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Research-Mindmap

Rechercheergebnisse als wachsende Landkarte ordnen: zentrales Thema in der Mitte, Erkenntnisse als Äste — Zusammenhänge werden sichtbar, Lücken auch.

Auch bekannt als Mindmap, Gedankenkarte, Mind Map.

Dauer
20–45 Min
Gruppe
2–10 Personen
Phase
Verstehen
Anlass
Nutzer & Zielgruppe verstehen, Strategie & Zukunft

Wann Research-Mindmap passt

Nimm sie, wenn …

  • Nach einer Recherchephase liegt viel Material herum und der Zusammenhang fehlt.
  • Ihr wollt sehen, wo eure Recherche noch dünn ist.
  • Ein kleines Team soll gemeinsam ein Thema durchdringen, bevor es Fragen formuliert.

Lass sie liegen, wenn …

  • Ihr habt viele einzelne Beobachtungen aus Interviews, die nach Mustern sortiert werden sollen. Dafür ist Affinity Diagramming gebaut.
  • Ihr wollt Wechselwirkungen und Rückkopplungen in einem System verstehen. Dann nimm das Wirkungsnetz.

Schritt für Schritt

Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.

30 Minuten für 8 Personen
  1. 1
    Zentrum & Hauptäste setzen5 Min

    Zentrale Frage in die Mitte, 4–6 grobe Themenäste vorschlagen — Rest wächst.

  2. 2
    Still ergänzen: alle schreiben an die Map10 Min

    Parallel arbeiten, aneinander anbauen — noch nicht diskutieren.

  3. 3
    Gemeinsam ordnen & Querverbindungen ziehen10 Min

    Was gehört zusammen, was widerspricht sich? Verbindungen einzeichnen und beschriften.

  4. 4
    Erkenntnisse & Lücken markieren5 Min

    2–3 dicke Erkenntnisse einkreisen — und markieren, wo die Map dünn ist (offene Recherche).

Was du sagst

In der Mitte steht [Thema]. Schreibt still alles an die Karte, was ihr herausgefunden habt, und hängt es an den passenden Ast. Danach ziehen wir Verbindungen und schauen, wo noch Lücken sind.

Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".

Woran es in der Praxis hakt

  • Schönheit vor Inhalt — die Map ist ein Denkwerkzeug. Krakelig und wachsend ist richtig.
  • Nur eine Person schreibt: dann ist es ihre Map — Stifte für alle.
  • Äste ohne Verbindungen: Der Erkenntniswert steckt in den Querlinien zwischen den Ästen.

Mehr zu Research-Mindmap

Hintergrund, Beispiele und Varianten. Lesezeit etwa 3 Minuten.

Eine Research-Mindmap ist eine gemeinsam gezeichnete Landkarte der Recherche: In der Mitte steht die Frage des Projekts, nach außen wachsen Äste mit allem, was das Team dazu herausgefunden hat. Sie entsteht nach einer ersten Recherchephase, wenn Artikel, Notizen, Fotos und Gesprächsfetzen verstreut auf Laptops und Zetteln liegen. Auf der Map sieht das Team zum ersten Mal, wie die Teile zusammenhängen und wo noch etwas fehlt.

Wo die Mindmap im Prozess steht

Am Anfang eines Projekts recherchiert das Team meist breit: Zahlen aus Statistiken, Berichte aus der Presse, Hinweise aus Fachgesprächen, erste Beobachtungen. Oft arbeiten dabei mehrere Personen an verschiedenen Ecken. Die Mindmap führt diese Ecken zusammen. Sie passt gut nach einer Markt-Trend-Analyse oder nach einer Runde Schreibtischrecherche, und vor den ersten Interviews.

Danach geht es weiter in zwei Richtungen. Die dünnen Stellen der Map werden zu Fragen für den Interview-Leitfaden. Die Akteure, die auf den Ästen auftauchen, landen auf einer Stakeholder-Map. Später, wenn aus den Interviews viele Einzelbeobachtungen kommen, übernimmt das Affinity Diagramming das Sortieren. Und wo die Map zeigt, dass sich Faktoren gegenseitig verstärken, lohnt ein Blick mit dem Wirkungsnetz.

Was auf die Äste gehört

Auf jeden Ast gehört eine Aussage, die ein Teammitglied belegen kann. Gut sind kurze, vollständige Sätze wie „Ältere Nutzer:innen buchen am Telefon“. Sie lassen sich später leichter mit anderen Ästen verbinden.

