Kurze Methoden für 15 Minuten
Methoden, deren kürzeste Fassung in eine Viertelstunde passt. Für den Einstieg, den schnellen Beschluss, den Abschluss oder die Lücke zwischen zwei großen Blöcken.
- Methoden
- 27
- Je Methode
- Ablauf, Zeiten, Material
Ankommen & Aktivieren
Check-in-RundeAlle kommen einmal zu Wort, bevor es losgeht — holt die Gruppe in den Raum und macht Stimmungen sichtbar.Soziometrische AufstellungDer Raum wird zur Landkarte: Die Gruppe stellt sich nach Herkunft, Erfahrung oder Haltung auf — macht Vielfalt in Minuten sichtbar, ohne Vorstellungsrunde.Speed-Dating-RundenWechselnde Zweiergespräche im Doppelkreis: In kurzer Zeit spricht jede:r mit vielen — auch die Leisen kommen im 1:1 zu Wort.
Verstehen & Recherche
HandlungsanlassBevor ein Ziel feststeht, schreibst du auf, was dich stört und nicht mehr loslässt: die Situation, wen sie betrifft, warum gerade du. Ein Satz fasst es zusammen, eine zweite Person hört zu. Der Startpunkt für Vorhaben aus eigenem Antrieb.ImpulsvortragEin kurzer, klar gebauter Input, der die Gruppe auf denselben Stand bringt und eine Frage für die Arbeit danach hinterlässt.KWL-Tabelle (Weiß ich, will ich wissen, gelernt)Drei Spalten rahmen einen Lernblock: Vorher wird Vorwissen notiert und werden Fragen gesammelt, nachher hält jede Person fest, was sie gelernt hat. So wird Lernen sichtbar und offene Fragen gehen nicht verloren.
Analysieren & Strukturieren
Hebelpunkte findenEingriffe nach ihrer Tiefe sortieren: An Zahlen drehen wirkt wenig, Regeln ändern mehr, Ziele und Denkweisen am meisten. Die Gruppe legt ihre Ideen auf die Leiter und sieht, wo sie bisher nur an Symptomen zog.Semantische AnalyseDie Schlüsselbegriffe der Challenge einzeln aufschrauben: Was heißt hier „ideal“, wer ist „Nutzer:in“? Schafft eine gemeinsame Sprache, bevor das Team in verschiedene Richtungen losläuft.Sprint-Ziel schärfenDas eine Ergebnis benennen, das der Sprint erreichen soll — ein Satz, der jeder Entscheidung im Sprint die Richtung gibt.Systemgrenze ziehenVor jeder Karte klären, was dazugehört: die Leitfrage, was innen und was außen liegt, welcher Zeitraum zählt und aus wessen Sicht. Eine Karte ohne Grenze zeigt alles und deshalb nichts.Variablen clusternAus einem Haufen gesammelter Einflussgrößen werden benannte Regionen: Doppeltes zusammenlegen, Zusammengehöriges gruppieren, jeder Gruppe einen Namen geben. Danach lässt sich eine Karte zeichnen, die man lesen kann.
Priorisieren & Entscheiden
2×2-Matrix (Priorisieren)Ideen oder Optionen entlang zweier selbstgewählter Achsen sortieren (z. B. Wirkung × Aufwand) — macht Prioritäten sichtbar und Diskussionen konkret.Clustern + Dot-VotingIdeen ordnen, dann still mit Klebepunkten priorisieren — die Häufung zeigt sofort, wo die Energie der Gruppe liegt.Dot-VotingStilles Priorisieren mit Klebepunkten — schnell, sichtbar, und die Chefstimme wiegt genauso viel wie jede andere.Eisenhower-MatrixAufgaben werden nach zwei getrennten Fragen sortiert: Sind sie wichtig, und sind sie dringend? Daraus folgt, was sofort erledigt, was eingeplant, was abgegeben und was gestrichen wird.Kapazitäts-CheckVor dem Vollpacken ehrlich rechnen, wie viel Zeit das Team im Sprint wirklich hat — Urlaub, Termine, Puffer raus, dann erst zusagen.Leistbarer Einsatz (Affordable Loss)Vor dem nächsten Schritt festlegen, was man bereit ist einzusetzen und im schlechten Fall zu verlieren, in vier Währungen: Geld, Zeit, Ansehen, Beziehungen.
Prototypen & Testen
I Like, I Wish, What IfRückmeldung in drei Satzanfängen: Mir gefällt, ich wünsche mir, was wäre, wenn …? Macht Feedback zu einem Prototyp oder einer Präsentation freundlich und konkret.Test Capture GridTest-Erkenntnisse in vier Feldern festhalten: Was gefällt? Was ist Kritik/Wunsch? Welche Fragen tauchen auf? Welche neuen Ideen? — Auswertung mit System.
Austauschen & Diskutieren
1-2-4-AllErst still allein, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle: jede Stimme fließt ein, ohne dass das Plenum zerredet. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)Think-Pair-ShareErst denkt jede Person allein über eine Frage nach, dann bespricht sie sich mit einer zweiten, dann teilen einige Paare mit allen. Bringt alle zum Nachdenken, auch die Leisen.
Reflektieren & Abschließen
15 % SolutionsJede Person schreibt auf, was sie sofort tun kann, ohne neue Mittel und ohne um Erlaubnis zu fragen. So kommen Schritte auf den Tisch, die schon in der eigenen Hand liegen. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)Action-Board (Wer / Was / Bis wann)Ergebnis-Sicherung mit Verbindlichkeit: Erst stehen die Namen an der Wand, dann sagt jede Person selbst, was sie übernimmt.Erster Schritt (Pilot in the Plane)Jede Person legt eine Handlung fest, die diese Woche passiert: mit vorhandenen Mitteln, innerhalb des leistbaren Einsatzes, mit einem echten Menschen. Laut vorgelesen wird daraus eine Verabredung.Plus/DeltaDie kürzeste Auswertung am Ende einer Sitzung: Jede Person schreibt auf, was gut lief und bleiben soll (Plus) und was sich ändern soll (Delta). Ein oder zwei Deltas werden zur Verabredung.Start – Stop – ContinueAus dem Rückblick werden Verhaltensänderungen: Was fangen wir an, was lassen wir, was behalten wir bei.Zitronen-Runde (Lemonade)Jede Person bringt eine Panne, Absage oder unerwartete Wendung aus dem eigenen Vorhaben mit. Die Gruppe sammelt, was sich daraus machen ließe. Übt, Überraschungen als Material zu behandeln.
Welche nehmen?
Viele davon haben eine längere Fassung. Auf jeder Methodenseite stellst du die Zeit um und siehst, wie sich der Ablauf ändert.
Weitere Sammlungen
Methoden für Kick-off und TeamstartMethoden für den Anfang eines Vorhabens oder einer neuen Gruppe: ankommen, sich kennenlernen, das Ziel klären und festhalten, wer was als Erstes tut..Entscheidungsmethoden für GruppenMethoden, mit denen eine Gruppe aus vielen Optionen auswählt, Prioritäten setzt oder einen Vorschlag beschließt.Retro-Methoden für die RetrospektiveFormate, mit denen ein Team zurückschaut, Muster erkennt und sich auf wenige Änderungen einigt.