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Miro-Alternativen: Was du wirklich vergleichen musst

Facilitools-Redaktion · 30. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Miro ist das bekannteste digitale Whiteboard, und das nicht zu Unrecht: ausgereift, schnell, riesiges Vorlagen-Universum. Wenn du trotzdem nach einer Alternative suchst, hat das meistens einen von vier Gründen — und je nachdem, welcher es ist, sieht deine beste Alternative anders aus.

Die vier Gründe, aus denen Leute wechseln

1. Der Datenschutz. Miro ist ein US-Anbieter. Für viele Teams ist das egal, für andere ist es das K.-o.-Kriterium: Wer für Behörden, Hochschulen, Krankenkassen oder datenschutzsensible Unternehmen arbeitet, bekommt von der Datenschutzabteilung Fragen zu Serverstandort, AV-Vertrag und US-Cloud-Zugriff — und je nach Haus lautet die Antwort auf US-Tools schlicht Nein.

2. Der Preis pro Kopf. Die übliche Mechanik im Markt: abgerechnet wird pro Bearbeiter-Lizenz. Das ist fair für feste Teams — und wird teuer, wenn du als Trainerin ständig wechselnde Gruppen aufs Board holst, die alle mitschreiben sollen.

3. Die Wucht. Hunderte Funktionen sind ein Segen für Power-User und eine Hürde für alle, die einfach nur Stickies sammeln wollen. Wenn deine Workshop-Teilnehmenden erst eine Werkzeugleisten-Tour brauchen, kostet das Tool Energie, die der Workshop braucht.

4. Der Gratis-Deckel. Der kostenlose Plan ist begrenzt — üblich sind im Markt Deckel bei der Board-Anzahl oder bei Funktionen. Wo genau der Deckel sitzt, ändert sich immer wieder; verlass dich nicht auf Blogartikel (auch nicht auf diesen), sondern prüf es beim Anbieter.

Die Kriterien, die wirklich entscheiden

Bevor du Tool-Listen wälzt, klär diese sechs Punkte — sie sortieren das Feld schneller als jeder Feature-Vergleich:

Bierdeckel-Checkliste für Whiteboard-Anbieter: Serverstandort, AV-Vertrag, Teilnahme ohne Konto, Subprozessoren, Export ohne Bezahlschranke

  • Serverstandort und AV-Vertrag. Wo liegen die Boards? Gibt es einen AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO? Welche Subprozessoren sind beteiligt? Wenn deine Kunden das fragen (und sie fragen es), musst du in Minuten antworten können.
  • Teilnahme ohne Konto. Können Gäste per Link mitarbeiten, ohne sich zu registrieren? Für Workshops ist das der wichtigste Einzelpunkt: Jede Registrierungspflicht kostet dich zehn Minuten und die Laune der Gruppe.
  • Echtzeit unter Last. Zwanzig Cursor gleichzeitig, ohne dass das Board ruckelt oder Stände verloren gehen. Teste das mit einer echten Gruppe, nicht allein.
  • Vorlagen für deine Formate. Retro-Raster, 2×2-Matrix, Kanban — die Frage ist nicht, ob es tausend Vorlagen gibt, sondern ob deine fünf dabei sind und in Sekunden auf der Fläche liegen.
  • Moderations-Funktionen. Timer, Aufmerksamkeit lenken, verdeckt sammeln (erst schreibt jede:r für sich, dann wird aufgedeckt — das beste Mittel gegen den Ankereffekt beim Brainstorming). Genau die Funktionen, die aus einem Malprogramm ein Facilitation-Werkzeug machen — oft sitzen sie in den teureren Plänen.
  • Der Weg rein und raus. Kommen deine bestehenden Boards mit? Kommen deine Inhalte als Bild, PDF oder PPTX wieder heraus, ohne Bezahlschranke? Ein Whiteboard ohne Export ist eine Einbahnstraße.

