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Charette (3-Spalten-Download)

Teamwissen strukturiert ernten, bevor recherchiert wird: Wer sind die Nutzer:innen? Was brauchen sie? Welche Themen und Ideen folgen daraus? — drei Spalten, erst still, dann gemeinsam.

Auch bekannt als Charrette, Charrette-Verfahren, 3-Spalten-Download.

Dauer
40–75 Min
Gruppe
3–14 Personen
Phase
Ideen finden
Anlass
Innovation & neue Ideen, Lehre, Seminar & Vortrag

Wann Charette passt

Nimm sie, wenn …

  • Zu Projektbeginn, wenn im Team viel Wissen über Nutzer:innen steckt, das noch niemand aufgeschrieben hat.
  • Vor der Recherche, um festzulegen, welche Annahmen geprüft werden müssen.

Lass sie liegen, wenn …

  • Das Team kennt die Nutzer:innen nicht. Dann füllen sich die Spalten mit Klischees; erst beobachten.
  • Als Ersatz für Interviews. Die drei Spalten sind Hypothesen und wollen geprüft werden.

Schritt für Schritt

Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.

40 Minuten für 8 Personen
  1. 1
    Drei Leitfragen & Spalten erklären5 Min

    Wer nutzt es? Was brauchen sie? Welche Themen/Ideen ergeben sich?

  2. 2
    Einzelarbeit: Zettel zu allen drei Fragen15 Min

    Still und für sich — ein Gedanke pro Zettel, Spalte dazuschreiben.

  3. 3
    Vorstellen & clustern, ohne Diskussion15 Min

    Nacheinander aufhängen, Dopplungen stapeln — Fragen ja, Debatte nein.

  4. 4
    Gemeinsam analysieren & Ideen-Spalte füllen5 Min

    Muster benennen, Hypothesen und offene Fragen für die Recherche festhalten.

Was du sagst

Drei Spalten: Wer sind unsere Nutzer:innen, was brauchen sie, welche Ideen folgen daraus? Füllt still Zettel zu allen drei Fragen. Danach stellen wir vor und sortieren, ohne zu diskutieren.

Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".

Woran es in der Praxis hakt

  • Diskussion während des Vorstellens — erst hängen alle Zettel, dann wird geredet. Sonst gewinnt die erste Meinung.
  • Teamwissen mit Wissen verwechselt: Die Spalten sind Hypothesen-Spalten — was drinsteht, will validiert werden.
  • Die dritte Spalte (Ideen) zu früh füllen — sie lebt von den ersten beiden.

Mehr zu Charette

Hintergrund, Beispiele und Varianten. Lesezeit etwa 2 Minuten.

Was ist die Charette Methode im Design Thinking?

Die Charette Methode ist eine strukturierte Technik im Design Thinking, die dazu dient, Informationen, Wissen und Erfahrungen des Projektteams in einer geordneten Weise zu sammeln und darzustellen. Ziel dieser Methode ist es, ein klares Verständnis darüber zu erlangen, was die Nutzer:innen wirklich wollen und brauchen. Sie beantwortet drei zentrale Fragen:

  • Wer sind die potenziellen Nutzer:innen?
  • Welche Bedürfnisse haben diese?
  • Und welche Themen und Ideen ergeben sich daraus?

Die Methode ermöglicht es, einen strukturierten Überblick über gesammelte Erkenntnisse zu erhalten und diese im weiteren Verlauf des Design Thinking Prozesses zu validieren und zu priorisieren.

Warum wird die Charette Methode verwendet?

Die Charette Methode wird eingesetzt, um das im Team vorhandene Wissen effektiv zu nutzen und einen schnellen, pragmatischen Überblick über relevante Nutzer:innen, deren Bedürfnisse und damit verbundene Ideen zu gewinnen. Sie fördert die Zusammenarbeit im Team und hilft dabei, die Informationen für die Design Challenge strukturiert zu erfassen und zu analysieren. Durch die Einbeziehung von Expert:innen und die systematische Vorbereitung wird zudem sichergestellt, dass ein breites Spektrum an Wissen und Daten in den Prozess einfließt, was die Grundlage für die Entwicklung konkreter Hypothesen und Fragen bildet.

Wie wird die Charette Methode angewendet?

Die Anwendung erfolgt in mehreren Schritten.

Vorbereitung: Bereitet ein Arbeitsumfeld mit Flipcharts oder einem digitalen Whiteboard vor, auf dem drei Spalten für die Beantwortung der zentralen Fragen eingerichtet sind. Stellt Stifte und Post-its bereit, falls ihr vor Ort arbeitet.

Durchführung: Beginnt mit einer Einzelarbeit von etwa 15 Minuten, in der jede:r Teilnehmer:in Informationen zu den drei Fragen auf Post-its notiert. Stellt danach die Ergebnisse nacheinander vor, bildet bei Dopplungen Cluster und vermeidet Diskussionen bis alle vorgestellt haben. Analysiert anschließend gemeinsam die Ergebnisse und haltet alle Ideen und Ansätze in der dritten Spalte fest.

Tipps für die erfolgreiche Anwendung der Charette Methode

  1. Vorbereitung: Sammelt wichtige Informationen und Erkenntnisse vorab, um die Effizienz der Methode zu steigern.
  2. Einbeziehung von Expert:innen: Nutzt das Wissen von Expert:innen aus eurem Unternehmen, um eure Perspektiven zu erweitern und die Planung der nächsten Schritte zu erleichtern.
  3. Weiterarbeit mit Ergebnissen: Nutzt die Erkenntnisse aus der Charette Methode als Grundlage für die weitere Arbeit, um den Fokus zu behalten und euch an konkreten Hypothesen und Fragen abzuarbeiten. Fasst die Ergebnisse zusammen und teilt sie im Team.

Häufige Fragen

Was ist die Charette-Methode?

Ein strukturierter Download des Teamwissens zu Beginn eines Projekts in drei Spalten: Wer sind die Nutzer:innen, was brauchen sie, welche Themen folgen daraus? Erst still, dann gemeinsam geordnet.

Was ist der Unterschied zwischen Charette und Brainstorming?

Die Charette sammelt Wissen und Annahmen über Nutzer:innen, das Brainstorming sammelt Ideen. Die Charette steht am Anfang des Prozesses, das Brainstorming in der Ideenphase.

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