Akteurslandkarte
Wer spielt im System mit, wie nah steht er am Thema und wer ist mit wem verbunden? Drei Ringe um die Leitfrage, Beziehungen als Linien. Zeigt Bündnisse, Lücken und wen bisher niemand gefragt hat.
Auch bekannt als Actor Map, Akteursanalyse, Stakeholder-Karte, Beziehungslandkarte, Akteurskarte.
- Dauer
- 30–75 Min
- Gruppe
- 3–16 Personen
- Schritt
- Sehen
- Anlass
- Strategie & Zukunft, Auftakt & Teamstart
Wann Akteurslandkarte passt
Nimm sie, wenn …
- Ein System soll kartiert werden, und niemand hat den Überblick, wer alles mitspielt.
- Ein Vorhaben braucht Verbündete, und du willst sehen, wer mit wem verbunden ist.
- Die Gruppe ahnt, dass wichtige Akteure bisher nie gefragt wurden.
Lass sie liegen, wenn …
- Du willst nur einordnen, wer wie viel Einfluss und Interesse hat, um die Kommunikation zu planen. Dafür reicht die Stakeholder-Map; die Akteurslandkarte zeigt zusätzlich die Beziehungen.
- Die Leitfrage fehlt noch. Ohne sie landen alle im inneren Ring; erst die Systemgrenze ziehen.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Akteure sammeln10 Min
Still, jede Person allein: Wer hat mit der Frage zu tun? Personen, Rollen, Gruppen, Organisationen. Dubletten zusammenlegen.
- 2In drei Ringe legen10 Min
Innen: täglich dran. Mitte: regelmäßig beteiligt. Außen: betroffen oder einflussreich, aber fern. Jede Zuordnung laut begründen.
- 3Beziehungen ziehen5 Min
Eine Person führt den Stift, die Gruppe ruft zu. Jede Linie mit einem Wort beschriften.
- 4Lücken und Bündnisse markieren5 Min
Wo fehlen Linien, die es geben müsste? Wer hängt an vielen Linien? Wer fehlt auf der Karte ganz? Drei Funde festhalten.
Was du sagst
Wer spielt bei [Thema] mit? Schreibt jede Person, Gruppe oder Organisation auf einen eigenen Zettel und legt sie in einen der drei Ringe, je nachdem, wie nah sie am Thema ist. Dann zieht ihr Linien, wo ihr eine Verbindung kennt.
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Nur Organisationen auf den Zetteln. Ein Amt handelt nicht, eine Sachbearbeiterin schon. Wo es geht, Rollen oder Personen benennen.
- Alle landen im inneren Ring. Der innere Ring ist für die, die täglich mit der Frage zu tun haben; wer nur betroffen ist, kommt nach außen.
- Beziehungen ohne Inhalt. Jede Linie bekommt ein Wort: Geld, Weisung, Information, Vertrauen, Konflikt.
- Die Karte bleibt beim eigenen Lager. Die Frage „wer profitiert davon, dass es so bleibt“ bringt die fehlenden Akteure ans Licht.
Häufige Fragen
Was ist eine Akteurslandkarte?
Eine Karte aller Personen, Rollen, Gruppen und Organisationen, die mit einer Leitfrage zu tun haben. Sie liegen in Ringen nach Nähe zum Thema, Beziehungen werden als beschriftete Linien gezogen. So siehst du Bündnisse, Lücken und Akteure, die bisher niemand gefragt hat.
Was ist der Unterschied zwischen Akteurslandkarte und Stakeholder-Map?
Die Stakeholder-Map ordnet Beteiligte nach Einfluss und Interesse ein. Die Akteurslandkarte sortiert nach Nähe zur Leitfrage und zeichnet zusätzlich die Beziehungen zwischen den Akteuren. Wer Bündnisse und Abhängigkeiten sehen will, braucht diese Linien.
Wie beschriftet man Beziehungen in einer Actor Map?
Jede Linie bekommt ein Wort, das sagt, was fließt: Geld, Weisung, Information, Vertrauen, Konflikt. Eine Linie ohne Wort verrät nur, dass zwei sich kennen. Eine Person führt den Stift, die Gruppe ruft zu.