Die Landschaft: wer welche Lücke füllt

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit — und bewusst ohne Preisangaben, die in sechs Monaten falsch wären:

  • Conceptboard (Deutschland) ist die bekannteste deutsche Option und taucht in DSGVO-Diskussionen regelmäßig als Empfehlung auf — gerade bei Behörden und größeren Organisationen.
  • Collaboard (Schweiz) positioniert sich ebenfalls über Datenschutz und europäisches Hosting.
  • Excalidraw (Open Source) ist der Liebling für schnelle Skizzen: im Browser, ohne Konto, kostenlos. Für Workshops mit Vorlagen, Moderation und Dauerhaftigkeit ist es nicht gebaut — für das schnelle gemeinsame Bild ist es herrlich unkompliziert.
  • FigJam (Figma, US) ist in Design-Teams zu Hause und dort oft schon bezahlt und eingeführt.
  • Microsoft Whiteboard liegt für Microsoft-365-Häuser nahe — es ist da, es ist abgedeckt, es kann deutlich weniger als die Spezialisten.
  • Gratis-Boards ohne Anmeldung (WhiteboardFox und ähnliche) taugen für den spontanen Fünf-Minuten-Sketch. Ihre bekannte Schwäche: Inhalte sind flüchtig, gespeichert und weitergearbeitet wird woanders.

Prüf jede Option gegen die sechs Kriterien oben — die Reihenfolge, in der Kandidaten rausfliegen, sagt dir nebenbei viel darüber, was dir wirklich wichtig ist.

Wo Facilitools steht — offen gesagt

Facilitools ist unser Produkt, wir sind in diesem Artikel also befangen. Was wir gebaut haben und warum:

Das Whiteboard in Facilitools ist ein vollwertiges Board — unendliche Fläche, Stickies, Formen, Verbinder, Freihand, Rahmen, Echtzeit-Zusammenarbeit, Vorlagen für Retro, 2×2 und Kanban, verdecktes Sammeln für sauberes Brainstorming. Gehostet in Deutschland, AV-Vertrag inklusive, Teilnahme per Link ohne Teilnehmer-Konto.

Zwei Dinge unterscheiden den Ansatz vom reinen Whiteboard-Tool: Der Umzug ist eingebaut — bestehende Miro-Boards holst du per Import direkt auf ein Facilitools-Board, mit Stickies, Formen, Rahmen und Verbindern, statt bei null anzufangen. Und das Board steht nicht allein: Es hängt am selben Workshop wie Ablauf, Live-Beteiligung und Aufgaben — für alle, die nicht nur ein Board, sondern ihren ganzen Workshop an einem Ort wollen.

Ob das für dich die richtige Alternative ist, entscheidet der Test mit einer echten Gruppe — der kostet bei uns nichts.

Häufige Fragen

Ist Miro DSGVO-konform?

Das ist keine Ja/Nein-Frage, sondern eine Prüfung, die dein Auftraggeber (oder dessen Datenschutzbeauftragte) durchführt: Serverstandort, AV-Vertrag, Subprozessoren, Drittlandtransfer. US-Anbieter kommen durch diese Prüfung je nach Haus mal durch, mal nicht — und die Bewertung ändert sich mit der Rechtslage. Wenn du regelmäßig für datenschutzsensible Organisationen arbeitest, erspart dir ein EU-Anbieter diese Prüfschleife komplett.

Kann ich meine Miro-Boards zu einer Alternative mitnehmen?

Kommt auf die Alternative an — frag konkret nach einem Import, nicht nach „Export-Möglichkeiten“. In Facilitools holst du ein Miro-Board per Link und API-Zugriff direkt auf ein neues Board; Stickies, Formen, Rahmen, Verbinder und Bilder kommen mit an ihren Platz.

Was ist die beste kostenlose Miro-Alternative?

Für schnelle Skizzen ohne Speichern-Wollen: Excalidraw. Für echte Workshop-Arbeit brauchst du Speichern, Vorlagen und Teilnahme ohne Konto — da lohnt der Blick auf die Free-Bereiche der Anbieter, unseren eingeschlossen. Wichtiger als „kostenlos“ ist die Frage, wo der Gratis-Deckel sitzt und ob er mitten in deinem Workshop reißt.

Brauche ich überhaupt ein Miro, wenn ich nur Workshops moderiere?

Vielleicht nicht. Wenn dein Kern das Sammeln, Sortieren und Abstimmen mit Gruppen ist, brauchst du ein verlässliches Board mit deinen fünf Formaten als Vorlage, Moderations-Werkzeugen und Gast-Zugang — nicht die ganz große Plattform mit Diagramm-Typen und Entwickler-Integrationen. Die Wucht, wegen der viele wechseln wollen, ist genau der Teil, den Workshop-Menschen selten nutzen.