutzerrealität verwechseln — Fachleute wissen viel über das Feld und wenig darüber, was DIESE Nutzer:innen morgen tun.
- Ohne konkrete Fragen reingehen — dann wird es ein Vortrag. Vorher festlegen: Welche 3 Dinge wollen wir danach wissen?
- Den Monolog laufen lassen — freundlich unterbrechen und zur nächsten Frage ziehen gehört zur Rolle der Moderation.
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Analysieren & Strukturieren45–90 Min · 2–16 Pers.
Strukturierter Desk-Research-Block: Trends, Wettbewerber und Signale zum Thema sammeln, clustern und in Implikationen für die eigene Challenge übersetzen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Suchfelder aufteilen — Kleingruppen à 2–3 Personen, jede übernimmt ein Suchfeld.
- 20′Recherche-Sprint — Pro Fund ein Zettel: Trend/Signal + Quelle + Jahr. Timebox ernst nehmen — Recherche endet nie von allein.
- 15′Clustern & Implikationen — Funde an der Wand ordnen; pro Cluster einen Satz: „Für unsere Challenge heißt das …“
Material
Laptops oder Smartphones mit Netz · Suchfelder als Karten (Wettbewerber, Technologien, Nutzerverhalten, Regulierung …) · Klebezettel + Wand für die Trend-Landkarte
Woran es in der Praxis hakt
- Sammeln ohne Frage — vorher festlegen, wofür recherchiert wird, sonst entsteht ein Zettelberg ohne Richtung.
- Zahlen ungeprüft übernehmen — Quelle und Jahr auf jeden Zettel. Eine Zahl ohne Quelle ist eine Vermutung.
- Bei der Beschreibung stehen bleiben — der Wert entsteht erst im „Und deshalb…“: Was heißt der Trend für unsere Challenge?
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Verstehen & Recherche45–90 Min · 2–10 Pers.
Ein Selbstdokumentations-Kit für Nutzer:innen entwerfen: Tagebuch-Aufgaben, Foto-Missionen, Karten. Es liefert über Tage Einblicke aus dem echten Alltag, wo Beobachtung nicht hinkommt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Erkenntnisziele schärfen — Was wollen wir aus dem Alltag der Nutzer:innen lernen, das Interviews nicht zeigen?
- 20′Aufgaben & Artefakte entwerfen — In Paaren Aufgabenideen bauen, dann kuratieren: max. 5–7 Aufgaben, Mix aus Schreiben, Fotografieren, Markieren.
- 15′Selbst-Test & Logistik — Jede Aufgabe einmal selbst machen (dauert sie unter 10 Min?), dann Versand, Laufzeit und Rücklauf festlegen.
Material
Erkenntnisziele aus der Challenge · Beispiel-Aufgabenformate (Tagebuchseite, Foto-Mission, Landkarte, Satzanfänge) · Papier, Karten, Umschläge für den Kit-Prototyp
Woran es in der Praxis hakt
- Zu viele Aufgaben ins Kit packen — nach Tag drei bricht die Motivation. Lieber 5 gute Aufgaben als 15.
- Aufgaben, die Antworten vorwegnehmen („Fotografiere, was dich an X nervt“) — offen formulieren, überraschen lassen.
- Kein Rücklauf-Plan — vor dem Versand festlegen: Wie kommen die Probes zurück, wer wertet wann aus?
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Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 2–12 Pers.
Die Synthese-Erkenntnisse zu einem Satz verdichten: Wer braucht was, und welche Einsicht steckt dahinter? Der Satz, an dem sich die ganze Ideation ausrichtet.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Erkenntnisse sichten — Persona und die stärksten Synthese-Erkenntnisse nochmal laut durchgehen — alle auf denselben Stand bringen.
- 10′Statements entwerfen — In Paaren je 2–3 Entwürfe nach dem Satz-Gerüst bauen.
- 10′Schärfen & entscheiden — Entwürfe nebeneinander hängen, Stärken kombinieren, mit Dot-Voting oder Konsent auf EINEN Satz einigen.
Material
Erkenntnisse/Persona aus der Synthese sichtbar an der Wand · Satz-Gerüst als Plakat: [Nutzer:in] braucht [Bedürfnis], weil [Einsicht] · Klebezettel + dicke Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Lösung versteckt sich schon im Statement („… braucht eine App, die …“) — das Statement beschreibt das Problem, den Lösungsraum lässt es offen.
- Zu breit („Menschen brauchen bessere Kommunikation“) oder zu eng — der Test: Lassen sich 10 verschiedene Ideen dazu brainstormen, und wäre trotzdem erkennbar, ob eine danebenliegt?
- Beobachtung statt Einsicht im Weil-Teil — „weil sie wenig Zeit hat“ ist Beobachtung; die Einsicht erklärt, warum es weh tut.
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Ideen finden20–45 Min · ab 3 Pers.
Ideenfindung über Tage statt Minuten: Eine feste Frage, ein geteiltes Notizbuch, alle tragen still ein — der Workshop-Block setzt das Notebook auf und startet die erste Runde.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Frage festlegen & Regeln klären — Eine Frage, Laufzeit (z. B. 5 Arbeitstage), Rhythmus (täglich 1 Eintrag), keine Kommentare bis zur Ernte.
- 5′Notebook aufsetzen — Format wählen (Heft, Whiteboard, Doc), Frage auf Seite 1, Ernte-Termin in die Kalender.
- 15′Erste stille Runde — Alle schreiben den ersten Eintrag direkt im Workshop — der Anfang ist gemacht, die Hürde für Tag 2 sinkt.
Material
Eine präzise Ausgangsfrage · Ein geteiltes Notebook (physisches Heft, Whiteboard-Ecke oder geteiltes Doc) · Kalendereintrag für den Ernte-Termin
Woran es in der Praxis hakt
- Keine feste Frage — ohne präzise Frage wird das Notebook ein Sammelalbum. Die Frage steht auf Seite 1 und ändert sich nicht.
- Kein Ernte-Termin — ohne festes Ende schläft das Notebook ein. Termin für die Auswertung sofort in alle Kalender.
- Einträge kommentieren oder bewerten — das Notebook lebt von unzensiertem Nachdenken. Diskutiert wird erst bei der Ernte.
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Priorisieren & Entscheiden20–45 Min · 3–12 Pers.
Aufwand im Team schätzen, ohne dass die lauteste Stimme gewinnt — alle legen verdeckt, dann wird über die Ausreißer geredet.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Referenz-Eintrag & Skala festlegen — Eine bekannte, mittelgroße Aufgabe als Anker — daran hängt die ganze Skala.
- 5′Eintrag vorstellen & Fragen klären
- 5′Verdeckt schätzen, gleichzeitig aufdecken — Gleichzeitig aufdecken, damit niemand abwartet und sich anpasst.
- 15′Ausreißer begründen, neu legen — Höchste und niedrigste Schätzung erklären lassen — meist steckt da unterschiedliches Verständnis.
Material
Schätzkarten (Fibonacci) oder Finger · die Backlog-Einträge sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Relative Größe schätzen — bei Stunden diskutiert ihr am Ende den Kalender.
- Ausreißer nach oben und unten sind Gold: dort steckt unterschiedliches Verständnis. Erst reden, dann neu legen.
- Ein Referenz-Eintrag vorab hält die Skala über den Sprint hinweg stabil.
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Analysieren & Strukturieren20–40 Min · 2–10 Pers.
Einen zu großen Backlog-Eintrag in kleinere, einzeln lieferbare Häppchen schneiden — jedes für sich fertigstellbar und wertvoll.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Den Eintrag gemeinsam verstehen — Worum geht es, für wen, warum? Ohne gemeinsames Bild schneidet jede:r woanders.
- 5′Schnittmuster wählen — Nach Fällen, Schritten im Nutzerweg, Varianten oder einfach-zuerst.
- 15′Schneiden & Teile benennen
- 5′Reihenfolge: welche Scheibe zuerst? — Der dünnste Schnitt, der schon echten Wert liefert, geht nach oben.
Material
den großen Eintrag sichtbar · Karten für die Teilstücke
Woran es in der Praxis hakt
- Nicht nach Arbeitsschritten schneiden (Design, Backend, Test) — dann ist kein Teilstück allein nutzbar.
- Besser entlang von Nutzen schneiden: verschiedene Fälle, Varianten, der einfachste Weg zuerst.
- Ist ein Teil immer noch zu groß, ruhig ein zweites Mal schneiden.
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Analysieren & Strukturieren20–40 Min · 2–12 Pers.
Gemeinsam festlegen, wann etwas wirklich fertig ist — dieselbe Messlatte für alle, damit fertig nicht jedes Mal etwas anderes heißt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Warum & Geltungsbereich klären — Gilt das für jede Story? Für Bugs auch? Grenze vorab ziehen.
