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Venn-Check (Desirability × Feasibility × Viability)

Ideen in drei überlappende Kreise einsortieren: Wollen es die Nutzer:innen, können wir es bauen, trägt es sich? Nur die Mitte hat alle drei — der Rest zeigt, was fehlt.

Auch bekannt als DVF-Check, Desirability Feasibility Viability, Innovations-Sweetspot.

Dauer
20–45 Min
Gruppe
2–14 Personen
Anlass
Entscheidung herbeiführen, Innovation & neue Ideen

Wann Venn-Check passt

Nimm sie, wenn …

  • Eine Ideensammlung liegt vor und du willst wissen, welche Ideen wirklich rund sind.
  • Technik und Vertrieb ziehen in verschiedene Richtungen, und ihr braucht einen gemeinsamen Maßstab.
  • Vor der Auswahl: Für jede Idee soll klar sein, welche Frage als Nächstes zu klären ist.

Lass sie liegen, wenn …

  • Du hast nur eine einzige Idee. Dann lohnt das Einsortieren nicht; prüf ihre Grundlagen mit dem Annahmen-Check.
  • Du brauchst eine belastbare Rangfolge mit gewichteten Kriterien. Dann nimm die Entscheidungsmatrix, weil der Venn-Check nur grob einordnet.

Schritt für Schritt

Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.

30 Minuten für 8 Personen
  1. 1
    Drei Kreise erklären & Maßstab klären5 Min

    Je Kreis eine Leitfrage sichtbar notieren — sonst diskutiert jeder gegen einen anderen Maßstab.

  2. 2
    Ideen einsortieren15 Min

    Erst grob platzieren, nur Strittiges diskutieren. Position = Behauptung.

  3. 3
    Auswerten: Mitte ernten, Lücken benennen10 Min

    Für Ideen knapp außerhalb der Mitte: Was genau fehlt zum dritten Kreis — und wie finden wir es heraus?

Was du sagst

Drei Kreise: Wollen die Leute das, können wir das bauen, rechnet es sich? Legt jede Idee in den Bereich, in dem sie landet. Was in der Mitte liegt, nehmen wir mit.

Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".

Woran es in der Praxis hakt

  • Alles landet in der Mitte — Wunschdenken. Pro Kreis nach Belegen fragen: Woher wissen wir das?
  • Die drei Begriffe bleiben abstrakt — vorher übersetzen: Begehrlichkeit = will das jemand wirklich, Machbarkeit = können WIR das, Tragfähigkeit = rechnet es sich.
  • Ideen außerhalb der Mitte wegwerfen — die Position sagt nur, welche Frage als Nächstes zu klären ist.

Mehr zu Venn-Check

Hintergrund, Beispiele und Varianten. Lesezeit etwa 2 Minuten.

Drei überlappende Kreise, eine Frage: Welche Idee will jemand, können wir und rechnet sich? Das Venn-Diagramm ist im Design Thinking das Standard-Werkzeug, um Ideen gegen die drei Innovations-Kriterien zu halten — Desirability, Feasibility, Viability. Nur die Mitte hat alle drei. Hier: was die Kreise bedeuten, die Workshop-Anleitung und warum Ideen außerhalb der Mitte nicht in den Müll gehören.

Was ist das Venn-Diagramm? (Definition)

Ein Venn-Diagramm ist eine Darstellung aus überlappenden Kreisen, die Beziehungen zwischen Mengen zeigt — Gemeinsamkeiten liegen in den Schnittflächen. Im Design Thinking hat sich eine bestimmte Anwendung durchgesetzt: die Bewertung von Ideen entlang von drei Kriterien:

  • Desirability (Begehrlichkeit): Will das jemand wirklich? Löst es ein echtes Nutzerproblem?
  • Feasibility (Machbarkeit): Können wir das bauen — mit unseren Fähigkeiten, Mitteln, Partnern?
  • Viability (Tragfähigkeit): Rechnet es sich — heute oder auf absehbarem Weg?

Die Schnittmenge aller drei Kreise ist der Sweet Spot der Innovation. Daneben taugt das Venn-Diagramm auch fürs Mapping von Themen oder Stakeholder-Segmenten — überall dort, wo Überschneidungen die eigentliche Information sind.

