Design-Thinking-Workshop: Ablauf, Agenda und Anleitung

Such dir das Format aus, nimm die Agenda mit Uhrzeiten und geh den Ablauf Phase für Phase durch. Jede Agenda öffnest du mit einem Klick im Agenda Maker und passt dort Zeiten, Methoden und Gruppengröße an.

Dauer
90 Minuten bis 5 Tage
Gruppe
5–20, in Teams zu 3–5
Phasen
6
Material
Papier, Stifte, Bastelzeug

Ein Workshop-Tag von 9:00 bis 16:55, jede Farbe eine Phase. Zur Agenda

Welches Format passt?

Die Länge hängt an der Frage, die ihr bearbeitet, und an der Zeit, die die Gruppe wirklich hat. Für ein echtes Problem plan mindestens einen Tag.

2 Tage

Zwei Tage

Ihr wollt ein echtes Problem lösen. Tag eins gehört den Interviews und der Auswertung, Tag zwei den Ideen, dem Prototyp und zwei Testrunden.

5 Tage

Sprint-Woche

Für eine umsetzbare Lösung mit Substanz. Ein Scoping-Tag vorab, dann fünf Tagesblöcke als Gerüst. Die Feinplanung machst du je Tag.

Die Agenda für einen Tag

Der eintägige Workshop mit Pausen und Puffer, gerechnet ab 9 Uhr. Im Agenda Maker rechnen sich die Uhrzeiten neu, sobald du einen Block verlängerst.

  1. 9:00Willkommen & Warm-upCheck-in-Runde20 Min
  2. 9:20Challenge schärfenDesign Challenge formulieren20 Min
  3. 9:40Stakeholder-MapStakeholder-Map30 Min
  4. 10:10Kaffeepause15 Min
  5. 10:25Interviews vorbereitenInterview-Leitfaden bauen20 Min
  6. 10:45Interviews führenExploratives Interview30 Min
  7. 11:15Persona bauenPersona30 Min
  8. 11:45Mittagspause45 Min
  9. 12:30Ankommen & Check-inCheck-in-Runde15 Min
  10. 12:45Standpunkt beziehenPoint-of-View-Statement20 Min
  11. 13:05How-Might-We-FragenHow-Might-We-Fragen20 Min
  12. 13:25Ideen skizzierenCrazy 8s30 Min
  13. 13:55Pause15 Min
  14. 14:10Ordnen & entscheidenClustern + Dot-Voting20 Min
  15. 14:30Prototyp bauenPapierprototyping45 Min
  16. 15:15Kurze Pause10 Min
  17. 15:25Feedback einholen30 Min
  18. 15:55IterationPapierprototyping25 Min
  19. 16:20Puffer5 Min
  20. 16:25Präsentation & nächste SchritteAction-Board30 Min
  21. 16:55Ende7:55 h

Der Ablauf Schritt für Schritt

Sechs Phasen, davor das Ankommen, danach der Abschluss. Die Minuten gelten für den eintägigen Workshop.

  1. 1

    Ankommen und Challenge vorstellen

    35 Min

    Begrüßung, Ablauf des Tages, ein Warm-up. Dann stellst du die Challenge vor: die Frage, an der heute alle arbeiten.

    Tipp Schreib die Challenge groß an die Wand. Du wirst im Lauf des Tages oft darauf zeigen.

  2. 2

    Verstehen

    50 Min

    Die Gruppe sammelt, was sie über das Problem schon weiß und wer alles davon betroffen ist. Annahmen kommen auf den Tisch, solange sie noch billig zu prüfen sind.

    Tipp Halt die Phase kurz. Wer hier lange diskutiert, hat später keine Zeit für die Interviews.

  3. 3

    Beobachten

    50 Min

    Raus zu echten Menschen: Interviews führen, zuschauen, nachfragen. Vorher schreibt jedes Team einen kurzen Leitfaden mit offenen Fragen.

    Tipp Verabrede die Gesprächspartner:innen vor dem Workshop. Sonst interviewt sich die Gruppe am Ende gegenseitig.

  4. 4

    Standpunkt beziehen

    50 Min

    Aus den Gesprächen entsteht eine Persona und ein Satz: Wer braucht was, und warum. Mit diesem Satz geht ihr in die Ideenphase.

    Tipp Finden zwei Teams verschiedene Bedürfnisse, ist das ein Ergebnis. Halt beide fest.

  5. 5

    Ideen finden

    70 Min

    Aus dem Standpunkt werden How-Might-We-Fragen, darauf folgen viele Ideen in kurzer Zeit. Danach wird geclustert und abgestimmt, eine Richtung kommt in den Prototyp.

    Tipp Ideen sprudeln meist nur zehn bis fünfzehn Minuten. Gib dem Bauen lieber die Zeit.

  6. 6

    Prototypen bauen

    70 Min

    Die gewählte Idee wird anfassbar: aus Papier, Knete, Lego oder als gespielte Szene. Schnell und roh, Hauptsache, man kann sie jemandem in die Hand geben.

    Tipp Bau so grob, dass sich niemand scheut, den Prototyp zu kritisieren.