- 10′Kriterien still sammeln & clustern
- 10′Aufs Machbare eindampfen — Jedes Kriterium: Halten wir das jedes Mal ein? Wenn nicht, raus.
- 5′Festhalten & sichtbar aufhängen
Material
Flipchart oder Whiteboard für die Kriterien-Liste
Woran es in der Praxis hakt
- Keine Wunschliste — nur Kriterien, die für jeden Eintrag gelten und die ihr wirklich einhalten könnt.
- Lieber wenige, harte Kriterien als zwanzig weiche.
- Die Liste lebt: alle paar Sprints prüfen, ob sie noch passt.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden15–30 Min · 2–15 Pers.
Vor dem Vollpacken ehrlich rechnen, wie viel Zeit das Team im Sprint wirklich hat — Urlaub, Termine, Puffer raus, dann erst zusagen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Verfügbare Zeit pro Person — Urlaub, freie Tage, andere Projekte gleich abziehen.
- 5′Fixkosten abziehen — Meetings, Support, Bereitschaft — was regelmäßig Zeit frisst.
- 20′Realistische Obergrenze festhalten — Gegen die letzten Sprints prüfen, Puffer stehen lassen.
Material
Team-Kalender / Abwesenheiten · die Leistung der letzten Sprints als Referenz
Woran es in der Praxis hakt
- Nicht von der Brutto-Zeit ausgehen — Meetings, Support und Urlaub kosten real oft die Hälfte.
- Die Leistung der letzten Sprints schätzt besser als der Optimismus von heute.
- Puffer ist kein Luxus: ohne ihn frisst die erste Störung das Sprint-Ziel.
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Analysieren & Strukturieren15–30 Min · 2–15 Pers.
Das eine Ergebnis benennen, das der Sprint erreichen soll — ein Satz, der jeder Entscheidung im Sprint die Richtung gibt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ziel-Kandidaten sammeln — Was wäre am Ende des Sprints das wertvollste Ergebnis?
- 20′Auf ein Ziel verdichten
- 5′Erfolgskriterium formulieren — Woran messen wir, dass das Ziel erreicht ist?
Material
Flipchart · das oberste Backlog-Thema sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Kein Aufgaben-Sammelsurium — ein Ziel, das auch erreichbar ist, wenn nicht jedes Ticket fertig wird.
- Prüffrage: Woran merken Außenstehende, dass der Sprint erfolgreich war?
- Lässt sich das Ziel nicht in einem Satz sagen, ist es noch nicht scharf.
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Reflektieren & Abschließen30–60 Min · 3–20 Pers.
Die letzte Etappe als Segelboot-Bild: Was treibt uns an (Wind), was bremst (Anker), was droht (Klippen), wohin wollen wir (Insel).
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Bild erklären & Zeitraum abstecken — Wind = Antrieb, Anker = Bremse, Klippen = Risiken, Insel = Ziel.
- 10′Still auf allen vier Feldern schreiben
- 5′Clustern & vorstellen
- 10′Ein bis zwei Maßnahmen mit Verantwortlichen — Wenige, konkrete Schritte — jeder mit einer Person, die dranbleibt.
Material
großes Segelboot-Bild (Whiteboard/Flipchart) · Sticky Notes · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Erst still sammeln, dann reden — sonst prägt die erste Wortmeldung alles.
- Anker und Klippen ohne Schuldzuweisung: Es geht um Prozesse und Umstände.
- Aus dem Bild müssen konkrete Maßnahmen mit Verantwortlichen fallen, sonst war es nur Malen.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche20–45 Min · 2–30 Pers.
Der Blick auf das, was schon da ist: Wer bin ich, was weiß ich, wen kenne ich? Aus der Inventur wird abgeleitet, was als Nächstes möglich ist.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Die drei Fragen und den Bogen erklären — Wer bin ich (Neigungen, Werte), was weiß ich (Ausbildung, Erfahrung, nebenbei Gelerntes), wen kenne ich (Namen).
- 10′Still befüllen, eine Sache pro Haftnotiz
- 10′Interview zu zweit: A fragt B, dann Wechsel — Nur fragen und notieren, beraten kommt später.
- 5′Was könnte daraus werden? Drei mögliche Ergebnisse notieren — Kein Ziel festlegen. Drei Richtungen, die aus den eigenen Mitteln denkbar sind.
Material
Bogen „Mittel-Inventur“ oder drei Plakate: bin / weiß / kenne · Haftnotizen und Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Inventur wird zum Wunschbild. Es zählt, was heute da ist; was jemand gern könnte, kommt auf ein anderes Blatt.
- Zu bescheiden über sich selbst. Deshalb das Interview zu zweit: Die andere Person fragt nach, wofür man um Hilfe gebeten wird.
- Die dritte Spalte bleibt dünn. Namen zählen, keine Rollen; unter fünfzehn Namen ist die Liste noch nicht fertig.
→ In eine Agenda übernehmen
Priorisieren & Entscheiden15–30 Min · ab 1 Pers.
Vor dem nächsten Schritt festlegen, was man bereit ist einzusetzen und im schlechten Fall zu verlieren, in vier Währungen: Geld, Zeit, Ansehen, Beziehungen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 25′Die Frage umdrehen, vier Währungen durchgehen — Gefragt wird, was du verschmerzen kannst, wenn es schiefgeht; der mögliche Ertrag bleibt heute unberechnet. Dann einzeln mit Zahlen und Namen: Betrag, Stunden pro Woche bis wann, vor wem, wessen Geduld.
- 5′Reißleine aufschreiben, zu zweit prüfen — „Ich setze höchstens … ein. Ist das aufgebraucht, höre ich auf oder entscheide neu.“ Die Nachbarin liest den Satz und fragt: Ist die Grenze ehrlich?
Material
Bogen „Leistbarer Einsatz“ oder ein Blatt mit den vier Währungen · Stift
Woran es in der Praxis hakt
- Es wird nur in Geld gerechnet. Bei den meisten Vorhaben ist Zeit der teuerste Posten.
- Die Grenze steht auf null. Null Einsatz heißt kein Vorhaben; nachfragen, welcher Einsatz noch ruhig schlafen lässt.
- Die Reißleine bleibt im Kopf. Erst der laut vorgelesene Satz macht sie verbindlich.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren20–40 Min · 1–30 Pers.
Wer aus dem eigenen Umfeld könnte selbst mitgehen? Namen aus der Inventur nach Nähe sortieren und die ersten Gespräche festlegen. Partner bringen eigene Mittel ein und gestalten mit.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Namen übertragen — Aus der Mittel-Inventur übernehmen; hier wird nichts neu erfunden.
- 10′Nach Nähe sortieren: drei Ringe — Innen: würde sofort mitmachen. Mitte: wenn ich es gut erkläre. Außen: wichtig, aber weit weg.
- 10′Zu jedem Namen zwei Stichworte — Was bringt die Person ein, was hat sie davon?
- 5′Erste Gespräche festlegen — Wen aus dem inneren Ring rufst du diese Woche an?
Material
Bogen „Partner-Radar“ (drei Ringe) oder drei Kreise auf einem Plakat · Die Spalte „Wen ich kenne“ aus der Mittel-Inventur · Haftnotizen
Woran es in der Praxis hakt
- Rollen auf dem Radar („die IHK“, „ein Investor“). Es gehören Namen darauf; wo nur eine Rolle steht, fehlt der Kontakt noch.
- Partner werden als Zielgruppe gedacht. Ein Partner bringt etwas ein: Zeit, Zugang, Geld, Wissen. Die Frage an jeden Namen: Was würde diese Person mitbringen?
- Alle Namen landen im äußeren Ring. Der innere Ring (ruf ich heute an) darf klein sein, aber leer bleibt er nie.
→ In eine Agenda übernehmen
Ankommen & Aktivieren20–30 Min · 6–40 Pers.
Kleingruppen machen in zehn Minuten aus einem Alltagsgegenstand ein Angebot und pitchen es in 30 Sekunden. Zeigt am eigenen Leib, was Anfangen mit dem Vorhandenen heißt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Gruppen bilden, je einen Gegenstand verteilen — 2 Gruppen zu dritt oder viert.
- 15′Bauen: aus dem Gegenstand ein Angebot für diesen Raum — Hart auf Zeit moderieren. Die Enge gehört dazu.
- 5′Pitches, 30 Sekunden je Gruppe
- 5′Auswertung mit einer Frage — Was hat euch gerade beim Starten geholfen?
