SCAMPER
Eine bestehende Idee durch sieben Veränderungs-Brillen drehen: Ersetzen, Kombinieren, Anpassen, Vergrößern, Umnutzen, Weglassen, Umkehren — wenn die Ideation stockt, liefert die Checkliste Anschub.
Auch bekannt als SCAMPER-Methode, Scamper-Technik.
- Dauer
- 30–60 Min
- Gruppe
- 2–14 Personen
- Phase
- Ideen finden
- Anlass
- Innovation & neue Ideen
Wann SCAMPER passt
Nimm sie, wenn …
- Es gibt ein Produkt, einen Service oder eine Idee, und die Gruppe sucht Varianten davon.
- Die Ideenphase stockt und braucht eine Checkliste als Anschub.
Lass sie liegen, wenn …
- Es gibt noch nichts, was man drehen könnte. SCAMPER verändert Bestehendes.
- Du suchst radikal Neues. Dann Analogie-Transfer oder Kopfstand.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Ausgangsidee & die 7 Brillen vorstellen10 Min
Substitute, Combine, Adapt, Magnify, Put to other use, Eliminate, Reverse — je ein Beispiel nennen.
- 27 Buchstaben in gebündelten Runden (je 2 Brillen zusammen)15 Min
Still sammeln, dann zurufen — jede Runde startet mit der Frage-Karte sichtbar in der Mitte.
- 3Ernte: die 3 stärksten Veränderungen markieren5 Min
Nicht diskutieren, nur markieren — Bewertung und Ausarbeitung sind der nächste Agenda-Punkt.
Was du sagst
Nehmt die Idee [Idee] und verändert sie Runde für Runde: ersetzen, kombinieren, anpassen, vergrößern, anders nutzen, weglassen, umdrehen. Pro Runde schreibt ihr auf, was dabei herauskommt.
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Ohne Ausgangsobjekt gestartet — SCAMPER verändert Bestehendes, aus dem leeren Blatt kann es nichts machen.
- Bei jedem Buchstaben Vollständigkeit erzwingen — manche Brillen geben für dieses Objekt nichts her. Dann weiterziehen.
- Ideen sofort bewerten — erst alle sieben Runden sammeln, Bewertung ist ein eigener Schritt danach.
Mehr zu SCAMPER
Was ist SCAMPER?
SCAMPER, entwickelt von Bob Eberle, ist eine kreative Checkliste, die insbesondere dann zum Einsatz kommt, wenn Ideenfindungsprozesse ins Stocken geraten. Zum Beispiel in der Ideation-Phase im Design Thinking.
Sie besteht aus den Anfangsbuchstaben ihrer Methoden:
Substitute (Ersetze), Combine (Kombiniere), Adapt (Passe an), Magnify (Vergrößere), Put (Übertrage), Eliminate (Entferne/Verkleinere), Rearrange/Reverse (Ordne neu an/Kehre um).
Diese Technik eignet sich sowohl zur Produktentwicklung als auch zur Verbesserung von Dienstleistungen und ist eng verwandt mit der Osborn-Checkliste.
Wofür wird SCAMPER verwendet?
SCAMPER wird eingesetzt, um bestehende Ideen, Produkte oder Dienstleistungen neu zu interpretieren und weiterzuentwickeln. Es hilft dabei, neue Perspektiven zu erkennen und kreative Lösungen zu generieren, besonders wenn herkömmliche Ansätze keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern.
Wie wird SCAMPER angewendet?
Die Anwendung von SCAMPER erfolgt in mehreren Schritten, wobei jeder Buchstabe der Methode eine spezifische Fragestellung und Denkrichtung anregt:
- Substitute (Ersetze): Welche Teile können ersetzt werden? Beispiel: Materialwechsel oder Designänderungen.
- Combine (Kombiniere): Können Elemente kombiniert werden? Beispiel: Integration zusätzlicher Funktionen.
- Adapt (Passe an): Übernahme und Anpassung von Elementen aus anderen Bereichen. Beispiel: Anpassungen basierend auf Marktentwicklungen.
- Magnify (Vergrößere): Was kann vergrößert oder betont werden? Beispiel: Erweiterung der Funktionalität oder Designmerkmale.
- Put (Übertrage): Wie kann das Produkt oder die Idee anders genutzt werden? Beispiel: Umfunktionierung für neue Anwendungsbereiche.
- Eliminate (Entferne/Verkleinere): Was kann reduziert oder entfernt werden? Beispiel: Vereinfachung für ein minimalistisches Design.
- Rearrange/Reverse (Ordne neu an/Kehre um): Änderung der Anordnung oder Umkehrung von Teilen. Beispiel: Innovative Designänderungen.
Vorteile von SCAMPER
- Fördert kreatives Denken und Innovation.
- Strukturierte Methode zur Überwindung von Ideenblockaden.
- Vielseitig einsetzbar für Produkte und Dienstleistungen.
- Anregung zur Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven.
Nachteile von SCAMPER
- Erfordert ein gewisses Maß an Kreativität der Anwender.
- Nicht jede generierte Idee ist umsetzbar oder praktisch.
- Kann bei komplexen Projekten zeitaufwendig sein.
Beispiel für die Anwendung von SCAMPER
Ein Möbelhersteller möchte sein Sortiment an Gartenstühlen erweitern. Durch die Anwendung von SCAMPER auf das Standardmodell ergeben sich folgende Ideen:
- Substitute: Ersatz des weißen Kunststoffs durch Holz oder Gestaltung mit Retromustern.
- Combine: Integration eines Getränkehalters oder kleinen Sonnenschirms.
- Adapt: Einbau eines Elektromotors für die Rückenlehne.
- Magnify: Erweiterung der Sitzfläche für mehr Komfort.
- Put: Nutzung des Stuhls als Modul für ein Gartenschaukel-Angebot.
- Eliminate: Entfernung der Armlehnen für ein minimalistisches Design.
- Rearrange/Reverse: Neuanordnung der Stuhlbeine für ein ungewöhnliches Design.
Diese Anwendung zeigt, wie SCAMPER dabei hilft, über den traditionellen Rahmen hinauszudenken und innovative Lösungen zu entwickeln.
Häufige Fragen
Wofür steht SCAMPER?
Für sieben Veränderungsfragen an eine bestehende Idee: Substitute (ersetzen), Combine (kombinieren), Adapt (anpassen), Modify (verändern), Put to other use (umnutzen), Eliminate (weglassen), Reverse (umkehren).
Wann setze ich SCAMPER ein?
Wenn ein Produkt, ein Service oder eine Idee schon existiert und Varianten gesucht werden, oder wenn die Ideenphase stockt. Für radikal Neues taugt es weniger.
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