System-Personas
Für die wichtigsten Akteure im System entsteht je ein Steckbrief aus Gesprächen und Beobachtungen: was sie erreichen wollen, was sie in der Hand haben, was sie bremst, worauf sie achten und was sie unter Druck tun. Daran sieht die Gruppe, warum vernünftige Leute zusammen ein unvernünftiges Ergebnis erzeugen.
Auch bekannt als System Personas, Akteurs-Personas, Rollen im System, Akteursprofile.
- Dauer
- 30–90 Min
- Gruppe
- 3–16 Personen
- Schritt
- Sehen, Verstehen
- Anlass
- Nutzer & Zielgruppe verstehen, Strategie & Zukunft, Spannungen & heikle Themen
Wann System-Personas passt
Nimm sie, wenn …
- Mehrere Akteure handeln jeder für sich vernünftig, und zusammen kommt ein Ergebnis heraus, das keiner will.
- Nach den Interviews, wenn die Systemkarte zeigen soll, wer auf welche Größe achtet und wie er reagiert.
- In einem Konflikt zwischen Gruppen, die einander nur als Hindernis sehen.
Lass sie liegen, wenn …
- Es geht um die Nutzer:innen eines Produkts. Dann baut ihr eine Persona aus Interviews und Beobachtungen.
- Es gibt keine Gespräche und keine Beobachtungen. Ohne Belege bleibt der Steckbrief eine Vermutung.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Akteure wählen5 Min
Drei Akteure, die die Lage am stärksten prägen, als Rollen benannt: die Teamleitung, der Einkauf.
- 2Steckbriefe füllen15 Min
Je Akteur: will erreichen, hat in der Hand, wird gebremst von, achtet auf, tut unter Druck. Zu jedem Feld das Kürzel des Gesprächs.
- 3Nebeneinanderlegen10 Min
Wo stoßen die Ziele aneinander? Wo achten zwei auf ganz verschiedene Zahlen? Zwei, drei Sätze an die Systemkarte.
Was du sagst
Wir schauen uns die drei Akteure an, die bei [Thema] am meisten bewegen. Für jeden füllen wir dieselben Felder: was er erreichen will, was er in der Hand hat, was ihn bremst, worauf er achtet und was er tut, wenn es eng wird. Jedes Feld braucht einen Beleg aus unseren Gesprächen.
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Der Steckbrief wird ausgedacht. Jedes Feld braucht einen Beleg mit Kürzel; ein leeres Feld ist ein Auftrag fürs nächste Gespräch.
- Ein Akteur wird zum Bösewicht. Der Steckbrief beschreibt, wie jemand aus seiner Lage heraus vernünftig handelt.
- Zu viele Akteure. Drei bis fünf, die die Lage am stärksten prägen, reichen für eine Sitzung.
- Nur die Ziele stehen da. Das Verhalten erklärt sich meist aus dem, was jemanden bremst und worauf er achtet.
Häufige Fragen
Was ist eine System-Persona?
Ein Steckbrief für einen Akteur im System: was er erreichen will, was er in der Hand hat, was ihn bremst, worauf er achtet und was er unter Druck tut. Jedes Feld stützt sich auf Gespräche oder Beobachtungen, mit Kürzel.
Worin unterscheidet sie sich von einer Persona im Design Thinking?
Beide entstehen aus echten Interviews und Beobachtungen. Die Persona im Design Thinking beschreibt Menschen, für die etwas gestaltet wird. Die System-Persona beschreibt die Rolle eines Akteurs im System und erklärt, warum er so handelt, wie er handelt.
Wie viele System-Personas brauche ich?
Drei bis fünf, jene Akteure, die die Lage am stärksten prägen. Mehr lassen sich in einer Sitzung nicht vergleichen. Weitere kommen dazu, wenn die Karte zeigt, dass ein Akteur fehlt.