Eisberg-Modell
Ein Ereignis vier Ebenen tiefer legen: Was ist passiert, welches Muster zeigt sich über die Zeit, welche Struktur erzeugt das Muster, welche Überzeugungen halten die Struktur. Je tiefer die Ebene, desto größer die Wirkung eines Eingriffs.
Auch bekannt als Iceberg Model, Eisberg der Systemebenen, Vier Ebenen, Ereignis, Muster, Struktur.
- Dauer
- 25–60 Min
- Gruppe
- 3–16 Personen
- Schritt
- Sehen, Verstehen
- Anlass
- Strategie & Zukunft, Retro & Rückblick, Spannungen & heikle Themen
Wann Eisberg-Modell passt
Nimm sie, wenn …
- Ein Problem taucht immer wieder auf, und jede schnelle Lösung verpufft.
- Eine Gruppe sucht nach Schuldigen und soll auf Regeln, Anreize und Abläufe schauen.
- Vor einer Systemkarte: Du willst zeigen, wie tief ein Eingriff gehen kann.
Lass sie liegen, wenn …
- Es geht um ein einmaliges Ereignis ohne Wiederholung. Dann fehlt das Muster, das der Eisberg braucht; nimm 5-Why.
- Die Gruppe will die Wechselwirkungen zwischen vielen Größen sehen. Dafür ist das Kausalschleifen-Diagramm gebaut, der Eisberg geht bei einem einzelnen Ereignis in die Tiefe.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Ereignis festhalten5 Min
Ein beobachtbares Ereignis, ein Satz, ganz oben. Ohne Bewertung.
- 2Muster über die Zeit10 Min
Wie oft ist das schon passiert? Seit wann? Was ging jedes Mal voraus? Eine kleine Zeitlinie hilft.
- 3Strukturen dahinter5 Min
Welche Regeln, Anreize, Abläufe und Beziehungen erzeugen das Muster verlässlich?
- 4Überzeugungen und mentale Modelle5 Min
Welche Annahmen halten die Struktur am Leben? Formulieren als Satz, den jemand im Haus so sagen würde.
- 5Wo greifen wir ein?5 Min
Eine Ebene wählen und den Eingriff benennen. Je tiefer, desto langsamer und desto wirksamer.
Was du sagst
Nehmt ein Ereignis, das euch gerade beschäftigt, und schreibt es oben auf die Spitze. Dann geht ihr eine Ebene tiefer: Welches Muster steckt dahinter? Darunter: Welche Regeln und Abläufe erzeugen das Muster? Ganz unten: Welche Überzeugungen halten das alles fest?
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Das Ereignis ist schon eine Deutung („die Abteilung ist unmotiviert“). Oben steht, was jemand beobachten konnte: Drei Kündigungen im Mai.
- Die Ebene Muster wird übersprungen. Ohne die Frage „wie oft, seit wann, unter welchen Bedingungen“ landet die Gruppe direkt bei Schuldigen.
- Strukturen werden mit Personen verwechselt. Eine Struktur ist eine Regel, ein Anreiz, ein Prozess, eine Budgetlogik. Namen gehören nicht auf diese Ebene.
- Unten bleibt es leer, weil Überzeugungen unangenehm sind. Die Frage hilft: Was müsste jemand für wahr halten, damit diese Struktur sinnvoll erscheint?
Häufige Fragen
Was ist das Eisberg-Modell im Systems Thinking?
Ein Werkzeug, das ein Ereignis in Ebenen legt: das sichtbare Ereignis, das Muster über die Zeit, die Struktur, die das Muster erzeugt, und die Überzeugungen, die die Struktur am Leben halten. Je tiefer die Ebene, desto langsamer und wirksamer ist ein Eingriff.
Was gehört beim Eisberg-Modell auf die Ebene Struktur?
Regeln, Anreize, Abläufe, Budgetlogiken und Beziehungen, die ein Muster verlässlich hervorbringen. Namen von Personen gehören nicht dorthin. Fällt ein Name, fragst du, welche Regel dieses Verhalten möglich macht.
Wie lange dauert das Eisberg-Modell im Workshop?
Plane 25 bis 60 Minuten ein, bei 3 bis 16 Personen. Die meiste Zeit geht in Muster und Struktur. Lass die Muster-Ebene nie aus, sonst springt die Gruppe direkt zu Schuldigen.
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