Material
Ein Alltagsgegenstand je Gruppe (Schlüsselbund, Tasse, Ladekabel) · Sichtbarer Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Gruppen diskutieren, bauen aber nichts. Nach der Hälfte der Zeit ansagen: Wer noch kein Angebot hat, nimmt das Erstbeste und macht es besser.
- Der Pitch wird zur Comedy und die Erkenntnis geht verloren. Lachen zulassen und die Auswertungsfrage trotzdem stellen.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren30–60 Min · 8–60 Pers.
Wer ein Vorhaben hat, ruft es aus; wer mitmachen will, schließt sich an. Aus dem Raum entstehen Crews, die mit vorhandenen Mitteln starten.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Regeln erklären: Ausrufer:innen und Crew
- 10′Ausrufe, 60 Sekunden je Vorhaben — Vorhaben, gesuchte Mittel, erster Schritt. Alle Ausrufe an eine Wand.
- 5′Marktphase: herumgehen, verhandeln, anschließen — Einzelgänger:innen aktiv verkuppeln: „Du kennst doch …, das sucht der Tisch da drüben.“
- 10′Crews stehen und stellen sich kurz vor — Zweier-Crews zählen. Ein Vorhaben ohne Crew darf weiterleben.
Material
Wand oder Whiteboard für die Ausrufe · Haftnotizen und dicke Stifte · Bogen „Partner-Radar“ für die Ausrufer:innen
Woran es in der Praxis hakt
- Zu wenige rufen aus. Vorher wissen, wer ein Vorhaben mitbringt, und zwei, drei Leute in der Pause direkt ansprechen.
- Jemand sammelt Crew zum Zuhören. Die Frage an jede Person, die sich anschließt: Was gibst du rein?
- Crews werden zu groß. Ab sieben aufteilen anbieten; zwei kleine Crews schaffen mehr als eine Traube.
→ In eine Agenda übernehmen
Prototypen & Testen30–60 Min · 6–60 Pers.
Crews treiben ihr Vorhaben in kurzen Runden konkret voran. Zwischendurch kommt eine Überraschung ins Boot und wird eingebaut. Übt Umstände nutzen (Lemonade) und Kurs halten (Pilot in the Plane).
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Regeln und Runde 1 starten — Etwas tun, das danach existiert: Testanruf, Skizze, erste Nachricht an eine echte Person.
- 5′Runde 1: vorantreiben
- 5′Überraschung einwerfen — Eine Karte je Crew, die ins Vorhaben eingebaut wird.
- 10′Runde 2: mit der Überraschung weiter — Von Boot zu Boot gehen und nur fragen: Was habt ihr gerade in der Hand?
- 5′Auswertung: eine Minute je Crew — Wo standen wir, was kam dazwischen, wo stehen wir jetzt.
Material
Überraschungs-Karten, vorbereitet (Partner springt ab, halbe Zeit, Geld für eine andere Richtung) · Timer, gut sichtbar · Je Crew ein Tisch oder Bereich
Woran es in der Praxis hakt
- Crews planen die ganze Runde. Vorher ansagen: In dieser Runde zählt nur, was am Ende existiert.
- Die Überraschung wird als Spielerei abgetan. Genau so eine Nachricht kommt im echten Vorhaben; die Übung ist, trotzdem zu steuern.
- Die Auswertung wird gekürzt. Dort passiert das Lernen.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen15–30 Min · 3–40 Pers.
Jede Person bringt eine Panne, Absage oder unerwartete Wendung aus dem eigenen Vorhaben mit. Die Gruppe sammelt, was sich daraus machen ließe. Übt, Überraschungen als Material zu behandeln.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Die Frage stellen, still eine Zitrone notieren — Mit einer kleinen eigenen Zitrone anfangen, das zeigt, wie klein sie sein darf. Dann schreibt jede Person einen Satz auf die gelbe Haftnotiz: ein Rückschlag, eine Absage, eine Wendung im eigenen Vorhaben.
- 20′In Dreier- oder Vierergruppen: Zitronen auspressen — Je Zitrone etwa zwei Minuten. Die anderen schreiben auf die zweite Farbe, was sich daraus machen ließe. Wer die Zitrone mitgebracht hat, hört zu.
- 5′Eine Idee mitnehmen — Jede Person wählt eine Idee aus und sagt in einem Satz, wo sie im nächsten Schritt auftaucht.
Material
Haftnotizen in zwei Farben: gelb für die Zitrone, eine zweite für die Ideen · Stifte · Eine Wand oder ein Tisch je Kleingruppe
Woran es in der Praxis hakt
- Die Runde kippt ins Jammern. Jede Zitrone bekommt einen Satz, danach geht es nur um das, was sich daraus machen lässt.
- Die Zitrone ist zu groß oder zu privat. Ein kleiner, erzählbarer Fall reicht: eine Absage, ein geplatzter Termin, eine Annahme, die nicht gehalten hat.
- Die Gruppe tröstet oder berät. Freundlich zurück zur Frage: Was ließe sich damit anfangen?
- Wer die Zitrone mitgebracht hat, verteidigt sie. Diese Person hört zu und schreibt mit, sie entscheidet erst am Ende.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen10–25 Min · ab 1 Pers.
Jede Person legt eine Handlung fest, die diese Woche passiert: mit vorhandenen Mitteln, innerhalb des leistbaren Einsatzes, mit einem echten Menschen. Laut vorgelesen wird daraus eine Verabredung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (25 Min, 8 Personen)
- 5′Die Frage stellen: Was davon liegt in deiner Hand? — Mit einem eigenen kleinen Beispiel anfangen. Dann still notieren, was am Vorhaben nur von dir abhängt.
- 10′Fünf Felder still ausfüllen — Was genau (eine Handlung), mit wem (ein Name aus dem inneren Ring), bis wann (ein Wochentag), womit (nur Mittel, die schon da sind), woran merke ich Bewegung.
- 5′Zu zweit prüfen und kleiner schneiden — Geht das mit dem, was schon da ist? Liegt es innerhalb des leistbaren Einsatzes? Wo die Antwort nein ist, wird der Schritt kleiner.
- 5′Reihum laut vorlesen — Ein Satz je Person, mit Name und Wochentag. Kommentiert wird nicht.
Material
Bogen „Erster Schritt“ oder ein Blatt mit fünf Zeilen: was genau, mit wem, bis wann, womit, woran ich Bewegung merke · Mittel-Inventur und Partner-Radar aus den Blöcken davor, falls vorhanden · Stift
Woran es in der Praxis hakt
- Da steht ein Vorhaben („Website bauen“). Ein erster Schritt ist ein Verb mit Objekt: anrufen, hinfahren, fragen, aufbauen.
- „Bis wann“ heißt „nächsten Monat“. Ein Wochentag macht es verbindlich, ein Monat verschiebt es.
- Der Schritt hängt an etwas, das man nicht in der Hand hat: eine Förderzusage, eine Antwort von oben. Dann kleiner schneiden, bis nur noch eigenes Handeln übrig ist.
- Vorlesen wird übersprungen, weil die Zeit knapp ist. Lieber die Prüfung zu zweit kürzen, das Vorlesen macht aus der Notiz eine Zusage.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren15–45 Min · 2–20 Pers.
Vor jeder Karte klären, was dazugehört: die Leitfrage, was innen und was außen liegt, welcher Zeitraum zählt und aus wessen Sicht. Eine Karte ohne Grenze zeigt alles und deshalb nichts.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Leitfrage formulieren — Ein Fragesatz mit Verb und Zeitangabe. Reihum vorlesen, bis alle nicken.
- 10′Innen und Außen sortieren — Alles, was der Gruppe zur Frage einfällt, auf Zettel. Jeder Zettel wandert nach innen oder außen. Außen bleibt sichtbar.
- 5′Zeitraum und Sichtweise festlegen — Welche Jahre erklärt die Karte? Wessen Blick fehlt am Tisch? Beides an den Rand schreiben.
- 5′Die Grenze aussprechen — Eine Person fasst zusammen: Wir schauen auf X, für den Zeitraum Y, aus Sicht von Z. Wer widersprechen will, tut es jetzt.
Material
Eine Fläche mit zwei Zonen: innen und außen · Klebezettel · die Leitfrage sichtbar oben, mit Fragezeichen
Woran es in der Praxis hakt
- Die Leitfrage ist ein Thema („Fachkräftemangel“). Erst ein Fragesatz mit Verb macht sie prüfbar: Warum finden wir seit zwei Jahren keine Azubis?
- Alles landet innen, weil alles irgendwie zusammenhängt. Die Grenze ist eine Entscheidung. Was außen liegt, wird nicht vergessen, es wird als Randbedingung notiert.
- Der Zeitraum fehlt. Ob die Karte die letzten sechs Monate oder die letzten zehn Jahre erklären soll, ändert jede Variable.
