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What? How? Why?

Beobachtungen in drei Stufen auswerten: Was tut die Person (konkret), wie tut sie es (Qualität, Aufwand), warum wohl (Hypothese) — von der Beschreibung zur Erkenntnis.

Auch bekannt als What How Why, Beobachtungsanalyse.

Dauer
20–45 Min
Gruppe
2–12 Personen
Phase
Beobachten
Anlass
Nutzer & Zielgruppe verstehen

Wann What? How? Why? passt

Nimm sie, wenn …

  • Nach einer Beobachtung im Feld, wenn Fotos oder Notizen vorliegen und die Gruppe zu schnell interpretiert.
  • Um Beobachtungen in prüfbare Hypothesen zu verwandeln.

Lass sie liegen, wenn …

  • Ohne konkretes Material. Dann wird aus der Analyse eine Spekulationsrunde.
  • Die Gruppe will Ideen. What-How-Why wertet Beobachtungen aus; Ideen kommen in der Phase danach.

Schritt für Schritt

Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.

30 Minuten für 8 Personen
  1. 1
    Drei Stufen & Material erklären5 Min

    Eine Beobachtungsszene pro Person/Paar zuteilen.

  2. 2
    Einzel-/Paararbeit: drei Spalten füllen10 Min

    What: nur Sichtbares. How: Mühe, Stimmung, Umwege. Why: mehrere mögliche Gründe zulassen.

  3. 3
    Austausch: Beobachtungen & Hypothesen vergleichen10 Min

    Wo kommen verschiedene Leute zum selben Warum? Das sind die heißen Spuren.

  4. 4
    Prüf-Hypothesen festhalten5 Min

    Je Hypothese notieren, wie man sie prüfen könnte.

Was du sagst

Nehmt euch eine Beobachtung vor und füllt drei Spalten: Was tut die Person, wie tut sie es, und warum wohl? In der dritten Spalte dürft ihr vermuten.

Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".

Woran es in der Praxis hakt

  • Direkt zum Warum gesprungen — die Disziplin der Reihenfolge ist die Methode: erst beschreiben, dann deuten.
  • Das Warum als Fakt behandelt — es ist eine Hypothese und gehört später geprüft (Interview, Test).
  • Zu wenig Material: ohne konkrete Szene wird die Übung zur Spekulationsrunde.

Mehr zu What? How? Why?

Hintergrund, Beispiele und Varianten. Lesezeit etwa 2 Minuten.

What? How? Why? ist die Methode, die aus Beobachtungen Erkenntnisse macht — mit eingebauter Disziplin: Erst beschreiben, was sichtbar ist. Dann, wie es getan wird. Erst zuletzt deuten, warum. Diese Reihenfolge verhindert den häufigsten Fehler der Nutzerforschung: vorschnelle Interpretation. Hier die Anleitung für den Einsatz im Workshop.

Was ist die What-How-Why-Methode? (Definition)

What? How? Why? ist eine Auswertungs-Methode für Beobachtungsmaterial — Fotos, Videos oder Notizen aus der Feldphase. Sie führt in drei Stufen von der reinen Beschreibung zur begründeten Hypothese:

  • What (Was?): Nur das Sichtbare. Was tut die Person konkret — ohne jede Wertung?
  • How (Wie?): Die Art und Weise. Mit Mühe oder beiläufig? Konzentriert oder genervt? Welche Umwege, welche Hilfsmittel?
  • Why (Warum?): Erst jetzt wird gedeutet — und zwar in mehreren möglichen Gründen. Jedes Warum ist eine Hypothese.

Die Trennung ist der Kern: Wer beim Beobachten sofort deutet, sieht nur noch, was zur eigenen Deutung passt.

