Vorlagen · Entscheidung treffen
Das Monokultur-Risiko (1 Tag)
Wie viele voneinander unabhängige Antworten hat eure Organisation auf ihre größten Störungen? Ein Tag über Antwortvarietät: Pre-Mortem, Varietäts-Karte, Portfolio-Diagnose, Stresstest — und am Ende eine Entscheidung, die über Widerstand gemessen wird statt über Mehrheit.
7:55 hgeplante Dauer
11Blöcke mit Zeiten
freiübernehmen und anpassen
Dafür brauchst du ein Konto. Kostet nichts, dauert eine Minute.
Der Ablauf, Block für Block
Zusammen 7:55 h · Pausen sind mitgerechnet. Beim Übernehmen rechnen sich die Zeiten neu, wenn du Dauer oder Gruppengröße änderst.
Ankommen
- 20′Der Stock — Offene Frage ohne AuflösungOhne Vorstellungsrunde starten. Bild erzählen: Jede einzelne Biene folgt dem Tanz zur besten bekannten Pollenquelle — für sie die risikoärmste Entscheidung, die es gibt. Frage in den Raum: Was passiert mit dem Stock? Antworten aufs Plakat kleben, nicht bewerten. Bleibt den ganzen Tag hängen.
Hauptarbeit
- 60′Pre-Mortem: das Vorhaben ist gescheitert — Pre-MortemEin echtes eigenes Vorhaben, kurz gebrieft. Dann die Ansage im Indikativ: In 18 Monaten ist es spektakulär gescheitert. Zehn Minuten still und einzeln alle Gründe aufschreiben, ausdrücklich auch die, die man sonst für sich behält. Reihum je ein Grund, beginnend bei der ranghöchsten Person — das kostet die Führung den Erstschlagsvorteil. Auswertung: Welcher Grund war für die Mehrheit neu? Wer wusste ihn vorher? Was hat verhindert, dass er auf dem Tisch lag?
Pause
- 15′Pause — PauseKurz raus. Gleich kommt der Rahmen zu dem, was gerade passiert ist.
Impuls
- 25′Antwortvarietät — Impuls + GesprächAuflösung des Bienenbilds: Individuelle Risikominimierung erzeugt kollektive Fragilität. Ashby ehrlich — Varietät oder Pufferung, und wer puffert, kauft Stabilität gegen Reaktionsfähigkeit. Dann der Kernbegriff Response Diversity: mehrere Komponenten erfüllen dieselbe Funktion und reagieren auf denselben Schock unterschiedlich. Zum Schluss Hollings Zyklus — warum jede erfolgreiche Organisation Vielfalt systematisch abbaut. Maximal 25 Minuten, dann wieder die Gruppe.
Hauptarbeit
- 30′Wicked Questions — Wicked QuestionsMuster: Wie kommt es, dass wir gleichzeitig ___ und ___ sind? Erst allein, dann in Kleingruppen Gegensatzpaare bilden, je Gruppe die schärfste auswählen, im Plenum nachschärfen. Beide Seiten wertschätzend formulieren, keine Schuldfragen, keine Fragen, die sich durch Datenanalyse beantworten lassen.
- 85′Die Varietäts-Karte — Arbeitsblatt in KleingruppenKernstück. Erst die Störungsseite: vier bis sechs neutral formulierte Faktoren, je mit Extremfall nach unten und nach oben. Dann die Antwortseite: Wer oder was bei uns kann darauf reagieren, und wie viele davon sind wirklich unabhängig? Nach 15 Minuten schickt jede Gruppe eine Person als Kritikerin in eine fremde Gruppe — einzige Aufgabe dort: Unabhängigkeit bestreiten. Zum Schluss der Test: Wo haben wir Redundanz ohne Response Diversity? Drei gleiche Antworten sind eine Antwort. Ernte: die drei dünnsten Stellen.
Pause
- 60′Mittagspause — PauseDie Varietäts-Karte bleibt hängen. Wer will, ergänzt beim Vorbeigehen.
Hauptarbeit
- 75′Ecocycle: Monokultur im Portfolio — Ecocycle PlanningObjekt vorher mit der Gruppe klären — Produkte, Kundensegmente, Verfahren, Rollen. Alles in die vier Phasen einsortieren: Geburt, Reife, Kreative Zerstörung, Erneuerung. Erst einzeln, dann zu zweit abgleichen, dann gemeinsam an die Wand. Der Kern sind die beiden Fallen: Starrheits-Falle zwischen Reife und Kreativer Zerstörung, Knappheits-Falle zwischen Erneuerung und Geburt. Wer alles in Reife stehen hat, hat ein Portfolio ohne Antwortvarietät.
Pause
- 15′Pause — PauseKurz durchatmen — gleich wird es körperlich.
Hauptarbeit
- 45′Der Stresstest — Bus-Faktor + RollenentzugErst kartieren: acht bis zehn wichtige Prozesse, Kunden oder Systeme auf Karten, pro Karte wer sie trägt und wer sie morgen ohne Einarbeitung übernehmen könnte. Dann prüfen statt behaupten: Eine Schlüsselrolle wird für 20 Minuten stillgelegt — die Person bleibt im Raum und schweigt. Die Gruppe bearbeitet eine echte Entscheidung weiter. Danach: Was hat gebremst? Was wäre gar nicht gegangen? Was lief überraschend gut?
Abschluss
- 45′Entscheiden über Widerstand — WiderstandsmessungVier bis sechs Vorschläge aus dem Tag an die Wand, dazu die Passivlösung „wir ändern nichts“ als gleichwertiger Vorschlag. Jede Person vergibt je Vorschlag 0 bis 10 Widerstandspunkte, gleichzeitig per Fingerzeichen. Der geringste Gesamtwiderstand gewinnt. Bei den Verlierern eine Runde: Wie müsste der Vorschlag aussehen, damit dein Widerstand kleiner wird? Danach zu den zwei Gewinnern je ein Schritt, der diese Woche geht. Zum Schluss zurück zum Bienenplakat von heute früh.
Passt dazu
- Experiment-Sprint (Lean) — 2 h, 6 Blöcke
- Zukunfts-Check (Folgen-Rad) — 1:30 h, 4 Blöcke
- SWOT – von der Matrix zur Maßnahme — 1:30 h, 5 Blöcke