- Nur eine Sichtweise am Tisch. Wer fehlt, dessen Teil des Systems fehlt auch. Die Namen der Fehlenden kommen an den Rand.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren25–60 Min · 3–16 Pers.
Ein Ereignis vier Ebenen tiefer legen: Was ist passiert, welches Muster zeigt sich über die Zeit, welche Struktur erzeugt das Muster, welche Überzeugungen halten die Struktur. Je tiefer die Ebene, desto größer die Wirkung eines Eingriffs.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ereignis festhalten — Ein beobachtbares Ereignis, ein Satz, ganz oben. Ohne Bewertung.
- 10′Muster über die Zeit — Wie oft ist das schon passiert? Seit wann? Was ging jedes Mal voraus? Eine kleine Zeitlinie hilft.
- 5′Strukturen dahinter — Welche Regeln, Anreize, Abläufe und Beziehungen erzeugen das Muster verlässlich?
- 5′Überzeugungen und mentale Modelle — Welche Annahmen halten die Struktur am Leben? Formulieren als Satz, den jemand im Haus so sagen würde.
- 5′Wo greifen wir ein? — Eine Ebene wählen und den Eingriff benennen. Je tiefer, desto langsamer und desto wirksamer.
Material
Vier Zonen untereinander auf Wand oder Whiteboard: Ereignis, Muster, Struktur, Überzeugungen · Klebezettel in vier Farben · ein konkretes Ereignis als Einstieg
Woran es in der Praxis hakt
- Das Ereignis ist schon eine Deutung („die Abteilung ist unmotiviert“). Oben steht, was jemand beobachten konnte: Drei Kündigungen im Mai.
- Die Ebene Muster wird übersprungen. Ohne die Frage „wie oft, seit wann, unter welchen Bedingungen“ landet die Gruppe direkt bei Schuldigen.
- Strukturen werden mit Personen verwechselt. Eine Struktur ist eine Regel, ein Anreiz, ein Prozess, eine Budgetlogik. Namen gehören nicht auf diese Ebene.
- Unten bleibt es leer, weil Überzeugungen unangenehm sind. Die Frage hilft: Was müsste jemand für wahr halten, damit diese Struktur sinnvoll erscheint?
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren30–75 Min · 3–16 Pers.
Wer spielt im System mit, wie nah steht er am Thema und wer ist mit wem verbunden? Drei Ringe um die Leitfrage, Beziehungen als Linien. Zeigt Bündnisse, Lücken und wen bisher niemand gefragt hat.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Akteure sammeln — Still, jede Person allein: Wer hat mit der Frage zu tun? Personen, Rollen, Gruppen, Organisationen. Dubletten zusammenlegen.
- 10′In drei Ringe legen — Innen: täglich dran. Mitte: regelmäßig beteiligt. Außen: betroffen oder einflussreich, aber fern. Jede Zuordnung laut begründen.
- 5′Beziehungen ziehen — Eine Person führt den Stift, die Gruppe ruft zu. Jede Linie mit einem Wort beschriften.
- 5′Lücken und Bündnisse markieren — Wo fehlen Linien, die es geben müsste? Wer hängt an vielen Linien? Wer fehlt auf der Karte ganz? Drei Funde festhalten.
Material
Drei Ringe um die Leitfrage auf Wand oder Whiteboard · Klebezettel für Personen, Gruppen, Organisationen · Marker für Verbindungslinien (durchgezogen für eng, gestrichelt für lose)
Woran es in der Praxis hakt
- Nur Organisationen auf den Zetteln. Ein Amt handelt nicht, eine Sachbearbeiterin schon. Wo es geht, Rollen oder Personen benennen.
- Alle landen im inneren Ring. Der innere Ring ist für die, die täglich mit der Frage zu tun haben; wer nur betroffen ist, kommt nach außen.
- Beziehungen ohne Inhalt. Jede Linie bekommt ein Wort: Geld, Weisung, Information, Vertrauen, Konflikt.
- Die Karte bleibt beim eigenen Lager. Die Frage „wer profitiert davon, dass es so bleibt“ bringt die fehlenden Akteure ans Licht.
→ In eine Agenda übernehmen
Analysieren & Strukturieren30–120 Min · 3–12 Pers.
Variablen als Knoten, Wirkungen als Pfeile mit Vorzeichen, und dann die Kreise suchen: Welche Schleifen schaukeln sich auf, welche pendeln sich ein? Erklärt, warum ein Problem sich hält, obwohl alle daran arbeiten.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Variablen benennen — Sechs bis zwölf Größen innerhalb der Grenze. Jede als Substantiv, das steigen und sinken kann.
- 5′Wirkungen ziehen, mit + und − — Kleingruppen zu dritt bauen je eine Teilkarte, danach werden sie zusammengelegt.
- 5′Schleifen finden und benennen — Kreise abfahren. Gerade Zahl an Minus-Pfeilen: verstärkend (R). Ungerade: ausgleichend (B). Jede Schleife bekommt einen Namen.
- 5′Zeitverzug markieren — Wo wirkt ein Pfeil erst nach Wochen oder Jahren? Zwei kurze Striche quer auf den Pfeil.
- 5′Die Geschichte der Karte erzählen — Eine Person erzählt die Karte als Geschichte, von der Leitfrage aus. Wo die Erzählung stockt, fehlt ein Pfeil oder eine Variable.
Material
Große Fläche oder Whiteboard mit der Vorlage „Kausalschleife“ · Variablen auf Karten, als Größen formuliert, die steigen und sinken können · Marker für Pfeile mit + (gleichsinnig) und − (gegensinnig) · die Systemgrenze aus dem Schritt davor
Woran es in der Praxis hakt
- Variablen als Handlungen („mehr Werbung machen“). Eine Variable ist eine Größe, die steigen oder sinken kann: Werbebudget, Bekanntheit, Anfragen.
- Pfeile ohne Vorzeichen. Plus heißt: steigt A, steigt B. Minus heißt: steigt A, sinkt B. Ohne Vorzeichen lässt sich keine Schleife lesen.
- Die Gruppe hört auf, sobald die Karte voll ist. Die Arbeit fängt bei den Kreisen an: Jede geschlossene Schleife bekommt einen Namen und ein R oder B.
- Zeitverzug wird vergessen. Viele Schleifen wirken erst nach Monaten; genau deshalb reagieren Organisationen zu spät und zu heftig.
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Analysieren & Strukturieren30–60 Min · 3–12 Pers.
Sechs wiederkehrende Systemfallen an die eigene Karte halten: Grenzen des Wachstums, Symptombekämpfung, Eskalation, Erfolg zu den Erfolgreichen, Gemeingut-Falle, Ziel-Erosion. Wer die Falle erkennt, kennt den typischen Ausweg.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Die sechs Muster in je einem Satz — Wachstum stößt an eine Grenze · Symptom gelindert, Ursache bleibt · zwei Seiten rüsten auf · wer hat, dem wird gegeben · alle nutzen, niemand pflegt · das Ziel wird still gesenkt.
- 5′Karte gegen die Muster halten — Je Kleingruppe zwei Muster, dann Austausch.
- 10′Treffer beschreiben und Ausweg notieren — Zu jedem Treffer: Welche Variablen bilden das Muster? Was wäre der übliche Ausweg, und was heißt er hier konkret?
- 5′Konsequenz für die Hebel — Welche Eingriffe würden das Muster nur füttern? Streichen. Der Rest geht in die Hebelpunkte.
Material
Die eigene Kausalschleifen-Karte · Sechs Karten mit je einem Muster in einem Satz und dem üblichen Ausweg · Klebepunkte zum Markieren der Treffer
Woran es in der Praxis hakt
- Der Check läuft ohne Karte. Ohne eigene Schleifen wird er zur Theoriestunde; erst zeichnen, dann prüfen.
- Jedes Muster passt irgendwie. Ein Treffer braucht die konkrete Schleife auf der Karte, mit Variablennamen.
- Der Ausweg wird als Lösung verkauft. Er ist eine Richtung, die Gruppe muss ihn an ihrer Situation prüfen.
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Analysieren & Strukturieren10–75 Min · 3–16 Pers.
Eingriffe nach ihrer Tiefe sortieren: An Zahlen drehen wirkt wenig, Regeln ändern mehr, Ziele und Denkweisen am meisten. Die Gruppe legt ihre Ideen auf die Leiter und sieht, wo sie bisher nur an Symptomen zog.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 10′Eingriffs-Ideen sammeln — Still, an der Karte entlang: Wo könnten wir eingreifen? Ein Eingriff je Zettel, mit der Variable oder Schleife, die er meint.
- 5′Die Leiter erklären — Sechs Sprossen von unten nach oben, je ein Beispiel aus dem Alltag der Gruppe. Oben wirkt es tief und langsam, unten flach und schnell.