Markiert die Herkunft mit Farben. Zum Beispiel Blau für Gelesenes, Grün für Gesprochenes, Rot für eigene Vermutungen. So sieht jede Person auf einen Blick, wie viel der Map auf Annahmen steht. Eine Map, die zur Hälfte rot ist, sagt etwas Wichtiges über den Stand der Recherche.

Wichtige Quellen bekommen ein Kürzel am Ast, etwa „Bericht Stadtrat“ oder „Gespräch 2“. Damit lässt sich später nachprüfen, woher eine Aussage kommt.

Ein durchgespieltes Beispiel

Angenommen, ein Team in einem Landkreis soll herausfinden, warum junge Menschen das Angebot der Jugendberufsagentur selten nutzen. Vier Leute haben eine Woche lang recherchiert. In die Mitte des Packpapiers kommt die Frage: „Wie finden junge Menschen hier zu Ausbildung oder Job?“ Als erste Äste stehen Schule, Familie, Internet, Betriebe und die Agentur selbst.

Nach der stillen Phase hängen an jedem Ast mehrere Aussagen. Beim Ordnen fällt eine Linie auf, die zwei Äste verbindet: In mehreren Quellen heißt es, dass Praktika über Bekannte der Eltern zustande kommen, und gleichzeitig steht am Ast „Agentur“, dass Beratungstermine erst nach Schulschluss frei sind. Das Team kreist die Verbindung ein und formuliert eine erste Vermutung: Wer über die Familie an einen Betrieb kommt, braucht die Beratung nicht, und wer keine solchen Kontakte hat, erreicht sie schlecht. Der Ast „Internet“ dagegen ist auffällig dünn und fast nur rot. Daraus wird ein Rechercheauftrag für die nächste Woche.

Varianten für deine Lage

Online. Ein Whiteboard mit einer zentralen Karte und vorbereiteten Ästen funktioniert gut. Gebt jeder Person eine eigene Zettelfarbe, dann bleibt sichtbar, wer was geschrieben hat.

Große Gruppe. Mehrere Kleingruppen zeichnen je eine eigene Map zur selben Frage. Danach geht ihr im Galerie-Rundgang von Map zu Map und sammelt, was überall auftaucht und was nur einmal.

Wenig Zeit. Lasst die stille Phase etwas kürzer ausfallen und konzentriert das gemeinsame Ordnen auf einen Ast, den das Team für den wichtigsten hält.

Allein vorbereitet. Wer viel Material allein gesammelt hat, kann eine Rohfassung mitbringen. Lasst dann bewusst Platz frei, damit die anderen anbauen.

Woran du ein gutes Ergebnis erkennst

Auf der Map stehen Sätze mit Herkunft. Es gibt beschriftete Linien zwischen verschiedenen Ästen, und das Team kann zu jeder sagen, was sie bedeutet. Die dünnen Stellen sind markiert und haben einen Namen. Und es gibt mindestens eine eingekreiste Vermutung, die das Team in den nächsten Gesprächen prüfen will.

Was du mit der Map danach machst

Fotografiert sie in guter Auflösung und legt das Bild dort ab, wo das Team arbeitet. Übertragt die markierten Lücken in eine Liste mit Rechercheaufträgen, je mit Namen und Termin. Die eingekreisten Vermutungen kommen in den Leitfaden für die Interviews. Nach den Gesprächen holt ihr die Map wieder hervor und ergänzt sie mit grünen Zetteln. Wenn das Rot dabei schrumpft, ist die Recherche auf einem guten Weg.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist eine Research-Mindmap?

Eine Landkarte der Recherche: In der Mitte steht die zentrale Frage, außen wachsen Äste mit Erkenntnissen. Querverbindungen zwischen den Ästen machen Zusammenhänge sichtbar. Wo die Map dünn bleibt, fehlt noch Recherche.

Wie erstellt man eine Mindmap im Team?

Setz die zentrale Frage in die Mitte und schlag vier bis sechs grobe Äste vor. Dann schreiben alle gleichzeitig an die Map, jede Person mit eigenem Stift. Erst danach ordnet ihr gemeinsam und zieht Querverbindungen.

Was ist der Unterschied zwischen Mindmap und Affinity Diagramming?

Die Mindmap geht von einem Zentrum aus und verzweigt sich nach außen. Beim Affinity Diagramming fängst du bei vielen Einzelbeobachtungen an und gruppierst sie zu Themen. Die Mindmap passt, wenn das Oberthema klar ist.

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