Archetypen-Check
Sechs wiederkehrende Systemfallen an die eigene Karte halten: Grenzen des Wachstums, Symptombekämpfung, Eskalation, Erfolg zu den Erfolgreichen, Gemeingut-Falle, Ziel-Erosion. Wer die Falle erkennt, kennt den typischen Ausweg.
Auch bekannt als Systemarchetypen, System Archetypes, Muster-Check, Typische Systemfallen.
- Dauer
- 30–60 Min
- Gruppe
- 3–12 Personen
- Schritt
- Verstehen
- Anlass
- Strategie & Zukunft
Wann Archetypen-Check passt
Nimm sie, wenn …
- Eine Kausalschleifen-Karte liegt vor, und die Gruppe fragt sich, ob sie in einer bekannten Falle steckt.
- Maßnahmen wirken kurz, dann kommt das Problem zurück.
- Bevor Hebel gewählt werden, sollen Eingriffe raus, die das Problem nur füttern.
Lass sie liegen, wenn …
- Es gibt noch keine eigene Karte. Dann wird der Check zur Theoriestunde; zeichne erst das Kausalschleifen-Diagramm.
- Die Gruppe will Eingriffe nach ihrer Wirkung ordnen. Das macht Hebelpunkte finden, der Archetypen-Check liefert dafür nur die Vorarbeit.
Schritt für Schritt
Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.
- 1Die sechs Muster in je einem Satz10 Min
Wachstum stößt an eine Grenze · Symptom gelindert, Ursache bleibt · zwei Seiten rüsten auf · wer hat, dem wird gegeben · alle nutzen, niemand pflegt · das Ziel wird still gesenkt.
- 2Karte gegen die Muster halten5 Min
Je Kleingruppe zwei Muster, dann Austausch.
- 3Treffer beschreiben und Ausweg notieren10 Min
Zu jedem Treffer: Welche Variablen bilden das Muster? Was wäre der übliche Ausweg, und was heißt er hier konkret?
- 4Konsequenz für die Hebel5 Min
Welche Eingriffe würden das Muster nur füttern? Streichen. Der Rest geht in die Hebelpunkte.
Was du sagst
Legt eure Karte neben die Archetypen. Sucht einen, der sich anfühlt wie bei euch, und prüft ihn Pfeil für Pfeil: Passt das wirklich, und was verrät der Archetyp darüber, wie es weitergeht, wenn niemand etwas ändert?
Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".
Woran es in der Praxis hakt
- Der Check läuft ohne Karte. Ohne eigene Schleifen wird er zur Theoriestunde; erst zeichnen, dann prüfen.
- Jedes Muster passt irgendwie. Ein Treffer braucht die konkrete Schleife auf der Karte, mit Variablennamen.
- Der Ausweg wird als Lösung verkauft. Er ist eine Richtung, die Gruppe muss ihn an ihrer Situation prüfen.
Häufige Fragen
Was sind Systemarchetypen?
Wiederkehrende Muster, nach denen Systeme sich festfahren. Beispiele sind Symptombekämpfung, Eskalation, die Gemeingut-Falle oder Ziel-Erosion. Wer eine Falle auf der eigenen Karte erkennt, kennt auch den typischen Ausweg.
Was ist der Archetyp Symptombekämpfung?
Ein Problem wird immer wieder gelindert, seine Ursache bleibt unangetastet. Im Check suchst du dafür die konkrete Schleife auf eurer Karte, mit Variablennamen. Erst dann zählt es als Treffer.
Woran erkennt man, dass ein Archetyp wirklich passt?
Ein Treffer braucht eine konkrete Schleife auf der eigenen Karte, mit benannten Variablen. Passt ein Muster nur irgendwie, ist es kein Treffer. Den typischen Ausweg prüft die Gruppe danach an ihrer eigenen Lage.