- 5′Ideen auf die Leiter legen — Jeden Zettel gemeinsam einer Sprosse zuordnen. Bei Streit gewinnt die tiefere Frage: Was ändert sich wirklich?
- 10′Zwei Hebel wählen und schätzen — Einen von unten für sofort, einen von oben für die lange Strecke. Zu jedem: Aufwand, Zeit bis zur Wirkung, wer es tut.
Material
Die Leiter mit sechs Sprossen auf Wand oder Whiteboard: Zahlen · Puffer und Flüsse · Rückkopplungen · Informationswege · Regeln · Ziele und Denkweisen · Eingriffs-Ideen auf Klebezetteln · die eigene Karte mit Schleifen und Hebel-Variablen
Woran es in der Praxis hakt
- Die Gruppe sammelt Maßnahmen, keine Eingriffe ins System. Die Frage ist: Welche Variable, welcher Pfeil, welche Schleife ändert sich dadurch?
- Alle Ideen liegen auf den unteren Sprossen. Das ist normal und die Erkenntnis des Formats; die oberen Sprossen brauchen eine zweite Runde.
- Die Leiter wird als Rangliste gelesen. Höher heißt wirksamer und schwerer. Ein Zahlen-Eingriff, der morgen geht, hat seinen Platz.
- Aufwand und Zeitverzug fehlen. Jeder gewählte Hebel bekommt eine Schätzung: wie lange, bis etwas sichtbar wird.
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Analysieren & Strukturieren15–45 Min · 3–20 Pers.
Aus einem Haufen gesammelter Einflussgrößen werden benannte Regionen: Doppeltes zusammenlegen, Zusammengehöriges gruppieren, jeder Gruppe einen Namen geben. Danach lässt sich eine Karte zeichnen, die man lesen kann.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Doppelte zusammenlegen — Alle Zettel an eine Wand. Was dieselbe Größe meint, kommt übereinander; Zustände werden zu Größen umgeschrieben.
- 15′Still gruppieren — Ohne zu reden Zettel zueinander schieben, bis Gruppen entstehen. Wer anderer Meinung ist, schiebt zurück.
- 5′Regionen benennen — Jede Gruppe bekommt einen Namen aus zwei, drei Wörtern und eine Farbe. Einzelne Zettel dürfen allein stehen.
- 5′Die Hauptvariable finden — Welche Größe beschreibt das Problem am direktesten? Sie kommt in die Mitte der Karte, die Regionen darum herum.
Material
Gesammelte Variablen auf Klebezetteln oder auf dem Whiteboard · Rahmen oder freie Flächen für die Regionen · Eine Farbe je Region
Woran es in der Praxis hakt
- Regionen nach Zuständigkeit (Vertrieb, IT, Personal). Das bildet das Organigramm ab. Gruppiert wird nach dem, was aufeinander wirkt.
- Zu viele Regionen. Mehr als fünf liest niemand mehr; dann zwei zusammenlegen oder eine Ebene höher benennen.
- Doppelte Größen bleiben liegen. „Stress“ und „Belastung“ meinen oft dasselbe; wer beide behält, zeichnet jeden Pfeil zweimal.
- Zustände auf den Zetteln. Aus „kein Vertrauen“ wird „Vertrauen“, damit die Größe steigen und sinken kann.
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Analysieren & Strukturieren20–60 Min · 3–16 Pers.
Die Systemkarte in Worte fassen: je Region ein Absatz, danach einer für das ganze System. Wo die Erzählung stockt, fehlt ein Pfeil, und was die Runde beim Zuhören überrascht, ist der eigentliche Befund.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Regionen verteilen — Zwei bis vier Teile der Karte, die zusammengehören, meist um eine Schleife herum. Je Region eine Person oder Kleingruppe.
- 10′Je Region erzählen — Drei bis fünf Sätze: Womit fängt es an, was verstärkt sich, was bremst? Wo der Satz nicht weitergeht, fehlt ein Pfeil.
- 10′Vorlesen und Lücken markieren — Jede Region wird vorgelesen. Die anderen markieren an der Karte, wo die Geschichte etwas behauptet, das nicht gezeichnet ist.
- 5′Die Geschichte des ganzen Systems — Ein Absatz für die ganze Karte: Warum hält sich das Problem, und wo sitzt der Hebel? Er kommt ins Protokoll und als Text an die Karte.
Material
Die Systemkarte mit benannten Schleifen · Papier oder ein Textfeld je Region · Die Karte in Worten aus dem System Mapper als Rohtext, wenn die Karte auf dem Whiteboard liegt
Woran es in der Praxis hakt
- Die Geschichte zählt Variablen auf. Eine Geschichte hat eine Richtung: Was schaukelt sich auf, was bremst, und warum hält sich das Problem?
- Die Gruppe erzählt, wie es sein sollte. Erzählt wird die Karte, wie sie gezeichnet ist; Wünsche kommen später zu den Hebeln.
- Eine Person schreibt allein, und die anderen nicken. Wer vorliest, fragt am Ende: Wo würdet ihr widersprechen?
- Die Geschichte bleibt im Raum. Sie gehört ins Protokoll und als Text an die Karte, sonst weiß in drei Wochen niemand mehr, was die Pfeile meinen.
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Verstehen & Recherche15–60 Min · ab 1 Pers.
Drei Spalten rahmen einen Lernblock: Vorher wird Vorwissen notiert und werden Fragen gesammelt, nachher hält jede Person fest, was sie gelernt hat. So wird Lernen sichtbar und offene Fragen gehen nicht verloren.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Weiß ich: Vorwissen notieren — Alles, was man zu wissen glaubt. Auch Halbwissen gehört hin.
- 5′Will ich wissen: Fragen sammeln — Jede Person notiert mindestens eine echte Frage.
- 10′Das Thema bearbeiten — Vortrag, Lektüre oder Übung. Die Fragen aus Spalte 2 bleiben sichtbar.
- 5′Habe ich gelernt: Spalte 3 füllen — In eigenen Worten.
- 5′Abgleichen — Welche Fragen sind beantwortet, was stimmte am Vorwissen nicht? Offene Fragen gemeinsam klären oder mitgeben.
Material
Bogen „KWL-Tabelle“ (A3 quer) oder drei Spalten auf einem Flipchart · Stifte, in Gruppen Klebezettel
Woran es in der Praxis hakt
- Spalte 2 bleibt leer, weil niemand zugeben will, etwas nicht zu wissen. Mit einer eigenen Frage anfangen hilft.
- Falsches Vorwissen wird still durchgestrichen. Stehen lassen und markieren: Genau daran sieht man den Lernweg.
- Der Abgleich am Ende fällt weg, weil die Zeit knapp ist. Dann bleiben die offenen Fragen offen. Lieber den Inhalt kürzen.
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Analysieren & Strukturieren30–75 Min · 2–12 Pers.
Ein Problem steht im Kopf des Fisches, an den Gräten sammelt die Gruppe Ursachen nach Bereichen und fragt bei jeder weiter. So gräbt sie tiefer als bis zur ersten Erklärung und landet bei Ursachen, an denen sich etwas ändern lässt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Das Problem als Wirkung formulieren — Beobachtbar und konkret: „Lieferungen kommen zwei Tage zu spät.“ Es kommt in den Kopf des Fisches.
- 5′Die Gräten benennen — Mensch, Methode, Maschine, Material, Mitwelt, Messung. Was nicht passt, wird umbenannt.
- 5′Ursachen still sammeln — Ein Zettel pro Ursache, an die passende Gräte.
- 5′Bei jeder Ursache nach dem Warum fragen — Die Antwort kommt auf eine Nebenlinie. Weiterfragen, bis eine Ursache auftaucht, an der ihr etwas ändern könnt.
- 5′Die wahrscheinlichsten Ursachen markieren — Jede Person zwei Punkte. Was an mehreren Gräten auftaucht, ist oft ein Kernpunkt.
- 5′Prüfung verabreden — Für die markierten Ursachen: Woran sehen wir, ob es stimmt? Wer schaut nach?
Material
Bogen „Ursache-Wirkungs-Diagramm“ (A3 quer) oder eine Fischgräte auf Packpapier · Klebezettel in zwei Farben · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Das Problem ist als Lösung formuliert („Wir brauchen mehr Personal“). Erst die beobachtbare Wirkung aufschreiben, dann suchen.
- Die Suche endet bei einer Person. Weiterfragen: Was hat das möglich gemacht?
- Alle Ursachen gelten als gleich sicher. Vermutungen kennzeichnen und prüfen, bevor Maßnahmen beschlossen werden.
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Verstehen & Recherche20–45 Min · 1–30 Pers.
