Drei Horizonte
Auf drei Linien über der Zeit legt die Gruppe ab, was heute die Arbeit ausmacht und langsam an Kraft verliert (Horizont 1), was neu entsteht und die Zukunft prägen könnte (Horizont 3) und was dazwischen vermittelt (Horizont 2). Daraus folgt, was ihr loslasst, was ihr schützt und womit ihr anfangt.
Auch bekannt als Three Horizons, Horizonte-Modell, Drei-Horizonte-Analyse, Wandel in drei Stufen.
- Dauer
- 30–90 Min
- Gruppe
- 4–24 Personen
- Schritt
- Hebeln
- Anlass
- Strategie & Zukunft, Innovation & neue Ideen, Entscheidung herbeiführen
Wann Drei Horizonte passt
Nimm sie, wenn …
- Ein Geschäft, eine Schule oder ein Verein steht vor einem Umbruch, und das Alte läuft noch.
- Die Gruppe streitet, ob sie am Bewährten festhalten oder Neues wagen soll. Das Bild macht beides gleichzeitig sichtbar.
- Vor einer Strategiearbeit: Was lassen wir los, was schützen wir, womit fangen wir an?
Lass sie liegen, wenn …
- Es geht um eine einzelne Entscheidung in einer klaren Lage. Dann hilft eine Entscheidungsmethode.
- Es gibt noch keine kleinen Anfänge des Neuen. Dann zuerst Ideen sammeln, bevor sie an eine Kurve kommen.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Die drei Kurven vorbereiten5 Min
Drei Linien über der Zeit auf die Fläche, mit je einem Satz dazu, wofür der Horizont steht.
- 2Horizont 1: das Bestehende10 Min
Zettel für alles, was die Arbeit heute ausmacht und an Kraft verliert. Still sammeln, dann an die erste Kurve.
- 3Horizont 3: das Entstehende10 Min
Zettel für kleine Anfänge, die es heute schon gibt und die in Zukunft prägen könnten. Ein Pilot oder eine Person zählt als Anfang.
- 4Horizont 2: Übergänge5 Min
Was verbindet beides? Projekte, Regeln, Rollen, die vom Alten zum Neuen führen, und was dafür losgelassen werden muss.
Was du sagst
Wir legen auf drei Linien ab, was bei [Thema] heute besteht, was neu entsteht und was dazwischen vermittelt. Sammelt erst still, dann hängen wir die Zettel an die Kurven. Zum Schluss entscheiden wir: Was lassen wir los, was schützen wir, womit fangen wir an?
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Horizont 1 wird als schlecht abgetan. Mit ihm wird heute Geld verdient und gearbeitet. Gefragt wird, was davon bleiben soll und was nicht.
- Horizont 3 bleibt ein Wunschbild. Gesucht sind kleine Anfänge, die es heute schon gibt: ein Pilot, eine Person, ein Experiment.
- Horizont 2 bleibt leer. Hier liegen die Übergänge: Projekte, Regeln und Rollen, die den Weg bauen.
- Alle schreiben sofort Maßnahmen. Erst die Zettel für Horizont 1 und 3, dann der Mittelteil, dann die Entscheidungen.
Häufige Fragen
Was sind die drei Horizonte?
Horizont 1 ist das Bestehende, das an Kraft verliert. Horizont 3 sind die kleinen Anfänge des Neuen, das später prägen könnte. Horizont 2 sind die Übergänge dazwischen. Die Gruppe legt Zettel an drei Kurven und entscheidet, was sie loslässt, schützt und anfängt.
Ist Horizont 1 das, was wir abschaffen wollen?
Nein. Mit ihm wird heute gearbeitet und Geld verdient. Die Gruppe prüft, was davon bleiben soll. Der Verlust an Kraft betrifft nur Teile, und die zeigen die Zettel, die nach unten wandern.
Wie lange braucht ein Drei-Horizonte-Workshop?
Zwischen 30 und 90 Minuten. Die meiste Zeit geht in Horizont 2 und die Entscheidungen. Mit mehr Zeit kannst du zu jedem Beschluss einen ersten Schritt und eine verantwortliche Person festhalten.