Netzwerk-Analyse
Die Gruppe zeichnet, wer mit wem in Kontakt steht, wie eng und worüber. Dann liest sie das Netz: Wer verbindet sonst getrennte Gruppen, wer hängt an einem einzigen Faden, wo fehlt eine Verbindung? Daraus folgt, über wen sich eine Veränderung verbreitet.
Auch bekannt als Netzwerkkarte, Beziehungsnetz, Network Mapping, Soziale Netzwerkanalyse, Netzwerk zeichnen.
- Dauer
- 30–75 Min
- Gruppe
- 3–20 Personen
- Schritt
- Verbinden, Hebeln
- Anlass
- Strategie & Zukunft, Auftakt & Teamstart, Spannungen & heikle Themen
Wann Netzwerk-Analyse passt
Nimm sie, wenn …
- Eine Veränderung soll sich verbreiten, und die Gruppe sucht die Menschen, über die das gelingt.
- Wissen bleibt in einzelnen Teams hängen, und niemand weiß genau, wo die Wege abreißen.
- Vor einer Kampagne, einer Beteiligung oder einer Fusion: Wer ist mit wem verbunden, und wer steht abseits?
Lass sie liegen, wenn …
- Gesucht sind Wirkungen zwischen Größen wie Wartezeit oder Vertrauen. Dann zeichnet ihr ein Kausalschleifen-Diagramm.
- Es geht darum, wie nah jemand am Thema ist und wie viel Einfluss er hat. Dafür reicht die Akteurslandkarte.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Akteure setzen5 Min
Alle, die beim Thema eine Rolle spielen, als Kreis aufs Whiteboard. Die eigene Gruppe auch.
- 2Linien ziehen15 Min
Wer hat mit wem regelmäßig zu tun? Dicke Linie für eng, dünne für lose, ein Wort an jede Linie.
- 3Das Netz lesen10 Min
Wer verbindet getrennte Gruppen? Wer hängt an einem Faden? Wo fehlt eine Linie, die es bräuchte?
Was du sagst
Wir zeichnen, wer bei [Thema] mit wem zu tun hat. Jede Person, Gruppe und Organisation wird ein Kreis, jede Beziehung eine Linie, dick für eng, dünn für lose. Danach suchen wir: Wer hält das Netz zusammen, und wer hängt an einem einzigen Faden?
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Linien ohne Inhalt. Jede Linie bekommt ein Wort: Information, Geld, Vertrauen, Auftrag.
- Das Organigramm wird nachgezeichnet. Gesucht sind die Wege, über die wirklich etwas läuft, auch die inoffiziellen.
- Wer viele Linien hat, gilt sofort als wichtig. Oft zählt mehr, wer zwei sonst getrennte Gruppen verbindet.
- Das Netz bleibt Bild. Zum Schluss steht fest, über wen eine Nachricht oder ein Vorhaben laufen soll.
Häufige Fragen
Was zeigt eine Netzwerk-Analyse?
Wer mit wem in Kontakt steht, wie eng und worüber. Gelesen wird das Netz nach Knoten mit vielen Linien, Brücken zwischen sonst getrennten Gruppen und Rändern, die an einem einzigen Faden hängen.
Warum sind Brücken so wichtig?
Über eine Brücke kommt eine Information oder eine Veränderung von einer Gruppe in die andere. Fällt sie weg, reißt der Weg ab, auch wenn beide Gruppen in sich gut vernetzt sind. Brücken haben oft weniger Linien als die Knoten und werden deshalb übersehen.
Brauche ich dafür Software?
Für eine Workshop-Sitzung nicht: Kreise und Linien auf dem Whiteboard reichen, die Gruppe liest das Netz mit bloßem Auge. Bei mehr als dreißig Akteuren oder für Zahlen zur Zentralität lohnt ein Netzwerk-Werkzeug, die Karte lässt sich dafür als Tabelle exportieren.