Eine Person aus der Zielgruppe auf einem Blatt: wer sie ist, was sie antreibt, was ihr im Weg steht und was sie sich wünscht. Knapper als eine Persona und direkt nach Gesprächen ausgefüllt, damit alle im Team dasselbe Bild haben.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Eine Person wählen — Am besten jemand, mit dem das Team gesprochen hat. Wer und Kontext eintragen.
- 15′Antrieb, Hürden, Vorgehen — Was will sie erreichen, was hält sie auf, wie löst sie es heute? Notizen aus den Gesprächen daneben legen.
- 5′Wunsch und Satz — Was würde ihr wirklich helfen? Zum Schluss ein Satz, möglichst als Zitat.
- 5′Steckbriefe vorstellen — Die anderen fragen nur: Woher wisst ihr das?
Material
Bogen „Nutzer-Steckbrief“ (A3 hoch), einer pro Team · Notizen aus Gesprächen oder Beobachtungen · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Der Steckbrief wird aus dem Bauch gefüllt. Jede Aussage sollte auf etwas zurückgehen, das jemand gehört oder gesehen hat.
- Drei Personen werden zu einer gemischt. Lieber eine Person genau beschreiben als drei unscharf.
- Der Satz unten klingt wie ein Werbetext. Er wirkt am stärksten als Zitat in den Worten der Person.
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Ideen finden20–45 Min · 1–40 Pers.
Eine Idee kommt auf ein Blatt: mit Namen, Zielgruppe, Bedürfnis, Mehrwert und einer Skizze der Anwendung. Aus einem Zettel vom Brainstorming wird so etwas, das andere in einer Minute verstehen und bewerten können.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Eine Idee wählen — Allein oder zu zweit eine Idee aus der Sammlung nehmen und ihr einen kurzen Namen geben.
- 15′Die Felder füllen — Zielgruppe, Beschreibung in zwei, drei Sätzen, Bedürfnis oder Problem, Mehrwert.
- 5′Die Anwendung zeichnen — Wer benutzt die Idee wo und wie? Strichmännchen genügen.
- 5′Je eine Minute vorstellen — Servietten nebeneinander aufhängen. Danach kann mit Punkten bewertet werden.
Material
Bogen „Idea Napkin“ (A3 hoch), einer pro Idee · Stifte, gern farbig · Klebepunkte, wenn danach bewertet wird
Woran es in der Praxis hakt
- Die Zielgruppe heißt „alle“. Eine Idee für alle ist eine Idee für niemanden: so eng wie möglich fassen.
- Die Skizze wird ausgelassen, weil niemand zeichnen kann. Strichmännchen genügen, und gerade die Skizze zeigt Lücken.
- Die Vorstellung dauert fünf Minuten pro Idee. Eine Minute reicht; wer länger braucht, hat die Idee noch nicht scharf.
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Priorisieren & Entscheiden15–40 Min · 1–12 Pers.
Aufgaben werden nach zwei getrennten Fragen sortiert: Sind sie wichtig, und sind sie dringend? Daraus folgt, was sofort erledigt, was eingeplant, was abgegeben und was gestrichen wird.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Aufgaben sammeln — Alles, was offen ist, eine Aufgabe pro Zettel.
- 5′Wichtig und dringend klären — Wichtig: Bringt sie uns dem Ziel näher? Dringend: Gibt es eine nahe Frist oder Folgen, wenn sie liegen bleibt?
- 15′Einsortieren — Sofort, Einplanen, Delegieren, Weglassen. Im Team laut begründen, wo Zettel strittig sind.
- 5′Einplanen und Delegieren festmachen — Einplanen bekommt einen Termin, Delegieren eine Person mit Frist. Weglassen wird wirklich gestrichen.
Material
Bogen „Eisenhower-Matrix“ (A3 hoch) oder vier Felder auf einem Flipchart · Klebezettel · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Alles landet in „Sofort“. Dringend fühlt sich wichtig an. Die Frage, ob die Aufgabe dem Ziel näherbringt, trennt beides.
- „Delegieren“ ohne Namen und Frist heißt liegen lassen. Jede abgegebene Aufgabe bekommt eine Person und ein Datum.
- „Weglassen“ bleibt leer. Wer nichts streicht, hat am Ende dieselbe Liste wie vorher.
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Analysieren & Strukturieren45–90 Min · 1–18 Pers.
Ein Vorhaben auf einer Seite: für wen, mit welchem Angebot, auf welchem Weg, mit welchen Mitteln, Kosten und Einnahmen. Das Canvas macht Lücken und ungeprüfte Vermutungen sichtbar, bevor Geld und Zeit hineinfließen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Für wen und welcher Bedarf — Hier fängt alles an. Eine Zielgruppe pro Canvas.
- 10′Angebot und Nutzen — Was bekommt die Zielgruppe, und warum ist es besser als das, was sie heute tut?
- 5′Weg zur Zielgruppe — Wie erfährt sie davon, wie kauft oder nutzt sie es?
- 5′Was wir brauchen — Menschen, Können, Partner, Geräte.
- 10′Kosten und Einnahmen — Die großen Posten, grob geschätzt. Geschätztes bekommt ein Fragezeichen.
- 5′Canvases lesen und vergleichen — Passt das zusammen? Welche Vermutung prüft ihr zuerst?
Material
Bogen „Modell-Canvas“ (A3 quer), einer pro Team und Zielgruppe · Klebezettel · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Das Team beginnt beim Angebot. Wer zuerst Zielgruppe und Bedarf klärt, beschreibt danach ein anderes, besseres Angebot.
- Zwei Zielgruppen auf einem Canvas. Dann verschwimmen Weg, Nutzen und Einnahmen. Lieber zwei.
- Zahlen werden geraten und dann geglaubt. Geschätztes mit einem Fragezeichen markieren und als Erstes prüfen.
→ In eine Agenda übernehmen
Verstehen & Recherche15–30 Min · ab 1 Pers.
Bevor ein Ziel feststeht, schreibst du auf, was dich stört und nicht mehr loslässt: die Situation, wen sie betrifft, warum gerade du. Ein Satz fasst es zusammen, eine zweite Person hört zu. Der Startpunkt für Vorhaben aus eigenem Antrieb.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 20′Drei Felder still füllen — Was mich stört, wen es außer mir betrifft, warum ausgerechnet ich. Nicht diskutieren.
- 5′Den Satz schreiben — So, dass eine fremde Person versteht, worum es geht. Er fällt leichter, wenn oben etwas steht.
- 5′Zu zweit vorlesen — Die zuhörende Person sagt nur „verstanden“ oder „da fehlt mir was“. Dann Rollen tauschen.
Material
Bogen „Handlungsanlass“ (A4), einer pro Person · Stift
Woran es in der Praxis hakt
- Der Anlass wird gleich zum Ziel („Ich will eine App bauen“). Erst beschreiben, was stört, dann ist Platz für viele Wege.
- Das Thema ist groß und abstrakt („Klimawandel“). Ein kleiner, echter Ärger aus dem eigenen Alltag trägt weiter.
- Die zuhörende Person berät. Sie sagt nur „verstanden“ oder „da fehlt mir was“.
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Reflektieren & Abschließen10–25 Min · ab 2 Pers.
Die kürzeste Auswertung am Ende einer Sitzung: Jede Person schreibt auf, was gut lief und bleiben soll (Plus) und was sich ändern soll (Delta). Ein oder zwei Deltas werden zur Verabredung.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (25 Min, 8 Personen)
- 5′Plus und Delta schreiben — Plus: Was behalten wir bei? Delta: Was ändern wir? Mindestens eins von beidem pro Person.
- 5′Reihum vorlesen und ankleben — Ohne Kommentar, nur vorlesen.
- 10′Was fällt auf? — Kurz sprechen: Wo häufen sich Zettel, was überrascht?
- 5′Deltas verabreden — Ein oder zwei Deltas: Wer ändert was bis wann?
Material
Bogen „Plus / Delta“ (A3 quer), sichtbar aufgehängt · Klebezettel oder Stifte · Klebepunkte bei großen Gruppen
Woran es in der Praxis hakt
- Deltas werden als Beschwerden formuliert. Ein Delta ist ein Vorschlag: „Beim nächsten Mal …“.
- Die Plus-Seite wird übersprungen. Sie zeigt, was beim nächsten Mal bleiben soll, sonst geht Gutes verloren.
- Es bleibt beim Sammeln. Ohne Verabredung, wer was bis wann ändert, ist die Runde beim nächsten Mal dieselbe.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen30–75 Min · 3–15 Pers.