Anleitung: Ideen im Venn-Diagramm bewerten (35 Minuten)

  1. Drei Kreise erklären, Maßstab klären (5 Min): Je Kreis eine Leitfrage sichtbar notieren („Will das jemand wirklich?" / „Können wir das?" / „Rechnet es sich?") — sonst diskutiert jede Person gegen einen anderen Maßstab.
  2. Ideen einsortieren (20 Min): Die Ideen — auf Klebezetteln, etwa aus der letzten Ideation — werden platziert: erst grob, diskutiert wird nur Strittiges. Wichtig: Die Position ist eine Behauptung des Teams. Sie darf sich ändern, wenn Wissen dazukommt.
  3. Auswerten: Mitte ernten, Lücken benennen (10 Min): Ideen in der Mitte gehen in die Weiterarbeit. Für Ideen knapp daneben die entscheidende Frage: Was genau fehlt zum dritten Kreis — und wie finden wir es heraus? Daraus entstehen konkrete Prüf-Aufgaben (Test, Interview, Kalkulation).

Material: drei große überlappende Kreise auf Plakat oder Whiteboard, die Ideen auf Klebezetteln, Marker.

Beispiel

Ein Team bewertet acht Ideen für ein Weiterbildungsangebot. „Selbstlernkurs mit Praxisaufgaben" landet in der Mitte — nachweisbares Interesse, vorhandene Inhalte, klarer Preis. „Persönliches 1:1-Coaching für alle" liegt in Desirability ∩ Viability, aber außerhalb der Machbarkeit: Das Team hat die Kapazität schlicht nicht. Statt die Idee zu begraben, entsteht eine Prüf-Aufgabe: Lässt sich das 1:1 durch Gruppen-Sprechstunden ersetzen, ohne die Begehrlichkeit zu verlieren? Genau solche Fragen sind der Ertrag des Diagramms.

Die 3 typischen Stolperfallen

  • Alles landet in der Mitte. Wunschdenken. Pro Kreis nach Belegen fragen: Woher wissen wir das? Ohne Beleg wandert der Zettel nach außen.
  • Die drei Begriffe bleiben abstrakt. Desirability, Feasibility, Viability vorher in Alltagsfragen übersetzen — sonst nickt die Gruppe Worthülsen ab.
  • Ideen außerhalb der Mitte wegwerfen. Falsch: Die Position sagt, welche Frage als Nächstes zu klären ist — sie fällt kein Todesurteil.

Wo die Methode im Prozess sitzt

Das Venn-Diagramm gehört an die Schwelle zwischen Ideation und Prototyping: nach dem Clustern, wenn entschieden wird, welche Ideen Prototyp-Zeit verdienen. Es kombiniert sich gut mit der 2×2-Matrix (wenn zwei Kriterien reichen) und dem Business Model Canvas (wenn die Viability-Frage vertieft werden muss). Alle Methoden im Überblick: der große Design-Thinking-Methodenkatalog.

Häufige Fragen

Was bedeuten Desirability, Feasibility und Viability?

Desirability fragt: Wollen die Nutzer:innen das wirklich? Feasibility fragt: Können wir das bauen? Viability fragt: Rechnet es sich auf Dauer?

Was ist der Venn-Check?

Du sortierst Ideen in überlappende Kreise für Wunsch, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. In der Mitte landet, was alle drei erfüllt. Für alle anderen Ideen zeigt die Position, was noch fehlt.

Was tun mit Ideen außerhalb der Mitte?

Behalte sie. Die Position zeigt nur, welche Frage als Nächstes zu klären ist. Für Ideen knapp neben der Mitte benennst du, was zum dritten Kreis fehlt und wie ihr es herausfindet.

Wann nimmt man ein Venn-Diagramm, wann eine 2×2-Matrix?

Bei zwei Kriterien, etwa Wirkung und Aufwand, die 2×2-Matrix. Bei drei Kriterien mit Schnittmengen das Venn-Diagramm. Bei mehr Kriterien hilft die Entscheidungsmatrix.

Wie belegt man die Position einer Idee im Venn-Diagramm?

Desirability mit Aussagen aus Interviews und Tests, Feasibility mit der Einschätzung derer, die es bauen müssten, Viability mit einer überschlägigen Rechnung. Wo der Beleg fehlt, steht die nächste Prüfaufgabe.

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