Systemgeschichte erzählen

Die Systemkarte in Worte fassen: je Region ein Absatz, danach einer für das ganze System. Wo die Erzählung stockt, fehlt ein Pfeil, und was die Runde beim Zuhören überrascht, ist der eigentliche Befund.

Auch bekannt als Karte in Worten, System Story, Systemnarrativ.

Dauer
20–60 Min
Gruppe
3–16 Personen
Schritt
Verstehen
Anlass
Strategie & Zukunft, Retro & Rückblick

Wann Systemgeschichte erzählen passt

Nimm sie, wenn …

  • Eine Systemkarte ist fertig gezeichnet und wirkt auf Außenstehende wie ein Knäuel.
  • Du willst prüfen, ob auf der Karte Pfeile oder Variablen fehlen.
  • Die Erkenntnisse sollen ins Protokoll, damit in drei Wochen noch jemand weiß, was die Pfeile meinen.

Lass sie liegen, wenn …

  • Die Karte existiert noch nicht. Dann gibt es nichts zu erzählen; erst das Kausalschleifen-Diagramm.
  • Die Gruppe will Wünsche und Lösungen sammeln. Das gehört zu Hebelpunkte finden; die Geschichte erzählt die Karte so, wie sie gezeichnet ist.

Schritt für Schritt

Stell Zeit und Gruppengröße ein, der Ablauf rechnet mit. Im Agenda Maker passiert dasselbe, wenn du die Blockdauer änderst.

30 Minuten für 8 Personen
  1. 1
    Regionen verteilen5 Min

    Zwei bis vier Teile der Karte, die zusammengehören, meist um eine Schleife herum. Je Region eine Person oder Kleingruppe.

  2. 2
    Je Region erzählen10 Min

    Drei bis fünf Sätze: Womit fängt es an, was verstärkt sich, was bremst? Wo der Satz nicht weitergeht, fehlt ein Pfeil.

  3. 3
    Vorlesen und Lücken markieren10 Min

    Jede Region wird vorgelesen. Die anderen markieren an der Karte, wo die Geschichte etwas behauptet, das nicht gezeichnet ist.

  4. 4
    Die Geschichte des ganzen Systems5 Min

    Ein Absatz für die ganze Karte: Warum hält sich das Problem, und wo sitzt der Hebel? Er kommt ins Protokoll und als Text an die Karte.

Was du sagst

Jede Gruppe nimmt sich einen Teil der Karte und erzählt ihn in drei bis fünf Sätzen: Womit fängt es an, was schaukelt sich auf, was bremst? Danach lesen wir vor, und ihr markiert, wo die Geschichte etwas sagt, das nicht auf der Karte steht.

Der Satz, mit dem du den Block eröffnest. In eckigen Klammern steht, was du mit deinem Thema füllst. Im Agenda Maker liegt er im Feld „Moderation".

Woran es in der Praxis hakt

  • Die Geschichte zählt Variablen auf. Eine Geschichte hat eine Richtung: Was schaukelt sich auf, was bremst, und warum hält sich das Problem?
  • Die Gruppe erzählt, wie es sein sollte. Erzählt wird die Karte, wie sie gezeichnet ist; Wünsche kommen später zu den Hebeln.
  • Eine Person schreibt allein, und die anderen nicken. Wer vorliest, fragt am Ende: Wo würdet ihr widersprechen?
  • Die Geschichte bleibt im Raum. Sie gehört ins Protokoll und als Text an die Karte, sonst weiß in drei Wochen niemand mehr, was die Pfeile meinen.

Häufige Fragen

Was ist eine Systemgeschichte?

Die Systemkarte in Worten: je Region ein kurzer Absatz, danach einer für das ganze System. Erzählt wird, womit es anfängt, was sich verstärkt und was bremst. Wo der Satz nicht weitergeht, fehlt auf der Karte ein Pfeil.

Wozu eine Systemkarte in Worte fassen?

Beim Erzählen fallen Lücken auf, die beim Zeichnen niemand bemerkt hat. Eine Geschichte versteht auch, wer nicht dabei war. Darum kommt der Text ins Protokoll und an die Karte.

Wie lang sollte eine Systemgeschichte sein?

Drei bis fünf Sätze je Region und ein Absatz für das ganze System reichen. Die Geschichte hat eine Richtung: Warum hält sich das Problem, und wo sitzt der Hebel? Eine Liste der Variablen ist noch keine Geschichte.

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