Methoden für große Gruppen
Methoden, die auch mit dreißig, sechzig oder mehr Menschen funktionieren. Sie teilen die Gruppe in kleine Runden, lassen alle schreiben oder holen wenige Stimmen nach vorn.
- Methoden
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- Je Methode
- Ablauf, Zeiten, Material
Ankommen & Aktivieren
Check-in-RundeAlle kommen einmal zu Wort, bevor es losgeht — holt die Gruppe in den Raum und macht Stimmungen sichtbar.Soziometrische AufstellungDer Raum wird zur Landkarte: Die Gruppe stellt sich nach Herkunft, Erfahrung oder Haltung auf — macht Vielfalt in Minuten sichtbar, ohne Vorstellungsrunde.Speed StartupKleingruppen machen in zehn Minuten aus einem Alltagsgegenstand ein Angebot und pitchen es in 30 Sekunden. Zeigt am eigenen Leib, was Anfangen mit dem Vorhandenen heißt.Speed-Dating-RundenWechselnde Zweiergespräche im Doppelkreis: In kurzer Zeit spricht jede:r mit vielen — auch die Leisen kommen im 1:1 zu Wort.
Verstehen & Recherche
HandlungsanlassBevor ein Ziel feststeht, schreibst du auf, was dich stört und nicht mehr loslässt: die Situation, wen sie betrifft, warum gerade du. Ein Satz fasst es zusammen, eine zweite Person hört zu. Der Startpunkt für Vorhaben aus eigenem Antrieb.ImpulsvortragEin kurzer, klar gebauter Input, der die Gruppe auf denselben Stand bringt und eine Frage für die Arbeit danach hinterlässt.KWL-Tabelle (Weiß ich, will ich wissen, gelernt)Drei Spalten rahmen einen Lernblock: Vorher wird Vorwissen notiert und werden Fragen gesammelt, nachher hält jede Person fest, was sie gelernt hat. So wird Lernen sichtbar und offene Fragen gehen nicht verloren.Mittel-Inventur (Bird in Hand)Der Blick auf das, was schon da ist: Wer bin ich, was weiß ich, wen kenne ich? Aus der Inventur wird abgeleitet, was als Nächstes möglich ist.Nutzer-SteckbriefEine Person aus der Zielgruppe auf einem Blatt: wer sie ist, was sie antreibt, was ihr im Weg steht und was sie sich wünscht. Knapper als eine Persona und direkt nach Gesprächen ausgefüllt, damit alle im Team dasselbe Bild haben.
Analysieren & Strukturieren
Partner-Radar (Crazy Quilt)Wer aus dem eigenen Umfeld könnte selbst mitgehen? Namen aus der Inventur nach Nähe sortieren und die ersten Gespräche festlegen. Partner bringen eigene Mittel ein und gestalten mit.TRIZ (Liberating Structures)Erst sammelt die Gruppe, wie sie das schlimmste Ergebnis sicher herbeiführt. Dann prüft sie, was davon sie heute schon tut, und entscheidet, womit sie aufhört. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)
Ideen finden
Brainwriting 6-3-5Stilles Ideenschreiben in Runden: 6 Personen, 3 Ideen, 5 Minuten — die Blätter wandern, Ideen bauen aufeinander auf. Deutsche Erfindung (Rohrbach 1968).Collective NotebookIdeenfindung über Tage statt Minuten: Eine feste Frage, ein geteiltes Notizbuch, alle tragen still ein — der Workshop-Block setzt das Notebook auf und startet die erste Runde.Crazy 8s (Skizzen-Sprint)Acht schnelle Lösungsskizzen in acht Minuten — der Zeitdruck drängt über die erste, meist naheliegendste Idee hinaus.Idea NapkinEine Idee kommt auf ein Blatt: mit Namen, Zielgruppe, Bedürfnis, Mehrwert und einer Skizze der Anwendung. Aus einem Zettel vom Brainstorming wird so etwas, das andere in einer Minute verstehen und bewerten können.
Priorisieren & Entscheiden
Clustern + Dot-VotingIdeen ordnen, dann still mit Klebepunkten priorisieren — die Häufung zeigt sofort, wo die Energie der Gruppe liegt.Dot-VotingStilles Priorisieren mit Klebepunkten — schnell, sichtbar, und die Chefstimme wiegt genauso viel wie jede andere.Ecocycle-PlanungDie Gruppe ordnet ihre laufenden Vorhaben in einen Kreislauf aus Entstehen, Reife, kreativer Zerstörung und Erneuerung. So wird sichtbar, was festhängt, was zu wenig Kraft bekommt und was gehen darf. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)Leistbarer Einsatz (Affordable Loss)Vor dem nächsten Schritt festlegen, was man bereit ist einzusetzen und im schlechten Fall zu verlieren, in vier Währungen: Geld, Zeit, Ansehen, Beziehungen.
