Exploratives Interview oder Experteninterview?
Im explorativen Interview erzählen Menschen aus ihrem Alltag, und das Team hört zu, ohne Lösungen im Kopf. Im Experteninterview fragst du gezielt eine Person, die das Feld kennt, nach Wissen oder nach ihrer Einschätzung zu einer Annahme.
Nebeneinander
| Merkmal | Exploratives Interview | Experteninterview |
|---|---|---|
| Dauer | 45–90 Minuten | 30–60 Minuten |
| Personen | 2–12 | 2–10 |
| Schritt im Workshop | Verstehen & Recherche | Verstehen & Recherche |
| Wen | Menschen, für die ihr gestaltet | Fachleute aus dem Feld |
| Fragen | offen, nach Erlebnissen | konkret, nach Wissen und Einschätzung |
| Wann | zu Beginn, beim Beobachten | wenn Wissen fehlt oder eine Annahme geprüft werden soll |
| Material | Interview-Leitfaden (siehe Methode Interview-Leitfaden bauen), Notizbögen: linke Spalte Zitate, rechte Spalte Beobachtungen | Konkrete Fragen bzw. Annahmen/Prototyp, die geprüft werden sollen, Notizbögen |
Wann welche?
Exploratives Interview, wenn …
- Ihr wisst noch wenig über die Menschen, für die ihr gestaltet, und wollt ihren Alltag verstehen.
- Das Team hat viele Annahmen über Nutzer:innen und will sie an echten Geschichten prüfen.
- Im Design-Thinking-Prozess steht die Feldphase an und soll direkt aus dem Workshop starten.
Experteninterview, wenn …
- Dem Team fehlt Wissen über ein Fachgebiet, etwa Recht, Technik oder die Abläufe einer Branche.
- In der Testphase soll jemand, der das Feld kennt, einen Prototyp oder eine Annahme prüfen.
- Vor einer Entscheidung wollt ihr Risiken kennen, die nur jemand aus der Praxis sieht.
Beide nacheinander
Starte mit explorativen Interviews. Tauchen dabei Fragen auf, die nur Fachleute beantworten können, hol dir ein Experteninterview dazu.