Rückblick in fünf Feldern: anfangen, aufhören, weitermachen, mehr davon, weniger davon. Zeigt neben dem, was neu kommt oder wegfällt, auch, was das Team anders dosieren will.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Fünf Felder erklären — Anfangen, aufhören, weitermachen, mehr davon, weniger davon. Den Unterschied zwischen weitermachen und mehr davon klären.
- 5′Still schreiben — Eine Beobachtung pro Zettel, gern in jedes Feld.
- 10′Vorlesen und ankleben — Reihum, ohne Diskussion.
- 5′Punkten — Drei Punkte pro Person für das, was sich ändern soll.
- 5′Vereinbaren — Zwei, drei Punkte: Wer macht was bis wann?
Material
Seestern mit fünf Feldern auf Whiteboard oder Flipchart · Klebezettel · Stifte · Klebepunkte
Woran es in der Praxis hakt
- „Mehr davon“ und „Weitermachen“ verschwimmen. Vorher klären: Weitermachen heißt im gleichen Maß, mehr davon heißt öfter oder stärker.
- Fünf volle Felder und kein Beschluss. Am Ende wählt das Team zwei, drei Punkte mit Namen und Datum.
- Zettel über Personen. Beschrieben wird, was passiert ist.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen30–60 Min · 3–15 Pers.
Vier Fragen an ein Projekt oder einen Sprint: Was hat gefallen, was haben wir gelernt, was hat gefehlt, was hätten wir uns gewünscht? Passt zu Rückblicken, in denen das Lernen im Vordergrund steht.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Vier Spalten erklären — Gefallen, gelernt, gefehlt, gewünscht. Den Zeitraum nennen, um den es geht.
- 10′Still schreiben — Eine Aussage pro Zettel.
- 10′Vorlesen und clustern — Spalte für Spalte, Ähnliches zusammenlegen.
- 5′Vereinbaren — Aus „Gewünscht“ und „Gefehlt“ zwei Vereinbarungen mit Namen und Datum.
Material
Vier Spalten: Gefallen, Gelernt, Gefehlt, Gewünscht · Klebezettel · Stifte · Klebepunkte
Woran es in der Praxis hakt
- „Gefehlt“ und „Gewünscht“ doppeln sich. Gefehlt schaut zurück auf das, was nicht da war, Gewünscht nach vorn auf das, was ihr euch fürs nächste Mal holt.
- Die Spalte „Gelernt“ bleibt dünn. Eine konkrete Frage hilft: Was wissen wir jetzt, das wir am Anfang nicht wussten?
- Kein Abschluss. Aus „Gewünscht“ werden zwei Vereinbarungen mit Namen.
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Austauschen & Diskutieren25–40 Min · ab 3 Pers.
Zu dritt beraten: Eine Person schildert ihre Frage und dreht sich dann um, die anderen beiden beraten laut darüber. Jede Person ist einmal dran. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 6′Dreiergruppen bilden, Frage notieren — Jede Person schreibt eine Herausforderung auf, an der sie selbst etwas tun kann.
- 8′Runde 1 — Frage schildern, kurz Rückfragen, dann umdrehen: Die anderen beiden beraten laut. Zum Schluss sagt die Person, was ihr geholfen hat.
- 8′Runde 2 — Rollen wechseln, gleicher Ablauf.
- 8′Runde 3 — Die dritte Person ist dran.
Material
Stühle in Dreiergruppen · Timer · Zettel und Stift für die ratsuchende Person
Woran es in der Praxis hakt
- Die ratsuchende Person redet mit, während beraten wird. Sie dreht sich weg und hört nur zu, so kommt Neues an.
- Die Rückfragen dauern zu lange. Zwei Minuten reichen, dann wird beraten.
- Zu große Fragen. Am besten passt eine Herausforderung, an der die Person diese Woche selbst etwas tun kann.
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Reflektieren & Abschließen15–25 Min · ab 1 Pers.
Jede Person schreibt auf, was sie sofort tun kann, ohne neue Mittel und ohne um Erlaubnis zu fragen. So kommen Schritte auf den Tisch, die schon in der eigenen Hand liegen. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (25 Min, 8 Personen)
- 5′Allein schreiben — Was kann ich tun, ohne neue Mittel und ohne um Erlaubnis zu fragen?
- 15′Zu zweit oder zu dritt vorstellen — Die anderen fragen nach und helfen schärfen, Ratschläge bleiben klein.
- 5′Einen Schritt festhalten — Jede Person nennt einen Schritt mit Datum.
Material
Zettel und Stifte · die Frage oder Herausforderung sichtbar
Woran es in der Praxis hakt
- Die Liste füllt sich mit Forderungen an andere. Was jemand anderes tun müsste, gehört nicht dazu.
- Zu große Schritte. Die Frage lautet: Was geht ab morgen?
- Die Ideen bleiben auf dem Zettel. Jede Person nennt zum Schluss einen Schritt mit Datum.
→ In eine Agenda übernehmen
Austauschen & Diskutieren20–60 Min · ab 5 Pers.
Eine Person bringt eine Frage mit, eine kleine Runde berät laut darüber, während sie zuhört, und Beobachtende sammeln, was ihnen auffällt. Für Fragen, bei denen viele Sichtweisen helfen. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ablauf erklären, Fragen notieren
- 25′Der Fall — Schildern und Rückfragen, dann beraten, während die Person zuhört. Danach die Beobachtenden, zum Schluss sagt die Person, was sie mitnimmt.
Material
Stuhlkreis für die Beratungsrunde, Plätze für Beobachtende · Timer · Zettel und Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die ratsuchende Person verteidigt sich. Während beraten wird, hört sie nur zu und notiert.
- Ratschläge ohne Bezug zur Frage. Erst die Rückfragen klären, dann beraten.
- Zu viele Fälle hintereinander. Zwei, höchstens drei pro Sitzung, danach lässt die Aufmerksamkeit nach.
→ In eine Agenda übernehmen
Prototypen & Testen10–30 Min · 2–30 Pers.
Rückmeldung in drei Satzanfängen: Mir gefällt, ich wünsche mir, was wäre, wenn …? Macht Feedback zu einem Prototyp oder einer Präsentation freundlich und konkret.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Satzanfänge zeigen — Mir gefällt … Ich wünsche mir … Was wäre, wenn …? Die Vorstellenden hören nur zu.
- 5′Zettel schreiben — Je Farbe ein Satzanfang, mindestens ein Zettel pro Farbe.
- 15′Reihum vorlesen — Die Vorstellenden fragen höchstens nach.
- 5′Sortieren und nächste Schritte — Was ändern wir am Prototyp, was probieren wir aus?
Material
Drei Satzanfänge sichtbar · Klebezettel in drei Farben · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- „I wish“ wird zur versteckten Kritik ohne Vorschlag. Ein Wunsch sagt, was da sein sollte.
- Die Vorstellenden diskutieren jede Rückmeldung. Sie hören zu, fragen höchstens nach und sortieren später.
- „What if“ bleibt leer. Gib dieser Zeile ein paar eigene Minuten, dort stehen oft die besten Ideen.
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Austauschen & Diskutieren5–20 Min · ab 2 Pers.
Erst denkt jede Person allein über eine Frage nach, dann bespricht sie sich mit einer zweiten, dann teilen einige Paare mit allen. Bringt alle zum Nachdenken, auch die Leisen.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (20 Min, 8 Personen)
- 2′Allein nachdenken — Still, Stichworte auf einen Zettel.
- 11′Zu zweit austauschen — Beide kommen dran, dann gemeinsam weiterdenken.
- 7′Mit allen teilen — Einige Paare berichten, die anderen ergänzen nur Neues.
Material
Eine klare Frage, sichtbar · Zettel und Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die Denkphase wird übersprungen. Eine Minute Stille gehört dazu, sonst reden die Schnellen für die Paare.
- Im Plenum berichten alle Paare. In großen Gruppen kommen drei, vier dran, der Rest ergänzt nur Neues.
- Die Frage ist zu groß. Sie sollte sich in wenigen Minuten zu zweit besprechen lassen.
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Austauschen & Diskutieren45–90 Min · 6–40 Pers.
Jede Person arbeitet sich in einer Expertengruppe in ein Teilthema ein und bringt es danach ihrer Stammgruppe bei. So lernt eine Gruppe in kurzer Zeit ein großes Thema, und alle haben eine Aufgabe.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 5′Stammgruppen bilden, Auftrag erklären — 3 Teilthemen, in jeder Stammgruppe ist jedes Teilthema einmal vertreten.
- 13′Expertengruppen erarbeiten ihr Teilthema — Material lesen, besprechen, die wichtigsten Punkte notieren.
- 5′Erklären vorbereiten — Was erzähle ich meiner Stammgruppe in drei Minuten?