Prototypen & Testen
I Like, I Wish, What IfRückmeldung in drei Satzanfängen: Mir gefällt, ich wünsche mir, was wäre, wenn …? Macht Feedback zu einem Prototyp oder einer Präsentation freundlich und konkret.Speedboot-RegattaCrews treiben ihr Vorhaben in kurzen Runden konkret voran. Zwischendurch kommt eine Überraschung ins Boot und wird eingebaut. Übt Umstände nutzen (Lemonade) und Kurs halten (Pilot in the Plane).
Austauschen & Diskutieren
1-2-4-AllErst still allein, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle: jede Stimme fließt ein, ohne dass das Plenum zerredet. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)FishbowlEin kleiner Innenkreis diskutiert, alle anderen hören zu — ein freier Gaststuhl lädt ein, sich dazuzusetzen. Tiefe statt Wortmeldungs-Pingpong.Galerie-RundgangErgebnisse hängen wie in einer Ausstellung — Kleingruppen rotieren, lesen, kommentieren und bauen auf den Kommentaren der anderen auf.Gruppenpuzzle (Jigsaw)Jede Person arbeitet sich in einer Expertengruppe in ein Teilthema ein und bringt es danach ihrer Stammgruppe bei. So lernt eine Gruppe in kurzer Zeit ein großes Thema, und alle haben eine Aufgabe.Marktplatz der MacherWer ein Vorhaben hat, ruft es aus; wer mitmachen will, schließt sich an. Aus dem Raum entstehen Crews, die mit vorhandenen Mitteln starten.Open Space (Kurzform)Die Teilnehmenden machen ihre eigene Agenda: Wer ein Thema hat, ruft eine Session aus — Selbstorganisation für Gruppen ab ~20, in der Halbtags-Variante.Story Circles (Erzählrunden)Kleine Runden, feste Redezeit, keine Unterbrechungen: Persönliche Geschichten schaffen in einer Stunde mehr Nähe als jeder Stehempfang.Think-Pair-ShareErst denkt jede Person allein über eine Frage nach, dann bespricht sie sich mit einer zweiten, dann teilen einige Paare mit allen. Bringt alle zum Nachdenken, auch die Leisen.Troika ConsultingZu dritt beraten: Eine Person schildert ihre Frage und dreht sich dann um, die anderen beiden beraten laut darüber. Jede Person ist einmal dran. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)Wise CrowdsEine Person bringt eine Frage mit, eine kleine Runde berät laut darüber, während sie zuhört, und Beobachtende sammeln, was ihnen auffällt. Für Fragen, bei denen viele Sichtweisen helfen. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)World CaféGespräche in Café-Atmosphäre: kleine Tische, wechselnde Runden, eine gute Frage pro Runde — Ideen wandern mit den Menschen von Tisch zu Tisch.
Reflektieren & Abschließen
15 % SolutionsJede Person schreibt auf, was sie sofort tun kann, ohne neue Mittel und ohne um Erlaubnis zu fragen. So kommen Schritte auf den Tisch, die schon in der eigenen Hand liegen. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)Erster Schritt (Pilot in the Plane)Jede Person legt eine Handlung fest, die diese Woche passiert: mit vorhandenen Mitteln, innerhalb des leistbaren Einsatzes, mit einem echten Menschen. Laut vorgelesen wird daraus eine Verabredung.Plus/DeltaDie kürzeste Auswertung am Ende einer Sitzung: Jede Person schreibt auf, was gut lief und bleiben soll (Plus) und was sich ändern soll (Delta). Ein oder zwei Deltas werden zur Verabredung.Timeline-RetroDie Gruppe füllt gemeinsam einen Zeitstrahl mit Ereignissen — viele Perspektiven werden ein Gesamtbild, Muster springen ins Auge.Zitronen-Runde (Lemonade)Jede Person bringt eine Panne, Absage oder unerwartete Wendung aus dem eigenen Vorhaben mit. Die Gruppe sammelt, was sich daraus machen ließe. Übt, Überraschungen als Material zu behandeln.
Welche nehmen?
Je größer die Gruppe, desto wichtiger sind klare Zeitsignale und eine zweite Person, die Material und Räume im Blick hat.
Weitere Sammlungen
Methoden für Kick-off und TeamstartMethoden für den Anfang eines Vorhabens oder einer neuen Gruppe: ankommen, sich kennenlernen, das Ziel klären und festhalten, wer was als Erstes tut..Kurze Methoden für 15 MinutenMethoden, deren kürzeste Fassung in eine Viertelstunde passt.Aktivierende Methoden für Lehre und SeminarMethoden, mit denen Lernende selbst arbeiten, statt zuzuhören.