Zitronen-Runde (Lemonade)

Jede Person bringt eine Panne, Absage oder unerwartete Wendung aus dem eigenen Vorhaben mit. Die Gruppe sammelt, was sich daraus machen ließe. Übt, Überraschungen als Material zu behandeln.

Auch bekannt als Lemonade, Lemonade-Prinzip, Umstände nutzen, Limonaden-Prinzip.

Dauer
15–30 Min
Gruppe
3–40 Personen
Anlass
Innovation & neue Ideen, Strategie & Zukunft, Retro & Rückblick

Wann Zitronen-Runde passt

Nimm sie, wenn …

  • Ein Vorhaben ist ins Stocken geraten, weil etwas schiefging, und die Stimmung hängt durch.
  • Du arbeitest mit Effectuation und willst das Lemonade-Prinzip an echten Fällen der Gruppe üben.
  • Eine Gruppe sieht Absagen und Pannen schnell als Endpunkt ihres Vorhabens.

Lass sie liegen, wenn …

  • Der Rückschlag ist frisch und schmerzhaft, die Leute brauchen erst Raum zum Erzählen. Dann helfen Story Circles (Erzählrunden), bevor nach Möglichkeiten gesucht wird.
  • Die Gruppe will verstehen, warum eine Panne passiert ist. Dafür ist 5-Why gebaut; die Zitronen-Runde fragt nur, was sich daraus machen lässt.

Schritt für Schritt

Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.

30 Minuten für 8 Personen
  1. 1
    Die Frage stellen, still eine Zitrone notieren5 Min

    Mit einer kleinen eigenen Zitrone anfangen, das zeigt, wie klein sie sein darf. Dann schreibt jede Person einen Satz auf die gelbe Haftnotiz: ein Rückschlag, eine Absage, eine Wendung im eigenen Vorhaben.

  2. 2
    In Dreier- oder Vierergruppen: Zitronen auspressen20 Min

    Je Zitrone etwa zwei Minuten. Die anderen schreiben auf die zweite Farbe, was sich daraus machen ließe. Wer die Zitrone mitgebracht hat, hört zu.

  3. 3
    Eine Idee mitnehmen5 Min

    Jede Person wählt eine Idee aus und sagt in einem Satz, wo sie im nächsten Schritt auftaucht.

Was du sagst

Denkt an eine Panne oder Absage aus eurem Vorhaben und schreibt sie still auf. Dann sammelt ihr in kleinen Gruppen, was sich daraus machen ließe.

Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Runde kippt ins Jammern. Jede Zitrone bekommt einen Satz, danach geht es nur um das, was sich daraus machen lässt.
  • Die Zitrone ist zu groß oder zu privat. Ein kleiner, erzählbarer Fall reicht: eine Absage, ein geplatzter Termin, eine Annahme, die nicht gehalten hat.
  • Die Gruppe tröstet oder berät. Freundlich zurück zur Frage: Was ließe sich damit anfangen?
  • Wer die Zitrone mitgebracht hat, verteidigt sie. Diese Person hört zu und schreibt mit, sie entscheidet erst am Ende.

Häufige Fragen

Was ist das Lemonade-Prinzip?

Ein Prinzip aus der Effectuation: Überraschungen, Pannen und Absagen werden als Material behandelt. Du fragst, was sich daraus machen lässt, und baust es ins Vorhaben ein. Es geht auf die Arbeit von Saras D. Sarasvathy zurück.

Wie läuft eine Zitronen-Runde ab?

Jede Person notiert still eine kleine Zitrone: eine Absage, eine Panne, eine Wendung. In Dreier- oder Vierergruppen schreiben die anderen etwa zwei Minuten lang Ideen dazu, die Person mit der Zitrone hört zu. Am Ende nimmt jede Person eine Idee mit.

Was tun, wenn die Zitronen-Runde ins Jammern kippt?

Jede Zitrone bekommt einen Satz, danach geht es nur noch um das, was sich daraus machen lässt. Fängt jemand an zu trösten oder zu beraten, holst du freundlich zur Frage zurück: Was ließe sich damit anfangen?

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In Effectuation steht Zitronen-Runde für das Prinzip Lemonade („Überraschungen nutzen“): Effectuation bei Facilitools. Alle Methoden in der Bibliothek.