Innovationsmethoden
Methoden für den ganzen Weg von der Frage bis zum getesteten Prototyp: verstehen, Ideen finden, bauen, testen, entscheiden. Sortiert nach dem Schritt, an dem du gerade stehst.
- Methoden
- 50
- Je Methode
- Ablauf, Zeiten, Material
Ankommen & Aktivieren
Verstehen & Recherche
Affinity DiagrammingGroße Mengen Beobachtungen und Research-Schnipsel still von unten nach oben zu Themen verdichten — die Struktur entsteht aus dem Material.Charette (3-Spalten-Download)Teamwissen strukturiert ernten, bevor recherchiert wird: Wer sind die Nutzer:innen? Was brauchen sie? Welche Themen und Ideen folgen daraus? — drei Spalten, erst still, dann gemeinsam.Design Challenge formulierenDie Ausgangsfrage des Projekts so fassen, dass sie Richtung gibt, ohne Lösungen vorwegzunehmen — nutzerzentriert, offen, aber nicht uferlos.Empathy MapEine Nutzerin auf einem Plakat durchleuchten: Was sagt, denkt, fühlt und tut sie — und wo drückt der Schuh? Macht verstreutes Wissen übers Publikum als ein Bild sichtbar.Nutzer-SteckbriefEine Person aus der Zielgruppe auf einem Blatt: wer sie ist, was sie antreibt, was ihr im Weg steht und was sie sich wünscht. Knapper als eine Persona und direkt nach Gesprächen ausgefüllt, damit alle im Team dasselbe Bild haben.PersonaAus den Interviews und Beobachtungen eine Figur verdichten — Verhalten, Ziele, Hürden, Zitate, mit Spur zurück zu jedem Gespräch. Das gemeinsame Bild, für wen gestaltet wird.Point-of-View-StatementErkenntnisse zu einem scharfen Satz verdichten: [Nutzer:in] braucht [Bedürfnis], weil [überraschende Erkenntnis] — das Sprungbrett in die Ideenfindung.
Analysieren & Strukturieren
Kill Your CompanyDas Gedankenspiel dreht den Spieß um: Das Team entwirft den Angreifer, der das eigene Angebot vom Markt fegt — und liest aus dem Killer-Konzept ab, wo die eigenen Schwächen liegen.Markt-Trend-AnalyseStrukturierter Desk-Research-Block: Trends, Wettbewerber und Signale zum Thema sammeln, clustern und in Implikationen für die eigene Challenge übersetzen.Modell-CanvasEin Vorhaben auf einer Seite: für wen, mit welchem Angebot, auf welchem Weg, mit welchen Mitteln, Kosten und Einnahmen. Das Canvas macht Lücken und ungeprüfte Vermutungen sichtbar, bevor Geld und Zeit hineinfließen.Problem StatementDie Synthese-Erkenntnisse zu einem Satz verdichten: Wer braucht was, und welche Einsicht steckt dahinter? Der Satz, an dem sich die ganze Ideation ausrichtet.TRIZ (Liberating Structures)Erst sammelt die Gruppe, wie sie das schlimmste Ergebnis sicher herbeiführt. Dann prüft sie, was davon sie heute schon tut, und entscheidet, womit sie aufhört. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)Value Proposition formulierenDas Wertversprechen einer Idee auf den Punkt bringen: Für wen löst sie welches Problem — und woran würde man den Nutzen messen? Das Ergebnis ist ein Prüfstein für die Idee.
