Rich Picture zeichnen

Die Gruppe zeichnet die Lage als ein großes Bild: Beteiligte, Orte, Geld- und Informationswege, Streitpunkte und Sorgen. Ohne Fachsprache und ohne Vorzeichen an den Pfeilen. Das Bild zeigt, was alle einzeln wissen und nie nebeneinander gesehen haben.

Auch bekannt als Rich Picture, Lagebild zeichnen, Situationsbild, Systembild.

Dauer
30–75 Min
Gruppe
3–16 Personen
Schritt
Rahmen, Sehen
Anlass
Strategie & Zukunft, Spannungen & heikle Themen, Auftakt & Teamstart

Wann Rich Picture zeichnen passt

Nimm sie, wenn …

  • Die Lage ist unübersichtlich, jede Person kennt nur ihren Ausschnitt, und niemand hat das Ganze je aufgezeichnet.
  • Am Anfang einer Systemarbeit, bevor Variablen und Pfeile kommen: erst sehen, dann modellieren.
  • In einem Konflikt, in dem verschiedene Gruppen dieselbe Lage verschieden erzählen.

Lass sie liegen, wenn …

  • Die Lage ist klar umrissen und es geht um genaue Zusammenhänge. Dann zeichnet ihr gleich das Kausalschleifen-Diagramm.
  • Es geht um Zahlen und Verläufe. Dafür taugt der Verhaltensverlauf besser als ein Bild mit Figuren.

Schritt für Schritt

Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.

30 Minuten für 8 Personen
  1. 1
    Beteiligte und Orte zeichnen10 Min

    Wer und was gehört zur Lage? Jede Gruppe, jeder Ort, jede Stelle bekommt ein Symbol oder einen Namen, gern ein Strichmännchen.

  2. 2
    Wege und Beziehungen10 Min

    Pfeile für Geld, Informationen, Aufträge und Streit. Jede Art bekommt eine eigene Farbe.

  3. 3
    Spannungen markieren10 Min

    Jede Person setzt drei Blitze dorthin, wo sie Spannung, Sorge oder Unklarheit sieht.

Was du sagst

Wir zeichnen die Lage als ein großes Bild: Wer ist beteiligt, wo fließen Geld und Informationen, wo knirscht es? Strichmännchen reichen. Zum Schluss setzt jede Person drei Blitze dorthin, wo sie Spannung sieht.

Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".

Woran es in der Praxis hakt

  • Das Bild wird ein Organigramm. Gezeichnet werden Beziehungen, Wege und Streitpunkte; wer wem berichtet, ist selten der Kern.
  • Alle warten auf die Person, die gut zeichnen kann. Strichmännchen reichen, und wer zögert, schreibt ein Wort an die Stelle.
  • Im Bild stehen schon Lösungen. Das Bild zeigt die Lage, Eingriffe kommen später.
  • Die Streitpunkte bleiben unsichtbar. Jede Person markiert mit einem Blitz, wo sie Spannung sieht, und zwar mit ihrer eigenen Farbe.

Häufige Fragen

Was ist ein Rich Picture?

Ein großes Bild von einer Lage: Beteiligte, Orte, Wege für Geld und Informationen, Streitpunkte und Sorgen. Gezeichnet wird mit Symbolen und Strichmännchen, ohne Fachsprache. Das Bild macht sichtbar, was einzelne wissen und nie nebeneinander gesehen haben.

Muss ich dafür zeichnen können?

Nein. Strichmännchen, Kästen und Pfeile reichen, und wer zögert, schreibt ein Wort an die Stelle. Es zählt, dass alles Wichtige auf dem Bild landet.

Was ist der Unterschied zum Kausalschleifen-Diagramm?

Das Rich Picture zeigt die Lage mit allen Beteiligten, auch mit Streit und Sorgen. Das Kausalschleifen-Diagramm zeigt nur, was auf was wirkt, mit Plus und Minus. Das Bild kommt zuerst; aus ihm ziehst du die Größen für die Karte.

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