- 12′Stammgruppen: reihum erklären — Jede Person erklärt ihr Teilthema, die anderen fragen nach.
- 10′Abschlussfrage — Eine Frage, für die die Stammgruppe alle Teile braucht.
Material
Material zu jedem Teilthema · Arbeitsauftrag für Experten- und Stammgruppen · Zettel für Notizen · Timer
Woran es in der Praxis hakt
- Die Expertengruppen sammeln Wissen, planen aber nicht, wie sie es erklären. Die letzten Minuten gehören der Frage: Was erzählst du deiner Stammgruppe in drei Minuten?
- Teilthemen unterschiedlich lang. Sie sollten ähnlich viel Zeit brauchen, sonst warten Gruppen.
- Ohne Abschluss bleibt das Wissen verstreut. Am Ende beantwortet jede Stammgruppe eine Frage, für die sie alle Teile braucht.
→ In eine Agenda übernehmen
Reflektieren & Abschließen30–75 Min · 3–15 Pers.
Rückblick mit einem Ballon als Bild: Was hat uns Auftrieb gegeben, welche Sandsäcke ziehen uns runter, welches Wetter zieht auf? Am Ende wirft das Team die ersten Sandsäcke ab.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Ziel festhalten — Oben ins Bild: Wohin fährt der Ballon in den nächsten Wochen?
- 5′Still schreiben — Auftrieb: was uns hebt. Sandsäcke: was uns runterzieht. Wetter: was von außen auf uns zukommt.
- 10′Vorlesen und ankleben — Reihum, ohne Diskussion.
- 5′Punkten — Drei Punkte pro Person: Welche Sandsäcke werfen wir zuerst ab?
- 5′Vereinbaren — Zwei, drei Sandsäcke: Wer wirft sie bis wann ab? Für das Wetter ein Plan in einem Satz.
Material
Ballon-Bild mit vier Feldern auf Whiteboard oder Flipchart · Klebezettel in drei Farben · Stifte · Klebepunkte
Woran es in der Praxis hakt
- Das Ziel fehlt. Erst den Zielpunkt aufschreiben, dann wird klar, was hebt und was bremst.
- Sandsäcke ohne Adresse. Bei jedem fragen: Können wir ihn selbst abwerfen, oder brauchen wir jemanden dafür?
- Das Wetter wird zur Sorgenliste. Pro Wolke ein Satz, was das Team tut, wenn sie kommt.
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Analysieren & Strukturieren30–45 Min · ab 4 Pers.
Erst sammelt die Gruppe, wie sie das schlimmste Ergebnis sicher herbeiführt. Dann prüft sie, was davon sie heute schon tut, und entscheidet, womit sie aufhört. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Schlimmstes Ergebnis benennen — Was wäre das schlimmste Ergebnis für [Vorhaben]? In Gruppen zu viert bis siebt.
- 10′So geht es sicher schief — Erst allein, dann zu zweit, dann in der Gruppe: Was müssten wir tun, damit es genau so kommt?
- 5′Abgleich — Punkt für Punkt: Was davon tun wir heute schon, ganz oder ein bisschen?
- 10′Aufhören — Womit hören wir auf? Pro Gruppe ein Punkt, erster Schritt mit Namen.
Material
Flipchart oder Whiteboard mit drei Spalten · Klebezettel · Stifte
Woran es in der Praxis hakt
- Die erste Liste wird nur witzig. Lachen ist erlaubt, aber jeder Punkt muss etwas sein, das jemand wirklich tun könnte.
- Der Abgleich wird übersprungen. Erst die ehrliche Frage, was davon heute schon passiert, macht die Liste nützlich.
- Der Abschluss bleibt allgemein. Pro Gruppe ein Punkt, mit dem ihr aufhört, und der erste Schritt dazu.
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Priorisieren & Entscheiden60–100 Min · ab 2 Pers.
Die Gruppe ordnet ihre laufenden Vorhaben in einen Kreislauf aus Entstehen, Reife, kreativer Zerstörung und Erneuerung. So wird sichtbar, was festhängt, was zu wenig Kraft bekommt und was gehen darf. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (60 Min, 8 Personen)
- 5′Kreislauf erklären — Entstehen, Reife, kreative Zerstörung, Erneuerung. Je ein Beispiel aus eurer Arbeit.
- 10′Allein sortieren — Jede Person ordnet die Vorhaben in die vier Felder.
- 10′Zu zweit vergleichen — Wo seid ihr euch einig, wo nicht?
- 10′Gemeinsames Bild — Alle Zettel aufs große Bild. Wo zwei Leute dasselbe Vorhaben unterschiedlich einordnen, kurz nachfragen.
- 15′Fallen ansehen — Starrheitsfalle zwischen Reife und Abbau, Mangelfalle zwischen Erneuerung und Entstehen: Was steckt dort?
- 10′Schritte festlegen — Was lassen wir los, was bekommt mehr Kraft? Wer macht den ersten Schritt?
Material
Liegende Acht mit vier Feldern auf Whiteboard oder Papierbahn · Klebezettel · Stifte · Liste der laufenden Vorhaben
Woran es in der Praxis hakt
- Jemand will die Vorhaben bewerten. Hier wird nur einsortiert: Wo steht es gerade?
- Die beiden Fallen bleiben leer. Ausdrücklich fragen: Woran halten wir fest, obwohl es seine Zeit hatte? Welche gute Idee bekommt seit Monaten keine Zeit?
- Zu viele Zettel. Zwölf bis fünfzehn Vorhaben reichen, sonst wird das Bild unlesbar.
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Prototypen & Testen30–60 Min · 2–12 Pers.
Ein Storyboard wird Testpersonen Feld für Feld gezeigt, bevor etwas gebaut ist. Sie erzählen, was sie sehen, wo sie stutzen und ob die Geschichte zu ihrem Alltag passt.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (30 Min, 8 Personen)
- 5′Rollen verteilen — Eine Person zeigt, eine fragt, eine schreibt mit.
- 15′Testrunden — Feld für Feld aufdecken. Die Testperson erzählt laut, was sie sieht und was sie als Nächstes erwartet.
- 10′Auswerten — Was hat überzeugt, wo hat es gehakt, welche Fragen kamen? Ins Test-Capture-Grid eintragen.
Material
fertiges Storyboard mit sechs bis acht Feldern · Test-Capture-Grid oder Notizbogen · zwei bis fünf Testpersonen aus der Zielgruppe
Woran es in der Praxis hakt
- Das Team erklärt das Storyboard. Die Testperson erzählt selbst, was sie in jedem Feld sieht; das Team hört zu.
- Gefragt wird, ob es gefällt. Besser: Wann ist dir das zuletzt passiert? Was würdest du an dieser Stelle tun?
- Alles auf einmal zeigen. Dann springt der Blick zum Ende, und die Stellen, an denen die Geschichte hakt, gehen unter. Feld für Feld aufdecken.
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Prototypen & Testen45–120 Min · 2–8 Pers.
Eine einfache Seite beschreibt ein Angebot, das es noch nicht gibt, mit einem Knopf zum Eintragen. Wie viele klicken, zeigt vor dem Bau, ob sich jemand dafür interessiert.
Ablauf & Details
Beispiel-Ablauf (45 Min, 8 Personen)
- 10′Versprechen in einem Satz — Für wen, was bekommt die Person, was soll es kosten?
- 15′Seite bauen — Überschrift, drei Sätze, ein Knopf. Nach dem Klick: ehrlicher Hinweis und Eintrag für Neuigkeiten.
- 10′Schwelle festlegen — Welche Klickquote heißt weitermachen, welche umbauen, welche lassen? Aufschreiben.
- 10′Weg zur Seite planen — Wo sehen echte Leute die Seite, und wie lange bleibt sie stehen?
Material
Baukasten für einfache Webseiten oder ein Formular-Werkzeug · Text: Versprechen, für wen, was es kosten soll · ein Weg, über den echte Leute die Seite sehen (Newsletter, Netzwerk, Verteiler)
Woran es in der Praxis hakt
- Die Schwelle fehlt. Vorher aufschreiben, ab welcher Klickquote es weitergeht; wer das erst danach festlegt, findet jede Zahl gut.
- Unehrliche Tür. Wer klickt, erfährt sofort, dass es das Angebot noch nicht gibt, und kann sich für Neuigkeiten eintragen. Kein Geld einsammeln.
- Zu wenig Besuch. Bei wenigen Besuchen sagt die Quote wenig; die Seite lieber länger stehen lassen.
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Du planst Design Thinking? 54 dieser Methoden sind den sechs Prozessphasen zugeordnet — sortiert nach Phase, mit fertigen Abläufen von 90 Minuten bis zur Sprint-Woche: Design Thinking bei Facilitools.
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