Inspiration Cards
Karten mit Fragen, Rollen oder Szenarien als Kreativ-Zündstoff: Karte ziehen, Perspektive wechseln, Ideen aus dem neuen Blickwinkel entwickeln.
Auch bekannt als Inspiration Card Workshop, Ideenkarten.
- Dauer
- 20–45 Min
- Gruppe
- 2–16 Personen
- Phase
- Ideen finden
- Anlass
- Innovation & neue Ideen
Wann Inspiration Cards passt
Nimm sie, wenn …
- Die Gruppe dreht sich im Kreis und bringt immer wieder dieselben Ideen.
- Ein Team steckt tief in seinem Fach und braucht einen fremden Blick auf die Leitfrage.
- Die Gruppe spinnt ungern frei drauflos und kommt mit einem konkreten Anstoß besser in Gang.
Lass sie liegen, wenn …
- Die Leitfrage ist noch unklar. Dann zünden die Karten ins Leere; schärfe zuerst mit How-Might-We-Fragen.
- Du brauchst in kurzer Zeit viele Ideen von allen, auch von den Stillen. Dafür ist Brainwriting 6-3-5 gemacht, weil jede Person still schreibt.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Leitfrage & Karten-Mechanik erklären5 Min
Karte ziehen → 1 Min sacken lassen → Ideen aus dieser Perspektive notieren.
- 2Zieh-Runden: Karte → Ideen15 Min
Etwa 5 Minuten pro Karte — lieber drei Karten intensiv als zehn im Galopp.
- 3Ideen teilen & die stärksten markieren10 Min
Kurz erzählen, welche Karte die Idee ausgelöst hat — das hilft beim Weiterspinnen.
Was du sagst
Zieht eine Karte und schaut die Frage [Leitfrage] durch diese Brille an. Schreibt in drei Minuten so viele Ideen auf, wie euch einfallen. Dann zieht ihr die nächste Karte.
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Karten als Ratespiel behandelt — die Karte ist ein Sprungbrett: Es zählt, was sie im Kopf auslöst.
- Zu lange an einer zähen Karte kleben — weiterziehen ist ausdrücklich erlaubt.
- Kartenset passt nicht zum Thema — vorher durchsehen und unpassende aussortieren oder eigene ergänzen.
Mehr zu Inspiration Cards
Inspiration Cards sind das Werkzeug für den Moment, in dem die Ideation im eigenen Saft schmort: Eine gezogene Karte — eine Rolle, ein Was-wäre-wenn, eine Provokation — zwingt den Kopf in eine Perspektive, auf die er allein nicht gekommen wäre. Hier: wie die Karten funktionieren, die Anleitung für den Workshop-Einsatz und wie du ein eigenes Set baust.
Was sind Inspiration Cards? (Definition)
Inspiration Cards sind Karten mit inspirierenden Fragen, Rollen oder Szenarien, die die Ideenfindung aus festgefahrenen Bahnen holen. Typische Kartentypen:
- Rollenkarten: „Wie würde eine Ärztin das lösen? Ein Kind? Eine Logistikerin?"
- Was-wäre-wenn-Karten: „Was, wenn es nichts kosten dürfte?" „Was, wenn es in 10 Sekunden erledigt sein müsste?"
- Provokations- und Negativkarten: „Wie würden wir das Problem maximal verschlimmern?" — der Umweg, der oft die besten Gegenideen auslöst.
Die Karte ist dabei ein Sprungbrett: Es zählt, was sie im Kopf auslöst. Ob die Antwort zur Karte „passt", ist egal.
Anleitung: Inspiration Cards im Workshop (35 Minuten)
- Leitfrage und Mechanik erklären (5 Min): Die Ausgangsfrage — idealerweise eine Wie-können-wir-Frage — hängt sichtbar. Mechanik: Karte ziehen → eine Minute sacken lassen → Ideen aus dieser Perspektive notieren.