Ideen finden
6 Denkhüte (nach de Bono)Die ganze Gruppe denkt gleichzeitig in derselben Richtung — und wechselt sie gemeinsam: Fakten, Gefühl, Risiko, Chancen, Ideen, Prozess. Beendet Grabenkämpfe, weil niemand dauerhaft „der Kritiker“ ist.Analogie-TransferDas eigene Problem in fremden Welten lösen lassen: Wie macht es die Formel 1, das Krankenhaus, der Ameisenstaat? Der Umweg über die Analogie bricht Denkmuster zuverlässiger als direktes Grübeln.Bau-Metaphern (Serious-Play-Prinzip)Statt reden: bauen. Jede Person baut ihre Antwort auf die Kernfrage als Modell mit den Händen — dann erzählt das Modell. Holt Stille aus der Reserve und Unaussprechliches auf den Tisch.Brainwriting 6-3-5Stilles Ideenschreiben in Runden: 6 Personen, 3 Ideen, 5 Minuten — die Blätter wandern, Ideen bauen aufeinander auf. Deutsche Erfindung (Rohrbach 1968).Collective NotebookIdeenfindung über Tage statt Minuten: Eine feste Frage, ein geteiltes Notizbuch, alle tragen still ein — der Workshop-Block setzt das Notebook auf und startet die erste Runde.Crazy 8s (Skizzen-Sprint)Acht schnelle Lösungsskizzen in acht Minuten — der Zeitdruck drängt über die erste, meist naheliegendste Idee hinaus.How-Might-We-FragenErkenntnisse in öffnende Fragen verwandeln: Das Scharnier zwischen Problem-Verstehen und Ideen-Entwickeln.Idea NapkinEine Idee kommt auf ein Blatt: mit Namen, Zielgruppe, Bedürfnis, Mehrwert und einer Skizze der Anwendung. Aus einem Zettel vom Brainstorming wird so etwas, das andere in einer Minute verstehen und bewerten können.IdeenturmAuf einer Grundstein-Idee aufbauen: Ideen werden als Turm geschichtet — jede Karte bezieht sich auf das, was schon steht. Fokus statt Ideen-Streuung.Inspiration CardsKarten mit Fragen, Rollen oder Szenarien als Kreativ-Zündstoff: Karte ziehen, Perspektive wechseln, Ideen aus dem neuen Blickwinkel entwickeln.Klassisches BrainstormingIdeen laut in der Gruppe sammeln — nach den Osborn-Regeln: Kritik verboten, Menge vor Qualität, wilde Ideen erwünscht, aufeinander aufbauen.Kopfstand-Methode (Umkehrtechnik)Die Frage umdrehen: „Wie vergraulen wir garantiert jede Kundin?“ — Negativ-Ideen sprudeln mühelos, und jede lässt sich in eine echte Verbesserung zurückdrehen. Löst festgefahrene Runden zuverlässig.Lotus Blossom (Ideen-Raster)Ein Thema in der Mitte, acht Unterthemen drumherum — und jedes Unterthema wird selbst zur Mitte eines neuen Rasters. Systematische Breite statt Zufallstreffer: bis zu 64 Ansätze in einer Sitzung.Morphologischer KastenEin Problem in Parameter zerlegen, je Parameter alle Ausprägungen sammeln — und dann quer durch die Tabelle neue Kombinationen ziehen. Erfindet systematisch, was dem Bauchgefühl nie einfiele.SCAMPEREine bestehende Idee durch sieben Veränderungs-Brillen drehen: Ersetzen, Kombinieren, Anpassen, Vergrößern, Umnutzen, Weglassen, Umkehren — wenn die Ideation stockt, liefert die Checkliste Anschub.Walt-Disney-MethodeEine Idee nacheinander aus drei Rollen denken: Träumer (alles ist möglich), Realist (wie geht es konkret), Kritiker (was fehlt noch) — die Trennung schützt junge Ideen und macht sie trotzdem belastbar.
Priorisieren & Entscheiden
Annahmen-Check (Hypothesen priorisieren)Alle Annahmen hinter einer Idee offenlegen, nach wichtig × unsicher sortieren und die riskantesten in testbare Hypothesen übersetzen — bevor die Realität es ungefragt tut.Clustern + Dot-VotingIdeen ordnen, dann still mit Klebepunkten priorisieren — die Häufung zeigt sofort, wo die Energie der Gruppe liegt.Dot-VotingStilles Priorisieren mit Klebepunkten — schnell, sichtbar, und die Chefstimme wiegt genauso viel wie jede andere.How-Wow-Now-MatrixIdeen nach Originalität und Machbarkeit sortieren: Now = sofort machbar, Wow = originell UND machbar (Jackpot), How = stark, aber noch nicht umsetzbar.Venn-Check (Desirability × Feasibility × Viability)Ideen in drei überlappende Kreise einsortieren: Wollen es die Nutzer:innen, können wir es bauen, trägt es sich? Nur die Mitte hat alle drei — der Rest zeigt, was fehlt.