Anleitung: What? How? Why? im Workshop (35 Minuten)

  1. Drei Stufen und Material erklären (5 Min): Jede Person oder jedes Paar bekommt eine Beobachtungsszene zugeteilt — ein Foto, einen Videoausschnitt oder eine Notizsequenz — plus ein Blatt mit drei Spalten.
  2. Einzel- oder Paararbeit: drei Spalten füllen (15 Min): Streng in der Reihenfolge. In der What-Spalte steht nur Sichtbares. In der How-Spalte Mühe, Stimmung, Umwege. In der Why-Spalte mehrere mögliche Gründe — bewusst im Plural.
  3. Austausch: Beobachtungen und Hypothesen vergleichen (10 Min): Wo kommen verschiedene Leute zum selben Warum? Das sind die heißen Spuren. Wo widersprechen sich die Deutungen? Auch gut — das sind offene Fragen.
  4. Prüf-Hypothesen festhalten (5 Min): Zu jeder starken Warum-Hypothese notieren, wie sie sich prüfen ließe — im Interview, im Test, mit Daten.

Material: Beobachtungsmaterial (Voraussetzung — ohne konkrete Szene wird die Übung zur Spekulationsrunde), Drei-Spalten-Blätter, Stifte.

Beispiel

Szene: Foto einer Frau am Fahrkartenautomaten, Handy zwischen Ohr und Schulter geklemmt, eine Tasche auf dem Boden. What: Sie bedient den Automaten mit einer Hand, telefoniert gleichzeitig, die Tasche steht neben ihr. How: Angespannt — sie tippt mehrfach dieselbe Stelle, schaut zwischen Display und Bahnsteig hin und her. Why (Hypothesen): Zeitdruck vor der Abfahrt? Das Menü verlangt mehr Aufmerksamkeit, als sie gerade hat? Sie kauft dieses Ticket selten und findet den Weg nicht? Drei prüfbare Spuren statt eines schnellen Urteils („die Frau ist gestresst").

Die 3 typischen Stolperfallen

  • Direkt zum Warum springen. Die Disziplin der Reihenfolge ist die Methode. Erst beschreiben, dann deuten — auch wenn es schwerfällt.
  • Das Warum als Fakt behandeln. Jede Deutung ist eine Hypothese und gehört geprüft, bevor sie Entscheidungen begründet.
  • Zu wenig Material. Ohne konkrete Szenen diskutiert die Gruppe ihre Vorurteile. Lieber weniger Szenen, dafür echte.

Wo die Methode im Prozess sitzt

What? How? Why? verbindet die Beobachten-Phase mit der Synthese: Sie wertet aus, was Fly on the Wall, Cultural Probes oder Feldbesuche eingesammelt haben, und liefert die Hypothesen, die dann per Affinity Diagramming zu Erkenntnissen verdichtet werden. Alle Methoden im Überblick: der große Design-Thinking-Methodenkatalog.

Häufige Fragen

Was ist die What-How-Why-Methode?

Eine Auswertung von Beobachtungen in drei Stufen: Was tut die Person konkret, wie tut sie es, warum wohl? Die Reihenfolge zwingt dazu, erst zu beschreiben und dann zu deuten.

Was brauche ich für What-How-Why?

Konkretes Material aus der Beobachtung: Fotos, Videos oder Notizen einer echten Szene. Ohne Material wird aus der Analyse eine Spekulationsrunde.

Für welches Material eignet sich What-How-Why?

Am besten für Fotos und kurze Videos, weil sie stillhalten, während die Gruppe beschreibt. Beobachtungsnotizen gehen auch, wenn sie konkret sind, etwa „tippt dreimal auf denselben Knopf“.

Wie viele Szenen schafft man in einer Session?

Eine Szene je Person oder Paar, danach rotieren, wenn Zeit bleibt. Wertet lieber wenige Szenen gründlich aus.

Was ist der Unterschied zwischen What-How-Why und 5-Why?

Die 5-Why-Methode geht bei einem bekannten Problem Schritt für Schritt zur Ursache. What-How-Why wertet offenes Beobachtungsmaterial aus, bei dem das Problem noch nicht feststeht.

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