Konsent-Entscheidung
Entschieden wird, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat. Begeisterung ist keine Bedingung.
Auch bekannt als Konsent-Moderation, Soziokratische Entscheidung, Widerstandsabfrage.
- Dauer
- 25–75 Min
- Gruppe
- 3–12 Personen
- Anlass
- Entscheidung herbeiführen, Spannungen & heikle Themen
Wann Konsent-Entscheidung passt
Nimm sie, wenn …
- Eine Gruppe muss entscheiden und eine Mehrheitsabstimmung würde eine Minderheit übergehen.
- Ein Vorschlag liegt vor und die Diskussion dreht sich seit Wochen im Kreis.
- Ein Team organisiert sich selbst und braucht ein sauberes Verfahren für Beschlüsse.
Lass sie liegen, wenn …
- Es gibt noch keinen Vorschlag, nur offene Fragen und Ideen. Dann erst sammeln und priorisieren, etwa mit Clustern + Dot-Voting.
- Mehrere Optionen sollen nach Kriterien verglichen werden. Dafür ist die Entscheidungsmatrix gebaut; Konsent prüft einen einzelnen Vorschlag.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Vorschlag vorstellen5 Min
Am besten vorab verschickt — dann reicht hier eine Auffrischung.
- 2Verständnisfragen (Runde, Pass erlaubt)5 Min
Nur „Was ist gemeint mit …?“ — noch keine Meinungen.
- 3Reaktionsrunde: jede Person einmal10 Min
Definierte Länge pro Person, ohne Dialog.
- 4Einwände prüfen & integrieren5 Min
Einwände einzeln testen, Vorschlag anpassen, erneut fragen.
- 5Beschluss festhalten5 Min
Mit Prüfdatum: Wann schauen wir, ob die Entscheidung noch passt?
Was du sagst
Hier ist der Vorschlag. Erst kommen Verständnisfragen, dann sagt jede Person einmal, wie es ihr damit geht. Beschlossen ist er, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat. Einwände arbeiten wir ein.
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- In der Verständnisphase schleichen sich Warum-Fragen ein — freundlich in die Reaktionsrunde verschieben.
- Die Reaktionsrunde ist keine Diskussion: jede Person einmal, dann weiter.
- Einwand heißt: belegbarer Schaden fürs gemeinsame Ziel. „Gefällt mir nicht“ ist ein Bedenken — wird notiert, blockiert nicht.
Häufige Fragen
Was ist Konsent?
Ein Entscheidungsverfahren: Ein Vorschlag gilt als beschlossen, wenn niemand einen schwerwiegenden Einwand hat. Alle müssen damit leben können, begeistert sein muss niemand.
Was ist der Unterschied zwischen Konsens und Konsent?
Beim Konsens stimmen alle aktiv zu. Beim Konsent reicht es, dass niemand einen schwerwiegenden Einwand hat, also einen belegbaren Schaden fürs gemeinsame Ziel. Das macht Konsent schneller, und die Gruppe bleibt trotzdem beisammen.
Was zählt als Einwand bei einer Konsent-Entscheidung?
Ein Einwand beschreibt einen belegbaren Schaden für das gemeinsame Ziel. „Gefällt mir nicht“ ist ein Bedenken: Es wird notiert, blockiert den Beschluss aber nicht. Einwände prüft die Gruppe einzeln und passt den Vorschlag an.
Im Vergleich: Dot-Voting oder Konsent?