- Zieh-Runden (20 Min): Etwa fünf Minuten pro Karte — lieber drei Karten intensiv als zehn im Galopp. Einzeln oder in Kleingruppen, jede Idee auf einen eigenen Zettel.
- Teilen und markieren (10 Min): Ideen vorstellen — und kurz erzählen, welche Karte sie ausgelöst hat; das hilft beim Weiterspinnen. Die stärksten Ideen markieren und in die Weiterarbeit geben.
Material: ein Kartenset (10–20 Karten aus Rollen, Szenarien, Provokationen), Klebezettel, Stifte, die Leitfrage an der Wand.
Eigenes Kartenset bauen
Fertige Sets funktionieren, ein eigenes passt besser. Der schnellste Weg: pro Kartentyp fünf Karten schreiben — fünf Rollen, die mit dem Thema nichts zu tun haben, fünf Was-wäre-wenn-Extreme (Zeit, Geld, Ort, Menge, Technik), fünf Provokationen. Mit Grafik oder Icon illustriert wirken die Karten stärker, Pflicht ist das nicht. Wichtiger: das Set vor der Session einmal durchsehen und Karten aussortieren, die zum Thema nichts hergeben.
Die 3 typischen Stolperfallen
- Die Karte als Ratespiel behandeln. Es gibt keine richtige Antwort auf eine Karte. Sie soll einen Gedanken auslösen — wohin der führt, ist frei.
- An einer zähen Karte kleben. Wenn eine Karte nichts auslöst: weiterziehen. Das ist ausdrücklich erlaubt und kein Scheitern.
- Unpassendes Set. Karten, die am Thema vorbeigehen, produzieren Achselzucken. Vorher kuratieren, notfalls eigene ergänzen.
Wo die Methode im Prozess sitzt
Inspiration Cards gehören in die Ideation-Phase — besonders als zweite Welle, wenn das erste Brainstorming die naheliegenden Ideen geliefert hat und frische Denkrichtungen fehlen. Verwandte Anschub-Methoden: SCAMPER (systematische Veränderungs-Brillen) und Kill Your Company (die große Provokation). Alle Methoden im Überblick: der große Design-Thinking-Methodenkatalog.
Häufige Fragen
Was sind Inspiration Cards?
Ein Kartenset mit Rollen, Was-wäre-wenn-Szenarien und Provokationen. Du ziehst eine Karte, lässt sie kurz wirken und entwickelst Ideen aus diesem Blickwinkel. Die Karte gibt den Anstoß, die Ideen kommen von der Gruppe.
Wie lange dauert eine Runde mit Inspiration Cards?
Plane 20 bis 45 Minuten ein. Pro Karte reichen etwa fünf Minuten, dazu kommen Erklären und das Teilen der Ideen. Drei Karten gründlich bringen meist mehr als zehn im Eiltempo.
Kann man Inspiration Cards selbst machen?
Ja. Sieh ein fertiges Set vorher durch, sortiere Karten aus, die nicht zum Thema passen, und ergänze eigene. Jede Karte enthält eine Rolle, ein Szenario oder eine Provokation mit Bezug zur Leitfrage.
Wie viele Inspiration Cards nimmt man pro Runde?
Drei bis fünf je Kleingruppe. Jede Karte braucht Zeit, damit die Gruppe die Perspektive durchdenkt. Nach der fünften Karte in zwanzig Minuten wird meist nur noch gezogen.
Was ist der Unterschied zwischen Inspiration Cards und SCAMPER?
SCAMPER verändert ein bestehendes Produkt oder eine Ausgangsidee. Inspiration Cards funktionieren auch bei offenen Fragen ohne Ausgangsobjekt, weil sie die Perspektive der Denkenden verschieben.
Kann man Inspiration Cards auch allein nutzen?
Ja. Karte ziehen, Timer auf fünf Minuten stellen, aus der Perspektive der Karte notieren. Nach drei Karten eine Pause machen und sichten.
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Fertige Design-Thinking-Abläufe von 90 Minuten bis zur Sprint-Woche: Design Thinking bei Facilitools. Alle Methoden in der Bibliothek.