Ideenturm
Auf einer Grundstein-Idee aufbauen: Ideen werden als Turm geschichtet — jede Karte bezieht sich auf das, was schon steht. Fokus statt Ideen-Streuung.
- Dauer
- 20–40 Min
- Gruppe
- 3–12 Personen
- Phase
- Ideen finden
- Anlass
- Innovation & neue Ideen
Wann Ideenturm passt
Nimm sie, wenn …
- Eine Idee ist ausgewählt und soll ausgebaut werden, bevor sie in den Prototyp geht.
- Ein Brainstorming hat viele lose Ideen ergeben und das Team soll sich auf eine konzentrieren.
- Die Leute sollen gezielt aufeinander aufbauen, jede neue Karte mit Bezug zum Vorhandenen.
Lass sie liegen, wenn …
- Es gibt noch keine Grundstein-Idee. Dann erst sammeln und auswählen, etwa mit Brainwriting 6-3-5 und Dot-Voting.
- Ihr braucht möglichst viele unterschiedliche Richtungen. Der Turm bündelt; für Breite nimm Lotus Blossom.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Grundstein vorstellen & Bauregel erklären5 Min
Jede neue Karte muss an eine vorhandene anschließen: verstärken, erweitern, konkretisieren.
- 2Bauen: Karten schreiben & anlegen10 Min
Laut denken erlaubt — wer anbaut, sagt kurz, woran.
- 3Turm prüfen & wacklige Etagen besprechen10 Min
Trägt jede Etage? Was fehlt dem Turm zur Stabilität?
- 4Ergebnis sichern5 Min
Foto + die tragende Idee in einem Satz festhalten.
Was du sagst
Unten liegt der Grundstein: [Idee]. Jede neue Karte baut auf einer auf, die schon liegt, und sagt, was sie ergänzt. Schreibt und legt an, bis der Turm steht.
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne tragfähigen Grundstein kippt der Turm — die Basis-Idee vorher bewusst auswählen (z. B. per Dot-Voting).
- Karten ohne Bezug zum Gebauten sind Beifang — die Aufbau-Regel („bezieht sich auf …“) aktiv moderieren.
- Zu viele Ideen: Der Turm lebt von bewusster Begrenzung — lieber wenige tragende Karten als ein Kartenhaus.
Mehr zu Ideenturm
Der Ideenturm nimmt die wichtigste Brainstorming-Regel — „Baue auf den Ideen anderer auf" — und macht daraus eine eigene Methode: Eine Grundstein-Idee liegt unten, und jede neue Karte muss an das Vorhandene anschließen. Statt hundert loser Einfälle entsteht eine Idee mit Statik. Hier die Anleitung, ein Beispiel und die Regeln, die den Turm stabil halten.
Was ist der Ideenturm? (Definition)
Der Ideenturm ist eine Ideenfindungs-Methode, bei der ein Team eine ausgewählte Basis-Idee (den „Grundstein") gezielt weiterbaut. Auf einer Arbeitsfläche mit Turm-Visualisierung werden Ideenkarten angelegt — mit einer festen Bauregel: Jede neue Karte muss sich auf eine vorhandene beziehen — sie verstärken, erweitern oder konkretisieren. Die Methode begrenzt sich bewusst auf ein Thema und eine überschaubare Zahl von Karten: Jede Etage muss die nächste aushalten.
Damit ist der Ideenturm das Gegenstück zum breiten Brainstorming: Dort wird geöffnet und gesammelt, hier wird eine vielversprechende Idee in die Tiefe entwickelt.
Anleitung: Ideenturm bauen (30 Minuten)
- Grundstein vorstellen, Bauregel erklären (5 Min): Die Basis-Idee — vorher bewusst ausgewählt, etwa per Dot-Voting nach einer Ideation — wird vorgestellt. Die Regel an die Wand: Jede neue Karte schließt an eine vorhandene an.
- Bauen: Karten schreiben und anlegen (10 Min): Laut denken ist erlaubt und erwünscht — wer anbaut, sagt kurz, woran. So bleibt der Bezug sichtbar und andere können einhaken.
- Turm prüfen, wacklige Etagen besprechen (10 Min): Hält jede Etage? Wo fehlt dem Turm etwas zur Stabilität — ein Beleg, ein fehlender Baustein, eine offene Frage?
- Ergebnis sichern (5 Min): Foto machen und die tragende Idee in einem Satz festhalten — das ist der Rohling für Prototyping oder Pitch.
Material: Arbeitsfläche mit Turm-Visualisierung, Ideenkarten oder Klebezettel, Stifte — und die Grundstein-Idee als Voraussetzung.
Beispiel
Grundstein nach einer Ideation: „Neukund:innen bekommen ein vorausgefülltes Beispielprojekt." Das Team baut an: „Beispielprojekt passt sich der Branche an" (konkretisiert), „nach 7 Tagen wird daraus automatisch eine Vorlage fürs erste echte Projekt" (erweitert), „im Beispielprojekt stecken drei Mini-Aufgaben als Rundgang" (verstärkt). Eine Karte „Newsletter-Popup beim Start" fliegt raus — sie bezieht sich auf nichts im Turm. Nach 30 Minuten steht eine ausbaufähige Idee mit vier tragenden Etagen statt einer vagen Notiz.
Die 3 typischen Stolperfallen
- Kein tragfähiger Grundstein. Auf einer schwachen Basis-Idee kippt jeder Turm. Die Auswahl davor ernst nehmen — sie ist die halbe Methode.
- Karten ohne Bezug. Einfälle, die nichts mit dem Gebauten zu tun haben, sind Beifang. Die Bauregel aktiv moderieren: „Woran schließt das an?"
- Zu viele Ideen. Der Ideenturm lebt von bewusster Begrenzung. Wer breit sammeln will, nimmt Brainstorming oder Brainwriting — und den Turm danach.
Wo die Methode im Prozess sitzt
Der Ideenturm gehört in die späte Ideation: nach dem breiten Sammeln und dem Clustern, wenn eine Favoriten-Idee Substanz braucht, bevor sie in den Prototyp geht. Alle Methoden im Überblick: der große Design-Thinking-Methodenkatalog.
Häufige Fragen
Was ist ein Ideenturm?
Eine Methode, um eine ausgewählte Idee auszubauen. Die Grundstein-Idee liegt unten, jede neue Karte muss an eine vorhandene anschließen: sie verstärken, erweitern oder konkretisieren. So wächst der Turm Etage für Etage.
Wie wählt man die Grundstein-Idee aus?
Bewusst und vor dem Bauen, zum Beispiel per Dot-Voting aus einer vorherigen Sammlung. Eine wacklige Basis bringt den ganzen Turm ins Kippen.
Wie lange dauert der Ideenturm?
20 bis 40 Minuten. Nach dem Bauen prüft die Gruppe, welche Etagen wackeln und was dem Turm noch fehlt. Zum Schluss hältst du die Idee in einem Satz fest und machst ein Foto.
Was unterscheidet den Ideenturm vom Brainstorming?
Brainstorming sammelt viele Ideen ohne Bewertung. Der Ideenturm nimmt eine Idee und baut sie Schicht für Schicht aus. Hintereinander eingesetzt ergänzen sich beide.
Was passiert mit Karten, die nicht in den Turm passen?
Sie kommen auf einen Parkplatz neben der Arbeitsfläche. Manche werden später selbst zum Grundstein für einen neuen Turm.
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