Variablen-Ernte aus Interviews
Die Gruppe liest ihre Gesprächsnotizen und Beobachtungen durch und zieht daraus die Größen heraus, die steigen oder sinken können. Jede Variable behält ihr Kürzel zum Gespräch, aus dem sie stammt. So entsteht die Systemkarte aus dem, was Menschen gesagt und getan haben.
Auch bekannt als Variablen aus Interviews, Variablen ernten, Interviews auswerten für die Systemkarte, Größen aus Gesprächen.
- Dauer
- 30–90 Min
- Gruppe
- 2–16 Personen
- Schritt
- Sehen, Verbinden
- Anlass
- Nutzer & Zielgruppe verstehen, Strategie & Zukunft
Wann Variablen-Ernte aus Interviews passt
Nimm sie, wenn …
- Interviews und Beobachtungen sind gemacht, und die Systemkarte soll daraus entstehen, mit Beleg für jede Größe.
- Die Gruppe hat viele Gesprächsnotizen und weiß nicht, wie sie daraus eine Karte baut.
- Vor dem Kausalschleifen-Diagramm, wenn nachprüfbar bleiben soll, woher jede Variable stammt.
Lass sie liegen, wenn …
- Es gibt noch keine Gespräche. Dann zuerst Interviews führen; ein Leitfaden hilft dabei.
- Die Variablen liegen schon vor und sollen geordnet werden. Dafür ist Variablen clustern da.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Zitate markieren10 Min
Jede Person geht ein, zwei Gesprächsnotizen durch und schreibt die Sätze ab, in denen etwas mehr oder weniger wird. Kürzel des Gesprächs dazu.
- 2Größen herausziehen15 Min
Zu jedem Zitat die Größe, die darin steigt oder sinkt, als Hauptwort ohne Wertung: „Wartezeit“, „Vertrauen in die Leitung“.
- 3Doppelte zusammenlegen5 Min
Gleiche Größen übereinanderkleben, die Kürzel bleiben alle stehen. Was in vielen Gesprächen vorkommt, wandert nach oben.
Was du sagst
Wir gehen durch unsere Gesprächsnotizen. Schreibt jeden Satz ab, in dem etwas mehr oder weniger wird, mit dem Kürzel des Gesprächs. Daneben kommt die Größe, die darin steigt oder sinkt. Was keiner gesagt hat, landet in der Spalte für die nächste Runde.
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Aus Zitaten werden Meinungen der Gruppe. Jede Variable braucht ein Kürzel; wer keins findet, hat sie sich ausgedacht.
- Die Variablen sind Zustände („kein Vertrauen“). Eine Variable kann steigen und sinken: „Vertrauen“, „Wartezeit“, „Zahl der Rückfragen“.
- Zu früh Pfeile ziehen. Erst ernten und ordnen, die Wirkungen kommen im nächsten Schritt.
- Ein lautes Gespräch prägt alles. Die Spalte „von wem“ zeigt, ob eine Größe in vielen Gesprächen auftaucht oder nur in einem.
Häufige Fragen
Was ist eine Variable auf einer Systemkarte?
Eine Größe, die steigen und sinken kann: Wartezeit, Vertrauen in die Leitung, Zahl der Rückfragen. Sie steht als Hauptwort ohne Wertung auf dem Zettel, damit sich später ein Pfeil mit Plus oder Minus daran hängen lässt.
Warum bekommt jede Variable ein Kürzel?
Das Kürzel führt zum Gespräch oder zur Beobachtung zurück, aus dem die Größe stammt. So bleibt die Karte nachprüfbar, und die Gruppe sieht, ob eine Größe in vielen Gesprächen vorkommt oder nur in einem.
Was mache ich mit Größen, die niemand genannt hat?
Sie kommen in eine eigene Spalte, getrennt von den belegten. Beim nächsten Gespräch fragst du gezielt danach. Bestätigt sich die Vermutung, wandert die Größe mit Kürzel in die Hauptspalte.