Prototypen & Testen
Appearance-PrototypEin Modell, das zeigt, wie das Produkt AUSSEHEN wird — ohne zu funktionieren. Testet Anmutung, Wertigkeit und ersten Eindruck, bevor Geld in Technik fließt.I Like, I Wish, What IfRückmeldung in drei Satzanfängen: Mir gefällt, ich wünsche mir, was wäre, wenn …? Macht Feedback zu einem Prototyp oder einer Präsentation freundlich und konkret.Landing-Page-TestEine einfache Seite beschreibt ein Angebot, das es noch nicht gibt, mit einem Knopf zum Eintragen. Wie viele klicken, zeigt vor dem Bau, ob sich jemand dafür interessiert.Mock-up bauen (Screen-Dummy)Die Benutzeroberfläche einer digitalen Idee als klickbaren oder gezeichneten Dummy bauen — realistisch genug, dass Feedback konkret wird, billig genug, dass man es wegwerfen kann.Nutzertest-RundePrototyp in echte Hände geben: nicht erklären, laut denken lassen, still beobachten, offen nachfragen — die Erkenntnisse entstehen beim Zuschauen.PapierprototypingIdeen mit Papier, Stift und Schere schnell greifbar machen und sofort testen — billig scheitern, bevor es teuer wird.Speedboot-RegattaCrews treiben ihr Vorhaben in kurzen Runden konkret voran. Zwischendurch kommt eine Überraschung ins Boot und wird eingebaut. Übt Umstände nutzen (Lemonade) und Kurs halten (Pilot in the Plane).StoryboardDie Nutzung einer Idee als gezeichnete Bildgeschichte in 6–8 Feldern — macht den Ablauf konkret, deckt Lücken auf und erzählt die Lösung besser als jede Folie.Storyboard-TestEin Storyboard wird Testpersonen Feld für Feld gezeigt, bevor etwas gebaut ist. Sie erzählen, was sie sehen, wo sie stutzen und ob die Geschichte zu ihrem Alltag passt.Test Capture GridTest-Erkenntnisse in vier Feldern festhalten: Was gefällt? Was ist Kritik/Wunsch? Welche Fragen tauchen auf? Welche neuen Ideen? — Auswertung mit System.Wizard-of-Oz-TestEine Funktion testen, die es noch nicht gibt: Vorne wirkt das System echt, hinten zieht ein Mensch die Fäden — Erkenntnisse über Bedarf und Verhalten vor jeder Entwicklung.
Austauschen & Diskutieren
1-2-4-AllErst still allein, dann zu zweit, dann zu viert, dann alle: jede Stimme fließt ein, ohne dass das Plenum zerredet. (Struktur: Liberating Structures, CC BY-SA)Galerie-RundgangErgebnisse hängen wie in einer Ausstellung — Kleingruppen rotieren, lesen, kommentieren und bauen auf den Kommentaren der anderen auf.Marktplatz der MacherWer ein Vorhaben hat, ruft es aus; wer mitmachen will, schließt sich an. Aus dem Raum entstehen Crews, die mit vorhandenen Mitteln starten.
Reflektieren & Abschließen
Welche nehmen?
Für einen ganzen Durchlauf nimm eine fertige Agenda von der Seite Design-Thinking-Workshop und tausch einzelne Methoden aus.
Weitere Sammlungen
Kreativitätstechniken für WorkshopsMethoden, mit denen eine Gruppe viele Ideen zu einer Frage findet.Prototyping-MethodenMethoden, mit denen eine Idee schnell etwas zum Anfassen wird, und Wege, sie mit Menschen von außen zu testen.Methoden, um Nutzer:innen zu verstehenMethoden für alles, was mit den Menschen zu tun hat, für die ihr arbeitet: befragen, beobachten, verdichten und testen.