  7. 7

    Testen

    30 Min

    Andere Menschen probieren den Prototyp aus, das Team schaut zu und schreibt mit. Danach wird nachgebessert und, wenn die Zeit reicht, ein zweites Mal getestet.

    Tipp Wer testet, erklärt nichts und verteidigt nichts. Nachfragen und mitschreiben.

  8. 8

    Abschluss und nächste Schritte

    30 Min

    Die Teams zeigen ihre Ergebnisse. Am Ende stehen Aufgaben mit Namen und Termin, dazu eine kurze Runde: Was lief gut, was machen wir beim nächsten Mal anders?

    Tipp Eine Aufgabe ohne Namen und Datum erledigt niemand.

Vorbereitung

Das meiste entscheidet sich vor dem Workshop. Geh die Liste eine Woche vorher durch.

  • Die Challenge als Frage formulieren: offen genug für Überraschungen, eng genug, dass das Team weiß, wo es anfangen soll.Design Challenge
  • Den Auftrag klären: Wer hat den Workshop bestellt, wer entscheidet danach, was soll mit den Ergebnissen passieren?Auftragsklärung
  • Gesprächspartner:innen für die Interviews verabreden, vor Ort oder am Telefon.
  • Das Team mischen: verschiedene Abteilungen, Erfahrungen und Blickwinkel. Eine Person, die über die Umsetzung entscheiden kann, sitzt mit drin.
  • Den Raum prüfen: freie Wände, Platz zum Stehen, Tische zum Bauen, Tageslicht.
  • Material packen. Der Agenda Maker stellt die Liste aus deinem Ablauf zusammen.
  • Den Tag einmal mit der Uhr durchgehen. Im Regie-Pult siehst du ihn so, wie du ihn moderieren wirst.Regie-Pult ansehen

Online moderieren

  • Kürzer planen. Einen Workshop-Tag verteilst du online besser auf zwei Vormittage.
  • Eine gemeinsame Fläche für alle. Gäste kommen per Link aufs Whiteboard.Whiteboard
  • Abstimmen, Blitzlicht und Fragen über die Live-Beteiligung. Teilnehmende brauchen dafür kein Konto.Live-Beteiligung
  • Kameras an und klare Rollen: Wer moderiert, wer schreibt mit, wer achtet auf die Zeit?
  • Das Warm-up bleibt drin. Am Bildschirm braucht die Gruppe es eher öfter.Warm-ups

Nach dem Workshop

  • Flipcharts abfotografieren, beschriften und als PDF an alle schicken.Fotoprotokoll
  • Die Aufgaben auf ein Kanban-Board, mit Namen und Termin.Kanban-Board
  • Am selben oder nächsten Tag eine Mail an alle: Dank, die wichtigsten Erkenntnisse, die nächsten Schritte mit Verantwortlichen und die versprochenen Unterlagen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Design-Thinking-Workshop?

Zwischen 90 Minuten und fünf Tagen. 90 Minuten reichen, damit eine Gruppe den Prozess einmal erlebt. Für ein echtes Problem plan mindestens einen Tag, besser zwei: Dann bleibt Zeit für Interviews und eine zweite Testrunde.

Wie läuft ein Design-Thinking-Workshop ab?

Nach dem Ankommen geht es durch sechs Phasen: Verstehen, Beobachten, Standpunkt beziehen, Ideen finden, Prototypen bauen, Testen. Am Ende stehen die Ergebnisse und Aufgaben mit Namen. Die Agenda auf dieser Seite zeigt einen ganzen Tag mit Uhrzeiten.

Wie viele Teilnehmende sind sinnvoll?

Fünf bis zwanzig, gearbeitet wird in Teams zu drei bis fünf Personen. Ab etwa zwanzig Leuten brauchst du eine zweite Person in der Moderation.

Kann ich einen Design-Thinking-Workshop ohne Erfahrung moderieren?

Ja, mit einer fertigen Agenda und guter Vorbereitung. Fang mit dem 90-Minuten-Format an. Danach kennst du die Phasen aus Sicht der Moderation und wirst mit jedem Durchlauf sicherer.

Welches Material brauche ich?

Haftnotizen, dicke Stifte, Papier, Klebeband, Scheren und Bastelzeug für die Prototypen, etwa Knete, Pappe oder Lego. Jede Methode bringt ihre Materialliste mit, der Agenda Maker fasst sie für deinen Ablauf zusammen.

Geht ein Design-Thinking-Workshop auch online?

Ja. Plan kürzere Blöcke, verteil den Tag auf zwei Termine und arbeitet auf einer gemeinsamen Fläche. Prototypen entstehen online eher als Skizze, Klickstrecke oder gespielte Szene.

Was unterscheidet einen Design-Thinking-Workshop vom Design Sprint?

Der Design Sprint ist ein festes Format über fünf Tage mit vorgegebenem Ablauf. Ein Design-Thinking-Workshop ist frei in der Länge und lässt am Anfang mehr Zeit für die offene Erkundung.

Was kostet ein Design-Thinking-Workshop?

Selbst moderiert vor allem deine Vorbereitungszeit und das Material. Wer moderieren lässt, zahlt je nach Dauer und Aufwand. Tools for Tomorrow nennt die Preise für moderierte Workshops offen auf tomorrow.tools.

Passt dazu